Windelband an Paul Siebeck, Heidelberg, 16.1.1912, Text nach einer Transkription von Klaus Christian Köhnke[1], Umfang und Besonderheiten nicht bekannt, Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße, NL 488
Heidelberg, 16.1.12
Hochgeehrter Herr Doctor,
Ihre freundlichen Neujahrswünsche in dem Briefe vom 9.[2] d[es] M[onats] erwidre ich auf das herzlichste. Es war mir betrübend zu erfahren, dass Sie mit dem vergangenen Jahre in mancher Hinsicht nicht haben zufrieden sein können, und ich wünsche aufrichtig, das neue möge alles wieder gut machen! Insbesondere hat es uns betrübt, dass Ihre verehrte Frau Gemahlin eine schwere Operation hat durchmachen müssen: meine Frau und ich wünschen von Herzen, dass diese Sorge jetzt gründlich gehoben ist!
Von dem Manuskript zur 6. Auflage des Lehrbuchs werde ich Ende dieser Woche die beiden ersten Hefte, griechisch und hellenistisch-römische Philosophie, 11–12 Bogen, an Sie absenden, sodass Sie die Druckerei[3] darauf einrichten können, mit dem Satz am Anfang nächster Woche zu beginnen. Der Rest des Ms. wird dann bis Ende des Monats in Ihren Händen sein. ich bitte um je drei[a] Bürstenabzüge[4] für die Korrektur und zwei[b] für Revision.
Der Korrektur der „Logischen Principien“ sehe ich mit Spannung entgegen. Für Ihr freundliches Entgegenkommen wegen eines Separatdrucks[5] bin ich sehr dankbar, trete aber völlig Ihrer Meinung bei, dass er nicht vor einem Jahre ausgegeben werden soll. Denn ich möchte dem Vertrieb des ganzen Bandes nicht im geringsten Eintrag tun. So will auch meine Bitte um Separatabdrücke in bescheidnen Grenzen bleiben. ich habe mir eine Liste der notwendigsten Adressaten angelegt, und hoffe auszukommen, wenn Sie mich soweit bevorzugen, mir statt 10 etwa 20 Exemplare zu geben.
Mit vorzüglicher Hochachtung wie stets Ihr ergebenster
W Windelband