<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Wilhelm Windelband</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000080-0</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Windelband</persName> an <persName type="received">Gottlieb Ziegler</persName>, <placeName type="sent">Riesbach</placeName>, <date>24.1.1877</date>, <note>2 S., hs. (dt. Schrift)</note>, <bibl type="pubPlace">Staatsarchiv des Kantons Zürich</bibl><bibl type="pubPlace">, U 103.4.40, Bl. 12</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0080" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000080-0"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118633635">Wilhelm Windelband</persName><placeName>Riesbach</placeName><date when="1877-01-24">24.1.1877</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/140303499">Gottlieb Ziegler</persName></correspAction><note type="mentioned"><name>Florian Christen</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/140303499">Gottlieb Ziegler</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116988118">Theobald Ziegler</name></note><note type="repository">Staatsarchiv des Kantons Zürich</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Windelband</persName> an <persName type="received">Gottlieb Ziegler</persName>, <placeName type="sent">Riesbach</placeName>, <date>24.1.1877</date>, <note>2 S., hs. 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Die Combination der Lehramtsschule mit dem Polytechnikum scheint danach den beiderseitigen Behörden genehm zu sein; aber ich empfinde es trotzdem noch immer als eine gewisse Unsicherheit, wie ich diese Vorlesungen einzurichten hätte, und die Berücksichtigung der verschiedenen Wünsche und Standpuncte von Zuhörern, deren Bildung mir überhaupt wesentlich fremder ist, würde mir zweifellos viel Sorge und Arbeit machen und mich dem eigentlichen Gebiet meiner wissenschaftlichen Thätigkeit entziehen.</p><p>Je freundlicher und liebenswürdiger Sie diese Angelegenheit behandeln, um so drückender ist es mir, daß ich <pb/> Ihnen noch immer keinen bestimmten Entschluß mittheilen kann und noch immer schwanke. Die <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-689"/>Großherzoglich<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-689"/> Badische Regierung ist bei ihrem nunmehr erfolgten detaillirteren Vorschlag weit über die materiellen Bedingungen hinausgegangen, welche in dem <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-690"/>ersten Briefe<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-690"/> angedeutet werden, und hat mir eine Besoldung angeboten, welche zwar hinter der absoluten Summe von 6500 <abbr>fr.</abbr> ziemlich zurückbleibt, dagegen mit Berücksichtigung der Pensionsverhältnisse, der Lebensbedingungen beider Städte <abbr>etc.</abbr> derselben ungefähr gleich kommt. Unter diesen Umständen treten die Vortheile einer reinen Universitätswirksamkeit und eines ausgebreiteteren Wirkungskreises, die Vortheile einer geschlossenen Stellung, welche durch Verpflichtung zu geringerer Lehrthätigkeit meiner wissenschaftlichen Arbeit günstig zu werden verspricht, so lebhaft und eindringlich hervor, daß ich noch zu keinem Entschlusse habe kommen können.</p><p>Ich bitte Sie, hochverehrter Herr Erziehungsdirector, mir in dieser wichtigen Angelegenheit noch einige Bedenkzeit zu lassen und mir zu gestatten, daß ich am <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-691"/>Freitag oder Samstag früh<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-691"/> Ihnen persönlich meine Entscheidung mittheile.</p><p>In vorzüglichster Hochachtung Ihr ergebenster</p><signed>W Windelband</signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-687"><lem>Schreibens vom 22.</lem><note>nicht ermittelt</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-688"><lem>Bemühungen</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Kommentar zu Windelband an <name>Gottlieb Ziegler</name> vom 20.1.1877</note></app><app type="philological" corresp="#ED-689"><lem>Großherzoglich</lem><rdg>Grßhrzlch.</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-690"><lem>ersten Briefe</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Nokk an Windelband vom 17.1.1877</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-691"><lem>Freitag oder Samstag früh</lem><note>der 24.1.1877 fiel auf einen Montag. <abbr>Vgl.</abbr> Windelband an <name>Gottlieb Ziegler</name> von Samstag, den 27.1.1877.</note></app></listApp></back></text></TEI>