Paul Siebeck an Windelband, Tübingen, 20.1.1912, Text nach einer Transkription von Klaus Christian Köhnke[1], Umfang und Besonderheiten nicht bekannt, Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße, NL 488
20. Januar 1912.
W.-wz. A.[2] Herrn Geheimen Rat Professor Dr. W. Windelband Heidelberg Landfriedstrasse 14.
Hochverehrter Herr Geheimrat, für Ihre freundlichen Briefe vom 16. und 19.[3], sowie für die Uebersendung der ersten 8 Bogen des Manuscriptes zur 6. Auflage Ihres Lehrbuches danke ich Ihnen herzlich. Ich bemerkte mir alle Ihre Mitteilungen bezüglich des Manuscriptes und werde den Satz baldmöglichst beginnen lassen. Gegenwärtig erwäge ich noch, in welcher Druckerei der Satz erfolgen soll, da die hiesige Druckerei[4] übersetzt ist und der Druck deshalb vielleicht einer auswärtigen Druckerei übertragen[5] werden muss.
Nachdem der Anfang des Manuscriptes zur neuen Auflage Ihres Lehrbuches abgeliefert ist, erlaube ich mir, das vertragsmässige Drittel des Honorars[6] Ihnen hiermit zur Verfügung zu stellen. Ich lege das Honorar der 5. Auflage zu grunde, welches Mk. 4500.- betrug, und bitte Sie demzufolge höflichst, über Mk. 1500.- zu verfügen.
Der Satz der „Encyklopädie“ dürfte anfangs nächster Woche beginnen können. Es freut mich sehr, dass Sie mir bezüglich des Termins der Veranstaltung der Separatausgabe Ihres Beitrages entgegenkommen können. Nehmen wir also eine Frist von einem Jahre, gerechnet vom Erscheinen der „Encyklopädie“ an, in Aussicht.
Ihrem Wunsche, 20 Separatabzüge erhalten zu wollen, steht absolut nichts entgegen.
Indem ich Ihnen noch für alle Ihre guten Wünsche herzlich danke, verbleibe ich Ihr treu ergebener
P. Siebeck.