<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Wilhelm Windelband</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000165-5</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Windelband</persName> an <persName type="received">Paul Siebeck</persName>, <placeName type="sent">Straßburg</placeName>, <date>11.6.1888</date>, <note>Text nach einer </note><note>Transkription von Klaus Christian Köhnke</note><note>, Umfang und Besonderheiten nicht bekannt</note>, <bibl type="pubPlace">Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße, NL 488</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0165" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000165-5"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118633635">Wilhelm Windelband</persName><placeName>Straßburg</placeName><date when="1888-06-11">11.6.1888</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/117338354">Paul Siebeck</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/118614258">Christoph Sigwart</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118711989">Georg Jellinek</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116530707">Heinrich Edwin Rickert</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118600605">Heinrich Rickert</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/11733829X">Hermann Siebeck</name></note><note type="repository">Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Windelband</persName> an <persName type="received">Paul Siebeck</persName>, <placeName type="sent">Straßburg</placeName>, <date>11.6.1888</date>, <note>Text nach einer </note><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1270"/><note>Transkription von Klaus Christian Köhnke</note><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1270"/><note>, Umfang und Besonderheiten nicht bekannt</note>, <bibl type="pubPlace">Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße, NL 488</bibl></head></front><body><dateline>Strassburg <abbr>i/E.</abbr> 11. Juni 1888</dateline><salute>Sehr verehrter Herr Siebeck,</salute><p>Gestatten Sie mir gütigst, eine vertrauensvolle und unvorgreifliche Anfrage an Sie zu richten.</p><p>Ein Schüler von mir, der begabteste, den ich während meiner ganzen Lehrwirksamkeit bisher gehabt habe, der <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1271"/>Sohn des Reichtagsabgeordneten <name>Rickert</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1271"/>, hat vorgestern hier mit dem ersten Grade promovirt auf Grund einer Arbeit, welche an Selbständigkeit philosophischer Leistung das Durchschnittsmaß von Dissertationen weit übersteigt. Es ist eine Untersuchung „über Definition und Begriff“, welche in äußerst formgewandter und allgemeinverständlicher Darstellung von der logischen Aufgabe her auch die methodischen Grundlagen der Jurisprudenz, Mathematik und Naturwissenschaft behandelt und dabei zu neuen Gesichtspunkten gelangt, welche nicht nur der Philosophie, sondern auch andre wissenschaftliche Kreise interessiren werden, – welche ich fast durchweg acceptire, – und deren Entwicklung durch ihn mir einige Kapitel <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1272"/>meiner Logik<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1272"/> wesentlich erleichtern wird. Dabei schließt seine Darstellung hauptsächlich an <name>Sigwart</name> an, in der logischen Methode an meine Präludien. Mit Rücksicht auf diese „Atmosphäre“, in der sich die Arbeit bewegt, möchte der Verfasser am liebsten <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1273"/>in Ihrem Verlage<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1273"/> erscheinen, und er sagte mir ausdrücklich, daß es ihm bei diesem Wunsche hauptsächlich auf die Verlagsflagge und die Gesellschaft ankommen würde, womit er alsdann auf der großen Weite der Wissenschaft zunächst sich sehen ließe.</p><p>Deshalb habe ich es übernommen, bei Ihnen anzufragen, ob Sie geneigt wären, der Sache näher zu treten. Die Arbeit wird etwa 4–5 Bogen erfordern. Unvermeidlich ist natürlich die vorschriftsmäßige Anzahl von Exemplaren, die, mit Dissertationstitel, hier abgeliefert werden muß. Ein besonderer Wunsch des Herrn <name>Rickert</name> wäre nur noch der, daß der Druck so bald als möglich stattfinden könnte: das Manuskript kann jeden Tag in die Druckerei gehen, und er wünscht aus persönlichen Gründen, zum September mit dem Druck fertig zu sein. In allem übrigen werden Sie Sich , glaube ich, mit ihm leicht einigen; ich wäre Ihnen Sehr sehr dankbar, wenn Sie mir mit ein paar Zeilen schrieben, ob sie überhaupt Neigung dazu haben, vielleicht mit allgemeinstem Umriß des Arrangements, das Sie etwa vorschlügen.</p><p>Mit ergebenstem Gruße Ihr getreuer</p><signed>Windelband</signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-1271"><lem>Sohn des Reichtagsabgeordneten <name>Rickert</name></lem><note>die Rede ist von <name>Heinrich Rickert</name> (1863–1936), Sohn des nationalliberalen Politikers und Reichttagsabgeordneten <name>Heinrich Edwin Rickert</name> (1833–1902; <abbr>NDB</abbr>).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1272"><lem>meiner Logik</lem><note>vgl. über diesen nicht in einer Monographie ausgeführten Plan erstmals Windelband an <name>Jellinek</name> vom 9.10.1888; sowie Windelband an <name>Siebeck</name> vom 30.1.1888, 28.1.1889, 10.3.1902, 7.7.1904, 31.7.1904, 5.10.1906; sowie letztmals <name>Siebeck</name> an Windelband am 21.10.1906, wo das Erscheinungsdatum Sommer/Herbst 1907 avisiert wird.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1273"><lem>in Ihrem Verlage</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Rickert: Zur Lehre von der Definition. Erschienen bei Mohr (Siebeck) 1888.</note></app></listApp></back></text></TEI>