Paul Siebeck an Windelband, Tübingen, 9.2.1912, Text nach einer Transkription von Klaus Christian Köhnke[1], Abschrift, Umfang und weitere Besonderheiten nicht bekannt, Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße, NL 488
Tübingen, den 9. Februar 1912.
Abschrift An Herrn Geheimrat Professor Dr. W. Windelband Heidelberg
Hochgeehrter Herr Geheimrat, es tut mir herzlich leid, daß Sie der Encyklopädie wegen so viel Mühe haben; Hoffentlich wird schließlich doch noch ein gesundes Kind geboren, ein internationales im deutschen Gewande. Unsere weiteren Entschließungen lassen wir offen, bis die Manuskripte der Uebersetzungen vorliegen und die ausländischen Verleger geantwortet haben. Inzwischen lasse ich womöglich den russischen Beitrag im Voraus setzen.
Herrn Dr. Ruge soll meinerseits kein Vorwurf geschehen. Ich erkenne seine guten Seiten unumwunden an, trete auch hier für ihn ein, wo ich Gelegenheit dazu habe – doch manchmal geht er mir auf die Nerven. Er hat unter 7. currentis[2][a] mir ausführlich geschrieben.
Und nun freue ich mich von Herzen, daß der Sturm der letzten Tage unsere gegenseitige Gesinnung nicht im mindesten erschüttert hat. Herzlichen Dank.
Die Fahne 55 ließ ich in einem weiteren Exemplar an Sie absenden.
In alter Verehrung bleibe ich stets Ihr aufrichtig und treu ergebener
P. Siebeck.
P. S. Mit dem Satz des Lehrbuches wird demnächst in der hiesigen Druckerei[3] begonnen.
D[er] O[bengenannte]