<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Wilhelm Windelband</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000148-1</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Gustav Glogau</persName> an <persName type="received">Windelband</persName>, <placeName type="sent">Halle a. S.</placeName>, <date>24.7.1883</date>, <note>2 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">UB Kiel, NL Glogau, Fasz. 28</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0148" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000148-1"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/116666781">Gustav Glogau</persName><placeName>Halle a. S.</placeName><date when="1883-07-24">24.7.1883</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118633635">Wilhelm Windelband</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/11899848X">Ernst Konrad Friedrich Schulze</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118644890">Friedrich Theodor Althoff</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116666781">Gustav Glogau</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118559796">Immanuel Kant</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118532847">Johann Gottlieb Fichte</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118599410">Karl Leonhard Reinhold</name></note><note type="repository">Universitätsbibliothek Kiel</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Gustav Glogau</persName> an <persName type="received">Windelband</persName>, <placeName type="sent">Halle a. S.</placeName>, <date>24.7.1883</date>, <note>2 S., hs.</note>, <bibl type="pubPlace">UB Kiel, NL Glogau, Fasz. 28</bibl></head></front><body><p><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1141"/>Abschrift<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1141"/>!</p><dateline>Halle <abbr>a/S.</abbr> d<add>[en]</add> 24. Juli 1883</dateline><salute>Hochgeehrter Herr College</salute><p>Ich habe Ihnen aufrichtig u<add>[nd]</add> herzlich zu danken, daß Sie gelegentlich Ihres großen Unternehmens sich wieder meiner <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1142"/>erinnern wollten<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1142"/>. Gestatten Sie mir darüber folgendes zu bemerken.</p><p>Die Art, wie Sie den mir bestimmten Theil der Aufgabe begrenzen, ist ganz nach meinem Geschmack; auch der Raum, den Sie mir zur Verfügung stellen, entspricht ganz den Voraussetzungen, unter denen allein ich eine solche Arbeit, die man doch wesentlich um der <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1143"/>eigenen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1143"/> wissenschaflichen Bedürfnisse willen unternimmt, gern angreifen möchte. Nur setze ich voraus, daß die specifischen Kantianer noch anhangsweise <name>Kant</name> selbst müßten beigefügt werden, so daß ich mit den zu <name>Fichte</name> herüberleitenden Männern <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1144"/><name>Reinhold</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1144"/>, <name>Schulze</name> <abbr>etc.</abbr> beginnen würde. So weit also stehe ich gern u<add>[nd]</add> freudig zu Diensten, <abbr>u.</abbr>trage die Gewißheit in mir, ev<add>[entuell]</add> etwas, das eine wesentliche <abbr>u.</abbr> sichtbare Förderung unserer philos<add>[ophischen]</add> Erkenntniß bedeutet, zu leisten. Dagegen muß ich aber nun die Thatsache berichten, daß ich durch die vielen <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1145"/>schweren Jahre<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1145"/>, die ich hinter mir habe <abbr>u.</abbr> in denen ich bis zu 38 wöchentlichen Stunden allein lehrend thätig war, einstweilen mich psychisch nicht in der Lage fühle, sofort oder im Laufe eines halben Jahres anʼs Werk zu gehen. Ich habe mir in diesem ganzen Semester eben nur die Vorarbeiten zu meinen Vorlesungen zumuthen können. Dazu kommt, daß ich über kurz oder lang an die Zusammen<anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1146"/>fassung<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1146"/> der für meinen <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1147"/><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1148"/>2. Band<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1147"/><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1148"/> vorbereiteten Gedanken werde gehen müssen. Sind Sie u<add>[nd]</add> der Verleger aber geneigt, mir Zeit zu lassen, so gebe ich hiermit meine Zusage. <pb/></p><p>Eben weil mein Theil der Arbeit doch wol den Schluß oder ziemlich den Schluß des <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1149"/>ganzen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1149"/> opus bilden soll, scheint mir dies möglich. Ich würde mich verpflichten, den Druck in spätestens 6 Jahren beginnen zu lassen <abbr>u.</abbr> ihn dann ohne Unterbrechung ans Ende zu führen. Auf den Abschluß aber eines festen Contractes müßte ich dringen; nicht sowohl um den Verleger als vielmehr um <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1150"/>mich<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1150"/> definitiv engagirt <abbr>u.</abbr> gebunden zu wissen. Dann erst würde ich meiner selbst völlig sicher sein u<add>[nd]</add> mich innerlich gebunden fühlen, alle irgend freibleibende Kraft der übernommenen Pflicht zu widmen.</p><p>Selbstverständlich bleibt es ganz Ihnen u<add>[nd]</add> dem Verleger überlassen, ob Sie nunmehr sich anders entscheiden wollen. Aber einer gefälligen <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-1151"/>Rückantwort<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-1151"/> Ihrerseits sehe ich jedenfalls u<add>[nd]</add> in nicht zu langer Zeit entgegen. Daß ich ev<add>[entuell]</add> Ihrem Vertrauen würde Ehre zu machen bemüht sein, darauf allerdings können Sie sich fest verlassen.</p><p>Mit herzlichen Grüßen bin ich Ihr ganz ergebner</p><signed><name>Glogau</name></signed></body><back><listApp><app type="philological" corresp="#ED-1141"><lem>Abschrift</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1142"><lem>erinnern wollten</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Windelband an <name>Glogau</name> vom 22.7.1883. Das Unternehmen kam nicht zu Stande.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1143"><lem>eigenen</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1144"><lem><name>Reinhold</name></lem><note>unterstrichen</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1145"><lem>schweren Jahre</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Windelband an <name>Friedrich Theodor Althoff</name> vom 20.11.1882</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1146"><lem>fassung</lem><note>Wortteil unterstrichen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1147"><lem>2. Band</lem><rdg>2 Bd</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-1148"><lem>2. Band</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Glogau: Abriss der philosophischen Grundwissenschaften Theil 2. Das Wesen und die Grundformen des bewussten Geistes. Erkenntnisstheorie und Ideenlehre. Breslau: Koebner 1888.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1149"><lem>ganzen</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-1150"><lem>mich</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-1151"><lem>Rückantwort</lem><note>nicht ermittelt</note></app></listApp></back></text></TEI>