Paul Siebeck an Windelband, Tübingen, 10.1.1914, 2 S., Ts.-Durchschlag mit eigenhändiger Unterschrift, Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße, NL 488 A 0362,3
10. Januar 1914.
W.-wz. A.[1]- Herrn Geheimen Rat Professor Dr. W. Windelband Heidelberg. Landfriedstrasse 14.
Hochverehrter Herr Geheimrat, Herrn Dr. Ruge habe ich kürzlich erklärt, dass ich vom Verlagsvertrag der „Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften“[2] zurücktreten müsse, da es mir aussichtslos scheine, dass Herr Dr. Ruge weitere Bände noch zusammenbringe. Bevor ich damit ganz[a] Ernst mache, möchte ich Sie bitten, auch Ihrerseits freundlichst Stellung dazu zu nehmen. Wenn Ihnen das Eingehen oder ein Verlagswechsel der „Enzyklopädie“ besonders unlieb wäre, würde ich darauf ohne weiteres Rücksicht nehmen. Sagen Sie mir deshalb, bitte, mit ein paar Worten, wie Sie über die Sache denken.
Heute möchte ich nochmals auf die Auflagehöhe der „Einleitung“ zurückkommen. Ich habe gefunden, dass die Einleitungen von Külpe und Paulsen[3] ausserordentlich billig[4] sind. Das dürfte in den Verlagsbedingungen der beiden Werke begründet sein. Es schien mir daher angezeigt, zu erwägen, ob 4000 Exemplare oder 5000 Exemplare Ihrer Einleitung gedruckt werden sollen. Im ersteren Falle müsste der Ladenpreis des broschierten Exemplars voraussichtlich M. 9.- betragen, während es in letzterem Falle möglich sein könnte, ihn auf Mk. 8.- festzusetzen. Einen bestimmten Vorschlag möchte ich nicht machen, | sondern[b] Ihnen ganz die Wahl lassen, ob 4000 Exemplare oder 5000 Exemplare gedruckt werden sollen. Das Honorar würde in ersterem Falle Mk. 200.-, in letzterem Falle Mk. 250.- pro Bogen betragen, wozu noch die Erstattung der Diktatkosten in Höhe von Mk. 232.- kommen würde. Eine weitere Aufrundung würde das Honorar bei den in Aussicht genommenen Ladenpreisen[5] leider nicht gestatten. Ich sehe Ihrer Stellungnahme zu meiner Anfrage entgegen und verbleibe in treuer Verehrung Ihr
P. Siebeck.[c]