Windelband an Franz Böhm, Heidelberg, 7.4.1905, 1 S., hs. (lat. Schrift), Generallandesarchiv Karlsruhe, Abt. 52 Nr. 673

Hochgeehrter Herr Ministerialrat,

Am nächsten Dinstag[b], 11. April, bin ich bei der theologischen Vorprüfung in Karlsruhe[1] beschäftigt und würde diese Gelegenheit gern wahrnehmen, Ihren mir liebenswürdig bewährten Rat in Seminarfragen[2] in Anspruch zu nehmen. Da die Zeit meines Examinierens 11–1 Uhr ist, so könnte ich etwa von 10¼–10½ Uhr bei Ew. Hochwohlgeboren im Ministerium vorsprechen. Wenn Ihnen diese Zeit genehm ist, bitte ich, sich mit keiner Antwort zu bemühen: ich nehme ihr Ausbleiben als Bejahung. Nur in dem Falle, dass es etwa in einer – nicht zu späten – Nachmittagsstunde besser passte, würde ich für eine Notiz dankbar sein –

In vorzüglicher Hochachtung Ew. Hochwohlgeboren ergebenster

W Windelband

Kommentar zum Textbefund

a7 April 05 ] darunter Vermerk von anderer Hand: E[rhalten] u[nd] B[eantwortet] 8.4.05
bDinstag ] so wörtlich

Kommentar der Herausgeber

1theologischen Vorprüfung in Karlsruhe ] Windelband war als Prüfer der Heidelberger Universität an den zentralen staatlichen Prüfungen für das Lehr- und Pfarramt in Karlsruhe beteiligt, vgl. Windelband an Heinrich Rickert vom 23.6.1908.
2Seminarfragen ] bezüglich des neu gegründeten Heidelberger Philosophischen Seminars, vgl. zuletzt Windelband an Böhm vom 27.12.1904.