<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Wilhelm Windelband</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000038-9</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName>Windelband</persName>: Gutachten über <persName>Paul Häberlin</persName> als Kandidat für die psychologisch-pädagogische Professur (Beilage zur Sitzungseinladung des Dekans Alfred Weber an die Mitglieder der Philosophischen Fakultät der Universität Heidelberg vom 30.7.1913), <placeName>Heidelberg</placeName>, <date>29.7.1913</date>, <note>6 S., Ts. (Hektographie), vereinzelte hs. Korrekturen von Windelbands Hd.,</note> <bibl type="pubPlace">UA Heidelberg, H-IV-102/140, Bl. 7–12</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0038" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000038-9"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118700030">Paul Häberlin</persName><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118633635">Wilhelm Windelband</persName><date when="1913-07-29">29.7.1913</date></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/118584790">Adam Müller</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118600826">Alois Riehl</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118555006">Edmund Husserl</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118608045">Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116693509">Friedrich Heman</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/119312565">Hans W. Gruhle</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118600605">Heinrich Rickert</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118616080">Herbert Spencer</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/117148199">Karl Joël</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/123229626">Ludwig Binswanger</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118700030">Paul Häberlin</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118586548">Paul Natorp</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118682555">Rudolf Eucken</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118535315">Sigmund Freud</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/117057436">Theodor Lipps</name></note><note type="repository">Universitätsarchiv Heidelberg</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName>Windelband</persName>: Gutachten über <persName>Paul Häberlin</persName> als Kandidat für die psychologisch-pädagogische Professur (Beilage zur Sitzungseinladung des Dekans Alfred Weber an die Mitglieder der Philosophischen Fakultät der Universität Heidelberg vom 30.7.1913), <placeName>Heidelberg</placeName>, <date>29.7.1913</date>, <note>6 S., Ts. (Hektographie), vereinzelte hs. Korrekturen von Windelbands Hd.,</note> <bibl type="pubPlace">UA Heidelberg, H-IV-102/140, Bl. 7–12</bibl></head></front><body><p><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-341"/>Dem<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-341"/> von der Fakultät gewünschten gutachterlichen Bericht über den <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-342"/>Basler Privatdozenten <name>Häberlin</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-342"/><name/> schicke ich eine kurze Zusammenfassung der Gesichtspunkte voraus, welche bei der neu in Aussicht genommenen Lehrstelle, in die er eintreten soll, entscheidend in Betracht kommen.</p><p>Die wissenschaftlich längst vollzogene Abzweigung der Psychologie von der Philosophie ist bekanntlich im Lehrbetrieb der philosophischen Fakultäten bisher (von verschwindend geringen Fällen abgesehen) nicht durch die Schaffung eigener Lehrstellen für Psychologie, sondern leider durch die Besetzung philosophischer Katheder mit Psychologen <abbr>z. T.</abbr> einseitig experimenteller Richtung zum Ausdruck gekommen. Den Missständen, die sich daraus ergeben und in jüngster Zeit auch die <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-343"/>Oeffentlichkeit beschäftigt haben<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-343"/>, wird man nur entgehen, <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-344"/>wenn unter Wahrung des Besitzstandes der Philosophie mit der Errichtung psychologischer Professuren Ernst gemacht wird.<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-344"/> Dabei steht jedoch die Psychologie, wenn man sie in ihrer allseitigen Bedeutung auffasst, immer noch in so engen Beziehungen zur Philosophie, dass eine gründliche philosophische Vorbildung für ihren wissenschaftlichen Betrieb in ganz anderer Weise und in höherem Masse erforderlich ist, als bei irgend einer andern der im Laufe der Zeit ebenfalls von der Philosophie abgezweigten Wissenschaften. Es wird deshalb immer wünschenswert bleiben, dass der Psychologe zur philosophischen Fakultät gehört und für seine Person eine vollgültige philosophische Bildung besitzt: von ihr aus allein wird er all die einzelnen psychologischen Disziplinen, von der experimentellen Psychophysik bis zu den an die Grenze der <pb/> Soziologie und Geschichte reichenden Teilen der Sozialpsychologie, in fruchtbarer Weise überschauend vereinigen können. Diese <abbr>z. T.</abbr> praktischen Zweige der Psychologie haben jedoch für ihren akademischen Lehrer auch die Bedeutung, dass sie ihm einen erweiterten Kreis der Wirksamkeit gewähren, und es wird jeweils von Momenten sachlicher und persönlicher Art abhängen, welche dieser Anwendungen besonders hervorgehoben werden sollen.</p><p>Unter den gegenwärtigen Interessen unserer Fakultät steht dabei das pädagogische im Vordergrund. Wie man auch über den Wert pädagogischer Lehre an der Universität denken möge, – es muss anerkannt werden, dass diese Fragen zur Zeit in lebhaftem Fluss sind, dass die akademische Jugend sich mit ihnen beschäftigt und darüber unterrichtet zu sein wünscht, dass es also im Interesse der Universität ist, selber für die Erfüllung dieses Bedürfnisses Sorge zu tragen.</p><p>Aus diesen Erwägungen wünscht die Fakultät die Schaffung einer zunächst ausserordentlichen Professur für theoretische und angewandte Psychologie, insbesondere Pädagogik, und sie begrüsst es dankbar, dass das Grossherzogliche Ministerium sich dem Eingehen auf diesen Wunsch geneigt zeigt. Da jedoch die Errichtung des Extraordinariats formell die Mitwirkung des Grossen Senats und die Einstellung in das Staatsbudget voraussetzt, so wird zunächst der Gedanke erwogen, eine geeignete Persönlichkeit unter Aussicht auf entsprechende <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-345"/><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-346"/>Remuneration<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-345"/><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-346"/>, Titel und Anwartschaft auf das spätere etatsmässige Extraordinariat zur Habilitierung zu veranlassen. Es würde von einem solchen Mann erwartet werden, dass er in die eigentlich philosophische Lehrtätigkeit nicht <pb/> eingriffe, dagegen die Psychologie im philosophischen Sinne beherrsche und keine der einseitigen Richtungen vertrete. Die Errichtung eines Instituts für physiologische Psychologie wird dabei nicht in Aussicht genommen, da diesem Bedürfnis jetzt durch <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-347"/>einen Privatdozenten der medizinischen Fakultät<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-347"/> vollauf genügt wird. Wie weit für die Pädagogik seminaristische Einrichtungen, etwa unter Anlehnung an das philosophische Seminar, sich erforderlich erweisen, wird die Zeit lehren.</p><p>Für den nächsten Anfang durch eine Habilitation ist der Fakultät Herr <name>Häberlin</name> empfohlen und mir der Auftrag gegeben worden, mit ihm in unverbindlicher Weise persönlich Fühlung zu nehmen.</p><p><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-348"/><abbr>Dr.</abbr> <name>Paul Häberlin</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-348"/> ist 1878 in Kesswyl am Bodensee geboren und auf dem Gymnasium in Frauenfeld gebildet. Er hat in Basel, Göttingen und Berlin Theologie studiert und sich mehr und mehr den philosophischen Fächern zugewendet, sodass er 1903 in Basel mit einer Dissertation „Ueber den Einfluss der spekulativen Gotteslehre bei <name>Schleiermacher</name>“ promovierte, wobei Botanik und Zoologie seine Nebenfächer waren. Er war dann 1½ Jahre Lehrer an der Realschule in Basel und übernahm darauf die Direktion des Lehrerseminars seines Heimatkantons Thurgau in Kreuzlingen, an dem er den Unterricht in Psychologie und Pädagogik erteilte. Von hier aus habilitierte er sich 1908 an der Universität Basel mit einer Schrift über „<name>Herbert Spencer</name>’s Grundlagen der Philosophie“ und las seitdem mit wachsendem Erfolge über philosophische, psychologische und pädagogische Gegenstände. <pb/> Seit 1909 behandelte er zweimal Geschichte der Erziehung in Deutschland und der Schweiz (2st<add>[ündig]</add>, 23 <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-349"/><abbr>bzw.</abbr><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-349"/> 29 Hörer), die analytischen Methoden in der Psychologie (3st<add>[ündig]</add>, 22 H<add>[örer]</add>), Allgemeine Psychologie (3st<add>[ündig]</add>, 37 H<add>[örer]</add>), Leib und Seele (3st<add>[ündig]</add>, 47 H<add>[örer]</add>), Einführung in die moderne Psychologie des Unbewussten (2st<add>[ündig]</add>, 38 H<add>[örer]</add>), Einführung in die Erkenntnistheorie (1st<add>[ündig]</add>, 80 H<add>[örer]</add>), Hauptprobleme der Philosophie (2st<add>[ündig]</add>, 72 H<add>[örer]</add>); in Uebungen Mach’s Analyse der Empfindungen, Aufgabe der Philosophie, Erkenntnistheorie (10–12 Teilnehmer). Während dieser Zeit ist neben kleinen populären Gelegenheitsaufsätzen sein zweibändiges Buch „Wissenschaft und Philosophie[“] (1910 und 1912, 360 und 426 Seiten) erschienen.</p><p>Auch diese Hauptschrift gehört trotz des anscheinend philosophischen Themas wesentlich dem eigentlichen Arbeitsgebiet des Verfassers an: der Psychologie. Denn es ist nichts anderes und will nichts anderes sein, als eine Psychologie der Wissenschaft und der Philosophie, eine psychogenetische Analyse des wissenschaftlichen und des philosophischen Denkens. Auf deren psychologische Unterscheidung lief schon die Habilitationsschrift über Spencer hinaus, und in dieser Richtung bietet das grössere Werk eigenartige und <abbr>z. T.</abbr> scharfsinnige Untersuchungen. Freilich ist dabei der Wissenschaftsbegriff ziemlich einseitig auf die Naturforschung eingestellt, und die Ausführungen über das Verhältnis von Naturwissenschaft und Psychologie zeigen <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-350"/>eine<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-350"/> wohl noch nicht ganz abgeschlossene Ansicht, die bisher auf den sehr allgemeinen Begriff der Psychologie, wie ihn zuletzt etwa <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-351"/><name>Lipps</name> aufgestellt hat<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-351"/>, hinauszulaufen <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-352"/>scheint.<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-352"/> Immerhin ist das Ganze <pb/> ein selbständiger Versuch analytischer Forschung in klarer und leichtverständlicher Darstellung.</p><p>Zeigen diese <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-353"/>Schriften<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-353"/> den Verfasser in dem zentralen, der Philosophie naheliegenden Teile der Psychologie historisch und systematisch trefflich orientiert und zu eigener Arbeit befähigt, so ist er auch in den weiteren Auszweigungen dieser Wissenschaft mit seltener Vielseitigkeit ausgebildet. In Göttingen war er Schüler G<add>[eorg]</add> E<add>[lias]</add> <name>Müller</name>’s und hat dessen Anerbieten, sein Assistent zu werden, nur deshalb abgelehnt, weil er nicht in dessen nicht philosophiefremde, sondern philosophiefeindliche Richtung hineingezogen werden wollte. Andererseits hat er von Kreuzlingen aus durch die <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-354"/><name>Binswanger</name>’sche Heilanstalt<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-354"/> Beziehungen zu den psychiatrischen Kreisen Zürichs und speziell der <name>Freud</name>’schen Anhängerschaft gefunden, deren Einseitigkeiten er jedoch mit kritischem Urteil gegenübersteht. Er hat sich mit solchen Fragen praktisch soweit vertraut gemacht, dass er durch die erfolgreiche Erziehung leicht abnormer junger Leute <abbr>z. T.</abbr> jetzt noch seinen Unterhalt bestreitet. Seine pädagogische Begabung aber hat er allen Nachrichten zufolge besonders in seiner 4½jährigen Seminartätigkeit bewährt, während er literarische Leistungen auf diesem Gebiete bisher nicht aufzuweisen hat. Das letztere mag <abbr>z. T.</abbr> damit zusammenhängen, dass er als Basler Dozent bisher systematische Pädagogik aus Rücksicht auf einen <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-355"/>älteren Extraordinarius<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-355"/> nicht gelesen hat.</p><p>Persönlich hat mir Herr <name>Häberlin</name> den Eindruck eines verständigen und wohlunterrichteten, nachdenklichen und durchaus zuverlässigen Mannes gemacht, und diesen Eindruck haben mir die eingehenden <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-357"/>Schilderungen von <abbr>Prof.</abbr> <name>Karl Joël</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-357"/> vollauf bestätigt, der bei seiner Promotion und Habilitation entscheidend mitgewirkt und seinen ganzen Entwicklungsgang mit dem lebhaftesten Interesse verfolgt hat. Auch er ist, wie ich selbst, überzeugt, dass für die Kombination, welche unsere Fakultät für die neue Lehrstelle in Aussicht nimmt, zur Zeit keine geeignetere Persönlichkeit zu finden wäre, als Herr <name>Häberlin</name>.</p><p>Dieser selbst hat sich mir gegenüber in der <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-358"/>unverbindlichen Besprechung<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-358"/> bereit erklärt, unter den Aussichten, die ich ihm nach den Mitteilungen des Herrn Dekan als die voraussichtlich zu gewährenden eröffnen durfte, sich hierher umzuhabilitieren. Der Verzicht auf die eigentlich philosophische Lehrtätigkeit, der dazu Bedingung wäre, wird ihm zwar subjektiv schwer werden; aber er will sich dazu entschliessen, und ich bin mit <abbr>Prof.</abbr> <name>Joël</name> der Ansicht, dass er objektiv damit den seiner wesentlichen wissenschaftlichen Richtung und Begabung durchaus entsprechenden Weg einschlagen würde.</p><dateline><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-359"/>Heidelberg<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-359"/>, den 29. Juli 1913.</dateline><signed><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-360"/>W Windelband<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-360"/></signed></body><back><listApp><app type="philological" corresp="#ED-341"><lem>Dem</lem><note>am Kopf der <abbr>S.</abbr> Aktenzuordnung mit Bleistift: </note><rdg>2c</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-342"><lem>Basler Privatdozenten <name>Häberlin</name></lem><note><abbr>vgl.</abbr> den Briefwechsel Windelband–Häberlin in der vorliegenden Edition. Zum ganzen Vorgang <abbr>vgl.</abbr> Horst Gundlach: Wilhelm Windelband und die Psychologie. Heidelberg: University Publishing 2017, <abbr>S.</abbr> 327–336 <abbr>u.</abbr> <abbr>S.</abbr> 370–413 sowie 427–432.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-343"><lem>Oeffentlichkeit beschäftigt haben</lem><note>gemeint ist die </note><rdg>Erklärung gegen die Besetzung philosophischer Lehrstühle mit Vertretern der experimentellen Psychologie</rdg><note>, die mit Erscheinen von Logos (4), 1. Heft (<abbr>S.</abbr> 115–116) am 19.4.1913 und den nachfolgenden Abdrucken in den großen philosophischen Zeitschriften einer breiten Öffentlichkeit bekannt wurden. Zunächst war diese Erklärung, von Heinrich Rickert initiiert und verfaßt, an alle deutschen Universitäten und die Unterrichtsministerien (Baden: 16.2.1913) versandt worden; <abbr>vgl.</abbr> Windelband an <name>Rickert</name> vom 8.1. <abbr>u.</abbr> 7.3.1913. <abbr>Vgl.</abbr> zu dieser Vorgeschichte und zur Abstimmung des Textes mit den Erstunterzeichnern <name>Rudolf Eucken</name>, <name>Edmund Husserl</name>, <name>Paul Natorp</name>, <name>Alois Riehl</name> und Windelband den editorischen Bericht zu Georg Simmel Gesamtausgabe <abbr>Bd.</abbr> 17, <abbr>S.</abbr> 482–485. Der Text der Erklärung ist im selben <abbr>Bd.</abbr> <abbr>S.</abbr> 177–179 abgedruckt. Zum Kontext <abbr>vgl.</abbr> Horst Gundlach: Wilhelm Windelband und die Psychologie. Heidelberg: University Publishing 2017, <abbr>S.</abbr> 289–312 sowie Ulrich Sieg: Aufstieg und Niedergang des Marburger Neukantianismus. Würzburg: Königshausen &amp; Neumann 1994, <abbr>S.</abbr> 357–372.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-344"><lem>wenn … wird.</lem><note> in der Erklärung gegen die Besetzung philosophischer Lehrstühle mit Vertretern der experimentellen Psychologie. In: Logos 4 (1914), <abbr>S.</abbr> 115–116 heißt es: </note><rdg>Es muß im gemeinsamen Interesse der beiden Wissenschaften sorgfältig darauf Bedacht genommen werden, daß der Philosophie ihre Stellung im Leben der Hochschulen gewahrt bleibt. Daher sollte die experimentelle Psychologie in Zukunft nur durch die Errichtung eigener Lehrstühle gepflegt werden, und überall, wo die alten philosophischen Professuren durch Vertreter der experimentellen Psychologie besetzt sind, ist für die Schaffung von neuen philosophischen Lehrstühlen zu sorgen.</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-345"><lem>Remuneration</lem><note>von Windelband hs. korrigiert aus </note><rdg>Renumeration</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-346"><lem>Remuneration</lem><note>Vergütung, Entschädigung</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-347"><lem>einen Privatdozenten der medizinischen Fakultät</lem><note><name>Hans W. Gruhle</name> (venia legendi für Psychiatrie und medizinische Psychologie seit 3.3.1913), <abbr>vgl.</abbr> Jürgen Klüpfel/C. F. Graumann: <ref type="link">https://www.psychologie.uni-heidelberg.de/willkomm/cfg/instber-2b.html#IIb </ref>(3.8.2016).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-348"><lem><abbr>Dr.</abbr> <name>Paul Häberlin</name></lem><note><abbr>vgl.</abbr> für das Folgende auch Paul Häberlin: Statt einer Autobiographie. Frauenfeld: Huber 1959.</note></app><app type="philological" corresp="#ED-349"><lem><abbr>bzw.</abbr></lem><rdg>bezw.</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-350"><lem>eine</lem><rdg>einen</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-351"><lem><name>Lipps</name> aufgestellt hat</lem><note><abbr>z. B.</abbr> in Theodor Lipps: Leitfaden der Psychologie. Leipzig: Engelmann 1903, <abbr>S.</abbr> 3.: </note><rdg>Die Psychologie ist die Lehre von den Bewußtseinsinhalten oder Bewußtseinserlebnissen als solchen. Es ist dasselbe, wenn ich sage: Sie ist die Lehre von den Bewußtseinserscheinungen oder Bewußtseinsphänomenen. Doch ist dabei zu bedenken: „Erscheinungen“ setzen jedesmal etwas voraus, das in ihnen erscheint.</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-352"><lem>scheint.</lem><rdg>scheinen.</rdg></app><app type="editorial" corresp="#ED-353"><lem>Schriften</lem><note>in Windelbands Besitz befanden sich von <name>Häberlin</name>: Die Grundfragen der Philosophie. Basel 1914; Psychoanalyse und Erziehung. Sonderdruck 1914.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-354"><lem><name>Binswanger</name>’sche Heilanstalt</lem><note><name>Häberlin</name> war mit dem Psychiater <name>Ludwig Binswanger</name> (1881–1966) befreundet, Arzt (seit 1910 Direktor) am Kreuzlinger Sanatorium für Nervenkrankheiten. Durch Binswanger lernte Häberlin <name>Sigmund Freud</name> kennen (<abbr>vgl.</abbr> Häberlin/Binswanger Briefwechsel 1908–1960. <abbr>Hg.</abbr> <abbr>v.</abbr> J. Luczak. Basel: Schwabe 1997; Freud/Binswanger Briefwechsel 1908–1938. <abbr>Hg.</abbr> <abbr>v.</abbr> G. Fichtner. Frankfurt <abbr>a. M.</abbr>: S. Fischer 1992).</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-355"><lem>älteren Extraordinarius</lem><note><name>Friedrich Heman</name> (1839–1919), 1888–1916 <abbr>ao. Prof.</abbr> für Philosophie und Pädagogik an der Universität Basel, Leiter der philologisch-historischen <abbr>Abt.</abbr> des Pädagogischen Seminars (<abbr>DBE</abbr>; Die Universität Basel in ihrer Entwicklung in den Jahren 1885–1895. Im Auftrag des Erziehungsdepartements des Kantons Basel-Stadt … zusammengestellt <abbr>v.</abbr> Albert Teichmann. Basel: Reinhardt &amp; Sohn 1895, S. 45). <abbr>Vgl.</abbr> die Basler Vorlesungsverzeichnisse: <anchor type="delimiter"/>SS 1900–WS 1913/14 liest Heman (</note><rdg>Dr. der Phil., Lic. der Theol. und a. o. Professor</rdg><note>) <abbr>u. a.</abbr> Allgemeine Pädagogik und Didaktik, Geschichte der Pädagogik, Pädagogisches Seminar.</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-357"><lem>Schilderungen von <abbr>Prof.</abbr> <name>Karl Joël</name></lem><note>kein Briefwechsel <name>Joël</name>/Windelband nachgewiesen</note></app><app type="editorial" corresp="#ED-358"><lem>unverbindlichen Besprechung</lem><note><abbr>vgl.</abbr> Windelband an <name>Häberlin</name> vom 20.7. <abbr>u.</abbr> 3.8.1913</note></app><app type="philological" corresp="#ED-359"><lem>Heidelberg</lem><note>gesperrt</note></app><app type="philological" corresp="#ED-360"><lem>W Windelband</lem><note>eigenhändige Unterschrift</note></app></listApp></back></text></TEI>