<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Vaihinger an Theodor Kappstein, Halle, 6.8.1922, 2 S., Ts. mit eU, Briefkopf PROF. DR. HANS VAIHINGER | GEH. REG.-RAT. | Halle a. S., den … 192… | Reichardtstr. 15, Deutsches Literaturarchiv Marbach, B:Vaihinger, Hans</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001429-7"/><style type="text/css">
.ED-TEI {
font-family: serif;
line-height: 1.2em;
}
.ED-text {
border: 1px solid LightGray;
padding: 1em;
}
.ED-titleStmt,
.ED-app-title {
font-size: 1.1em;
font-family: serif;
font-style: italic;
font-weight: normal;
margin: 2em 0em 1em;
}
.ED-dateline {
text-align: right;
margin: 0em;
margin-top: 1em;
}
.ED-title,
.ED-p,
.ED-salute,
.ED-signed,
.ED-docAuthor {
text-indent: 0em;
margin: 0em;
margin-top: 1em;
}
.ED-p + .ED-p {
text-indent: 1em;
margin: 0em;
}
.ED-title + .ED-title,
.ED-dateline  + .ED-dateline,
.ED-salute    + .ED-salute,
.ED-signed    + .ED-signed,
.ED-docAuthor + .ED-docAuthor {
margin: 0em;
}
.ED-back,
.ED-postscript {
border: 1px solid LightGray;
margin: 1em 0em;
}
.ED-add,
.ED-pb {
color: Gray;
}
.ED-label-formprint {
font-family: sans-serif;
}
sup {
vertical-align: super;
font-size: 80%;
line-height: 100%;
}
a.ED-anchor {
font-style: normal;
vertical-align: super;
font-size: 80%;
line-height: 100%;
}
.ED-text-lem {
text-decoration: underline dotted;
}
.ED-app-philological,
.ED-app-editorial {
position: relative;
margin: .3em 0em;
margin-left: 2.5em;
font-style: italic;
}
.ED-app-num {
left: -2.5em;
}
.ED-app-corresp {
left: -.8em;
}
.ED-app-num,
.ED-app-corresp {
position: absolute;
text-indent: 0em;
font-style: normal;
}
.ED-lem,
.ED-lem-sep,
.ED-rdg {
font-style: normal;
}</style></head><body><div class="ED-TEI"><p class="ED-titleStmt"><span class="ED-persName-sent">Vaihinger</span> an <span class="ED-persName-received">Theodor Kappstein</span>, <span class="ED-location-sent">Halle</span>, <span class="ED-date">6.8.1922</span>, <span class="ED-note">2 S., Ts. mit eU, Briefkopf </span><span class="ED-rdg">PROF. DR. HANS VAIHINGER | GEH. REG.-RAT. | Halle a. S., den … 192… | Reichardtstr. 15</span>, <span class="ED-pubPlace">Deutsches Literaturarchiv Marbach, B:Vaihinger, Hans</span></p><div class="ED-text"><p class="ED-dateline">6.8.1922</p><p class="ED-p">Herrn Schriftsteller und Dozent Theodor Kappstein</p><p class="ED-p">Berlin-Charlottenburg</p><p class="ED-salute">Sehr geehrter Herr Kappstein!</p><p class="ED-p">Das Erscheinen der <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-1" title="Schrift von Spickerbaum ] vgl. Paul Spickerbaum [d. i. Josef Thomé]: Das Vaihingersche Als-Ob und die Methode der Formensprache in Religion und Theologie. München: Rösl &amp; Cie. 1922 (Bausteine zu einer Philosophie des „Als-Ob“ Bd. 2).&#xD;&#xA;">Schrift von Spickerbaum</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-1" id="app-editorial-1-ref" title="Schrift von Spickerbaum ] vgl. Paul Spickerbaum [d. i. Josef Thomé]: Das Vaihingersche Als-Ob und die Methode der Formensprache in Religion und Theologie. München: Rösl &amp; Cie. 1922 (Bausteine zu einer Philosophie des „Als-Ob“ Bd. 2).">[1]</a> „Das Vaihingersche als Ob und die Methode der Formensprache in Religion und Theologie“, die ich Ihnen gleichzeitig zu übersenden mir gestatte, gibt mir Veranlassung, auf eine <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="kurze Korrespondenz ] nicht nachgewiesen&#xD;&#xA;">kurze Korrespondenz</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="kurze Korrespondenz ] nicht nachgewiesen">[2]</a> zwischen Ihnen und mir im Jahre 1912 zurückzugreifen. Wie ich aus meinem Briefverzeichniss feststelle, haben Sie damals im September <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="anlässlich meines 60. Geburtstages ] vgl. Kappstein: Hans Vaihinger zum 60. Geburtstag, am 25. September. In: Reclams Universum. Weltrundschau vom 2.–8. September 1912 (Universum-Jahrbuch 1912, Nr. 35, Heft 50), S. 409–411.&#xD;&#xA;">anlässlich meines 60. Geburtstages</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-3" id="app-editorial-3-ref" title="anlässlich meines 60. Geburtstages ] vgl. Kappstein: Hans Vaihinger zum 60. Geburtstag, am 25. September. In: Reclams Universum. Weltrundschau vom 2.–8. September 1912 (Universum-Jahrbuch 1912, Nr. 35, Heft 50), S. 409–411.">[3]</a> mir etwas zugesendet, woraufhin ich Ihnen damals die Zusage machte, Ihnen von der „Philosophie des Als Ob“, deren erste Auflage 1911 erschienen war, und deren zweite eben in Vorbereitung war, ein Exemplar der zweiten Auflage zuzusenden oder zusenden zu lassen. Leider kann ich nun aus meiner Briefliste nachträglich nicht mehr konstatieren, ob ich dieses Versprechen gehalten habe, <abbr title="respektive" class="ED-abbr">resp.</abbr> ob seitens meines Verlegers Ihnen damals ein Exemplar zugestellt worden ist. Sollte es nicht der Fall sein, so bin ich in der Lage, Ihnen von der 7. und 6. Auflage, die vor kurzem erschienen ist, ein Exemplar zu senden. Übrigens unterscheidet sich die neueste Auflage, sowie die vorhergehenden nicht von der zweiten Auflage, <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="deren Satz damals stereotypiert ] Stereotypie: Verfahren, beweglich gesetzte Druckseiten fest abzuformen und den Satzseiten genau entsprechende Druckplatten zu gießen; ermöglicht jederzeit den Druck neuer Auflagen von den durch sie erzeugten Platten (Meyers Großes Konversations-Lexikon Bd. 18 (1909), S. 947–948, http://www.zeno.org/nid/20007524854 (26.9.2024)).&#xD;&#xA;">deren Satz damals stereotypiert</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-4" id="app-editorial-4-ref" title="deren Satz damals stereotypiert ] Stereotypie: Verfahren, beweglich gesetzte Druckseiten fest abzuformen und den Satzseiten genau entsprechende Druckplatten zu gießen; ermöglicht jederzeit den Druck neuer Auflagen von den durch sie erzeugten Platten (Meyers Großes Konversations-Lexikon Bd. 18 (1909), S. 947–948, http://www.zeno.org/nid/20007524854 (26.9.2024)).">[4]</a> worden ist, sodass also alle Auflagen gleich sind. Jedenfalls lege ich sehr grossen Wert darauf, dass gerade Sie als bekannter und verdienter Religionsphilosoph das Werk besitzen, und so bitte ich Sie um gefällige Nachricht darüber, ob Sie es damals erhalten haben.</p><p class="ED-p">Die kleine Schrift von Spickerbaum ist eine Frucht, die eben vielen anderen der Ph. d. A. O. entsprungen ist. Allerdings ist der Verfasser, der vom Standpunkt <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-5" title="seiner Kirche ] Paul Spickerbaum ist das Pseudonym von (Paul Hermann) Josef Thomé (1891–1980; Mädchenname der Mutter: Spickerbaum), aus Euskirchen, vgl. das Biogramm in: Dominik Heringer: Kirche im Konflikt. Das Bistum Aachen als Hotspot des Rheinischen Reformkreises. Freiburg im Breisgau: Herder 2022, S. 26, Anm. 24: ab 1912 Studium der Theologie in Bonn, ab 1915 im Kölner Priesterseminar, 1916 Priesterweihe in Köln. 1917 Kaplan in Krefeld, 1919 in Bonn und dort Promotionsstudium über die Philosophie des Als Ob, 1922 Scheitern der Promotion aufgrund eines negativen Zweitgutachtens, 1923 gescheiterter Versuch, den philosophischen Doktorgrad in Köln zu erlangen. 1924 Bundesleiter der „Kreuzfahrer“, 1926 Kaplan in Köln, 1928 in Mönchengladbach, 1936 siebenmonatige Gestapohaft, 1936 Pfarrer in Würselen-Morsbach. 1941 Gründung des Reformkreises, 1944 kommissarischer Bürgermeister von Morsbach, 1955 Gründungsmitglied der Aachener Gruppe der „Christlich-jüdischen Arbeitsgemeinschaft“. 1955 Indizierung des Buches „Der mündige Christ“, 1956 Gehorsamserklärung und Ablegung der professio fidei. 1967 Wiederveröffentlichung von „Der mündige Christ“, 1968 Gründung der Solidaritätsgruppe katholischer Priester und Laien im Bistum Aachen (SOG). 1970 Ehrenbürger Würselen, 1970 Ehrenpromotion zum Dr. theol. durch die katholische Fakultät der Universität Münster, 1972 Verleihung des Bundesverdienstkreuzes. 1975 Versetzung in den Ruhestand, gestorben in Würselen.&#xD;&#xA;">seiner Kirche</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-5" id="app-editorial-5-ref" title="seiner Kirche ] Paul Spickerbaum ist das Pseudonym von (Paul Hermann) Josef Thomé (1891–1980; Mädchenname der Mutter: Spickerbaum), aus Euskirchen, vgl. das Biogramm in: Dominik Heringer: Kirche im Konflikt. Das Bistum Aachen als Hotspot des Rheinischen Reformkreises. Freiburg im Breisgau: Herder 2022, S. 26, Anm. 24: ab 1912 Studium der Theologie in Bonn, ab 1915 im Kölner Priesterseminar, 1916 Priesterweihe in Köln. 1917 Kaplan in Krefeld, 1919 in Bonn und dort Promotionsstudium über die Philosophie des Als Ob, 1922 Scheitern der Promotion aufgrund eines negativen Zweitgutachtens, 1923 gescheiterter Versuch, den philosophischen Doktorgrad in Köln zu erlangen. 1924 Bundesleiter der „Kreuzfahrer“, 1926 Kaplan in Köln, 1928 in Mönchengladbach, 1936 siebenmonatige Gestapohaft, 1936 Pfarrer in Würselen-Morsbach. 1941 Gründung des Reformkreises, 1944 kommissarischer Bürgermeister von Morsbach, 1955 Gründungsmitglied der Aachener Gruppe der „Christlich-jüdischen Arbeitsgemeinschaft“. 1955 Indizierung des Buches „Der mündige Christ“, 1956 Gehorsamserklärung und Ablegung der professio fidei. 1967 Wiederveröffentlichung von „Der mündige Christ“, 1968 Gründung der Solidaritätsgruppe katholischer Priester und Laien im Bistum Aachen (SOG). 1970 Ehrenbürger Würselen, 1970 Ehrenpromotion zum Dr. theol. durch die katholische Fakultät der Universität Münster, 1972 Verleihung des Bundesverdienstkreuzes. 1975 Versetzung in den Ruhestand, gestorben in Würselen.">[5]</a> aus ein liberaler Modernist ist, vom Standpunkt der freien Philosophie aus noch recht eng gebunden an seine Religionsgemeinschaft. Aber angesichts der Tatsache, dass er durch diese Schrift <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-6" title="seine Existenz aufs Spiel setzt ] vgl. Heringer: Kirche im Konflikt (2022), S. 98–99 u. S. 107–109: Als Promotionsthema wählte Thomé die theologische Auseinandersetzung mit der philosophischen Schrift des bedeutenden Kantforschers und Philosophen Hans Vaihinger. […] Die Veröffentlichung inspirierte Thomé zu der Frage, wie der Mensch als denkendes Subjekt die Außenwelt „wahr“-nimmt bzw. die Vorstellung von der Außenwelt als übereinstimmend mit dem tatsächlich Bestehenden betrachtet werden kann. Eine solche Frage sei brennend, insbesondere in Bezug auf die religiösen und philosophischen Vorstellungen. […] 1922 hatte Thomé seine Promotionsschrift an der theologischen Fakultät in Bonn eingereicht, deren Beurteilung durch Erst- und Zweitgutachter jedoch völlig unterschiedlich ausfiel. Während Thomés Doktorvater [Arnold] Rademacher die Arbeit seines Schülers ausnahmslos positiv bewertete, war der Zweitgutachter Gerhard Esser […] völlig anderer Meinung. Thomés Arbeit sei „eine Erweichung der ganzen Dogmatik“. Eine theologische Promotion war durch das vernichtende Zweitgutachten unmöglich geworden. Dies warf nun erhebliche Fragen hinsichtlich der Veröffentlichung auf. Bereits 1921 hatte sich Vaihinger bereit erklärt, Thomés Arbeit in seine Sammlung „Bausteine zu einer Philosophie des Als-ob“ aufzunehmen. Nach der missglückten Promotion erwog Thomé zunächst, einige kritisierte Stellen des zweiten Teils wegzulassen, wurde aber von Vaihinger auf die Idee gebracht, seine Schrift unter einem Pseudonym zu veröffentlichen. Er könne seine „Schrift mit einem Pseudonym herausgeben, das womöglich recht bezeichnend wäre“, z. B. in „Analogie mit mittelalterlichen Bezeichnungen als ,Doktor Quaerens‘ auftreten als ,Suchender‘, oder in ähnlicher Weise“. Durch ein „solches Pseudonym, resp. Anonym“ könnte Thomé vielleicht seine „Gegner befriedigen“. […] Dieser Vorschlag bot eine zweifache Lösung für die entstandenen Schwierigkeiten. Zum einen wurde damit die Publikation des Textes ohne erhebliche Veränderungen möglich, zum anderen eröffnete die Veröffentlichung die Möglichkeit, wenn schon nicht den theologischen, so doch den philosophischen Doktorgrad zu erwerben. Diese Lösung fand die sofortige Unterstützung Vaihingers: „Die Lösung, die Sie gewählt haben, Ihr Buch pseudonym erscheinen zu lassen, ist die glücklichste, und wird allen Teilen gerecht. Merkwürdig ist ja das Schisma in der Bonner theologischen Fakultät, und so ist es nicht zu verwundern, dass auch die anderen Kreise getrennter Meinung sind. Sie werden allen gerecht durch die gewählte glückliche Lösung. Ebenso werden Sie uns, den Herausgebern und dem Verleger der ,Bausteine‘ dadurch gerecht.“ […] Sein positives Fazit, dass nun Thomé allen gerecht geworden sei, sollte sich aber als Trugschluss herausstellen. Mit der Einreichung der Promotionsschrift an der philosophischen Fakultät der Universität Köln musste Thomé die kirchliche Erlaubnis zur Promotion beim Erzbischof von Köln erbitten […] die Verweigerung der Promotionserlaubnis durch Kardinal Schulte war das Ergebnis (Briefzitate nach den im Nachlass Thomé befindlichen Schreiben Vaihingers vom 30.10.1921, 9.1.1922 u. 30.1.1922).&#xD;&#xA;">seine Existenz aufs Spiel setzt</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-6" id="app-editorial-6-ref" title="seine Existenz aufs Spiel setzt ] vgl. Heringer: Kirche im Konflikt (2022), S. 98–99 u. S. 107–109: Als Promotionsthema wählte Thomé die theologische Auseinandersetzung mit der philosophischen Schrift des bedeutenden Kantforschers und Philosophen Hans Vaihinger. […] Die Veröffentlichung inspirierte Thomé zu der Frage, wie der Mensch als denkendes Subjekt die Außenwelt „wahr“-nimmt bzw. die Vorstellung von der Außenwelt als übereinstimmend mit dem tatsächlich Bestehenden betrachtet werden kann. Eine solche Frage sei brennend, insbesondere in Bezug auf die religiösen und philosophischen Vorstellungen. […] 1922 hatte Thomé seine Promotionsschrift an der theologischen Fakultät in Bonn eingereicht, deren Beurteilung durch Erst- und Zweitgutachter jedoch völlig unterschiedlich ausfiel. Während Thomés Doktorvater [Arnold] Rademacher die Arbeit seines Schülers ausnahmslos positiv bewertete, war der Zweitgutachter Gerhard Esser […] völlig anderer Meinung. Thomés Arbeit sei „eine Erweichung der ganzen Dogmatik“. Eine theologische Promotion war durch das vernichtende Zweitgutachten unmöglich geworden. Dies warf nun erhebliche Fragen hinsichtlich der Veröffentlichung auf. Bereits 1921 hatte sich Vaihinger bereit erklärt, Thomés Arbeit in seine Sammlung „Bausteine zu einer Philosophie des Als-ob“ aufzunehmen. Nach der missglückten Promotion erwog Thomé zunächst, einige kritisierte Stellen des zweiten Teils wegzulassen, wurde aber von Vaihinger auf die Idee gebracht, seine Schrift unter einem Pseudonym zu veröffentlichen. Er könne seine „Schrift mit einem Pseudonym herausgeben, das womöglich recht bezeichnend wäre“, z. B. in „Analogie mit mittelalterlichen Bezeichnungen als ,Doktor Quaerens‘ auftreten als ,Suchender‘, oder in ähnlicher Weise“. Durch ein „solches Pseudonym, resp. Anonym“ könnte Thomé vielleicht seine „Gegner befriedigen“. […] Dieser Vorschlag bot eine zweifache Lösung für die entstandenen Schwierigkeiten. Zum einen wurde damit die Publikation des Textes ohne erhebliche Veränderungen möglich, zum anderen eröffnete die Veröffentlichung die Möglichkeit, wenn schon nicht den theologischen, so doch den philosophischen Doktorgrad zu erwerben. Diese Lösung fand die sofortige Unterstützung Vaihingers: „Die Lösung, die Sie gewählt haben, Ihr Buch pseudonym erscheinen zu lassen, ist die glücklichste, und wird allen Teilen gerecht. Merkwürdig ist ja das Schisma in der Bonner theologischen Fakultät, und so ist es nicht zu verwundern, dass auch die anderen Kreise getrennter Meinung sind. Sie werden allen gerecht durch die gewählte glückliche Lösung. Ebenso werden Sie uns, den Herausgebern und dem Verleger der ,Bausteine‘ dadurch gerecht.“ […] Sein positives Fazit, dass nun Thomé allen gerecht geworden sei, sollte sich aber als Trugschluss herausstellen. Mit der Einreichung der Promotionsschrift an der philosophischen Fakultät der Universität Köln musste Thomé die kirchliche Erlaubnis zur Promotion beim Erzbischof von Köln erbitten […] die Verweigerung der Promotionserlaubnis durch Kardinal Schulte war das Ergebnis (Briefzitate nach den im Nachlass Thomé befindlichen Schreiben Vaihingers vom 30.10.1921, 9.1.1922 u. 30.1.1922).">[6]</a>, ist sie doch <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-7" title="eine Mannestat ] vgl. Raymund Schmidt an Josef Thomé, Leipzig, 28.1.1922; Nachlass Thomé, zitiert nach Heringer: Kirche im Konflikt (2022), S. 109–110, Anm. 262: Ihr Entschluss hat mich sehr gefreut. Sie bekunden so einen intellektuellen Mut, der mir Hochachtung abnötigt. Mit Ihren Änderungen bin ich ganz einverstanden, und ich werde Alles tun, um von uns aus ein Ihnen lästiges Aufsehen zu vermeiden. Ihr Pseudonym wird geschützt.&#xD;&#xA;">eine Mannestat</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-7" id="app-editorial-7-ref" title="eine Mannestat ] vgl. Raymund Schmidt an Josef Thomé, Leipzig, 28.1.1922; Nachlass Thomé, zitiert nach Heringer: Kirche im Konflikt (2022), S. 109–110, Anm. 262: Ihr Entschluss hat mich sehr gefreut. Sie bekunden so einen intellektuellen Mut, der mir Hochachtung abnötigt. Mit Ihren Änderungen bin ich ganz einverstanden, und ich werde Alles tun, um von uns aus ein Ihnen lästiges Aufsehen zu vermeiden. Ihr Pseudonym wird geschützt.">[7]</a>, welche Anerkennung verdient, und so bitte ich Sie, sie auch in diesem Sinne aufzunehmen.</p><p class="ED-p">In Ihr Interessengebiet schlägt auch meine kleine Schrift über einen <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-8" title="„Atheismusstreit“ ] vgl. Vaihinger: Die Philosophie des Als Ob und das Kantische System gegenüber einem Erneuerer des Atheismusstreites. In: Kant-Studien 21 ([1916]/1917), S. 1–25. – Dass. in: Vaihinger (Hg.), mit Bruno Bauch: Kant-Studien Bd. XXI. Heft 1. Fest-Heft zu Rudolf Euckens 70. Geburtstag. Redaktionsschluss am 15. Dezember 1915. Ausgegeben am 5. Januar 1916. Berlin: Reuther &amp; Reichard 1916, S. 1–25. – Sonderdruck u. d. T.: Der Atheismusstreit gegen die Philosophie des Als Ob und das Kantische System. Berlin: Reuther &amp; Reichard 1916. 32 S.&#xD;&#xA;">„Atheismusstreit“</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-8" id="app-editorial-8-ref" title="„Atheismusstreit“ ] vgl. Vaihinger: Die Philosophie des Als Ob und das Kantische System gegenüber einem Erneuerer des Atheismusstreites. In: Kant-Studien 21 ([1916]/1917), S. 1–25. – Dass. in: Vaihinger (Hg.), mit Bruno Bauch: Kant-Studien Bd. XXI. Heft 1. Fest-Heft zu Rudolf Euckens 70. Geburtstag. Redaktionsschluss am 15. Dezember 1915. Ausgegeben am 5. Januar 1916. Berlin: Reuther &amp; Reichard 1916, S. 1–25. – Sonderdruck u. d. T.: Der Atheismusstreit gegen die Philosophie des Als Ob und das Kantische System. Berlin: Reuther &amp; Reichard 1916. 32 S.">[8]</a>, die ich Ihnen gleichzeitig zugehen lasse, deren Ausführungen gerade für das Problem einer „modernen Theologie“ von Bedeutung sein dürften.</p><p class="ED-p">Auch darf ich vielleicht annehmen, dass <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-9" title="meine Abhandlung ] vgl. Vaihinger: Wie die Philosophie des Als Ob entstand. In: Die Philosophie der Gegenwart in Selbstdarstellungen Bd. 2. Hg. v. Raymund Schmidt. Leipzig: Meiner 1921, S. 174–203.&#xD;&#xA;">meine Abhandlung</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-9" id="app-editorial-9-ref" title="meine Abhandlung ] vgl. Vaihinger: Wie die Philosophie des Als Ob entstand. In: Die Philosophie der Gegenwart in Selbstdarstellungen Bd. 2. Hg. v. Raymund Schmidt. Leipzig: Meiner 1921, S. 174–203.">[9]</a> „Wie die Philosophie des Als Ob entstand“ Ihre Aufmerksamkeit erregen mag, zumal auch sie von <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-1" title="religionsphilosophischen Fragen ] Religionsphilosophischen Ragen&#xD;&#xA;">religionsphilosophischen Fragen</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-1" id="app-philological-1-ref" title="religionsphilosophischen Fragen ] Religionsphilosophischen Ragen">[a]</a> ausgeht und in solche einmündet.</p><p class="ED-p">Dasselbe ist der Fall mit meinem <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-10" title="kleinen Aufsatz ] vgl. Vaihinger: Ist die Philosophie des Als Ob Skeptizismus? In: Annalen der Philosophie. Mit besonderer Rücksicht auf die Probleme der Als Ob-Betrachtung 2 ([1920]/1921), S. 532–537.&#xD;&#xA;">kleinen Aufsatz</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-10" id="app-editorial-10-ref" title="kleinen Aufsatz ] vgl. Vaihinger: Ist die Philosophie des Als Ob Skeptizismus? In: Annalen der Philosophie. Mit besonderer Rücksicht auf die Probleme der Als Ob-Betrachtung 2 ([1920]/1921), S. 532–537.">[10]</a> über den angeblichen „Skeptizismus“ der Ph. d. A. O., der in den „Annalen der Philosophie“ erschienen ist, deren Programm ich Ihrer besonderen Aufmerksamkeit empfehlen möchte.</p><p class="ED-p">Sollte meine <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-11" title="Schrift über Nietzsche ] vgl. Vaihinger: Nietzsche als Philosoph. Berlin: Reuther &amp; Reichard 1902 u. ö.&#xD;&#xA;">Schrift über </span><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-11" title="Schrift über Nietzsche ] vgl. Vaihinger: Nietzsche als Philosoph. Berlin: Reuther &amp; Reichard 1902 u. ö.&#xD;&#xA;">Nietzsche</span></span><span class="ED-name"><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-11" id="app-editorial-11-ref" title="Schrift über Nietzsche ] vgl. Vaihinger: Nietzsche als Philosoph. Berlin: Reuther &amp; Reichard 1902 u. ö.">[11]</a></span>, die jetzt im Buchhandel fehlt, Ihnen nicht bekannt sein, so kann ich Ihnen noch ein Exemplar übersenden, denn auch diese gehört ins Gebiet der Religionsphilosophie, wenigstens indirekt.</p><p class="ED-p">Aus dem allen <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-12" title="Schriftstellern bekannten Geburtstagskalender ] Seitenhieb auf die im Vergleich zu Degeners Wer ist’s? sehr knapp gehaltenen Angaben in: Kürschners Deutscher Literatur-Kalender auf das Jahr 1922. Hg. v. Gerhard Lüdtke u. Erich Neuner. 40. Jg. Berlin/Leipzig: de Gruyter 1922 (d. i. der letzte Jg. vor der Teilung in einen Literatur- und einen Gelehrten-Kalender), vgl. dort den Eintrag Sp. 902: Vaihinger, Hans, Kantforschung, [hier drei Asterisken als Zeichen für Philosophie], Dr. phil, o. UP. a. D., GRegR. Halle a. S., Reichardtstr. 15 (Nehren 25/9 52.) V: s. LK. 17 [lies: Verfasser: siehe Literatur-Kalender 1917].&#xD;&#xA;">Schriftstellern bekannten Geburtstagskalender</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-12" id="app-editorial-12-ref" title="Schriftstellern bekannten Geburtstagskalender ] Seitenhieb auf die im Vergleich zu Degeners Wer ist’s? sehr knapp gehaltenen Angaben in: Kürschners Deutscher Literatur-Kalender auf das Jahr 1922. Hg. v. Gerhard Lüdtke u. Erich Neuner. 40. Jg. Berlin/Leipzig: de Gruyter 1922 (d. i. der letzte Jg. vor der Teilung in einen Literatur- und einen Gelehrten-Kalender), vgl. dort den Eintrag Sp. 902: Vaihinger, Hans, Kantforschung, [hier drei Asterisken als Zeichen für Philosophie], Dr. phil, o. UP. a. D., GRegR. Halle a. S., Reichardtstr. 15 (Nehren 25/9 52.) V: s. LK. 17 [lies: Verfasser: siehe Literatur-Kalender 1917].">[12]</a> ist es Ihnen <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-2" title="wohl ] danach gestrichen: nicht&#xD;&#xA;">wohl</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-2" id="app-philological-2-ref" title="wohl ] danach gestrichen: nicht">[b]</a> längst bekannt geworden, dass im nächsten Monat, am <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-3" title="25. ] danach gestrichen: Geburtstag&#xD;&#xA;">25.</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-3" id="app-philological-3-ref" title="25. ] danach gestrichen: Geburtstag">[c]</a> Sept<span class="ED-add">[ember]</span> mein 70. Geburtstag stattfindet, den ich aber nicht hier in Halle verleben werde, sondern in Thüringen, zumal mich meine mehrmonatliche Krankheit veranlasst, dort Erholung und Kräftigung zu suchen. Da wohl anlässlich des genannten Tages die Zeitungen allerlei über mich bringen werden, so <span class="ED-pb">|</span> liegt mir daran, dass gerade eine so bekannte literarische Persönlichkeit, wie Sie es sind, mit meinen Publikationen vertraut ist.</p><p class="ED-p">Was die Philosophie des Als Ob betrifft, so finden deren religionsphilosophische Partien ihren Vorgänger in <span class="ED-name">Schleiermacher</span> und auch schon in <span class="ED-name">Herder</span>, mit <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-4" title="welch beiden ] so wörtlich&#xD;&#xA;">welch beiden</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-4" id="app-philological-4-ref" title="welch beiden ] so wörtlich">[d]</a> Sie sich ja näher beschäftigt haben. Besonders bei <span class="ED-name">Schleiermacher</span> und bei seinen Schülern, ferner bei <span class="ED-name">De Wette</span> u. A. findet das Als Ob in der Religion teils offen teils versteckt Anwendung und Geltung. Es gehört zur <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-13" title="„Psychologie der Frömmigkeit“ ] vgl. Kappstein: Psychologie der Frömmigkeit. Studien und Bilder. Leipzig: Heinsius 1908.&#xD;&#xA;">„Psychologie der Frömmigkeit“</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-13" id="app-editorial-13-ref" title="„Psychologie der Frömmigkeit“ ] vgl. Kappstein: Psychologie der Frömmigkeit. Studien und Bilder. Leipzig: Heinsius 1908.">[13]</a> dieses „Als Ob“, dessen Spuren ich schon bei den mittelalterlichen Mystikern nachgewiesen habe, und <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-5" title="das ] dass&#xD;&#xA;">das</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-5" id="app-philological-5-ref" title="das ] dass">[e]</a> aber auch ebenso sehr im 18. Jahrhundert auftaucht, auch in der modernen Religiosität aufzuspüren. So enthält das bekannte <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-14" title="Buch von Heiler ] vgl. Friedrich Heiler: Das Gebet. Eine religionsgeschichtliche und religionspsychologische Untersuchung. München: Reinhardt 1918 u. ö.&#xD;&#xA;">Buch von </span><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-14 app-philological-6" title="Buch von Heiler ] vgl. Friedrich Heiler: Das Gebet. Eine religionsgeschichtliche und religionspsychologische Untersuchung. München: Reinhardt 1918 u. ö.&#xD;&#xA;&#xD;&#xA;Heiler ] Heyler&#xD;&#xA;">Heiler</span></span><span class="ED-name"><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-14" id="app-editorial-14-ref" title="Buch von Heiler ] vgl. Friedrich Heiler: Das Gebet. Eine religionsgeschichtliche und religionspsychologische Untersuchung. München: Reinhardt 1918 u. ö.">[14]</a></span><span class="ED-name"><a class="ED-anchor" href="#app-philological-6" id="app-philological-6-ref" title="Heiler ] Heyler">[f]</a></span> über das „Gebet“ manche Andeutungen darüber. Jedenfalls muss dieser Punkt noch <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-15" title="näher untersucht werden ] vgl. Vaihinger an Karl Girgensohn vom 21.9.1922 sowie die Antwort Girgensohns vom 7.10.1922.&#xD;&#xA;">näher untersucht werden</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-15" id="app-editorial-15-ref" title="näher untersucht werden ] vgl. Vaihinger an Karl Girgensohn vom 21.9.1922 sowie die Antwort Girgensohns vom 7.10.1922.">[15]</a>. Freilich wird sich dieses „Als Ob“ selbst der rein wissenschaftlichen Untersuchung leicht entziehen, und es ist wohl mehr eine Sache der Einfühlung, es bei dem Frommen zu entdecken.</p><p class="ED-p">Übrigens wird zu den beiden Als Ob Konferenzen von 1920 und 1922 im Jahre <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-16" title="1923 eine dritte ] eine dritte Als-Ob-Konferenz fand erst zu Pfingsten 1925 statt, vgl. Vaihinger an Karl Girgensohn vom 23.5.1925.&#xD;&#xA;">1923 eine dritte</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-16" id="app-editorial-16-ref" title="1923 eine dritte ] eine dritte Als-Ob-Konferenz fand erst zu Pfingsten 1925 statt, vgl. Vaihinger an Karl Girgensohn vom 23.5.1925.">[16]</a> treten, und zwar dann unabhängig von der Kantgesellschaft. Diese Als Ob Konferenz wird mehrere Tage dauern, und sich auch besonders mit dem Problem der Religion beschäftigen.</p><p class="ED-p">Mit vorzüglicher Hochachtung</p><p class="ED-signed">vaihinger</p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar zum Textbefund</h2><div class="ED-app-philological" id="app-philological-1"><span class="ED-app-num">a</span><a href="#app-philological-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">religionsphilosophischen Fragen</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-rdg">Religionsphilosophischen Ragen</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-2"><span class="ED-app-num">b</span><a href="#app-philological-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">wohl</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>danach gestrichen: <span class="ED-rdg">nicht</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-3"><span class="ED-app-num">c</span><a href="#app-philological-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">25.</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>danach gestrichen: <span class="ED-rdg">Geburtstag</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-4"><span class="ED-app-num">d</span><a href="#app-philological-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">welch beiden</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>so wörtlich</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-5"><span class="ED-app-num">e</span><a href="#app-philological-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">das</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-rdg">dass</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-6"><span class="ED-app-num">f</span><a href="#app-philological-6-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Heiler</span><span class="ED-name"/></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-rdg">Heyler</span></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Schrift von Spickerbaum</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Paul Spickerbaum [<abbr title="das ist" class="ED-abbr">d. i.</abbr> <span class="ED-name">Josef Thomé</span>]: Das Vaihingersche Als-Ob und die Methode der Formensprache in Religion und Theologie. München: Rösl &amp; Cie. 1922 (Bausteine zu einer Philosophie des „Als-Ob“ <abbr title="Band" class="ED-abbr">Bd.</abbr> 2).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">kurze Korrespondenz</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>nicht nachgewiesen</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-3"><span class="ED-app-num">3</span><a href="#app-editorial-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">anlässlich meines 60. Geburtstages</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Kappstein: Hans Vaihinger zum 60. Geburtstag, am 25. September. In: Reclams Universum. Weltrundschau vom 2.–8. September 1912 (Universum-Jahrbuch 1912, <abbr title="Nummer" class="ED-abbr">Nr.</abbr> 35, Heft 50), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 409–411.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-4"><span class="ED-app-num">4</span><a href="#app-editorial-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">deren Satz damals stereotypiert</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Stereotypie: Verfahren, beweglich gesetzte Druckseiten fest abzuformen und den Satzseiten genau entsprechende Druckplatten zu gießen; <span class="ED-rdg">ermöglicht jederzeit den Druck neuer Auflagen von den durch sie erzeugten Platten</span> (Meyers Großes Konversations-Lexikon Bd. 18 (1909), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 947–948, <span class="ED-link"><a href="http://www.zeno.org/nid/20007524854">http://www.zeno.org/nid/20007524854</a></span> (26.9.2024)).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-5"><span class="ED-app-num">5</span><a href="#app-editorial-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">seiner Kirche</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Paul Spickerbaum ist das Pseudonym von (Paul Hermann) <span class="ED-name">Josef Thomé</span> (1891–1980; Mädchenname der Mutter: Spickerbaum), aus Euskirchen, <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> das Biogramm in: Dominik Heringer: Kirche im Konflikt. Das Bistum Aachen als Hotspot des Rheinischen Reformkreises. Freiburg im Breisgau: Herder 2022, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 26, <abbr title="Anmerkung" class="ED-abbr">Anm.</abbr> 24: ab 1912 Studium der Theologie in Bonn, ab 1915 im Kölner Priesterseminar, 1916 Priesterweihe in Köln. 1917 Kaplan in Krefeld, 1919 in Bonn und dort Promotionsstudium über die Philosophie des Als Ob, 1922 Scheitern der Promotion aufgrund eines negativen Zweitgutachtens, 1923 gescheiterter Versuch, den philosophischen Doktorgrad in Köln zu erlangen. 1924 Bundesleiter der „Kreuzfahrer“, 1926 Kaplan in Köln, 1928 in Mönchengladbach, 1936 siebenmonatige Gestapohaft, 1936 Pfarrer in Würselen-Morsbach. 1941 Gründung des Reformkreises, 1944 kommissarischer Bürgermeister von Morsbach, 1955 Gründungsmitglied der Aachener Gruppe der „Christlich-jüdischen Arbeitsgemeinschaft“. 1955 Indizierung des Buches „Der mündige Christ“, 1956 Gehorsamserklärung und Ablegung der professio fidei. 1967 Wiederveröffentlichung von „Der mündige Christ“, 1968 Gründung der Solidaritätsgruppe katholischer Priester und Laien im Bistum Aachen (SOG). 1970 Ehrenbürger Würselen, 1970 Ehrenpromotion zum Dr. theol. durch die katholische Fakultät der Universität Münster, 1972 Verleihung des Bundesverdienstkreuzes. 1975 Versetzung in den Ruhestand, gestorben in Würselen.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-6"><span class="ED-app-num">6</span><a href="#app-editorial-6-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">seine Existenz aufs Spiel setzt</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Heringer: Kirche im Konflikt (2022), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 98–99 <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 107–109: <span class="ED-rdg">Als Promotionsthema wählte Thomé die theologische Auseinandersetzung mit der philosophischen Schrift des bedeutenden Kantforschers und Philosophen Hans Vaihinger. […] Die Veröffentlichung inspirierte Thomé zu der Frage, wie der Mensch als denkendes Subjekt die Außenwelt „wahr“-nimmt bzw. die Vorstellung von der Außenwelt als übereinstimmend mit dem tatsächlich Bestehenden betrachtet werden kann. Eine solche Frage sei brennend, insbesondere in Bezug auf die religiösen und philosophischen Vorstellungen. […] 1922 hatte Thomé seine Promotionsschrift an der theologischen Fakultät in Bonn eingereicht, deren Beurteilung durch Erst- und Zweitgutachter jedoch völlig unterschiedlich ausfiel. Während Thomés Doktorvater [Arnold] Rademacher die Arbeit seines Schülers ausnahmslos positiv bewertete, war der Zweitgutachter Gerhard Esser […] völlig anderer Meinung. Thomés Arbeit sei „eine Erweichung der ganzen Dogmatik“. Eine theologische Promotion war durch das vernichtende Zweitgutachten unmöglich geworden. Dies warf nun erhebliche Fragen hinsichtlich der Veröffentlichung auf. Bereits 1921 hatte sich Vaihinger bereit erklärt, Thomés Arbeit in seine Sammlung „Bausteine zu einer Philosophie des Als-ob“ aufzunehmen. Nach der missglückten Promotion erwog Thomé zunächst, einige kritisierte Stellen des zweiten Teils wegzulassen, wurde aber von Vaihinger auf die Idee gebracht, seine Schrift unter einem Pseudonym zu veröffentlichen. Er könne seine „Schrift mit einem Pseudonym herausgeben, das womöglich recht bezeichnend wäre“, z. B. in „Analogie mit mittelalterlichen Bezeichnungen als ,Doktor Quaerens‘ auftreten als ,Suchender‘, oder in ähnlicher Weise“. Durch ein „solches Pseudonym, resp. Anonym“ könnte Thomé vielleicht seine „Gegner befriedigen“. […] Dieser Vorschlag bot eine zweifache Lösung für die entstandenen Schwierigkeiten. Zum einen wurde damit die Publikation des Textes ohne erhebliche Veränderungen möglich, zum anderen eröffnete die Veröffentlichung die Möglichkeit, wenn schon nicht den theologischen, so doch den philosophischen Doktorgrad zu erwerben. Diese Lösung fand die sofortige Unterstützung Vaihingers: „Die Lösung, die Sie gewählt haben, Ihr Buch pseudonym erscheinen zu lassen, ist die glücklichste, und wird allen Teilen gerecht. Merkwürdig ist ja das Schisma in der Bonner theologischen Fakultät, und so ist es nicht zu verwundern, dass auch die anderen Kreise getrennter Meinung sind. Sie werden allen gerecht durch die gewählte glückliche Lösung. Ebenso werden Sie uns, den Herausgebern und dem Verleger der ,Bausteine‘ dadurch gerecht.“ […] Sein positives Fazit, dass nun Thomé allen gerecht geworden sei, sollte sich aber als Trugschluss herausstellen. Mit der Einreichung der Promotionsschrift an der philosophischen Fakultät der Universität Köln musste Thomé die kirchliche Erlaubnis zur Promotion beim Erzbischof von Köln erbitten […] die Verweigerung der Promotionserlaubnis durch Kardinal Schulte war das Ergebnis </span>(Briefzitate nach den im Nachlass <span class="ED-name">Thomé</span> befindlichen Schreiben Vaihingers vom 30.10.1921, 9.1.1922 <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> 30.1.1922).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-7"><span class="ED-app-num">7</span><a href="#app-editorial-7-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">eine Mannestat</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Raymund Schmidt an Josef Thomé, Leipzig, 28.1.1922; Nachlass Thomé, zitiert nach Heringer: Kirche im Konflikt (2022), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 109–110, <abbr title="Anmerkung" class="ED-abbr">Anm.</abbr> 262: <span class="ED-rdg">Ihr Entschluss hat mich sehr gefreut. Sie bekunden so einen intellektuellen Mut, der mir Hochachtung abnötigt. Mit Ihren Änderungen bin ich ganz einverstanden, und ich werde Alles tun, um von uns aus ein Ihnen lästiges Aufsehen zu vermeiden. Ihr Pseudonym wird geschützt.</span></div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-8"><span class="ED-app-num">8</span><a href="#app-editorial-8-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">„Atheismusstreit“</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Vaihinger: Die Philosophie des Als Ob und das Kantische System gegenüber einem Erneuerer des Atheismusstreites. In: Kant-Studien 21 ([1916]/1917), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 1–25. – <abbr title="dasselbe" class="ED-abbr">Dass.</abbr> in: Vaihinger (<abbr title="Herausgeber" class="ED-abbr">Hg.</abbr>), mit Bruno Bauch: Kant-Studien Bd. XXI. Heft 1. Fest-Heft zu Rudolf Euckens 70. Geburtstag. Redaktionsschluss am 15. Dezember 1915. Ausgegeben am 5. Januar 1916. Berlin: Reuther &amp; Reichard 1916, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 1–25. – Sonderdruck <abbr title="unter dem Titel" class="ED-abbr">u. d. T.</abbr>: Der Atheismusstreit gegen die Philosophie des Als Ob und das Kantische System. Berlin: Reuther &amp; Reichard 1916. 32 <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr></div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-9"><span class="ED-app-num">9</span><a href="#app-editorial-9-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">meine Abhandlung</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Vaihinger: Wie die Philosophie des Als Ob entstand. In: Die Philosophie der Gegenwart in Selbstdarstellungen <abbr title="Band" class="ED-abbr">Bd.</abbr> 2. <abbr title="Herausgeber" class="ED-abbr">Hg.</abbr> <abbr title="von " class="ED-abbr">v.</abbr> Raymund Schmidt. Leipzig: Meiner 1921, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 174–203.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-10"><span class="ED-app-num">10</span><a href="#app-editorial-10-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">kleinen Aufsatz</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Vaihinger: Ist die Philosophie des Als Ob Skeptizismus? In: Annalen der Philosophie. Mit besonderer Rücksicht auf die Probleme der Als Ob-Betrachtung 2 ([1920]/1921), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 532–537.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-11"><span class="ED-app-num">11</span><a href="#app-editorial-11-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Schrift über <span class="ED-name">Nietzsche</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Vaihinger: Nietzsche als Philosoph. Berlin: Reuther &amp; Reichard 1902 <abbr title="und öfter" class="ED-abbr">u. ö.</abbr></div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-12"><span class="ED-app-num">12</span><a href="#app-editorial-12-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Schriftstellern bekannten Geburtstagskalender</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Seitenhieb auf die im Vergleich zu Degeners Wer ist’s? sehr knapp gehaltenen Angaben in: Kürschners Deutscher Literatur-Kalender auf das Jahr 1922. <abbr title="Herausgeber" class="ED-abbr">Hg.</abbr> <abbr title="von " class="ED-abbr">v.</abbr> Gerhard Lüdtke <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> Erich Neuner. 40. <abbr title="Jahrgang" class="ED-abbr">Jg.</abbr> Berlin/Leipzig: de Gruyter 1922 (<abbr title="das ist" class="ED-abbr">d. i.</abbr> der letzte <abbr title="Jahrgang" class="ED-abbr">Jg.</abbr> vor der Teilung in einen Literatur- und einen Gelehrten-Kalender), <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> dort den Eintrag <abbr title="Spalte" class="ED-abbr">Sp.</abbr> 902: <span class="ED-rdg">Vaihinger, Hans, Kantforschung, [</span>hier drei Asterisken als Zeichen für <span class="ED-rdg">Philosophie], Dr. phil, o. UP. a. D., GRegR. Halle a. S., Reichardtstr. 15 (Nehren 25/9 52.) V: s. LK. 17 [</span>lies: <span class="ED-rdg">Verfasser: siehe Literatur-Kalender 1917].</span></div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-13"><span class="ED-app-num">13</span><a href="#app-editorial-13-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">„Psychologie der Frömmigkeit“</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Kappstein: Psychologie der Frömmigkeit. Studien und Bilder. Leipzig: Heinsius 1908.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-14"><span class="ED-app-num">14</span><a href="#app-editorial-14-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Buch von <span class="ED-name">Heiler</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Friedrich Heiler: Das Gebet. Eine religionsgeschichtliche und religionspsychologische Untersuchung. München: Reinhardt 1918 <abbr title="und öfter" class="ED-abbr">u. ö.</abbr></div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-15"><span class="ED-app-num">15</span><a href="#app-editorial-15-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">näher untersucht werden</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Vaihinger an Karl Girgensohn vom 21.9.1922 sowie die Antwort Girgensohns vom 7.10.1922.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-16"><span class="ED-app-num">16</span><a href="#app-editorial-16-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">1923 eine dritte</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>eine dritte Als-Ob-Konferenz fand erst zu Pfingsten 1925 statt, <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Vaihinger an Karl Girgensohn vom 23.5.1925.</div></div></body></html>