Windelband an Paul Siebeck, Heidelberg, 31.7.1904, Text nach einer Transkription von Klaus Christian Köhnke[1], Umfang und Besonderheiten nicht bekannt, Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße, NL 488
Heidelberg, 31.7.04
Hochgeehrter Herr Doctor,
Ihr gestern vergeblich erwarteter Brief[2] ist heut früh eingetroffen: Poststempel Tübingen 30 Juli 10–11 V[ormittag]. Die Quittung lege ich unterzeichnet bei. Ich finde es immerhin erfreulich, dass wenigstens formell eine gewisse Verpflichtung damit anerkannt ist; was ich von den beteiligten Persönlichkeiten weiss, lässt eine gute Uebersetzung[3] hoffen.
Mein Semester, das durch allerlei Beschäftigungen für Kuno Fischer’s 80. Geburtstag[4] zum Schluss sehr heiss – zu aller andern Hitze! – war, ist nun glücklich beendet. Wir gehen nach Champex im Wallis[5], ich nachher auf den Genfer Philosophencongress[6]. Erst in der zweiten Septemberhälfte kehre ich zu mir selbst zurück: vielleicht greife ich dann neben dem andern auch schon die Niederschrift der Logik[7] an.
Auch Ihnen wünsche ich erfreuliche Ferien! Mit ergebenstem Grusse von Haus zu Haus getreulich der Ihrige
Windelband