Windelband an Franz Böhm, Heidelberg, 10.1.1910, 1 S., hs. (lat. Schrift), mit gedrucktem Briefkopf: Ruprecht-Karls-Universität. | Academisches Directorium. Heidelberg, den …, Generallandesarchiv Karlsruhe, Abt. 52 Nr. 673

Hochgeehrter Herr Geheimerat,

Mit schmerzlicher Ueberraschung erfahre ich Ihre Erkrankung an Influenza: ich bedaure Sie herzlich und wünsche Ihnen baldige Genesung von dem tückischen Uebel. Um so mehr bedaure ich, dass ich Ew. Hochwohlgeboren mit meinen kleinen Sorgen[1] behelligt habe, und um so dankbarer weiss ich die Liebenswürdigkeit zu schätzen, mit der Sie meine Wünsche erfüllt haben. Das Freiburger Urteil scheint auch mir die Sache ganz unzweifelhaft zu klären und die Befugnis des Senats zum Verbot privaten Fechtunterrichts[2] ausser Zweifel zu stellen: mir ist es das Wesentliche, dass ich Ihr Einvernehmen damit annehmen darf.

Mit den aufrichtigsten Wünschen für Ihre baldige Wiederherstellung bin ich Ew. Hochwohlgeboren in vorzüglicher Hochachtung ergebner

W Windelband

derzeit[b] Prorector

Kommentar zum Textbefund

a10 Januar 1910 ] darunter Vermerk von anderer Hand: E[rhalten] 11.1.10.
bderzeit ] dz.

Kommentar der Herausgeber

1kleinen Sorgen ] immerhin um Georg Jellinek, vgl. Windelband an Böhm vom 27.11.1909.
2Fechtunterrichts ] vgl. Windelband an Böhm vom 14.7. u. 27.11.1904