Windelband an Verlag Breitkopf & Härtel, Langackern (heute zu Horben bei Freiburg i. Br.), 5.9.1898, 3 S., hs. (dt. Schrift), Wasserzeichen: Schwalbe, darunter Beischrift Extrafein, Sächsisches Staatsarchiv Leipzig, 21081 Breitkopf & Härtel, Leipzig, Nr. 5895
Langackern bei Freiburg i/Br[a] 5.9.98
Sehr geehrte Herrn[1],
Für die sehr gefällige Uebersendung des durchschossenen Exemplars[2] meiner zweibändigen Geschichte der neueren Philosophie sage ich meinen verbindlichsten Dank; ich habe sogleich mit dem Eintrage der Veränderungen begonnen, muß aber gelegentlich noch Einiges vergleichen, was mir hier im Gebirge[3] nicht zugänglich ist. In etwa 10 Tagen denke ich nach Strassburg[b] zurückzukehren, und dann bin ich in kurzer Zeit in der Lage, Ihnen so viel Manuskript zu senden, daß der Druck spätestens mit Anfang October beginnen kann. Nur die Anfrage möchte ich mit erlauben, ob | Sie, was ja an sich sehr gut möglich ist und die Sache zu beschleunigen geeignet wäre, beide Bände gleichzeitig in Angriff nehmen wollen: ich richtete mich dann mit der Herstellung des Manuskripts danach gern ein.
Mit dem Verlagscontract[4] bin ich selbstverständlich einverstanden; ich bin nur zweifelhaft, ob daran Anstoß[5] genommen werden könnte, daß ich darin „in Freiburg i/Br.“[c] bezeichnet bin, während es jetzt doch Strassburg[d] heißen sollte.
Sodann möchte ich anfragen, ob der letzte Passus so gemeint ist, daß die Ausgabe der beiden ersten Bände so lange aufgeschoben werden soll, bis auch der dritte[6] fertig ist. Falls der letztere, wie früher | zwischen uns als möglich besprochen wurde, in Lieferungen (französische, englische, deutsche Philosophie) erschiene, wäre das doch nicht wünschenswerth.
Für den Fall, daß Sie hiernach noch Aenderungen vornehmen lassen wollten, schicke ich in der Anlage beide Exemplare des Vertrags zurück, und bitte, wenn Sie neue herstellen lassen, das von mir auch unterzeichnete, das dann hinfällig wäre, vernichten zu wollen.
In vorzüglicher Hochachtung Ihr ergebenster
Windelband