<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Georg Wobbermin an Vaihinger, Göttingen, 23.12.1924, 1 S., hs., Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXIII, 9 n</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001460-5"/><style type="text/css">
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Berlin/New York: de Gruyter 1999, S. 659–667.&#xD;&#xA;">Ihre freundlichen Zeilen</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-1" id="app-editorial-1-ref" title="Ihre freundlichen Zeilen ] wie die übrige Korrepondenz an Wobbermin nicht überliefert; vgl. Mathias Wolfes: Protestantische Theologie und moderne Welt. Studien zur Geschichte der liberalen Theologie nach 1918. Berlin/New York: de Gruyter 1999, S. 659–667.">[1]</a> und für Ihre gütigen Bemühungen in der <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="Angelegenheit des Herrn Studiendirektors Dr. Kessler ] nicht ermittelt&#xD;&#xA;">Angelegenheit des Herrn Studiendirektors </span><abbr title="Doktor" class="ED-abbr"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="Angelegenheit des Herrn Studiendirektors Dr. Kessler ] nicht ermittelt&#xD;&#xA;">Dr.</span></abbr><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="Angelegenheit des Herrn Studiendirektors Dr. Kessler ] nicht ermittelt&#xD;&#xA;"> Kessler</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="Angelegenheit des Herrn Studiendirektors Dr. Kessler ] nicht ermittelt">[2]</a> erlaube ich mir Ihnen meinen aufrichtigsten Dank auszusprechen. Eine ganz besonders große Freude haben Sie mir durch die liebenswürdige Übersendung der <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="drei Druckschriften ] nicht ermittelt; in Frage kommen Vaihinger: Die Philosophie des Als Ob und das Kantische System gegenüber einem Erneuerer des Atheismusstreites. In: Kant-Studien 21 ([1916]/1917), S. 1–25; ders.: Ist die Philosophie des Als Ob Skeptizismus? In: Annalen der Philosophie. Mit besonderer Rücksicht auf die Probleme der Als Ob-Betrachtung 2 ([1920]/1921), S. 532–537. Jeweils auch als Sonderdruck erschienen.&#xD;&#xA;">drei Druckschriften</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-3" id="app-editorial-3-ref" title="drei Druckschriften ] nicht ermittelt; in Frage kommen Vaihinger: Die Philosophie des Als Ob und das Kantische System gegenüber einem Erneuerer des Atheismusstreites. In: Kant-Studien 21 ([1916]/1917), S. 1–25; ders.: Ist die Philosophie des Als Ob Skeptizismus? In: Annalen der Philosophie. Mit besonderer Rücksicht auf die Probleme der Als Ob-Betrachtung 2 ([1920]/1921), S. 532–537. Jeweils auch als Sonderdruck erschienen.">[3]</a> gemacht. Ich habe sie mit lebhaftestem Interesse gelesen und habe aus diesen Darlegungen ersehen, daß es allerdings <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="irreführend ist ] vgl. Vaihinger: Ist die Philosophie des Als-Ob religionsfeindlich? In: Gunnar Aspelin u. Elof Åkesson (Hg.): Studier tillägnade Efraim Liljequist den 24 september 1930. Andra bandet. Lund: Aktiebolaget Skånska Centraltryckeriet 1930, S. 193–222, hier 197–198: Man warf irrtümlicherweise den Fiktionalismus der „Philosophie des Als-Ob“ mit dem Illusionismus von Ludwig Feuerbach in einen und denselben Topf. Am stärksten zeigt sich dieser fundamentale Irrtum in dem grossen Religionsphilosophischen Werke von Georg Wobbermin, Systematische Theologie Band 2, das Wesen der Religion (1922 ff.). […] Als mir im Jahre 1924 die irreführende Darstellung Wobbermins zuerst bekannt wurde, erhob ich sofort bei Professor Wobbermin in Göttingen Einspruch dagegen und erreichte dadurch auch, dass der Göttinger Kollege mir in liebenswürdigste Weise schriftlich zusagte, bei der nächsten Auflage seines Buches seine unzutreffende Schilderung des Fiktionalismus und damit auch sein absolut ablehnendes Urteil über denselben abändern zu wollen. Auf Grund jener früheren Darstellung Wobbermins gab vor kurzem ein junger Theologe, […] Gottfried Niemeier, in seiner sonst sorgfältigen und belehrenden Schrift Methoden Grundauffassungen der Religionsphilosophie der Gegenwart (Verl. v. W. Kohlhammer in Stuttgart 1930) auf S. 149 ein absolut absprechendes Urteil über die Religionsauffassung der „Philosophie des Als-Ob“ ab. Infolge meiner Belehrungen [keine Korrespondenz nachgewiesen] veranlasste der sehr loyale Verfasser die nachträgliche Einfügung einer eignen „Erklärung zu S. 149“ in alle Exemplare seines Buches. Er wahrte darin natürlich seine spezifisch andere religiöse Einstellung, gab aber zu, dass die Beschäftigung und Auseinandersetzung mit der „Philosophie des Als-Ob“ für die Theologie wichtig sei.&#xD;&#xA;">irreführend ist</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-4" id="app-editorial-4-ref" title="irreführend ist ] vgl. Vaihinger: Ist die Philosophie des Als-Ob religionsfeindlich? In: Gunnar Aspelin u. Elof Åkesson (Hg.): Studier tillägnade Efraim Liljequist den 24 september 1930. Andra bandet. Lund: Aktiebolaget Skånska Centraltryckeriet 1930, S. 193–222, hier 197–198: Man warf irrtümlicherweise den Fiktionalismus der „Philosophie des Als-Ob“ mit dem Illusionismus von Ludwig Feuerbach in einen und denselben Topf. Am stärksten zeigt sich dieser fundamentale Irrtum in dem grossen Religionsphilosophischen Werke von Georg Wobbermin, Systematische Theologie Band 2, das Wesen der Religion (1922 ff.). […] Als mir im Jahre 1924 die irreführende Darstellung Wobbermins zuerst bekannt wurde, erhob ich sofort bei Professor Wobbermin in Göttingen Einspruch dagegen und erreichte dadurch auch, dass der Göttinger Kollege mir in liebenswürdigste Weise schriftlich zusagte, bei der nächsten Auflage seines Buches seine unzutreffende Schilderung des Fiktionalismus und damit auch sein absolut ablehnendes Urteil über denselben abändern zu wollen. Auf Grund jener früheren Darstellung Wobbermins gab vor kurzem ein junger Theologe, […] Gottfried Niemeier, in seiner sonst sorgfältigen und belehrenden Schrift Methoden Grundauffassungen der Religionsphilosophie der Gegenwart (Verl. v. W. Kohlhammer in Stuttgart 1930) auf S. 149 ein absolut absprechendes Urteil über die Religionsauffassung der „Philosophie des Als-Ob“ ab. Infolge meiner Belehrungen [keine Korrespondenz nachgewiesen] veranlasste der sehr loyale Verfasser die nachträgliche Einfügung einer eignen „Erklärung zu S. 149“ in alle Exemplare seines Buches. Er wahrte darin natürlich seine spezifisch andere religiöse Einstellung, gab aber zu, dass die Beschäftigung und Auseinandersetzung mit der „Philosophie des Als-Ob“ für die Theologie wichtig sei.">[4]</a>, Ihre religionsphilosophische Deutung der Als-Ob-Betrachtung in die Nähe <span class="ED-name">Feuerbach</span>’s zu rücken. Ich werde in der neuen Auflage meines „Wesens der Religion“ den betreffenden Abschnitt umarbeiten, damit jedes Mißverständnis ausgeschlossen wird und der Unterschied von <span class="ED-name">Feuerbach</span> schärfer heraustritt.</p><p class="ED-p">Daß ich im Übrigen den Wert Ihrer Als-Ob-Betrachtung außerordentlich hoch einschätze und ihr selbst sehr viel verdanke, habe ich in meinen Vorlesungen und Seminar-Übungen stets aufs nachdrücklichste betont.</p><p class="ED-p">Mit den besten Fest-Grüßen und -Wünschen in aufrichtigster Verehrung Ihr ergebenster</p><p class="ED-signed">G. Wobbermin.</p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Ihre freundlichen Zeilen</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>wie die übrige Korrepondenz an <span class="ED-name">Wobbermin</span> nicht überliefert; <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Mathias Wolfes: Protestantische Theologie und moderne Welt. Studien zur Geschichte der liberalen Theologie nach 1918. Berlin/New York: de Gruyter 1999, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 659–667.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Angelegenheit des Herrn Studiendirektors <abbr title="Doktor" class="ED-abbr">Dr.</abbr> Kessler</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>nicht ermittelt</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-3"><span class="ED-app-num">3</span><a href="#app-editorial-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">drei Druckschriften</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>nicht ermittelt; in Frage kommen Vaihinger: Die Philosophie des Als Ob und das Kantische System gegenüber einem Erneuerer des Atheismusstreites. In: Kant-Studien 21 ([1916]/1917), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 1–25; <abbr title="derselbe" class="ED-abbr">ders.</abbr>: Ist die Philosophie des Als Ob Skeptizismus? In: Annalen der Philosophie. Mit besonderer Rücksicht auf die Probleme der Als Ob-Betrachtung 2 ([1920]/1921), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 532–537. Jeweils auch als Sonderdruck erschienen.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-4"><span class="ED-app-num">4</span><a href="#app-editorial-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">irreführend ist</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Vaihinger: Ist die Philosophie des Als-Ob religionsfeindlich? In: Gunnar Aspelin <span>u.</span> Elof Åkesson (Hg.): Studier tillägnade Efraim Liljequist den 24 september 1930. Andra bandet. Lund: Aktiebolaget Skånska Centraltryckeriet 1930, <span>S.</span> 193–222, hier 197–198: <span class="ED-rdg">Man warf irrtümlicherweise den Fiktionalismus der „Philosophie des Als-Ob“ mit dem Illusionismus von Ludwig Feuerbach in einen und denselben Topf. Am stärksten zeigt sich dieser fundamentale Irrtum in dem grossen Religionsphilosophischen Werke von Georg Wobbermin, Systematische Theologie Band 2, das Wesen der Religion (1922 ff.). […] Als mir im Jahre 1924 die irreführende Darstellung Wobbermins zuerst bekannt wurde, erhob ich sofort bei Professor Wobbermin in Göttingen Einspruch dagegen und erreichte dadurch auch, dass der Göttinger Kollege mir in liebenswürdigste Weise schriftlich zusagte, bei der nächsten Auflage seines Buches seine unzutreffende Schilderung des Fiktionalismus und damit auch sein absolut ablehnendes Urteil über denselben abändern zu wollen. Auf Grund jener früheren Darstellung Wobbermins gab vor kurzem ein junger Theologe, […] Gottfried Niemeier, in seiner sonst sorgfältigen und belehrenden Schrift Methoden Grundauffassungen der Religionsphilosophie der Gegenwart (Verl. v. W. Kohlhammer in Stuttgart 1930) auf S. 149 ein absolut absprechendes Urteil über die Religionsauffassung der „Philosophie des Als-Ob“ ab. Infolge meiner Belehrungen [</span>keine Korrespondenz nachgewiesen<span class="ED-rdg">] veranlasste der sehr loyale Verfasser die nachträgliche Einfügung einer eignen „Erklärung zu S. 149“ in alle Exemplare seines Buches. Er wahrte darin natürlich seine spezifisch andere religiöse Einstellung, gab aber zu, dass die Beschäftigung und Auseinandersetzung mit der „Philosophie des Als-Ob“ für die Theologie wichtig sei.</span></div></div></body></html>