<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Arthur Drews an Vaihinger, Karlsruhe, 23.1.1931, 3 S., Ts. mit eU, vereinzelte hs. Korrekturen, Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 6 l, Nr. 2</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001523-6"/><style type="text/css">
.ED-TEI {
font-family: serif;
line-height: 1.2em;
}
.ED-text {
border: 1px solid LightGray;
padding: 1em;
}
.ED-titleStmt,
.ED-app-title {
font-size: 1.1em;
font-family: serif;
font-style: italic;
font-weight: normal;
margin: 2em 0em 1em;
}
.ED-dateline {
text-align: right;
margin: 0em;
margin-top: 1em;
}
.ED-title,
.ED-p,
.ED-salute,
.ED-signed,
.ED-docAuthor {
text-indent: 0em;
margin: 0em;
margin-top: 1em;
}
.ED-p + .ED-p {
text-indent: 1em;
margin: 0em;
}
.ED-title + .ED-title,
.ED-dateline  + .ED-dateline,
.ED-salute    + .ED-salute,
.ED-signed    + .ED-signed,
.ED-docAuthor + .ED-docAuthor {
margin: 0em;
}
.ED-back,
.ED-postscript {
border: 1px solid LightGray;
margin: 1em 0em;
}
.ED-add,
.ED-pb {
color: Gray;
}
.ED-label-formprint {
font-family: sans-serif;
}
sup {
vertical-align: super;
font-size: 80%;
line-height: 100%;
}
a.ED-anchor {
font-style: normal;
vertical-align: super;
font-size: 80%;
line-height: 100%;
}
.ED-text-lem {
text-decoration: underline dotted;
}
.ED-app-philological,
.ED-app-editorial {
position: relative;
margin: .3em 0em;
margin-left: 2.5em;
font-style: italic;
}
.ED-app-num {
left: -2.5em;
}
.ED-app-corresp {
left: -.8em;
}
.ED-app-num,
.ED-app-corresp {
position: absolute;
text-indent: 0em;
font-style: normal;
}
.ED-lem,
.ED-lem-sep,
.ED-rdg {
font-style: normal;
}</style></head><body><div class="ED-TEI"><p class="ED-titleStmt"><span class="ED-persName-sent">Arthur Drews</span> an <span class="ED-persName-received">Vaihinger</span>, <span class="ED-location-sent">Karlsruhe</span>, <span class="ED-date">23.1.1931</span>, <span class="ED-note">3 S., Ts. mit eU, vereinzelte hs. Korrekturen</span>, <span class="ED-pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 6 l, Nr. 2</span></p><div class="ED-text"><p class="ED-dateline">Karlsruhe 23 Januar 1931</p><p class="ED-dateline">Gebhardstrasse 21.</p><p class="ED-salute">Sehr geehrter Herr Kollege!</p><p class="ED-p">Empfangen Sie meinen Dank für die <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-1 app-editorial-1" title="freundliche ] frdl.&#xD;&#xA;&#xD;&#xA;freundliche Übersendung ] etwaiges Begleitschreiben Vaihingers nicht überliefert&#xD;&#xA;">freundliche</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-1" id="app-philological-1-ref" title="freundliche ] frdl.">[a]</a><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-1" title="freundliche Übersendung ] etwaiges Begleitschreiben Vaihingers nicht überliefert&#xD;&#xA;"> Übersendung</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-1" id="app-editorial-1-ref" title="freundliche Übersendung ] etwaiges Begleitschreiben Vaihingers nicht überliefert">[1]</a> <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="Ihres Aufsatzes ] nicht ermittelt, nicht erschienen. Vermutlich ist ein Manuskript an Drews gegangen, das nicht identisch ist mit Vaihinger: Ist die Philosophie des Als-Ob religionsfeindlich? In: Gunnar Aspelin u. Elof Åkesson (Hg.): Studier tillägnade Efraim Liljequist den 24 september 1930. Andra bandet. Lund: Aktiebolaget Skånska Centraltryckeriet 1930, S. 193–222 (davon ist auch ein Sonderdruck erschienen), denn weder geht dieser Text ausdrücklich auf einen Friedrichrodaer Vortrag (s. u.) zurück, noch enthält er einen auf Drews bezüglichen Nachtrag.&#xD;&#xA;">Ihres Aufsatzes</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="Ihres Aufsatzes ] nicht ermittelt, nicht erschienen. Vermutlich ist ein Manuskript an Drews gegangen, das nicht identisch ist mit Vaihinger: Ist die Philosophie des Als-Ob religionsfeindlich? In: Gunnar Aspelin u. Elof Åkesson (Hg.): Studier tillägnade Efraim Liljequist den 24 september 1930. Andra bandet. Lund: Aktiebolaget Skånska Centraltryckeriet 1930, S. 193–222 (davon ist auch ein Sonderdruck erschienen), denn weder geht dieser Text ausdrücklich auf einen Friedrichrodaer Vortrag (s. u.) zurück, noch enthält er einen auf Drews bezüglichen Nachtrag.">[2]</a> „Ist die Philosophie des Als-Ob religionsfeindlich?“ Ich habe denselben mit Interesse gelesen. Eigentümlich berührt hat mich jedoch der „Nachtrag“. Sie behaupten hier, dass ich zur Stütze meiner Behauptungen über die Ungeschichtlichkeit Jesu mich auf Ihre Fiktionenlehre berufen habe. Das muss ich zurückweisen. Ich habe an der <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="bezüglichen Stelle ] vgl. Drews: Die Leugnung der Geschichtlichkeit Jesu in Vergangenheit und Gegenwart. Karlsruhe: Braun 1926, S. 216.&#xD;&#xA;">bezüglichen Stelle</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-3" id="app-editorial-3-ref" title="bezüglichen Stelle ] vgl. Drews: Die Leugnung der Geschichtlichkeit Jesu in Vergangenheit und Gegenwart. Karlsruhe: Braun 1926, S. 216.">[3]</a> nur behauptet, dass, <u>wenn</u> Jesus nur eine Fiktion, eine bewusste Erdichtung im Sinne der Philosophie des Als-Ob wäre, der christliche Glaube in der Luft schwebe, da er sich ganz und gar auf die Annahme eines geschichtlichen Jesus gründe. Damit ist keinerlei Stellung zu Ihrer Lehre eingenommen, weder für noch gegen <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-2" title="dieselbe, ] dieselbe.&#xD;&#xA;">dieselbe,</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-2" id="app-philological-2-ref" title="dieselbe, ] dieselbe.">[b]</a> sondern nur gesagt, dass der christliche Glaube durchaus den geschichtlichen Jesus fordere. Bin ich doch auch mit Ihnen vollkommen darin einig und habe dies wieder und immer wieder in meinen bezüglichen Schriften hervorgehoben, dass die Frage, ob Jesus eine geschichtliche Persönlichkeit sei, nur vom <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-3" title="geschichtlichen ] hs. korrigiert aus gescihctlichen&#xD;&#xA;">geschichtlichen</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-3" id="app-philological-3-ref" title="geschichtlichen ] hs. korrigiert aus gescihctlichen">[c]</a> Standpunkt aus, nach rein historischer Methode beantwortet werden könne, und dies gerade aus dem Grunde, weil die Theologen ihre religiösen Kategorien von „Offenbarung“ und „Glaube“ nur zu gerne in die ganze Frage hineinmischen möchten. Dass nun Sie, obwohl kein Theologe, die Existenz Jesus „für eine hinlängliche gesicherte historische Erkenntnis“ halten, nimmt mich allerdings wunder. Sie berufen sich dabei <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="auf Eduard Meyer ] vermutlich gemeint: Eduard Meyer: Ursprung und Anfänge des Christentums. In 3 Bänden. Stuttgart: Cotta 1921–1923.&#xD;&#xA;">auf </span><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="auf Eduard Meyer ] vermutlich gemeint: Eduard Meyer: Ursprung und Anfänge des Christentums. In 3 Bänden. Stuttgart: Cotta 1921–1923.&#xD;&#xA;">Eduard Meyer</span></span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-4" id="app-editorial-4-ref" title="auf Eduard Meyer ] vermutlich gemeint: Eduard Meyer: Ursprung und Anfänge des Christentums. In 3 Bänden. Stuttgart: Cotta 1921–1923.">[4]</a>. Aber ich wüsste nicht, welchen durchschlagenden Grund dieser „grosse Historiker“ für seine Annahme anzuführen hätte. Er verteidigt ja nur einfach die Überlieferung, und zwar auf Grund der „Abzugsmethode“, nach welcher zwar manches Mythische in Jesu Geschichte enthalten sein, das Übrige jedoch wirkliche Geschichte <span class="ED-pb">|</span> oder das Mögliche zugleich auch schon wirklich sein <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-4" title="soll (!), ] so wörtlich&#xD;&#xA;">soll (!),</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-4" id="app-philological-4-ref" title="soll (!), ] so wörtlich">[d]</a> eine Methode, die ich genügend im zweiten Teil der <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-5" title="Christusmythe ] vgl. Drews: Die Zeugnisse für die Geschichtlichkeit Jesu. Eine Antwort an die Schriftgelehrten mit besonderer Berücksichtigung der theologischen Methode. Nebst einem Anhang: Ist „Der vorchristliche Jesus“ widerlegt? Eine Auseinandersetzung mit Weinel von W. B. Smith. 1.–3. Tsd. Jena: Diederichs 1911 (Die Christusmythe Teil 2).&#xD;&#xA;">Christusmythe</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-5" id="app-editorial-5-ref" title="Christusmythe ] vgl. Drews: Die Zeugnisse für die Geschichtlichkeit Jesu. Eine Antwort an die Schriftgelehrten mit besonderer Berücksichtigung der theologischen Methode. Nebst einem Anhang: Ist „Der vorchristliche Jesus“ widerlegt? Eine Auseinandersetzung mit Weinel von W. B. Smith. 1.–3. Tsd. Jena: Diederichs 1911 (Die Christusmythe Teil 2).">[5]</a> charakterisiert zu haben glaube, und <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-5" title="er ] hs. Einfügung über der Zeile&#xD;&#xA;">er</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-5" id="app-philological-5-ref" title="er ] hs. Einfügung über der Zeile">[e]</a> tut dies noch dazu in so reaktionärer Weise, dass seine Ausführungen selbst von hervorragenden Theologen abgelehnt sind, und man besonders in Holland, wo man einen viel freieren Standpunkt einnimmt als in Deutschland, sich mit Recht über Meyers Verfahren lustig macht. Sie meinen, die <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-6" title="Existenz ] statt gestrichen: Nichtexistenz&#xD;&#xA;">Existenz</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-6" id="app-philological-6-ref" title="Existenz ] statt gestrichen: Nichtexistenz">[f]</a> eines Jesus von Nazareth sei „viel wahrscheinlicher“ als die Nichtexistenz desselben. Dabei scheinen Sie mir aber doch die Schwierigkeiten zu verkennen, die sich vom Gesichtspunkte des Historikers aus mit der Annahme seiner Existenz verknüpfen, wie zum Beispiel das Auftreten und die Lehre eines Paulus (S. P. L. <span class="ED-name">Couchoud</span>: Le mystere de Jésus (1924)<span class="ED-add">[)]</span>. Die Nichtexistenz soll nach Ihnen die Entstehung der neutestamentlichen Schriften und der ältesten Patristischen Litteratur unerklärbar machen. Ich fürchte, dass Sie hier sich doch zu sehr auf die herkömmliche Ansicht der deutschen Theologen, zumal aus der Schule <span class="ED-name">Harnack</span>s verlassen, während wiederum besonders von holländischer und englischer Seite aus, neuerdings auch von den Franzosen die völlige Unhaltbarkeit der bisherigen Annahme über die Entstehung der <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-7" title="neutestamentlichen ] nt.&#xD;&#xA;">neutestamentlichen</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-7" id="app-philological-7-ref" title="neutestamentlichen ] nt.">[g]</a> Schriften <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-8" title="aufgezeigt ] hs. Einfügung über der Zeile für gestrichen: ausser Kraft gesetzt&#xD;&#xA;">aufgezeigt</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-8" id="app-philological-8-ref" title="aufgezeigt ] hs. Einfügung über der Zeile für gestrichen: ausser Kraft gesetzt">[h]</a> ist und, wie ich in meinem Buche <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-6" title="„Die Entstehung des Christentums aus dem Gnostizismus“ ] Jena: Diederichs 1924.&#xD;&#xA;">„Die Entstehung des Christentums aus dem Gnostizismus“</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-6" id="app-editorial-6-ref" title="„Die Entstehung des Christentums aus dem Gnostizismus“ ] Jena: Diederichs 1924.">[6]</a> gezeigt zu haben glaube, <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-9" title="gerade ] davor gestrichen: dass&#xD;&#xA;">gerade</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-9" id="app-philological-9-ref" title="gerade ] davor gestrichen: dass">[i]</a> die Entstehung der <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-10" title="neutestamentlichen ] nt.&#xD;&#xA;">neutestamentlichen</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-10" id="app-philological-10-ref" title="neutestamentlichen ] nt.">[j]</a> Schriften unter der Voraussetzung eines geschichtlichen Jesus unbegreiflich ist. In der Patristischen Litteratur glaube ich mich ziemlich gut auszukennen, ich habe aber <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-11" title="in ihr ] hs. Einfügung über der Zeile&#xD;&#xA;">in ihr</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-11" id="app-philological-11-ref" title="in ihr ] hs. Einfügung über der Zeile">[k]</a>, trotz allen Suchens, bisher noch keine einzige Behauptung angetroffen, die zu Gunsten eines geschichtlichen Jesus in die <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-12" title="Wagschale ] so wörtlich&#xD;&#xA;">Wagschale</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-12" id="app-philological-12-ref" title="Wagschale ] so wörtlich">[l]</a> fiele. Die Väter setzen nämlich, wie bisher unsere Theologen, die Annahme eines gesch<span class="ED-add">[ichtlichen]</span> Jesus <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-13" title="nur einfach ] Einfügung über der Zeile (Ts.)&#xD;&#xA;">nur einfach</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-13" id="app-philological-13-ref" title="nur einfach ] Einfügung über der Zeile (Ts.)">[m]</a> unbesehen voraus und, wo sie einen Beweis für sein Dasein zu geben versuchen, da ist es immer nur <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-14" title="der ] hs. Einfügung über der Zeile&#xD;&#xA;">der</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-14" id="app-philological-14-ref" title="der ] hs. Einfügung über der Zeile">[n]</a> Schriftbeweis, der Hinweis auf die alttestamentlichen Weissagungen, die in Jesus ihre Erfüllung gefunden haben sollen, was wohl heute kein vernünftiger Mensch mehr als Beweis ansehen wird, da die Geschichte Jesu meines Erachtens gerade umgekehrt aus dem Weissagungsbeweis erwachsen ist. Den eingehenden Nachweis dieser Tatsache glaube ich unwiderleglich in meinem Buche „Das Markusevangelium als <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-15" title="Zeugnis ] hs. Einfügung über der Zeile für gestrichen: Beweis&#xD;&#xA;">Zeugnis</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-15" id="app-philological-15-ref" title="Zeugnis ] hs. Einfügung über der Zeile für gestrichen: Beweis">[o]</a> gegen die Geschichtlichkeit Jesu“ (2 <abbr title="Auflage" class="ED-abbr">Aufl.</abbr> 1928) geliefert <span class="ED-pb">|</span> zu haben, indem ich gezeigt habe, dass im „ältesten“ Evangelium, demjenigen des Markus, alles, aber auch schlechthin alles dem <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-16" title="AT ] aufzulösen: Alten Testament&#xD;&#xA;">AT</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-16" id="app-philological-16-ref" title="AT ] aufzulösen: Alten Testament">[p]</a> entlehnt und das ganze Leben Jesu mit Zuhilfenahme der Astralmythologie – erdichtet ist. Eine ernsthafte Widerlegung von theologischer Seite ist mir bisher nicht zu Gesichte gekommen, hingegen hat der Religionsgeschichtler <span class="ED-name">Alfaric</span> an der Strassburger Universität sich in <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-17" title="seinem ] statt gestrichen: einem&#xD;&#xA;">seinem</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-17" id="app-philological-17-ref" title="seinem ] statt gestrichen: einem">[q]</a> <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-7" title="Werke über das Markusevangelium ] vgl. Prosper Alfaric: La plus ancienne vie de Jésus: l’Evangile selon Marc. Traduction nouvelle avec introduction et notes. Paris: Rieder 1929.&#xD;&#xA;">Werke über das Markusevangelium</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-7" id="app-editorial-7-ref" title="Werke über das Markusevangelium ] vgl. Prosper Alfaric: La plus ancienne vie de Jésus: l’Evangile selon Marc. Traduction nouvelle avec introduction et notes. Paris: Rieder 1929.">[7]</a> meine Ansicht völlig zu eigen gemacht. Wer heute die Geschichtlichkeit Jesu annimmt, muss diejenigen Stellen im Evangelium aufzeigen, die nicht dem AT ihre Entstehung verdanken. Solche Stellen aber gibt es nicht. Mit dem gänzlichen Fortfall eines Was scheint mir aber auch das Dass eines geschichtlichen Jesus hinfällig geworden. Vielleicht darf ich Sie auf das jüngst erschienene Werk des Professors an der Utrechter Universität <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-8" title="„Leeft Jezus of heeft Hij alleen maar geleefd?“ ] vgl. Gustaaf Adolf van den Bergh van Eysinga: Leeft Jezus of heeft Hij alleen maar geleefd? Een studie over het dogma der historiciteit. Arnhem: Van Loghum Slaterus 1930.&#xD;&#xA;">„Leeft Jezus of heeft Hij alleen maar geleefd?“</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-8" id="app-editorial-8-ref" title="„Leeft Jezus of heeft Hij alleen maar geleefd?“ ] vgl. Gustaaf Adolf van den Bergh van Eysinga: Leeft Jezus of heeft Hij alleen maar geleefd? Een studie over het dogma der historiciteit. Arnhem: Van Loghum Slaterus 1930.">[8]</a> (Arnheim 1930) hinweisen, in welchem alle Einwände zusammengestellt sind, <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-18" title="die ] danach gestrichen: jüngst&#xD;&#xA;">die</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-18" id="app-philological-18-ref" title="die ] danach gestrichen: jüngst">[r]</a> in der letzten Zeit gegen die Jesusleugner erhoben sind; es stellt sich heraus, dass kein einziger sich irgendwie stichhaltig erweist. Es würde mich freuen, wenn Sie vor der Drucklegung Ihres <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-9" title="Friedrichrodaer Vortrags ] s. o., Näheres nicht ermittelt.&#xD;&#xA;">Friedrichrodaer Vortrags</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-9" id="app-editorial-9-ref" title="Friedrichrodaer Vortrags ] s. o., Näheres nicht ermittelt.">[9]</a> die bezügliche Litteratur und nicht bloss die Theologische, einer genaueren Durchsicht unterziehen würden, was ja im Interesse der Sache sehr zu wünschen wäre, denn die <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-19" title="deutschen ] Einfügung über der Zeile (Ts.)&#xD;&#xA;">deutschen</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-19" id="app-philological-19-ref" title="deutschen ] Einfügung über der Zeile (Ts.)">[s]</a> Theologen sind ja in der ganzen Frage sämtlich befangen, und nicht zuletzt <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-10" title="Jülicher und Niebergall ] gemeint sind die evangelischen Theologen Adolf Jülicher (1857–1938) und Friedrich Niebergall (1866–1932), NDB.&#xD;&#xA;">Jülicher</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-10" title="Jülicher und Niebergall ] gemeint sind die evangelischen Theologen Adolf Jülicher (1857–1938) und Friedrich Niebergall (1866–1932), NDB.&#xD;&#xA;"> und </span><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-10" title="Jülicher und Niebergall ] gemeint sind die evangelischen Theologen Adolf Jülicher (1857–1938) und Friedrich Niebergall (1866–1932), NDB.&#xD;&#xA;">Niebergall</span></span><span class="ED-name"><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-10" id="app-editorial-10-ref" title="Jülicher und Niebergall ] gemeint sind die evangelischen Theologen Adolf Jülicher (1857–1938) und Friedrich Niebergall (1866–1932), NDB.">[10]</a></span>. In jedem Falle sehe ich dem Erscheinen Ihres Vortrags mit Spannung entgegen und hoffe daraus zu lernen, nachdem ich mich überzeugt habe, dass ich von theologischer Seite in der ganzen Frage grundsätzlich nichts mehr lernen kann.</p><p class="ED-p">Mit vorzüglicher Hochachtung Ihr ergebener</p><p class="ED-signed"><u>A. Drews</u></p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar zum Textbefund</h2><div class="ED-app-philological" id="app-philological-1"><span class="ED-app-num">a</span><a href="#app-philological-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">freundliche</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-rdg">frdl.</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-2"><span class="ED-app-num">b</span><a href="#app-philological-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">dieselbe,</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-rdg">dieselbe.</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-3"><span class="ED-app-num">c</span><a href="#app-philological-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">geschichtlichen</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="handschriftlich" class="ED-abbr">hs.</abbr> korrigiert aus <span class="ED-rdg">gescihctlichen</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-4"><span class="ED-app-num">d</span><a href="#app-philological-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">soll (!),</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>so wörtlich</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-5"><span class="ED-app-num">e</span><a href="#app-philological-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">er</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="handschriftlich" class="ED-abbr">hs.</abbr> Einfügung über der Zeile</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-6"><span class="ED-app-num">f</span><a href="#app-philological-6-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Existenz</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>statt gestrichen: <span class="ED-rdg">Nichtexistenz</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-7"><span class="ED-app-num">g</span><a href="#app-philological-7-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">neutestamentlichen</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-rdg">nt.</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-8"><span class="ED-app-num">h</span><a href="#app-philological-8-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">aufgezeigt</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="handschriftlich" class="ED-abbr">hs.</abbr> Einfügung über der Zeile für gestrichen: <span class="ED-rdg">ausser Kraft gesetzt</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-9"><span class="ED-app-num">i</span><a href="#app-philological-9-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">gerade</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>davor gestrichen: <span class="ED-rdg">dass</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-10"><span class="ED-app-num">j</span><a href="#app-philological-10-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">neutestamentlichen</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-rdg">nt.</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-11"><span class="ED-app-num">k</span><a href="#app-philological-11-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">in ihr</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="handschriftlich" class="ED-abbr">hs.</abbr> Einfügung über der Zeile</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-12"><span class="ED-app-num">l</span><a href="#app-philological-12-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Wagschale</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>so wörtlich</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-13"><span class="ED-app-num">m</span><a href="#app-philological-13-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">nur einfach</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Einfügung über der Zeile (<abbr title="Typoskript" class="ED-abbr">Ts.</abbr>)</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-14"><span class="ED-app-num">n</span><a href="#app-philological-14-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">der</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="handschriftlich" class="ED-abbr">hs.</abbr> Einfügung über der Zeile</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-15"><span class="ED-app-num">o</span><a href="#app-philological-15-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Zeugnis</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="handschriftlich" class="ED-abbr">hs.</abbr> Einfügung über der Zeile für gestrichen: <span class="ED-rdg">Beweis</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-16"><span class="ED-app-num">p</span><a href="#app-philological-16-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">AT</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>aufzulösen: Alten Testament</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-17"><span class="ED-app-num">q</span><a href="#app-philological-17-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">seinem</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>statt gestrichen: <span class="ED-rdg">einem</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-18"><span class="ED-app-num">r</span><a href="#app-philological-18-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">die</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>danach gestrichen: <span class="ED-rdg">jüngst</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-19"><span class="ED-app-num">s</span><a href="#app-philological-19-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">deutschen</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Einfügung über der Zeile (<abbr title="Typoskript" class="ED-abbr">Ts.</abbr>)</div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">freundliche Übersendung</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>etwaiges Begleitschreiben Vaihingers nicht überliefert</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Ihres Aufsatzes</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>nicht ermittelt, nicht erschienen. Vermutlich ist ein Manuskript an <span class="ED-name">Drews</span> gegangen, das nicht identisch ist mit Vaihinger: Ist die Philosophie des Als-Ob religionsfeindlich? In: Gunnar Aspelin <span>u.</span> Elof Åkesson (<abbr title="Herausgeber" class="ED-abbr">Hg.</abbr>): Studier tillägnade Efraim Liljequist den 24 september 1930. Andra bandet. Lund: Aktiebolaget Skånska Centraltryckeriet 1930, <span>S.</span> 193–222 (davon ist auch ein Sonderdruck erschienen), denn weder geht dieser Text ausdrücklich auf einen Friedrichrodaer Vortrag (<abbr title="siehe unten" class="ED-abbr">s. u.</abbr>) zurück, noch enthält er einen auf <span class="ED-name">Drews</span> bezüglichen Nachtrag.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-3"><span class="ED-app-num">3</span><a href="#app-editorial-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">bezüglichen Stelle</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Drews: Die Leugnung der Geschichtlichkeit Jesu in Vergangenheit und Gegenwart. Karlsruhe: Braun 1926, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 216.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-4"><span class="ED-app-num">4</span><a href="#app-editorial-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">auf <span class="ED-name">Eduard Meyer</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>vermutlich gemeint: Eduard Meyer: Ursprung und Anfänge des Christentums. In 3 Bänden. Stuttgart: Cotta 1921–1923.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-5"><span class="ED-app-num">5</span><a href="#app-editorial-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Christusmythe</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Drews: Die Zeugnisse für die Geschichtlichkeit Jesu. Eine Antwort an die Schriftgelehrten mit besonderer Berücksichtigung der theologischen Methode. Nebst einem Anhang: Ist „Der vorchristliche Jesus“ widerlegt? Eine Auseinandersetzung mit Weinel von W. B. Smith. 1.–3. <abbr title="Tausend" class="ED-abbr">Tsd.</abbr> Jena: Diederichs 1911 (Die Christusmythe Teil 2).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-6"><span class="ED-app-num">6</span><a href="#app-editorial-6-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">„Die Entstehung des Christentums aus dem Gnostizismus“</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Jena: Diederichs 1924.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-7"><span class="ED-app-num">7</span><a href="#app-editorial-7-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Werke über das Markusevangelium</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Prosper Alfaric: La plus ancienne vie de Jésus: l’Evangile selon Marc. Traduction nouvelle avec introduction et notes. Paris: Rieder 1929.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-8"><span class="ED-app-num">8</span><a href="#app-editorial-8-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">„Leeft Jezus of heeft Hij alleen maar geleefd?“</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Gustaaf Adolf van den Bergh van Eysinga: Leeft Jezus of heeft Hij alleen maar geleefd? Een studie over het dogma der historiciteit. Arnhem: Van Loghum Slaterus 1930.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-9"><span class="ED-app-num">9</span><a href="#app-editorial-9-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Friedrichrodaer Vortrags</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="siehe oben" class="ED-abbr">s. o.</abbr>, Näheres nicht ermittelt.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-10"><span class="ED-app-num">10</span><a href="#app-editorial-10-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Jülicher</span> und <span class="ED-name">Niebergall</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>gemeint sind die evangelischen Theologen <span class="ED-name">Adolf Jülicher</span> (1857–1938) und <span class="ED-name">Friedrich Niebergall</span> (1866–1932), <abbr title="Neue Deutsche Biographie" class="ED-abbr">NDB</abbr>.</div></div></body></html>