<TEI xmlns="http://www.tei-c.org/ns/1.0"><teiHeader><fileDesc><titleStmt><title>Forschungsgrundlagen Wilhelm Windelband</title><editor>Jörn Bohr</editor><editor>Gerald Hartung</editor><respStmt><orgName>Bülow &amp; Schlupkothen XML services</orgName><resp>software development</resp></respStmt></titleStmt><publicationStmt><publisher>University of Wuppertal</publisher><idno type="URI">urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000024-9</idno></publicationStmt><sourceDesc><bibl><persName type="sent">Windelband</persName> an die Mitglieder der <orgName type="received">Philosophischen Fakultät der Universität Straßburg</orgName>, <placeName type="sent">Straßburg</placeName>, <date>5.7.1889</date>, <note>2 S., hs. (lat. Schrift), Briefkopf </note><quote type="rdg">Philosophische Facultät | DER | K. WILH. UNIVERSITÄT | STRASSBURG</quote>, <note>mit Aktennotizen und eigenhändigen Stellungnahmen verschiedener Schreiber</note>, <bibl type="pubPlace">ADBR Strasbourg, 62 AL 10 (Dekanat Windelband 1889/90), Nr. 58a</bibl></bibl></sourceDesc></fileDesc><profileDesc><correspDesc key="0024" ref="urn:nbn:de:hbz:468-edww2020-000024-9"><correspAction type="sent"><persName ref="https://d-nb.info/gnd/118633635">Wilhelm Windelband</persName><placeName>Straßburg</placeName><date when="1889-07-05">5.7.1889</date></correspAction><note type="mentioned"><name ref="https://d-nb.info/gnd/101110464">Adolf Michaelis</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118507605">Alexander Baumgarten</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/117255599">Bernhard ten Brink</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118632477">Christoph Martin Wieland</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116678666">Emil Heitz</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116918365">Friedrich Leo</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116587938">Georg Gerland</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116024437">Georg Kaibel</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/119126796">Gustav Gröber</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/117078654">Hubert Janitschek</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116235624">Johannes Dümichen</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/118606859">Paul Scheffer-Boichorst</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/116988118">Theobald Ziegler</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/119453223">Theodor Nöldeke</name><name ref="https://d-nb.info/gnd/11862976X">Wilhelm Eduard Weber</name></note><note type="repository">Archives Departementales du Bas-Rhin Strasbourg</note></correspDesc></profileDesc></teiHeader><text><front><head><persName type="sent">Windelband</persName> an die Mitglieder der <orgName type="received">Philosophischen Fakultät der Universität Straßburg</orgName>, <placeName type="sent">Straßburg</placeName>, <date>5.7.1889</date>, <note>2 S., hs. (lat. Schrift), Briefkopf </note><quote type="rdg">Philosophische Facultät | DER | K. WILH. UNIVERSITÄT | STRASSBURG</quote>, <note>mit Aktennotizen und eigenhändigen Stellungnahmen verschiedener Schreiber</note>, <bibl type="pubPlace">ADBR Strasbourg, 62 AL 10 (Dekanat Windelband 1889/90), Nr. 58a</bibl></head></front><body><p><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-214"/>I. N. <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-215"/>58a<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-214"/><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-215"/></p><p>Erledigung Nr. <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-216"/>76<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-216"/></p><dateline>Strassburg, den 5 Juli 1889</dateline><p>Der von mir in Umlauf gesetzte Entwurf zum Gutachten in Sachen des Frauenstudiums hat zwar nach Streichung des von Herrn Collegen <name>Nöldeke</name> beanstandeten und von mir gern preisgegebenen Passus formell die Majorität der Facultät für sich: allein ich glaube denselben nicht so abschicken zu dürfen, da die starke Minorität ihrer Ansicht darin zu wenig Rechnung getragen findet.</p><p>Wenn in der Sitzung nur davon die Rede war, dass die Einführung des Frauenstudiums Neuerungen mit sich führen würde, mit welchen man bei den besonderen Verhältnissen unserer Universität nicht Versuche zu machen empfehlen könne, so bin ich allerdings über diese allgemeine Feststellung hinausgegangen, indem ich einige der in dieser Richtung auf der Hand liegende Bedürfnisse besonders genannt und ausgeführt habe. Aber es geschah dies lediglich aus der bei dem Versuch der Abfassung sich sogleich ergebenden Ueberlegung, dass, sofern auf diese durch Zulassung der Frauen bedingten Neuerungen überhaupt hingewiesen werden sollte, wenigstens einige derselben kurz <anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-217"/>namhaft<anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-217"/> gemacht werden mussten, wenn nicht das „Gutachten“ völlig den Charakter eines solchen verlieren sollte.</p><p>Zeigt sich nun, dass schon diese Ausführungen über den Rahmen desjenigen, worauf sich die Facultät einigen kann, hinausgehen, so wird kaum etwas Anderes als die Aufstellung einiger allgemeinster Sätze übrig bleiben, welche sachlich auf eine Verweigerung des Gutachtens hinausläuft. Denn wenn der vorgelegte Entwurf von der einen Seite deshalb verworfen wird, weil er einer Ablehnung des Antrags der Frauen zu nahe komme, von andrer Seite aber, wie ich höre, deshalb beanstandet worden ist, weil selbst die bedingte Concession, die man in ihm finden könne, zu bedenklich erschien, so treten darin so principielle Gegensätze zu Tage, dass ich die von Herrn Collegen <name>Kaibel</name> ins Auge gefasste Aussicht einer Verständigung durch erneute mündliche Discussion nur für sehr gering anschlagen kann.</p><p>Da ein Antrag auf neue Berathung nicht vorliegt, so habe ich noch einmal versucht, durch die mit Rothstift vorgenommenen Aenderungen eine Fassung zu gewinnen, auf welche sich ein grösserer Theil der Facultät vereinigen könnte, und unterbreite diese Umarbeitung hiermit den Herrn Collegen zur gefälligen Aeusserung.</p><signed><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-218"/>Windelband <pb/><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-218"/></signed><p><anchor type="delimiter" subtype="start" xml:id="ED-219"/>Mit der neuen, wie mir scheint nach jeder Seite unverfänglichen, Fassung einverstanden. | Ad. <name>Michaelis</name><anchor type="delimiter" subtype="end" corresp="#ED-219"/><name/></p><p><name>Weber</name> | E. <name>Heitz</name> | H <name>Baumgarten</name>. | <name>Martin</name> | <name>Gröber</name>.</p><p><name>Scheffer</name> enthält sich der Abstimmung <abbr>vgl.</abbr> N. 58</p><p><name>Dümichen</name>. | <name>ten Brink</name> | Th <name>Nöldeke</name>.</p><p>Im Allgemeinen einverstanden, namentlich wenn der auf <abbr>S.</abbr> 3 oben an Stelle der vorgeschlagenen der beigeschriebene abkürzende Satz gewählt würde. | <name>Gerland</name></p><p>Ebenso <name>Ziegler</name>.</p><p>Mit dem Entwurf einverstanden, gegen das jetzt im Vorschlag zu <abbr>S.</abbr> 3; damit würde eine Lösung präjudicirt, die mir bei aller Sympathie, mit der ich der Frage gegenüberstehe, durchaus unzulässig erscheint. | <name>Leo</name></p><p>Nur unter der Bedingung einverstanden, wenn auf <abbr>S.</abbr> 3 der von den Collegen <name>Gerland</name> und <name>Ziegler</name> vorgeschlagene Satz anstelle des ganzen auf jener Seite stehenden Passus steht, welcher auch allein dem s<add>[einer]</add> Z<add>[eit]</add> gefaßten Beschluß der Facultät entspricht. | W <name>Janitschek</name></p><p>Mit dem Entwurf in vorliegender Fassung einverstanden. | <name>Kaibel</name>.</p></body><back><listApp><app type="philological" corresp="#ED-214"><lem>I. N. 58a</lem><note>mit roter Tinte geschrieben</note></app><app type="philological" corresp="#ED-215"><lem>58a</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-216"><lem>76</lem><note>unterstrichen</note></app><app type="philological" corresp="#ED-217"><lem>namhaft</lem><rdg>nahmhaft</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-218"><lem>Windelband <pb/></lem><note>am Fuß der <abbr>S.</abbr> von anderer Hand: </note><rdg>verte</rdg></app><app type="philological" corresp="#ED-219"><lem>Mit … Michaelis</lem><note> diese und die folgenden Stellungnahmen jeweils eigenhändig</note></app></listApp></back></text></TEI>