Paul Siebeck an Windelband, Tübingen, 22.11.1905, Text nach einer Transkription von Klaus Christian Köhnke[1], Umfang und Besonderheiten nicht bekannt, Ts., Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße, NL 488
22. Nov[ember] 1905.
W. 1. D.[2] Herrn Geheimen Rat Professor Dr. W. Windelband in Heidelberg.
Hochverehrter Herr Geheimrat, in Sachen einer eventuellen italienischen Uebersetzung Ihres „Lehrbuches“[3] habe ich inzwischen mehrere Briefe mit dem Verleger Remo Sandron in Palermo gewechselt. Die Verhandlungen haben dahin geführt, dass Herr Sandron sich bereit erklärte, statt der mit Ihrem Einvernehmen verlangten Entschädigung von 1250 Lire nur 10% vom Ladenpreis der nach Deckung der Herstellungskosten der italienischen Ausgabe verkauften Exemplare zu bezahlen. Er gedenkt 550 Exemplare zu drucken und bei einem Ladenpreis von 10 bis 15 Lire mit 150 bis 200 Exemplaren auf seine Kosten zu kommen. Im günstigsten Falle könnte es sich somit im Ganzen um eine Entschädigung von etwa 350 bis 500 Lire handeln, denn angenommen, dass die Kosten nach Absatz von 200 Exemplaren schon gedeckt sind, so erhielten wir für die weiteren 350 Exemplare je 1 Lire bis 1 Lire 50.
Ich möchte Ihnen nicht gerade zureden, das Anerbieten des italienischen Verlegers anzunehmen. Für den Fall, dass Sie auf das Zustandekommen der italienischen Uebersetzung aber Wert legen sollten, werde ich einer Zusage nicht entgegen sein.
In aufrichtiger Verehrung grüsst Sie bestens Ihr ergebenster
P. Siebeck
Herzlichen Glückwunsch zu der Wahl in die Erste Kammer[4].