Windelband an Kuno Fischer, Straßburg, 12.9.1902, 2 S., hs. (lat. Schrift), UB Heidelberg, digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/heidhs2618-51_9/0001

Hochverehrter Herr Wirklicher Geheimrat

Nach Ew. Excellenz Antrag hat nunmehr die Grosherz[oglich] Badische Regierung die Berufung an die Universität Heidelberg an mich ergehen lassen, und ich bin bereit sie anzunehmen. Der 1 April nächsten Jahres wird für meine Uebersiedlung in Aussicht genommen. Auf Wunsch des Herrn Ministers[1] möchte ich mir erlauben, über einige Nebenpunkte die Wünsche Ew. Excellenz zu erfahren und sie mit Ihnen persönlich zu besprechen[2]; und ich werde mir deshalb erlauben, Ew. Excellenz morgen, Sonnabend, früh gegen eilf Uhr in Ihrem Hôtel aufzusuchen, | in der Hoffnung Sie nicht zu stören und in erfreulichem Wohlsein anzutreffen. Es wird mir besonders wertvoll sein, Ew. Excellenz dabei zugleich mündlich meinen Dank und meine Freude darüber auszusprechen, dass Sie mir gewähren wollen, an Ihrer Seite zu wirken und zu der Ihnen erwünschten Gestaltung Ihrer Tätigkeit beizutragen.

In der Hoffnung Ihnen morgen früh nicht unbequem zu kommen, verbleibe ich mit treuer Verehrung Ew. Excellenz ergebenster

W Windelband

Kommentar der Herausgeber

1Herrn Ministers ] Wilhelm Nokk (1832–1903), seit April 1881 Minister der Justiz, des Kultus und Unterrichts von Baden (NDB).
2zu besprechen ] zum Inhalt der Besprechung vgl. Windelband an Karl Dilthey vom 22.10.1902.