<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Wilhelm Windelband</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000068-7</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Windelband</persName> an <persName type="received">Georg Jellinek</persName>, <placeName type="sent">Leipzig</placeName>, <date>17.7.1875</date>, <note>4 S., hs. (dt. Schrift), am Briefkopf gedrucktes Signet: zwei ineinandergeschlungene W-Versalien in einem von einem geschlossenen Gürtel gebildeten Ring, darüber eine fünfzackige Krone</note>, <bibl type="pubPlace">Bundesarchiv Koblenz, Nachlass Georg Jellinek, N 1136/56</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0068" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000068-7"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118633635">Wilhelm Windelband</persName><placeName>Leipzig</placeName><date when="1875-07-17">17.7.1875</date></correspAction><correspAction type="received"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118711989">Georg Jellinek</persName></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/118515055">Clemens Brentano</name><name>Emil Tüngel</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/102743541">Ferdinand Albert Thierfelder</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/117006203">Ferdinand Zirkel</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118745441">Friedrich Ritschl</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116200472">Friedrich Wilhelm Blass</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118723650">Georg Friedrich Knapp</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118711989">Georg Jellinek</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/117182486">Heinrich Jordan</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/117023345">Hinrich Nitsche</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118559796">Immanuel Kant</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116056118">Karl von Bardeleben</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/1124101357">Karl von der Mühll</name><name>Lydia von Karganoff</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/119115204">Oscar Ferdinand Peschel</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118704303">Otto Heubner</name><name>Peschel, Frl.</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116669616">Susanna Rubinstein</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116382813">Victor Ehrenberg</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118705253">Wilhelm His</name></note><note type="repository">Bundesarchiv Koblenz</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Windelband</persName> an <persName type="received">Georg Jellinek</persName>, <placeName type="sent">Leipzig</placeName>, <date>17.7.1875</date>, <note>4 S., hs. (dt. Schrift), am Briefkopf gedrucktes Signet: zwei ineinandergeschlungene W-Versalien in einem von einem geschlossenen Gürtel gebildeten Ring, darüber eine fünfzackige Krone</note>, <bibl type="pubPlace">Bundesarchiv Koblenz, Nachlass Georg Jellinek, N 1136/56</bibl></head></front><body><dateline>Leipzig 17 Juli 75</dateline><salute>Mein lieber Freund</salute><p>Du weißt selbst, wie herzlich mich Deine Glückwünsche und Deine Theilnahme an unserm Geschick erfreut haben, und Du wirst verziehen haben, wenn die Arbeitslast, welche nach den total arbeitslos verbrachten Ferien, doppelt schwer in diesem Semester auf mir liegt, verbunden mit der schönen Pflicht, meine freie Zeit der genesenden Frau zu widmen, mich so lange vom Schreiben zurückgehalten hat. Ja, es war eine schwere Wolke, die über dem Himmel unseres Glückes dahinzog. ich weiß es nun, was es heißt, zu bangen, wochenlang zu bangen für das Theuerste, was es geben kann, und mit thatlosen Händen am Abgrund der Verzweiflung zu stehen. Aber er hat sich geschlossen, und es gilt, den Riß mit Blumen zu kränzen und nur noch in Erinnerung zu behalten, daß ich für das liebste Wesen habe sorgen, sie pflegen dürfen, und des Lächelns, des schwachen, köstlichen Lächelns zu gedenken, mit dem sie manchmal aus schweren Schmerzen zu mir aufblickte – alles Leben zusammenraffend in diesen Augen, die meine Sterne sind. Und so freu’ ich mich denn jetzt auch nur der stetig fortschreitenden Genesung und begrüße Woche für Woche mit innigem Jubel neue Fortschritte. Wir fahren nun schon aus, gehen <pb/> auch schon <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-596"/>im Rosenthal oder auf der Linie<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-596"/> ein Stündchen zusammen durch den frischen Wald, und mit der alten Farbe und der alten Gestalt kehrt meiner Frau auch der alte Muth, die Frische und die volle Lebendigkeit der Seele wieder. Da ich aber doch erst im August von hier fortgehen kann, so werden wir uns für den Juli trennen müssen, dessen Beschwerlichkeiten ich ihr hier nicht zumuthen kann: dieweilen aber außer dem Arzt auch der Psychologe, nämlich ich, die allzugroße Entfernung widerrieth und wenigstens die Möglichkeit, wöchentlich einige Tage zusammenzusein, offen gehalten wissen wollte, und die nahe gelegenen <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-597"/>Karlbäder<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-597"/> zu sonnig und lärmig sind, für meine Frau auch es sich wesentlich um Ruhe und bequemen schattigen Spaziergang handelt, so habe ich inmitten im Park von Weimar in einem Badehause eine reizende Wohnung für sie gemiethet, wo sie Bäder, Pension, alles im Hause und rauschende, schattende Bäume und die murmelnde Ilm unmittelbar vor sich hat, und wohin ich sie über acht Tage übersiedeln werde. ich selbst falle natürlich während der Zeit der <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-598"/>Hahn’schen Tischgenossenschaft<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-598"/> anheim, die freilich sehr gelichtet ist. Außer <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-599"/><name>Knapp</name>’s Abgang<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-599"/> hat auch <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-600"/>Nitzsche’s<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-600"/> Verlobung mit <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-601"/>Fräulein <name>Peschel</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-601"/>, sowie <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-602"/>Vondermühlt’s<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-602"/> Verheirathung mit der gleichnamigen Nichte von <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-603"/><name>His</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-603"/> große Lücken gerissen, der Skat ist aufgeflogen, und <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-604"/><name>Zirkel</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-604"/>, <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-605"/><name>Heubner</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-605"/>, <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-606"/>Blaß<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-606"/> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-607"/>und<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-607"/> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-608"/><name>Thierfelder</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-608"/>, verstärkt durch den <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-609"/><abbr>Dr.</abbr> Rolf<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-609"/> bilden den schwachen Stamm. Daß aber die Heiratsepidemie unter der Tafelrunde allgemein ausgebrochen, <pb/> sieht man am besten aus dem Ereigniß, das Dir nun wohl auch schon mitgetheilt ist – <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-610"/><name>Knapp</name>’s Verlobung mit <abbr>Frl.</abbr> <name>Karganoff</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-610"/><name/>, unserer Genossin in der Erkenntnistheorie. ich gestehe doch, daß ich nach allen Präcedentien erstaunt gewesen bin: denn je mehr K<add>[napp]</add> damals von ihr sprach, um so weniger dachte ich an diese Möglichkeit, deren Verwirklichung sich nun in aller Stille vollzogen hat: mögen die Götter mit ihm sein! Uebrigens hatte ich in diesem Semester abermals das Vergnügen einer weiblichen Zuhörerin haben können, der <abbr>Frl.</abbr> <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-611"/><name>Susanna Rubinstein</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-611"/>, <abbr>Dr. philos.</abbr>, welche ein prekäres Buch über „sensitive <add>[un]</add>d sensorielle Sinne“ geschrieben haben soll, die ich aber doch lieber aus der Gesellschaft einer Anzahl jüngerer, mir unbekannter Studenten verbannte. Die Psychologie, welche diese hören wollte, und wozu ich meine <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-612"/>„Grundfragen“ aus dem vorigen Semester<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-612"/> ausgedehnt habe, ist leidlich besucht, 16 belegende; dagegen möchte ich Dir einmal zum Spaß den Belegbogen meiner Geschichte der Erkenntnißtheorie seit <name>Kant</name> zeigen, auf welchem außer Deutschen noch Engländer, Amerikaner, Schweizer, Schweden, Griechen und selbst ein Hindu! vertreten sind – ein vollständig internationales Auditorium. Du siehst, auch da treibe ich, was ich vorigen Sommer auslassen mußte, und so lebe ich jetzt wesentlich von den Brosamen der Zeit, wo wir mit einander in so schönem, fruchtbaren Verkehr standen. Bei der Psychologie hab’ ich mich übrigens immer mehr von dem geringen Werthe der <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-613"/><name>Brentano</name>’schen Compilation<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-613"/> überzeugt; die meisten seiner Beweisgänge zeigen mehr „neue“ als alte Logik. <pb/></p><p>Doch es ziemt uns nicht, dem Associationsmechanismus so allein zu folgen, wie ich es bisher in dieser Plauderei gethan habe, und indem ich mich also „darüber zu freier Selbstbestimmung“ erhebe, empfinde ich zunächst die innigste Nothwendigkeit, nach Dir und Deinem Ergehen, Du lieber Freund, mich zu erkundigen. Das Parallelogramm der Kräfte, in welchem sich jetzt Deine jugendfrische Arbeitsenergie theilt, wird hoffentlich einen so spitzen Winkel haben, daß die Componente, welche mich am meisten interessirt, recht groß geblieben ist; wenn Du aber diese nochmals theilst, so weiß ich nicht, welchem der beiden Arme, ob dem pessimistischen oder dem strafrechtlichen ich begieriger entgegensehne. Was meinen <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-614"/>Druck<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-614"/> betrifft, so reife ich sehr langsam dazu. Das <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-615"/>nonum in mensem<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-615"/> ist vorüber, hoffentlich wird es nicht ein <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-616"/>annum<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-616"/>.</p><p>Von <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-617"/><name>Tüngel</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-617"/><name/> habe ich jetzt lange Nichts gehört, es ist ein lästiges Semester für ihn, und diese spanischen Stiefel sind doch fast noch schlimmer als die der Logik. An <name>Ehrenberg</name> hab’ ich in der trüben Zeit dieses Frühjahrs nicht geschrieben, und würde Dich nun sehr um seine jetzige Adresse bitten, da ich jetzt nicht mehr nach S. Remo schreiben mag, ohne zu wissen, ob er noch da ist. <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-618"/><name>Bardeleben</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-618"/>, den ich auf einer kleinen <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-619"/>Pfingstspritze<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-619"/> in Jena kurz sah, klagt über mancherlei Katarrh und Einsamkeit. Meine Frau läßt Dich bestens grüßen! – Des <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-620"/>freudigen Ereignisses<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-620"/> in Eurer Familie und des schönen Doppelfestes hab’ ich gern gedacht: daß Du vorher Dein Theil an den Brautpaar getragen hast, glaube ich gern; wir haben auch immer unsern <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-621"/>„Elephanten“<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-621"/> innig bedauert!</p><p>Meine spätere Adresse schick’ ich Dir noch nicht, weil ich sicher noch während des Semesters auf einen Brief von Dir rechne. Und nun noch eins: um diese Zeit, ich glaube beinah heut, ist <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-622"/>Dein Geburtstag<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-622"/>. Verzeih, daß ich ein so treuloses Gedächtniß habe, ihn nicht sicher zu wissen. Aber Du weißt, daß die Glückwünsche, <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-623"/>die ich Dir dazu sende, die herzlichsten sind und daß Du immer gewiß bleibst, der innigen Freundschaft Deines</p><signed>W Windelband<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-623"/></signed></body><back><listApp><app type="editorial" corresp="#ED-596"><lem>im Rosenthal oder auf der Linie</lem><note>Parklandschaft und Spazierweg bei Leipzig</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-597"><lem>Karlbäder</lem><note>gemeint ist der Kurort Karlsbad in Böhmen</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-598"><lem>Hahn’schen Tischgenossenschaft</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Windelband an <name>Ehrenberg</name> vom 18.11.1873</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-599"><lem><name>Knapp</name>’s Abgang</lem><note><name>Georg Friedrich Knapp</name> (1842–1926), 1867 Leiter des Statitischen Amtes der Stadt Leipzig, 1869 zusätzlich <abbr>Prof.</abbr> an der Universität Leipzig, ging 1874 an die Universität Straßburg, dort bis 1918 (<abbr>NDB</abbr>).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-600"><lem>Nitzsche’s</lem><note>gemeint ist vermutlich <name>Hinrich Nitsche</name> (1845–1902), Zoologe, 1868 Promotion in Berlin, 1871 Habilitation in Leipzig, 1875 <abbr>ao. Prof.</abbr> für Zoologie in Leipzig, 1876 <abbr>o. Prof.</abbr> für Zoologie an der Forstakademie Tharandt (Professorenkatalog der Universität Leipzig).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-601"><lem>Fräulein <name>Peschel</name></lem><note>nicht ermittelt; mögliches Verwandtschaftsverhältnis zu <name>Oscar Ferdinand Peschel</name> (1826–1875), Geograph, seit 1871 <abbr>o. Prof.</abbr> für Geographie in Leipzig, seit 1873 wegen Krankheit beurlaubt (Professorenkatalog der Universität Leipzig).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-602"><lem>Vondermühlt’s</lem><note>gemeint ist vermutlich <name>Karl von der Mühll</name> (1841–1912), Physiker <abbr>u.</abbr> Mathematiker, 1866 Promotion in in Königsberg, 1868 Habilitation in Leipzig, 1872 <abbr>ao. Prof.</abbr> für Physik in Leipzig, 1889 in Basel, 1890 <abbr>o. Prof.</abbr> (Professorenkatalog der Universität Leipzig).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-603"><lem><name>His</name></lem><note><name>Wilhelm His</name> (1831–1904), Anatom <abbr>u.</abbr> Physiologe, seit 1872 <abbr>Prof.</abbr> in Leipzig (<abbr>NDB</abbr>).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-604"><lem><name>Zirkel</name></lem><note><name>Ferdinand Zirkel</name> (1838–1912), Geologe, 1861 Promotion in Bonn, 1863 <abbr>ao. Prof.</abbr> für Mineralogie und Geologie in Lemberg, 1865 <abbr>o. Prof.</abbr>, 1868 <abbr>Prof.</abbr> für Mineralogie, Geognosie und Geologie in Kiel, seit 1870 <abbr>Prof.</abbr> in Leipzig (Professorenkatalog der Universität Leipzig).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-605"><lem><name>Heubner</name></lem><note><name>Otto Heubner</name> (1843–1926), Kinderarzt, Studium in Leipzig, Prag <abbr>u.</abbr> Wien, 1867 Promotion in Leipzig, 1868 Habilitation, 1876 Leiter der Leipziger Distriktspoliklinik, 1887 Honorarprofessor, 1891 Lehrstuhl für Kinderheilkunde. 1894 nach Berlin berufen, dort <abbr>u. a.</abbr> an der Charité, 1913 emeritiert (<abbr>NDB</abbr>).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-606"><lem>Blaß</lem><note>vermutlich <name>Friedrich Wilhelm Blass</name> (1843–1907), klassischer Philologe, Studium in Göttingen <abbr>u.</abbr> Bonn, <abbr>u. a.</abbr> bei <name>Friedrich Ritschl</name>. Gymnasiallehrer in Bielefeld, Naumburg, Magdeburg, Stettin <abbr>u.</abbr> Königsberg. 1874 in Königsberg habilitiert bei <name>Heinrich Jordan</name>. 1876 <abbr>Prof.</abbr> in Kiel, 1892 in Halle (<abbr>NDB</abbr>).</note></app><app type="philological" corresp="#ED-607"><lem>und</lem><rdg>d</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-608"><lem><name>Thierfelder</name></lem><note><name>Ferdinand Albert Thierfelder</name> (1842–1908), Anatom <abbr>u.</abbr> Pathologe, 1864–1869 Studium in Rostock <abbr>u.</abbr> Leipzig, 1874 Habilitation in Leipzig, 1874–1876 <abbr>PD</abbr> für Allgemeine Pathologie und Pathologische Anatomie an der Universität Leipzig, 1876–1908 <abbr>o. Prof.</abbr> für Anatomische Pathologie an der Universität Rostock, 1883/84 Rektor (Professorenkatalog der Universität Leipzig; Catalogus Professorum Rostochiensium).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-609"><lem><abbr>Dr.</abbr> Rolf</lem><note>nicht ermittelt</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-610"><lem><name>Knapp</name>’s Verlobung mit <abbr>Frl.</abbr> <name>Karganoff</name></lem><note>Knapp heiratete <name>Lydia von Karganow</name> (1849–1925) aus Tiflis, seine ehemalige Studentin (<abbr>NDB</abbr>).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-611"><lem><name>Susanna Rubinstein</name></lem><note>psychologische Schriftstellerin aus Czernowitz, lebte von 1847–1914, zuletzt in Heidelberg und München. 1870 Studienbeginn in Prag, ab 1873 in Leipzig, dort 1874 Promotion mit einer Schrift über Die sensoriellen und sensitiven Sinne. Leipzig: A. Edelmann <abbr>o. J.</abbr> [1874], die von der Kritik verrissen wurde, <abbr>vgl.</abbr> <abbr>z. B.</abbr> Jenaer Literaturzeitung 1874, <abbr>Nr.</abbr> 51, <abbr>S.</abbr> 803 (Sophie Pataky: Lexikon deutscher Frauen der Feder <abbr>Bd.</abbr> 2. Berlin 1898, <abbr>S.</abbr> 209–210).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-612"><lem>„Grundfragen“ aus dem vorigen Semester</lem><note>im <abbr>SS</abbr> 1874 hatte Windelband u. a. eine Veranstaltung über Grundfragen der Psychologie angeboten.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-613"><lem><name>Brentano</name>’schen Compilation</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Franz Brentano: Psychologie vom empirischen Standpunkte <abbr>Bd.</abbr> 1. Leipzig: Duncker &amp; Humblot 1874; darin: Buch II. Von den psychischen Phänomenen im Allgemeinen. Kapitel 5. Die vorzüglichsten Classificationsversuche § 6, <abbr>S.</abbr> 252–255, <abbr>bes.</abbr> <abbr>S.</abbr> 254–255 zu den sensitiven und sensoriellen Sinnen.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-614"><lem>Druck</lem><note>Anspielung unklar, vgl. Windelband an <name>Jellinek</name> vom 30.12.1875. 1877 erschien, nach Windelbands eigener Datierung im späteren Abdruck der Präludien 1876 verfaßt: Der Pessimismus und die Wissenschaft. In: Der Salon für Literatur, Kunst und Gesellschaft 2 (1877), <abbr>S.</abbr> 814–821<abbr> u.</abbr> <abbr>S.</abbr> 951–957.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-615"><lem>nonum in mensem</lem><note>Neunmonatszeit</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-616"><lem>annum</lem><note>Jahr</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-617"><lem><name>Tüngel</name></lem><note><abbr>vgl.</abbr> Windelband an <name>Ehrenberg</name> vom 14.1.1875</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-618"><lem><name>Bardeleben</name></lem><note><abbr>vgl.</abbr> Windelband an <name>Ehrenberg</name> vom 24.10.1872</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-619"><lem>Pfingstspritze</lem><note>meint: Kurzreise zu Pfingsten</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-620"><lem>freudigen Ereignisses</lem><note>nicht ermittelt</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-621"><lem>„Elephanten“</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Richard Riegler: Das Tier im Spiegel der Sprache. Ein Beitrag zur vergleichenden Bedeutungslehre. Dresden <abbr>u.</abbr> Leipzig: C. A. Koch (H. Ehlers) 1907, <abbr>S.</abbr> 90: </note><rdg>Der Elefant erscheint überdies in der deutschen Redensart bei einem Liebespaar den Elefanten spielen auch als Symbol geistiger Schwerfälligkeit […]. Obige Redensart wird angewendet auf einen Galan, auf den man – ohne daß er von dem Manöver etwas merkt – des Ehemanns Eifersucht lenkt, wenn ein anderer der Frau des letzteren den Hof macht. Mit Abschwächung und gleichzeitiger Verschiebung der ursprünglichen Bedeutung gebraucht man diese Redensart mit Bezug auf die Anstandsperson, meist weiblichen Geschlechts, die ein Brautpaar auf seinen Spaziergängen begleitet. </rdg><note>Diese letzte Bedeutung des Ausdrucks ist hier gemeint.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-622"><lem>Dein Geburtstag</lem><note>Jellinek wurde am 16.6.1851 geboren.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-623"><lem>die … W Windelband</lem><note> auf dem Rand</note></app></listApp></back></text></TEI>