<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Julius Bab an Vaihinger, o. O. [Berlin], o. D. [nach 19.8.1921], 1 S., hs., um 90° gedreht auf der Rückseite eines Ts., Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 2 a, Nr. 1</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001425-2"/><style type="text/css">
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[nach 19.8.1921]</span>, <span class="ED-note">1 S., hs., um 90° gedreht auf der Rückseite eines Ts.</span>, <span class="ED-pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 2 a, Nr. 1</span></p><div class="ED-text"><p class="ED-salute">Sehr verehrter Herr Geheimrat</p><p class="ED-bibl">ich weiß nicht, ob Sie schon durch die Zeitungen von meinem <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-1" title="umstehend angedeuteten Fall ] der Text des Ts. lautet (das Zeichen / signalisiert Absatz): Allen Verlegern sowie den Redaktionen der Zeitschriften und Zeitungen, mit denen ich in beruflicher Beziehung stehe, teile ich das Folgende mit: / Ich muss um Nachsicht bitten, falls es mir in der nächsten Zeit nicht vollkommen gelingen sollte, meine übernommenen literarischen Verpflichtungen zu erfüllen. Ich bin nämlich soeben mit meinem ganzen Haushalt, zu dem (einige Untermieter eingerechnet) 9 Köpfe gehören, auf die Strasse gesetzt worden. Es ist dies das Werk des früheren Bäckermeisters Krische, der vor zwei Jahren Eigentümer des Mietshauses im Grunewald wurde, in dem ich vorher 11 Jahre im besten Frieden gewohnt hatte. Seitdem hat er ununterbrochen an dem nunmehr erreichten Resultat gearbeitet. Die zahlreichen Behörden, an die ich mich im Laufe der Zeit um Schutz wandte, haben teils nicht den guten Willen und teils nicht die Macht gehabt, mich zu schützen. Da meine Bibliothek auf dem Speicher steht, auch der grösste Teil meiner Papiere und Aufzeichnungen mir unzugänglich ist, und ich vor allen Dingen keinen eigenen Raum zum Wohnen und Arbeiten besitze, wird meine Arbeitsmöglichkeit in nächster Zeit naturgemäss sehr beschränkt sein. / Da ich vor der Hand keine eigene Adresse habe, erbitte ich Zuschriften nach Berlin W. 50. postlagernd. / Sehr geehrte Redaktion! / Die vorstehende private Mitteilung hat vielleicht in sofern ein überpersönliches Interesse, als sie erstens zeigt, wie es mit dem viel besprochenen Mieterschutz in Wahrheit bestellt ist, und zweitens, welche Achtung unsere Behörden vor der Existenz eines geistigen Arbeiters haben, wenn Hausbesitzerinteressen in Frage stehen. Ich wäre Ihnen deshalb sehr dankbar, wenn Sie nach Ihrem Ermessen wörtlich oder dem Sinne nach von vorstehender Mitteilung redaktionellen Gebrauch machen würden.&#xD;&#xA;">umstehend angedeuteten Fall</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-1" id="app-editorial-1-ref" title="umstehend angedeuteten Fall ] der Text des Ts. lautet (das Zeichen / signalisiert Absatz): Allen Verlegern sowie den Redaktionen der Zeitschriften und Zeitungen, mit denen ich in beruflicher Beziehung stehe, teile ich das Folgende mit: / Ich muss um Nachsicht bitten, falls es mir in der nächsten Zeit nicht vollkommen gelingen sollte, meine übernommenen literarischen Verpflichtungen zu erfüllen. Ich bin nämlich soeben mit meinem ganzen Haushalt, zu dem (einige Untermieter eingerechnet) 9 Köpfe gehören, auf die Strasse gesetzt worden. Es ist dies das Werk des früheren Bäckermeisters Krische, der vor zwei Jahren Eigentümer des Mietshauses im Grunewald wurde, in dem ich vorher 11 Jahre im besten Frieden gewohnt hatte. Seitdem hat er ununterbrochen an dem nunmehr erreichten Resultat gearbeitet. Die zahlreichen Behörden, an die ich mich im Laufe der Zeit um Schutz wandte, haben teils nicht den guten Willen und teils nicht die Macht gehabt, mich zu schützen. Da meine Bibliothek auf dem Speicher steht, auch der grösste Teil meiner Papiere und Aufzeichnungen mir unzugänglich ist, und ich vor allen Dingen keinen eigenen Raum zum Wohnen und Arbeiten besitze, wird meine Arbeitsmöglichkeit in nächster Zeit naturgemäss sehr beschränkt sein. / Da ich vor der Hand keine eigene Adresse habe, erbitte ich Zuschriften nach Berlin W. 50. postlagernd. / Sehr geehrte Redaktion! / Die vorstehende private Mitteilung hat vielleicht in sofern ein überpersönliches Interesse, als sie erstens zeigt, wie es mit dem viel besprochenen Mieterschutz in Wahrheit bestellt ist, und zweitens, welche Achtung unsere Behörden vor der Existenz eines geistigen Arbeiters haben, wenn Hausbesitzerinteressen in Frage stehen. Ich wäre Ihnen deshalb sehr dankbar, wenn Sie nach Ihrem Ermessen wörtlich oder dem Sinne nach von vorstehender Mitteilung redaktionellen Gebrauch machen würden.">[1]</a> gehört haben. Aber man sendet mir eben Ihren ausgezeichneten <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="Aufsatz ] vgl. Vaihinger: Adolf Hoffmann und Wilhelm von Bode. In: Saale-Zeitung, Morgen-Ausgabe, Nr. 385 vom 19.8.1921 (http://dx.doi.org/10.25673/opendata2-119854 (26.9.2024)).&#xD;&#xA;">Aufsatz</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="Aufsatz ] vgl. Vaihinger: Adolf Hoffmann und Wilhelm von Bode. In: Saale-Zeitung, Morgen-Ausgabe, Nr. 385 vom 19.8.1921 (http://dx.doi.org/10.25673/opendata2-119854 (26.9.2024)).">[2]</a> <span class="ED-name">Adolf Hoffmann</span> und <span class="ED-name">Wilhelm Bode</span> – und so nehme ich bestimmt an, daß Sie (auch abgesehen von meiner Person) der Sache <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="Interesse entgegenbringen ] die Zeitschrift Kant-Studien hat sich des Anliegens Julius Babs nicht angenommen.&#xD;&#xA;">Interesse entgegenbringen</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-3" id="app-editorial-3-ref" title="Interesse entgegenbringen ] die Zeitschrift Kant-Studien hat sich des Anliegens Julius Babs nicht angenommen.">[3]</a> werden.</p><p class="ED-p">Ergebenst grüßt Sie Ihr</p><p class="ED-signed">Julius Bab</p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">umstehend angedeuteten Fall</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>der Text des <abbr title="Typoskript" class="ED-abbr">Ts.</abbr> lautet (das Zeichen / signalisiert Absatz): <span class="ED-rdg">Allen Verlegern sowie den Redaktionen der Zeitschriften und Zeitungen, mit denen ich in beruflicher Beziehung stehe, teile ich das Folgende mit: / Ich muss um Nachsicht bitten, falls es mir in der nächsten Zeit nicht vollkommen gelingen sollte, meine übernommenen literarischen Verpflichtungen zu erfüllen. Ich bin nämlich soeben mit meinem ganzen Haushalt, zu dem (einige Untermieter eingerechnet) <u>9 Köpfe</u> gehören,</span> <span class="ED-rdg"><u>auf die Strasse gesetzt</u> worden. Es ist dies das Werk des früheren Bäckermeisters Krische, der vor zwei Jahren Eigentümer des Mietshauses im Grunewald wurde, in dem ich vorher 11 Jahre im besten Frieden gewohnt hatte. Seitdem hat er ununterbrochen an dem nunmehr erreichten Resultat gearbeitet. Die zahlreichen Behörden, an die ich mich im Laufe der Zeit um Schutz wandte, haben teils nicht den guten Willen und teils nicht die Macht gehabt, mich zu schützen. Da meine Bibliothek auf dem Speicher steht, auch der grösste Teil meiner Papiere und Aufzeichnungen mir unzugänglich ist, und ich vor allen Dingen keinen eigenen Raum zum Wohnen und Arbeiten besitze, wird meine Arbeitsmöglichkeit in nächster Zeit naturgemäss sehr beschränkt sein. / Da ich vor der Hand keine eigene Adresse habe, erbitte ich Zuschriften nach Berlin W. 50. postlagernd. / Sehr geehrte Redaktion! / Die vorstehende private Mitteilung hat vielleicht in sofern ein überpersönliches Interesse, als sie erstens zeigt, wie es mit dem viel besprochenen <u>Mieterschutz</u> in Wahrheit bestellt ist, und zweitens, welche Achtung unsere Behörden vor der <u>Existenz eines geistigen Arbeiters</u></span> <span class="ED-rdg">haben, wenn Hausbesitzerinteressen in Frage stehen. Ich wäre Ihnen deshalb sehr dankbar, wenn Sie nach Ihrem Ermessen wörtlich oder dem Sinne nach von vorstehender Mitteilung redaktionellen Gebrauch machen würden.</span></div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Aufsatz</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Vaihinger: Adolf Hoffmann und Wilhelm von Bode. In: Saale-Zeitung, Morgen-Ausgabe, <abbr title="Nummer" class="ED-abbr">Nr.</abbr> 385 vom 19.8.1921 (<span class="ED-link"><a href="http://dx.doi.org/10.25673/opendata2-119854">http://dx.doi.org/10.25673/opendata2-119854</a></span> (26.9.2024)).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-3"><span class="ED-app-num">3</span><a href="#app-editorial-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Interesse entgegenbringen</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>die Zeitschrift Kant-Studien hat sich des Anliegens <span class="ED-name">Julius Bab</span>s nicht angenommen.</div></div></body></html>