Windelband: Gutachten über Ludwig Pfülb zur Bewerbung für das Reichlin-Meldegg-Stipendium, Heidelberg, 29.5.1903, 1 S., hs. (lat. Schrift), UA Heidelberg, H-IV-102/136 (Philosophische Fakultät 1903/04 Dekan Henry Thode), Bl. 137
Heidelberg, 29. Mai 1903
Herrn stud. Ludwig Pfülb[1][a] bezeuge ich hierdurch auf sein Ansuchen[2] in Stipendienangelegenheiten, dass er in diesem Semester meine Vorlesung über Geschichte der Philosophie des 19. Jahrhunderts mit vorzüglichem Fleisse bis heute besucht hat.
Ausserdem legte er mir eine Arbeit vor, die er in Seminarübungen bei Herrn Prof. Hensel im Winter 1901/02 vorgetragen hat. Der kurze Blick, den ich in das Manuscript warf, zeigte mir, dass er die Frage nach der doppelten Redaction von Kant’s Prolegomena mit grossem Fleiss auf Grund einer Nachprüfung der äusseren Daten zu lösen gesucht hatte. Jedenfalls dürfte das Manuscript als Beweis lebhaften Interesses und als Versuch eigner Arbeit anzusehen sein und somit den Petenten bei seiner Bewerbung zur Empfehlung gereichen.
W Windelband