<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Wilhelm Windelband</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000088-9</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Windelband</persName> an <persName type="received">Karl Dilthey</persName>, <placeName type="sent">Freiburg i. Br.</placeName>, <date>20.4.1877</date>, <note>2 S., hs. (dt. Schrift)</note>, <bibl type="pubPlace">Niedersächsische Staats- und UB Göttingen, Dilth. 141</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0088" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000088-9"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118633635">Wilhelm Windelband</persName><placeName>Freiburg i. Br.</placeName><date when="1877-04-20">20.4.1877</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/116128194">Karl Dilthey</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/119130882">Ferdinand Frankenhäuser</name><name>Meta Windelband</name><name>Wilhelmine Wichgraf</name></note><note type="repository">Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Windelband</persName> an <persName type="received">Karl Dilthey</persName>, <placeName type="sent">Freiburg i. Br.</placeName>, <date>20.4.1877</date>, <note>2 S., hs. (dt. Schrift)</note>, <bibl type="pubPlace">Niedersächsische Staats- und UB Göttingen, Dilth. 141</bibl></head></front><body><dateline>Freiburg. 20 April 1877.</dateline><salute>Lieber Carlo,</salute><p>Das kleine Geschichtchen, welches schon durch die Störung unserer Wanderpläne seinen eignen Willen so lebhaft bekundete, daß ich aller Besinnung baar nicht einmal daran dachte, Dich für die Rückkehr von Straßburg zu einem Aufenthalt hier zu verpflichten, benimmt sich als ein fesches, vergnügliches und höchst erfreuliches <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-735"/>Töchterchen<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-735"/>, welches, stolz darauf, seiner guten Mama so wenig Mühe bereitet und ihr auch auf die Dauer, soweit man bisher sieht, gar keine Unbequemlichkeiten verursacht zu haben, sich nun fröhlich an seiner natürlichen Quelle nährt und das ganze Haus mit dem Zauber seines unmelodischen Gequäckes tyrannisirt.</p><p>Dieses Muster meines langperiodigen Styls durfte ich Dir nicht vorenthalten; übrigens geht wirklich Alles trefflich, und seitdem gestern auch meine <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-736"/>Schwiegermama<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-736"/> wieder eingelaufen ist, schnurrt die Sache wie am Fädchen – ich hoffe nun wirklich, daß mir das Fräulein zu <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-737"/>Pfingsten<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-737"/> erlauben wird, Euren Besuch zu erwidern – falls Ihr nicht die <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-738"/>vierzehn Tage<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-738"/> einhalten solltet! <pb/></p><p>Grüße <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-739"/><name>Frankenhäuser</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-739"/> bestens! Er wird bei der stillen Tapferkeit seiner Frau kaum gemerkt haben, was er uns war in dieser wunderlich glücklichen Nacht! wir aber werden’s ihm nie vergessen! Grüße auch seine Frau bestens und sage, sie möchte es uns vergeben, wenn wir ihn etwas müde zu ihr hätten zurückkehren lassen.</p><p>Wenn Du die Güte hast, <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-740"/>einliegende treffliche Collection<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-740"/> von Geistern ersten Ranges je fünfer Centiemes würdig zu halten, so wirst Du nicht nur mein Conto mit 40 <abbr>ct</abbr> belasten, sondern auch mein Herz mit tiefer Dankbarkeit.</p><p>Ein andermal mehr. Jetzt jagt’s und lärmt’s noch um mich und in mir. Schönsten Gruß! Dein treuer Freund</p><signed>W. Windelband</signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-735"><lem>Töchterchen</lem><note><name>Meta Windelband</name> (18.4.1877–11.2.1949)</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-736"><lem>Schwiegermama</lem><note><name>Wilhelmine Wichgraf</name> (1824–1890)</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-737"><lem>Pfingsten</lem><note>21.5.1877</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-738"><lem>vierzehn Tage</lem><note>wahrscheinlich gemeint: des Wochenbetts, nach dem höflicherweise erst wieder Besuche erlaubt sind</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-739"><lem><name>Frankenhäuser</name></lem><note><name>Ferdinand Frankenhäuser</name> (1832–1894), Gynäkologe, <abbr>Prof.</abbr> in Zürich, 1880–81/82 Dekan der medizinischen Fakultät (<ref type="link">https://www.histvv.uzh.ch/dozenten/frankenhaeuser_f.html</ref>).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-740"><lem>einliegende treffliche Collection</lem><note>Gegenstand der Sendung nicht ermittelt</note></app></listApp></back></text></TEI>