Windelband an Heinrich Rickert, Straßburg, 16.5.1901, 2 S., hs. (dt. Schrift), UB Heidelberg, http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/heidhs2740IIIA-224_34

Lieber Herr College,

Mit den herzlichsten Wünschen begrüße ich die Geburt Ihres neuen Sohnes[1], möge Alles recht gut gegangen sein und weiter so gehen! Bitte, richten Sie auch Ihrer verehrten Frau Gemahlin meine beste Gratulation aus. Ich darf das auch im Namen meiner Frau sagen, die freilich jetzt noch nicht wieder hier ist, sondern in Potsdam die wehmüthige Aufgabe hat, den elterlichen Haushalt aufzulösen.

Es wird mir sehr erwünscht sein, wenn, wie ich hoffe, die Pfingsttage mir Gelegenheit geben, mich persönlich von Ihrem | und der Ihrigen Befinden zu überzeugen: in den Osterferien bin ich zwar zweimal in Freiburg gewesen, aber nur je zwei Stunden lang, auf der Hin und[a] Rückfahrt[2] nach und von Baden i/Schweiz, wo ich Erholung von einer schweren Influenza[3] und ihren rheumatischen Folgen suchte, – und auch gefunden habe. Aber die Ferien sind mir, da die Influenza gerade mit ihrem Beginn einsetzte, für die Arbeit ziemlich ganz verloren gegangen. Und jetzt ist wieder Semesternot! Ich habe sehr viel Zuhörer und muß viel Zeit dafür opfern. Darum für jetzt nur diesen kurzen, herzlichen Gruß von Ihrem getreu ergebnen

W Windelband

Kommentar zum Textbefund

aund ] d

Kommentar der Herausgeber

1neuen Sohnes ] biographisch nicht erfaßt; im NDB-Eintrag zu Heinrich Rickert werden lediglich Arnold Rickert (1889–1974) und Franz Rickert (1904–1991) erwähnt.
2Rückfahrt ] vgl. Windelband an Theodor Nöldeke vom 24.4.1901
3Influenza ] vgl. Windelband an Rickert vom 17.3.1901