Windelband an Unbekannt, Straßburg, 25.10.1900, 2 S., hs. (dt. Schrift), Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße, acc. Darmst. 1924.1

Geehrter Herr,

Ihr gef[ällige] Anfrage vom 18.[1] d[es] M[onats] finde ich bei der Rückkunft hier vor. Die kritische Bemerkung, um die es sich handelt, und die sich wesentlich auf die Darstellung der Kr[itik] d[er] pr[aktischen] V[ernunft] und der Grundlegung stützt, halte ich in der Tat aufrecht: sie ist auch in der neuen Ausgabe meiner Geschichte der neueren Philosophie (1899) II 116 f.[2] unverändert abgedruckt. Dass sie in der gedrängteren Darstellung meiner allgemeinen Geschichte der Philosophie[3] nicht wiederholt ist, kommt dabei nicht in Betracht.

Was die Sache selbst anlangt, so | würde ich namentlich eine neue Prüfung der Beispiele im 2t. Abschnitt der „Grundlegung“ und eine Analyse der Motive empfehlen, welche Kant für das „muss wollen können“ abführt.

Mit hochachtungsvollem Grusse

W Windelband

Kommentar der Herausgeber

1Anfrage vom 18. ] nicht ermittelt
2Geschichte der neueren Philosophie (1899) II 116 f. ] vgl. den angegebenen Abschnitt über Kants kategorischen Imperativ in Windelband: Die Blüthezeit der deutschen Philosophie. 2., durchgesehene Aufl. Leipzig: Breitkopf u. Härtel 1899 (Die Geschichte der neueren Philosophie in ihrem Zusammenhange mit der allgemeinen Cultur und den besonderen Wissenschaften Bd. 2. Von Kant bis Hegel und Herbart).
3allgemeinen Geschichte der Philosophie ] vgl. Windelband: Geschichte der Philosophie. Freiburg: J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) 1892.