Windelband an Paul Siebeck, Heidelberg, 20.7.1909, Text nach einer Transkription von Klaus Christian Köhnke[1], Umfang und Besonderheiten nicht bekannt, Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße, NL 488
Heidelberg, 20.7.09
Hochgeehrter Herr Doctor,
Beim Durchsehen von Briefschaften entdecke ich eben zu meinem Schrecken die einliegende Quittung[2], die ich nun schnell unterschreibe und Ihnen zustelle: ich bitte Sie dies Versäumnis mit der ganz ungewöhnlichen Hetze zu entschuldigen, in der ich während dieses ganzen Semesters gelebt und noch manches Andre vergessen habe! Dieser Zustand währt bis zum Schluss, den die Reise nach Leipzig[3] glücklicherweise auferlegt. Von da werde ich gleich zu der sehr nötigen Erholung ins Tirol gehen.
Auch Ihnen gute Ferienerholung wünschend, in getreuer Hochschätzung Ihr ergebenster
W Windelband