Windelband an Paul Siebeck, Heidelberg, 31.5.1905, Text nach einer Transkription von Klaus Christian Köhnke[1], Umfang und Besonderheiten nicht bekannt, Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße, NL 488
Heidelberg, 31.5.05.
Verehrtester Herr Doctor,
Die Nachricht Ihres gestrigen Briefes[2] hat mir grosse Freude gemacht. Es ist doch eine Genugtuung, dass sich das Lehrbuch so tapfer hält. Und dankbar bin ich Ihnen, dass Sie mich rechtzeitig in Kenntnis setzen. ich werde im Winter allmählich das Manuscript zurechtmachen. Es ist gut, wenn es in Ruhe geschieht: ich habe manche Punkte, an denen ich etwas eingehender umgestalten werde.
Von Jellinek höre ich, dass Sie in der Pfingstwoche hier sein werden. Schade, da bin ich gerade fort, – in Bonn[3], und komme erst am 18.[4] zurück. Hoffentlich führt Ihr Weg Sie bald wieder zu uns.
Mit dem Wunsche, dass es Ihnen und den Ihrigen recht gut gehe, bleibe ich unter besten Grüssen von Haus zu Haus wie stets Ihr hochachtungsvoll ergebner
Windelband.
NB! ich werde mich natürlich hüten, von dieser Aussicht[5] etwas verlauten zu lassen.