Windelband an Akademisches Direktorium der Universität Freiburg, Zürich, 13.2.1877, 2 S., hs.[1] (lat. Schrift), UA Freiburg, B1/1259 Lehrstühle der Philosophischen Fakultät
Zürich, den 13. Februar 1877.
Dem Hochwohllöblichen academischen Direktorium der Großherzoglich[a] badischen Universität Freiburg!
beehre ich mich in ergebner Erwiderung der geehrten Zuschrift vom 7t.[2] d[es] M[onats] mitzutheilen, daß mein Austritt aus dem Dienste des Cantons Zürich nach hiesigem Usus, soweit mir bisher mitgetheilt wurde, mit dem Ende des laufenden Semesters, dem 17tn März stattfindet, welcher Tag somit als derjenige[b] meines dortigen Dienstantrittes[3] anzusehen wäre.
Ueber die Form, in welcher ich der in der geehrten Zuschrift des hochwohll[öblichen] Directoriums berührten Verpflichtung[4] nachkommen werde, bitte ich meine Entschließung bis zum April vertagen zu dürfen.
Was den Ersatz der Umzugskosten betrifft, so habe ich in den Verhandlungen mit dem Herrn Oberschulrathsdirector die Höhe derselben auf 1500 Mark angegeben, und es würde mich sehr verbinden, wenn mit Rücksicht auf meine Geldeinrichtung das Quaestorat[5] der | Universität angewiesen werden könnte, mir über den Zeitpunkt, zu welchem ich diese Summe erheben dürfte, bald Nachricht zu geben.
Für das Sommersemester 1877 nehme ich folgende Vorlesungen in Aussicht:
1) Logik und Erkentnisstheorie. Dinstags[c] bis Freitags 7–8 Uhr.
2) Geschichte der neueren Philosophie bis Kant excl[usive], Dinstags bis Freitags 4–5 Uhr.
Ich verfehle nicht den Ausdruck vorzüglichster Hochschätzung hinzuzufügen, mit welcher ich bin des Hochwohll[öblichen] Directoriums ergebenster
W. Windelband