<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Paul Natorp an Vaihinger, Marburg, 17.11.1919, 4 S., hs., Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXIII, 1 b, Nr. 10</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001374-0"/><style type="text/css">
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Ich mußte mir die Sache noch erst etwas im Kopf herumgehen lassen, denn Sie werden begreifen, daß ich eine gewisse Scheu hege, <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="als Komponist ] vgl. Maximilian Abich: Kant-Gesellschaft. Bericht über die Allgemeine Mitgliederversammlung. (Generalversammlung) am Sonnabend, d. 29. und Sonntag, d. 30. Mai 1920. In: Kant-Studien 25 (1920), S. 470–477: Am Sonnabend, d. 29. und Sonntag, d. 30. Mai fand in Halle a. S. die satzungsmäßige Generalversammlung der Kant-Gesellschaft statt. Fünf Jahre hindurch hatten der Krieg und die durch ihn herbeigeführten Verhältnisse die Abhaltung der allgemeinen Mitgliederversammlung verhindert; so konnten wir zum erstenmal seit 1914 in diesem Jahre wieder zusammenkommen. Für die Entwicklung der Kant-Gesellschaft sind diese fünf Jahre von größter Bedeutung gewesen. […] Dieser Sachlage wollte die Geschäftsführung dadurch Rechnung tragen, daß sie eine Tagung von Donnerstag, den 27. bis Sonntag, den 30. Mai beabsichtigte und diese Tagung zu einem allgemeinen philosophischen Kongreß auszubauen gedachte. Aber die Verhältnisse erwiesen sich als stärker als diese Absicht. Die Schwierigkeiten der Reise und Unterbringung, vor allem auch die allgemeine Teuerung hätten einem großen Teil der Mitglieder einen mehrtägigen Aufenthalt in Halle unmöglich gemacht, und so sah sich die Geschäftsführung genötigt, die Versammlung auf Sonnabend Abend und Sonntag zu beschränken. Eine gewisse Erweiterung wurde dadurch gegeben, daß eine Anzahl von Freunden des Idealismus im Sinne der „Philosophie des Als Ob“ am Sonnabend eine Konferenz abhielten. […] Ein Bericht über die „Als Ob-Konferenz“ findet sich in Bd. II, Heft 4 der „Annalen der Philosophie“, herausgegeben von Hans Vaihinger und Raymund Schmidt. […] So war der Besuch doch ein recht guter (etwa 250 Teilnehmer), was auch dadurch ermöglicht wurde, daß eine Reihe von Mitgliedern und Professoren in Halle, außerdem noch andere, dort ansässige Familien Zimmer für die Teilnehmer umsonst oder mäßigen Preisen zur Verfügung gestellt hatte. Herr Priv.-Doz. Dr. Wichmann hatte die Verteilung der Zimmer und die Unterbringung in seiner Hand […] f) Eine Reihe von Persönlichkeiten, die sich teils um die Philosophie überhaupt, teils um die Kant-Gesellschaft besondere Verdienste erworben haben, wurde auf Vorschlag der Geschäftsführung zu Ehrenmitgliedern er wählt. Es sind dies die Herren: Eucken (Jena), Troeltsch, Riehl, Stammler (Berlin), Natorp (Marburg), Volkelt (Leipzig), Güttler (München), Höfler (Wien), Höffding (Kopenhagen), Geijer und Söderblohm (Upsala), Liljequist (Lund), Agathon Aall (Christiania) [vermutlich gemeint: Anathon Aall (1867–1943; https://www.catalogus-professorum-halensis.de/aallanathon.html (19.6.2024))], Heymans (Groningen), Sidler-Brunner (Luzern). […] e) Alle diese Miszellen bildeten gleichsam nur den Auftakt zu dem mit größter Spannung erwarteten Vortrag [am 30.5.1920] von Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Paul Natorp (Marburg): „Die Fortbildung des kritischen Idealismus, Rückblick und Vorblick.“ Der Vortrag bildet einen Teil eines größeren Werkes, in dem Natorp seine Fortbildung des Kritizismus niederlegen wird. f) Prof. Dr. Arthur Liebert sprach in seinem Korreferat über „Zukunftsaufgaben des Neukantianismus“. […] Mit diesem Vortrag schloß die Vormittagssitzung. Auf der Freitreppe des Aulagebäudes wurde im Auftrage des Verlages von August Scherl eine Aufnahme der zufällig anwesenden Teilnehmer gemacht, die in Heft 23 [vom 12.6.1920] S. 594 der Woche veröffentlicht worden ist [mit Natorp und Vaihinger im Vordergrund: https://archive.org/details/diewoche22.1920teil12janjun/page/n663/mode/2up (24.9.2024)]. […] Im unmittelbaren Anschluß an das Essen begann dann die Nachmittagstagung, die dem gerade gegenwärtig so bedeutungsvollen Problem der philosophischen Propädeutik gewidmet war. Als erster Redner sprach Gymnasialdirektor Geheimrat Dr. Goldbeck (Berlin) über „Die philosophische Propädeutik unter dem Gesichtspunkt der Jugendpsychologie“. Dieser Vortrag wird in einem der nächsten Hefte der Kant-Studien erscheinen […] Nach dem Abendessen [am 30.5.1920] versammelte sich in der Aula ein zahlreicher Hörerkreis, zu dem außer den Mitgliedern der Kant-Gesellschaft auch viele Nichtmitglieder zählten, die das Interesse an den musikalischen Schöpfungen eines Philosophen herbeigerufen hatte. Es waren wohl die ergreifendsten Stunden der ganzen Tagung, die wir hier, Natorps ernsten und feierlichen Kompositionen lauschend, verleben durften. In Frau Dina Mahlendorff (Sopran) sowie den Herren Privatdozent Dr. med. Grote (Klavier), Assistenzarzt Dr. med. Budde (Cello) und Konzertmeister Johannes Versteeg (Geige), sämtlich aus Halle, fanden die Werke Natorps feinsinnige und verständnisvolle Interpreten; außerordentlicher Beifall rief den Komponisten wiederholt auf das Podium. – Vgl. ferner https://www.campus-halensis.de/artikel/paul-natorp-der-philosoph-als-komponist/ bzw. Hörbeispiele der 1920 aufgeführten Stücke unter: https://vkjk.de/artikeldetails/kategorie/kammermusik/artikel/paul-natorp-der-philosoph-als-komponist.html (21.12.2021).&#xD;&#xA;">als Komponist</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="als Komponist ] vgl. Maximilian Abich: Kant-Gesellschaft. Bericht über die Allgemeine Mitgliederversammlung. (Generalversammlung) am Sonnabend, d. 29. und Sonntag, d. 30. Mai 1920. In: Kant-Studien 25 (1920), S. 470–477: Am Sonnabend, d. 29. und Sonntag, d. 30. Mai fand in Halle a. S. die satzungsmäßige Generalversammlung der Kant-Gesellschaft statt. Fünf Jahre hindurch hatten der Krieg und die durch ihn herbeigeführten Verhältnisse die Abhaltung der allgemeinen Mitgliederversammlung verhindert; so konnten wir zum erstenmal seit 1914 in diesem Jahre wieder zusammenkommen. Für die Entwicklung der Kant-Gesellschaft sind diese fünf Jahre von größter Bedeutung gewesen. […] Dieser Sachlage wollte die Geschäftsführung dadurch Rechnung tragen, daß sie eine Tagung von Donnerstag, den 27. bis Sonntag, den 30. Mai beabsichtigte und diese Tagung zu einem allgemeinen philosophischen Kongreß auszubauen gedachte. Aber die Verhältnisse erwiesen sich als stärker als diese Absicht. Die Schwierigkeiten der Reise und Unterbringung, vor allem auch die allgemeine Teuerung hätten einem großen Teil der Mitglieder einen mehrtägigen Aufenthalt in Halle unmöglich gemacht, und so sah sich die Geschäftsführung genötigt, die Versammlung auf Sonnabend Abend und Sonntag zu beschränken. Eine gewisse Erweiterung wurde dadurch gegeben, daß eine Anzahl von Freunden des Idealismus im Sinne der „Philosophie des Als Ob“ am Sonnabend eine Konferenz abhielten. […] Ein Bericht über die „Als Ob-Konferenz“ findet sich in Bd. II, Heft 4 der „Annalen der Philosophie“, herausgegeben von Hans Vaihinger und Raymund Schmidt. […] So war der Besuch doch ein recht guter (etwa 250 Teilnehmer), was auch dadurch ermöglicht wurde, daß eine Reihe von Mitgliedern und Professoren in Halle, außerdem noch andere, dort ansässige Familien Zimmer für die Teilnehmer umsonst oder mäßigen Preisen zur Verfügung gestellt hatte. Herr Priv.-Doz. Dr. Wichmann hatte die Verteilung der Zimmer und die Unterbringung in seiner Hand […] f) Eine Reihe von Persönlichkeiten, die sich teils um die Philosophie überhaupt, teils um die Kant-Gesellschaft besondere Verdienste erworben haben, wurde auf Vorschlag der Geschäftsführung zu Ehrenmitgliedern er wählt. Es sind dies die Herren: Eucken (Jena), Troeltsch, Riehl, Stammler (Berlin), Natorp (Marburg), Volkelt (Leipzig), Güttler (München), Höfler (Wien), Höffding (Kopenhagen), Geijer und Söderblohm (Upsala), Liljequist (Lund), Agathon Aall (Christiania) [vermutlich gemeint: Anathon Aall (1867–1943; https://www.catalogus-professorum-halensis.de/aallanathon.html (19.6.2024))], Heymans (Groningen), Sidler-Brunner (Luzern). […] e) Alle diese Miszellen bildeten gleichsam nur den Auftakt zu dem mit größter Spannung erwarteten Vortrag [am 30.5.1920] von Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Paul Natorp (Marburg): „Die Fortbildung des kritischen Idealismus, Rückblick und Vorblick.“ Der Vortrag bildet einen Teil eines größeren Werkes, in dem Natorp seine Fortbildung des Kritizismus niederlegen wird. f) Prof. Dr. Arthur Liebert sprach in seinem Korreferat über „Zukunftsaufgaben des Neukantianismus“. […] Mit diesem Vortrag schloß die Vormittagssitzung. Auf der Freitreppe des Aulagebäudes wurde im Auftrage des Verlages von August Scherl eine Aufnahme der zufällig anwesenden Teilnehmer gemacht, die in Heft 23 [vom 12.6.1920] S. 594 der Woche veröffentlicht worden ist [mit Natorp und Vaihinger im Vordergrund: https://archive.org/details/diewoche22.1920teil12janjun/page/n663/mode/2up (24.9.2024)]. […] Im unmittelbaren Anschluß an das Essen begann dann die Nachmittagstagung, die dem gerade gegenwärtig so bedeutungsvollen Problem der philosophischen Propädeutik gewidmet war. Als erster Redner sprach Gymnasialdirektor Geheimrat Dr. Goldbeck (Berlin) über „Die philosophische Propädeutik unter dem Gesichtspunkt der Jugendpsychologie“. Dieser Vortrag wird in einem der nächsten Hefte der Kant-Studien erscheinen […] Nach dem Abendessen [am 30.5.1920] versammelte sich in der Aula ein zahlreicher Hörerkreis, zu dem außer den Mitgliedern der Kant-Gesellschaft auch viele Nichtmitglieder zählten, die das Interesse an den musikalischen Schöpfungen eines Philosophen herbeigerufen hatte. Es waren wohl die ergreifendsten Stunden der ganzen Tagung, die wir hier, Natorps ernsten und feierlichen Kompositionen lauschend, verleben durften. In Frau Dina Mahlendorff (Sopran) sowie den Herren Privatdozent Dr. med. Grote (Klavier), Assistenzarzt Dr. med. Budde (Cello) und Konzertmeister Johannes Versteeg (Geige), sämtlich aus Halle, fanden die Werke Natorps feinsinnige und verständnisvolle Interpreten; außerordentlicher Beifall rief den Komponisten wiederholt auf das Podium. – Vgl. ferner https://www.campus-halensis.de/artikel/paul-natorp-der-philosoph-als-komponist/ bzw. Hörbeispiele der 1920 aufgeführten Stücke unter: https://vkjk.de/artikeldetails/kategorie/kammermusik/artikel/paul-natorp-der-philosoph-als-komponist.html (21.12.2021).">[2]</a> vor eine (wenn auch beschränkte) Öffentlichkeit zu treten, da ich auf diesem Felde doch am Ende Dilettant <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> mir mancher Schwächen selber sehr wohl bewußt bin – Schwächen, die ich am Ende überwunden hätte, wenn ich anders als in seltnen, oft durch weiten Abstand getrennten, stets spärlichen Ferientagen mich dieser geheimen Liebe hätte widmen können. Zumal einem Kreise, der zum Philosophieren zusammengekommen ist, meine Musik vorzusetzen, könnte manchem nicht ganz das Richtige zu sein scheinen. Auf der anderen Seite muß ich mich fragen, ob ich den nun doch einmal zum Leben geborenen Kindern dieser heimlichen Liebe die bescheidene Lebensmöglichkeit, die sich hier für sie bietet, abschneiden darf, zumal der feine <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="M. Frey ] Martin Frey (1872–1946), seit 1899 Klavierpädagoge und Komponist in Halle (DBE).&#xD;&#xA;">M. Frey</span></span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-3" id="app-editorial-3-ref" title="M. Frey ] Martin Frey (1872–1946), seit 1899 Klavierpädagoge und Komponist in Halle (DBE).">[3]</a> (den ich durch <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="meinen Sohn ] vermutlich gemeint: Johannes Adelbert Natorp (gerufen Hans, 1892–1972), Studienort nicht ermittelt, 1925–1931 Amtsrichter in Ziegenhain, danach in Marburg, vgl. Ottfried Keller: Die Gerichtsorganisation des Raumes Marburg im 19. und 20. Jahrhundert. Ein Beitrag zur Rechtsgeschichte der „Landschaft an der Lahn“. Marburg: Magistrat der Stadt 1982 (Marburger Stadtschriften zur Geschichte und Kultur Bd. 4), S. 144 u. 213. Der andere Sohn von Paul Natorp, Johann Friedrich Rudolf Natorp (gerufen Fritz, 1888–1948, nach anderen Angaben (ancestry.org) *1885) war Kunsterzieher in Schmalkalden (https://www.lagis-hessen.de/en/subjects/gsrec/current/1/sn/bio?q=natorp (24.9.2024)) und hat in Stuttgart offenbar zunächst Architektur studiert (vgl. Holhzhey: Cohen und Natorp Bd. 2, S. 386. Im Register wird dieser Beleg zwar für Hans Natorp ausgewiesen, da dieser jedoch Jura studierte, handelt es sich offenbar um eine Verwechselung). Beide Söhne veröffentlichten je eine Schrift: Hans Natorp: Der Mangel am Tatbestand (sein Verhältnis zum Versuch, untauglichen Versuch und Putativdelikt) und seine Strafbarkeit. Breslau: Schletter 1921; Friedrich Natorp: Grundlagen künstlerischer Erziehung. Augsburg: Filser 1930.&#xD;&#xA;">meinen Sohn</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-4" id="app-editorial-4-ref" title="meinen Sohn ] vermutlich gemeint: Johannes Adelbert Natorp (gerufen Hans, 1892–1972), Studienort nicht ermittelt, 1925–1931 Amtsrichter in Ziegenhain, danach in Marburg, vgl. Ottfried Keller: Die Gerichtsorganisation des Raumes Marburg im 19. und 20. Jahrhundert. Ein Beitrag zur Rechtsgeschichte der „Landschaft an der Lahn“. Marburg: Magistrat der Stadt 1982 (Marburger Stadtschriften zur Geschichte und Kultur Bd. 4), S. 144 u. 213. Der andere Sohn von Paul Natorp, Johann Friedrich Rudolf Natorp (gerufen Fritz, 1888–1948, nach anderen Angaben (ancestry.org) *1885) war Kunsterzieher in Schmalkalden (https://www.lagis-hessen.de/en/subjects/gsrec/current/1/sn/bio?q=natorp (24.9.2024)) und hat in Stuttgart offenbar zunächst Architektur studiert (vgl. Holhzhey: Cohen und Natorp Bd. 2, S. 386. Im Register wird dieser Beleg zwar für Hans Natorp ausgewiesen, da dieser jedoch Jura studierte, handelt es sich offenbar um eine Verwechselung). Beide Söhne veröffentlichten je eine Schrift: Hans Natorp: Der Mangel am Tatbestand (sein Verhältnis zum Versuch, untauglichen Versuch und Putativdelikt) und seine Strafbarkeit. Breslau: Schletter 1921; Friedrich Natorp: Grundlagen künstlerischer Erziehung. Augsburg: Filser 1930.">[4]</a>, welcher seinerzeit als Hallenser Student bei ihm Stunden nahm, kennen gelernt habe) sich ihrer so liebenswürdig annimmt.</p><p class="ED-p">Ich komme nun zu dem Schluß, daß Ihr Gedanke so am ehesten ohne Bedenken zu verwirklichen wäre, daß ich nicht mit dieser Beigabe <u>allein</u>, sondern auch, <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> zwar <u>hauptsächlich</u>, <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-5" title="mit einer philosophischen Gabe ] zu Natorps Vortrag vgl. Abich: Kant-Gesellschaft. Bericht über die Allgemeine Mitgliederversammlung. In: Kant-Studien 25 (1920), S. 470–477.&#xD;&#xA;">mit einer philosophischen Gabe</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-5" id="app-editorial-5-ref" title="mit einer philosophischen Gabe ] zu Natorps Vortrag vgl. Abich: Kant-Gesellschaft. Bericht über die Allgemeine Mitgliederversammlung. In: Kant-Studien 25 (1920), S. 470–477.">[5]</a> käme. Und das wäre mir, <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> vielleicht auch andern, noch aus andern Gründen nicht unwillkommen. Es ist nämlich durch manches in m<span class="ED-add">[einen]</span> letzten Schriften (mehr darüber bringt die neueste, eben fertig gedruckte, aber noch nicht erschienene <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-6" title="Schrift „Sozialidealismus“ ] vgl. Natorp: Sozial-Idealismus. Neue Richtlinien sozialer Erziehung. Berlin: Springer 1920. 2. Aufl. 1922. Die beiden letzten Kapitel tragen die Titel: Inhalt der sozialen Erziehung; Form und Ziel der sozialen Erziehung.&#xD;&#xA;">Schrift „Sozialidealismus“</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-6" id="app-editorial-6-ref" title="Schrift „Sozialidealismus“ ] vgl. Natorp: Sozial-Idealismus. Neue Richtlinien sozialer Erziehung. Berlin: Springer 1920. 2. Aufl. 1922. Die beiden letzten Kapitel tragen die Titel: Inhalt der sozialen Erziehung; Form und Ziel der sozialen Erziehung.">[6]</a> in den letzten 2 Kapiteln), auch durch Arbeiten meiner Schüler, bekannt geworden, daß ich seit einigen Jahren schon an einem vollständigen Umbau meiner Philosophie <span class="ED-pb">|</span> arbeite. Soeben noch hat <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-7" title="Hans Blüher in der „Tat“ ] vgl. Hans Blüher: Die Nachfolge Platons. In: Die Tat 11 (1919/1920), S. 589–602, hier S. 593: […] ich erinnere etwa an den Versuch der Marburger Schule, aus Platon einen Vorläufer Kants zu machen (wobei mir einfällt, daß der alte, ehrwürdige Natorp alle seine früheren Schriften verleugnet haben soll, und jetzt, im hohen Alter, vor neuen Entscheidungen steht) […].&#xD;&#xA;">Hans Blüher</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-7" title="Hans Blüher in der „Tat“ ] vgl. Hans Blüher: Die Nachfolge Platons. In: Die Tat 11 (1919/1920), S. 589–602, hier S. 593: […] ich erinnere etwa an den Versuch der Marburger Schule, aus Platon einen Vorläufer Kants zu machen (wobei mir einfällt, daß der alte, ehrwürdige Natorp alle seine früheren Schriften verleugnet haben soll, und jetzt, im hohen Alter, vor neuen Entscheidungen steht) […].&#xD;&#xA;"> in der „Tat“</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-7" id="app-editorial-7-ref" title="Hans Blüher in der „Tat“ ] vgl. Hans Blüher: Die Nachfolge Platons. In: Die Tat 11 (1919/1920), S. 589–602, hier S. 593: […] ich erinnere etwa an den Versuch der Marburger Schule, aus Platon einen Vorläufer Kants zu machen (wobei mir einfällt, daß der alte, ehrwürdige Natorp alle seine früheren Schriften verleugnet haben soll, und jetzt, im hohen Alter, vor neuen Entscheidungen steht) […].">[7]</a>, auf ein Gerede hin, daß ihm hier bei Gelegenheit eines Vortrags entgegengetreten sein mag, urbi et orbi verkündet, der „alte ehrwürdige <span class="ED-name">Natorp</span>“ habe alle seine bisherigen Schriften „verleugnet“ <abbr title="et cetera" class="ED-abbr">etc.</abbr> (Es ist also Verleugnung wenn man als alter Herr nicht mehr auf demselben Fleck steht wie vor 25 Jahren!). Da fühle ich – da eine voll genügende Darstellung meiner neuen Philosophie, obgleich diese in den Grundlinien mir jetzt schon ziemlich klar vor Augen steht, in der genauen Ausführung doch noch einige Zeit brauchen wird – selbst das Bedürfnis von meinem neuen Gedanken soviel bekanntzugeben, als hinreicht, Mythenbildungen darüber entgegenzutreten. Und dazu gäbe es ja keine schönere Gelegenheit als eine Tagung der Kantges<span class="ED-add">[ellschaft]</span>, zumal ich dieser schon früher über <span class="ED-name">Kant</span> u<span class="ED-add">[nd]</span> d<span class="ED-add">[ie]</span> Marb<span class="ED-add">[urger]</span> Schule <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-8" title="Rechenschaft gegeben ] am 27.4.1912, vgl. die Vortragsankündigung in Vaihinger, mit Arthur Liebert: Einladung zur Allgemeinen Mitgliederversammlung (General-Versammlung) am Sonnabend, den 27. April 1912. In: Kant-Studien 17 (1912), S. 190–192: 16:30 Uhr Paul Natorp: Kant und die Marburger Schule.&#xD;&#xA;">Rechenschaft gegeben</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-8" id="app-editorial-8-ref" title="Rechenschaft gegeben ] am 27.4.1912, vgl. die Vortragsankündigung in Vaihinger, mit Arthur Liebert: Einladung zur Allgemeinen Mitgliederversammlung (General-Versammlung) am Sonnabend, den 27. April 1912. In: Kant-Studien 17 (1912), S. 190–192: 16:30 Uhr Paul Natorp: Kant und die Marburger Schule.">[8]</a> habe. Ich würde, außer einer kurzen Darlegung des systematischen Grundplans, einiges im besondern ausführen über m<span class="ED-add">[einen]</span> Begriff der Poietik (Schaffensphilos<span class="ED-add">[ophie]</span>), die ich als 3tes <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-1" title="Systemglied ] mit Bleistift unterstrichen, am rechten Rd.: ?; über das Wort mit Blaustift von anderer Hd. geschrieben: Systemglied&#xD;&#xA;">Systemglied</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-1" id="app-philological-1-ref" title="Systemglied ] mit Bleistift unterstrichen, am rechten Rd.: ?; über das Wort mit Blaustift von anderer Hd. geschrieben: Systemglied">[a]</a> neben Theoretik <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> Praktik stelle (Ästh<span class="ED-add">[etik]</span> o<span class="ED-add">[der]</span> Kunstphilos<span class="ED-add">[ophie]</span> ist nur ein Teil davon); <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-2" title="ich würde daran anschließend ] Einfügung über der Zeile&#xD;&#xA;">ich würde daran anschließend</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-2" id="app-philological-2-ref" title="ich würde daran anschließend ] Einfügung über der Zeile">[b]</a> vielleicht auch noch meine neue Stellung zum Religionsproblem in Kürze darlegen; um auf der einen Seite der immer noch vorwaltenden Auffassung entgegenzutreten, als ob ich oder überhaupt die „Marburger Schule“, alles einem starren Rationalismus unterjochen wolle, <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-3" title="der … werde, ] Einfügung über der Zeile&#xD;&#xA;">der vor allem der Kunst und Religion nicht gerecht werde,</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-3" id="app-philological-3-ref" title="der … werde, ] Einfügung über der Zeile">[c]</a> <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-4" title="auf ] so wörtlich&#xD;&#xA;">auf</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-4" id="app-philological-4-ref" title="auf ] so wörtlich">[d]</a> der andern schiefen <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> übertriebenen Vorstellungen über meinen neuen Irrationalismus vorzubauen.</p><p class="ED-p">Nun werden Sie wahrscheinlich schon einen Vortragenden für die Tagung ins Auge gefaßt, vielleicht darüber schon abgeschlossen haben. Aber Sie schreiben <span class="ED-pb">|</span> von einer geplanten Erweiterung dieser Tagungen überhaupt. Da wäre es am Ende nicht ausgeschlossen, <u>zwei</u> größere Vorträge (sei es Vor- <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> Nachm<span class="ED-add">[ittags]</span> o<span class="ED-add">[der]</span> an 2 aufeinanderfolgenden Tagen) zu bringen, <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> dann an einem mehr der Geselligkeit <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> persönl<span class="ED-add">[ichen]</span> Aussprache gewidmeten Tage unter anderm <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-5" title="auch ] Einfügung über der Zeile&#xD;&#xA;">auch</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-5" id="app-philological-5-ref" title="auch ] Einfügung über der Zeile">[e]</a> das Konzert, etwa als Matinée <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-6" title="folgen zu lassen ] Einfügung über der Zeile&#xD;&#xA;">folgen zu lassen</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-6" id="app-philological-6-ref" title="folgen zu lassen ] Einfügung über der Zeile">[f]</a>. Es mag paradox erscheinen, daß ich, aus Bescheidenheit, nicht einmal sondern zweimal auftreten will, aber ich habe umgekehrt das Gefühl: wenn ich <u>nur</u> als Musiker komme (der ich doch nur sehr nebenbei <u>auch</u> bin), es eher als eine Art <u>persönlicher</u> Ehrung erscheint, als wenn dies eben nur eine <u>Zugabe</u> zu einer rechtschaffenen <u>philosophischen Leistung</u> sein will, die insofern sich an diese gut anschlösse, als sie mein inneres Verhältnis zur Kunst eben auch von dieser (allerdings persönlichen) Seite zum Ausdruck bringt.</p><p class="ED-p">Sollten Sie aber auch nur den Schimmer dieses Bedenkens haben, als ob dies zweifache Auftreten wenigstens einen Schein von Unbescheidenheit haben könnte – oder sollte überhaupt der ganze Gedanke mit Ihren Dispositionen sich schwer vereinigen lassen, so bitte ich Sie es mir ohne alle Umstände zu sagen. Ich bemerke noch, daß für die Osterzeit mir allerdings <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-9" title="noch etwas andres in Aussicht ] nicht ermittelt&#xD;&#xA;">noch etwas andres in Aussicht</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-9" id="app-editorial-9-ref" title="noch etwas andres in Aussicht ] nicht ermittelt">[9]</a> steht; genauere Zeitbestimmung erfuhr ich noch nicht, möglich aber, daß es ohnehin nicht kollidiert. Sie selbst schwankten ja noch zwischen Ostern <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> Pfingsten, <abbr title="und" class="ED-abbr"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-7" title="u. vielleicht ] mit Bleistift unterstrichen&#xD;&#xA;">u.</span></abbr><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-7" title="u. vielleicht ] mit Bleistift unterstrichen&#xD;&#xA;"> vielleicht</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-7" id="app-philological-7-ref" title="u. vielleicht ] mit Bleistift unterstrichen">[g]</a> sprechen eher für den späteren Termin die <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-8" title="Kohlennöte ] mit Bleistift doppelt unterstrichen sowie am linken Rd. mit Bleistiftkringel markiert&#xD;&#xA;">Kohlennöte</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-8" id="app-philological-8-ref" title="Kohlennöte ] mit Bleistift doppelt unterstrichen sowie am linken Rd. mit Bleistiftkringel markiert">[h]</a>. Aber all dergleichen ist ja überhaupt voraus unberechenbar; wer weiß ob nicht für die <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-10 app-philological-9" title="Pfingstwoche ] Pfingsten fiel auf 23.5./24.5.1920&#xD;&#xA;&#xD;&#xA;Pfingstwoche … wird. ] am linken Rd. mit Bleistiftkringel markiert&#xD;&#xA;">Pfingstwoche</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-10" id="app-editorial-10-ref" title="Pfingstwoche ] Pfingsten fiel auf 23.5./24.5.1920">[10]</a><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-9" title="Pfingstwoche … wird. ] am linken Rd. mit Bleistiftkringel markiert&#xD;&#xA;"> grade der Verkehr ganz gesperrt wird.</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-9" id="app-philological-9-ref" title="Pfingstwoche … wird. ] am linken Rd. mit Bleistiftkringel markiert">[i]</a> Schwierig genug wird eins wie das andre sein. Hoffentlich überstehen wir alle, selbst wir Alten, die üble Zeit noch leidlich. Gesundheitlich geht es mir noch immer über Erwarten gut, ich habe kaum je so arbeiten können wie in diesen <span class="ED-pb">|</span> <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-11" title="schweren Jahren ] nach Ende des I. Weltkriegs.&#xD;&#xA;">schweren Jahren</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-11" id="app-editorial-11-ref" title="schweren Jahren ] nach Ende des I. Weltkriegs.">[11]</a>; es ist nur viel zu viel, was ich noch schaffen möchte <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> könnte. Anders käme ich auch nicht darüber weg, denn noch hat unser armes Land und Volk das letzte der Not nicht ausgekostet.</p><p class="ED-p">Mit bestem Gruß Ihr</p><p class="ED-signed">P. Natorp.</p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar zum Textbefund</h2><div class="ED-app-philological" id="app-philological-1"><span class="ED-app-num">a</span><a href="#app-philological-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Systemglied</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>mit Bleistift unterstrichen, am rechten <abbr title="Rand" class="ED-abbr">Rd.</abbr>: <span class="ED-rdg">?</span>; über das Wort mit Blaustift von anderer <abbr title="Hand" class="ED-abbr">Hd.</abbr> geschrieben: <span class="ED-rdg">Systemglied</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-2"><span class="ED-app-num">b</span><a href="#app-philological-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">ich würde daran anschließend</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Einfügung über der Zeile</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-3"><span class="ED-app-num">c</span><a href="#app-philological-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-lem">der … werde,</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span> Einfügung über der Zeile</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-4"><span class="ED-app-num">d</span><a href="#app-philological-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">auf</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>so wörtlich</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-5"><span class="ED-app-num">e</span><a href="#app-philological-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">auch</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Einfügung über der Zeile</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-6"><span class="ED-app-num">f</span><a href="#app-philological-6-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">folgen zu lassen</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Einfügung über der Zeile</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-7"><span class="ED-app-num">g</span><a href="#app-philological-7-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> vielleicht</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>mit Bleistift unterstrichen</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-8"><span class="ED-app-num">h</span><a href="#app-philological-8-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Kohlennöte</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>mit Bleistift doppelt unterstrichen sowie am linken <abbr title="Rand" class="ED-abbr">Rd.</abbr> mit Bleistiftkringel markiert</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-9"><span class="ED-app-num">i</span><a href="#app-philological-9-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-lem">Pfingstwoche … wird.</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span> am linken <abbr title="Rand" class="ED-abbr">Rd.</abbr> mit Bleistiftkringel markiert</div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Ihren Brief vom 5.</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>nicht überliefert; dem Kontext nach eine Einladung Vaihingers an <span class="ED-name">Natorp</span>, sich mit der Aufführung eigener Musik an der Gestaltung der Jahresversammlung der Kantgesellschaft zu beteiligen, <abbr title="siehe unten" class="ED-abbr">s. u.</abbr></div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">als Komponist</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Maximilian Abich: Kant-Gesellschaft. Bericht über die Allgemeine Mitgliederversammlung. (Generalversammlung) am Sonnabend, d. 29. und Sonntag, d. 30. Mai 1920. In: Kant-Studien 25 (1920), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 470–477: <span class="ED-rdg">Am Sonnabend, d. 29. und Sonntag, d. 30. Mai fand in Halle a. S. die satzungsmäßige Generalversammlung der Kant-Gesellschaft statt. Fünf Jahre hindurch hatten der Krieg und die durch ihn herbeigeführten Verhältnisse die Abhaltung der allgemeinen Mitgliederversammlung verhindert; so konnten wir zum erstenmal seit 1914 in diesem Jahre wieder zusammenkommen. Für die Entwicklung der Kant-Gesellschaft sind diese fünf Jahre von größter Bedeutung gewesen. […] Dieser Sachlage wollte die Geschäftsführung dadurch Rechnung tragen, daß sie eine Tagung von Donnerstag, den 27. bis Sonntag, den 30. Mai beabsichtigte und diese Tagung zu einem allgemeinen philosophischen Kongreß auszubauen gedachte. Aber die Verhältnisse erwiesen sich als stärker als diese Absicht. Die Schwierigkeiten der Reise und Unterbringung, vor allem auch die allgemeine Teuerung hätten einem großen Teil der Mitglieder einen mehrtägigen Aufenthalt in Halle unmöglich gemacht, und so sah sich die Geschäftsführung genötigt, die Versammlung auf Sonnabend Abend und Sonntag zu beschränken. Eine gewisse Erweiterung wurde dadurch gegeben, daß eine Anzahl von Freunden des Idealismus im Sinne der „Philosophie des Als Ob“ am Sonnabend eine Konferenz abhielten. […] Ein Bericht über die „Als Ob-Konferenz“ findet sich in Bd. II, Heft 4 der „Annalen der Philosophie“, herausgegeben von Hans Vaihinger und Raymund Schmidt. […] So war der Besuch doch ein recht guter (etwa 250 Teilnehmer), was auch dadurch ermöglicht wurde, daß eine Reihe von Mitgliedern und Professoren in Halle, außerdem noch andere, dort ansässige Familien Zimmer für die Teilnehmer umsonst oder mäßigen Preisen zur Verfügung gestellt hatte. Herr Priv.-Doz. Dr. Wichmann hatte die Verteilung der Zimmer und die Unterbringung in seiner Hand […] f) Eine Reihe von Persönlichkeiten, die sich teils um die Philosophie überhaupt, teils um die Kant-Gesellschaft besondere Verdienste erworben haben, wurde auf Vorschlag der Geschäftsführung zu Ehrenmitgliedern er wählt. Es sind dies die Herren: Eucken (Jena), Troeltsch, Riehl, Stammler (Berlin), Natorp (Marburg), Volkelt (Leipzig), Güttler (München), Höfler (Wien), Höffding (Kopenhagen), Geijer und Söderblohm (Upsala), Liljequist (Lund), Agathon Aall (Christiania) [</span>vermutlich gemeint: Anathon Aall (1867–1943;<span class="ED-rdg"> </span><span class="ED-link"><a href="https://www.catalogus-professorum-halensis.de/aallanathon.html">https://www.catalogus-professorum-halensis.de/aallanathon.html</a></span> (19.6.2024))<span class="ED-rdg">], Heymans (Groningen), Sidler-Brunner (Luzern). […] e) Alle diese Miszellen bildeten gleichsam nur den Auftakt zu dem mit größter Spannung erwarteten Vortrag </span>[am 30.5.1920]<span class="ED-rdg"> von Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. Paul Natorp (Marburg): „Die Fortbildung des kritischen Idealismus, Rückblick und Vorblick.“ Der Vortrag bildet einen Teil eines größeren Werkes, in dem Natorp seine Fortbildung des Kritizismus niederlegen wird. f) Prof. Dr. Arthur Liebert sprach in seinem Korreferat über „Zukunftsaufgaben des Neukantianismus“. […] Mit diesem Vortrag schloß die Vormittagssitzung. Auf der Freitreppe des Aulagebäudes wurde im Auftrage des Verlages von August Scherl eine Aufnahme der zufällig anwesenden Teilnehmer gemacht, die in Heft 23 </span>[vom 12.6.1920]<span class="ED-rdg"> S. 594 der Woche veröffentlicht worden ist</span> [mit Natorp und Vaihinger im Vordergrund: <span class="ED-link"><a href="https://archive.org/details/diewoche22.1920teil12janjun/page/n663/mode/2up">https://archive.org/details/diewoche22.1920teil12janjun/page/n663/mode/2up</a></span> (24.9.2024)]<span class="ED-rdg">. […] Im unmittelbaren Anschluß an das Essen begann dann die Nachmittagstagung, die dem gerade gegenwärtig so bedeutungsvollen Problem der philosophischen Propädeutik gewidmet war. Als erster Redner sprach Gymnasialdirektor Geheimrat Dr. Goldbeck (Berlin) über „Die philosophische Propädeutik unter dem Gesichtspunkt der Jugendpsychologie“. Dieser Vortrag wird in einem der nächsten Hefte der Kant-Studien erscheinen […] Nach dem Abendessen [</span>am 30.5.1920<span class="ED-rdg">] versammelte sich in der Aula ein zahlreicher Hörerkreis, zu dem außer den Mitgliedern der Kant-Gesellschaft auch viele Nichtmitglieder zählten, die das Interesse an den musikalischen Schöpfungen eines Philosophen herbeigerufen hatte. Es waren wohl die ergreifendsten Stunden der ganzen Tagung, die wir hier, Natorps ernsten und feierlichen Kompositionen lauschend, verleben durften. In Frau Dina Mahlendorff (Sopran) sowie den Herren Privatdozent Dr. med. Grote (Klavier), Assistenzarzt Dr. med. Budde (Cello) und Konzertmeister Johannes Versteeg (Geige), sämtlich aus Halle, fanden die Werke Natorps feinsinnige und verständnisvolle Interpreten; außerordentlicher Beifall rief den Komponisten wiederholt auf das Podium.</span> – <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">Vgl.</abbr> ferner <span class="ED-link"><a href="https://www.campus-halensis.de/artikel/paul-natorp-der-philosoph-als-komponist/">https://www.campus-halensis.de/artikel/paul-natorp-der-philosoph-als-komponist/</a></span> <abbr title="beziehungsweise" class="ED-abbr">bzw.</abbr> Hörbeispiele der 1920 aufgeführten Stücke unter: <span class="ED-link"><a href="https://vkjk.de/artikeldetails/kategorie/kammermusik/artikel/paul-natorp-der-philosoph-als-komponist.html">https://vkjk.de/artikeldetails/kategorie/kammermusik/artikel/paul-natorp-der-philosoph-als-komponist.html</a></span> (21.12.2021).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-3"><span class="ED-app-num">3</span><a href="#app-editorial-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">M. Frey</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-name">Martin Frey</span> (1872–1946), seit 1899 Klavierpädagoge und Komponist in Halle (<abbr title="Deutsche Biographische Enzyklopädie" class="ED-abbr">DBE</abbr>).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-4"><span class="ED-app-num">4</span><a href="#app-editorial-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">meinen Sohn</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>vermutlich gemeint: <span class="ED-name">Johannes Adelbert Natorp</span> (gerufen Hans, 1892–1972), Studienort nicht ermittelt, 1925–1931 Amtsrichter in Ziegenhain, danach in Marburg, <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Ottfried Keller: Die Gerichtsorganisation des Raumes Marburg im 19. und 20. Jahrhundert. Ein Beitrag zur Rechtsgeschichte der „Landschaft an der Lahn“. Marburg: Magistrat der Stadt 1982 (Marburger Stadtschriften zur Geschichte und Kultur <abbr title="Band" class="ED-abbr">Bd.</abbr> 4), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 144 <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> 213. Der andere Sohn von <span class="ED-name">Paul Natorp</span>, <span class="ED-name">Johann Friedrich Rudolf Natorp</span> (gerufen Fritz, 1888–1948, nach anderen Angaben (ancestry.org) *1885) war Kunsterzieher in Schmalkalden (<span class="ED-link"><a href="https://www.lagis-hessen.de/en/subjects/gsrec/current/1/sn/bio?q=natorp">https://www.lagis-hessen.de/en/subjects/gsrec/current/1/sn/bio?q=natorp</a></span> (24.9.2024)) und hat in Stuttgart offenbar zunächst Architektur studiert (<abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Holhzhey: Cohen und Natorp <abbr title="Band" class="ED-abbr">Bd.</abbr> 2, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 386. Im Register wird dieser Beleg zwar für Hans Natorp ausgewiesen, da dieser jedoch Jura studierte, handelt es sich offenbar um eine Verwechselung). Beide Söhne veröffentlichten je eine Schrift: Hans Natorp: Der Mangel am Tatbestand (sein Verhältnis zum Versuch, untauglichen Versuch und Putativdelikt) und seine Strafbarkeit. Breslau: Schletter 1921; Friedrich Natorp: Grundlagen künstlerischer Erziehung. Augsburg: Filser 1930.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-5"><span class="ED-app-num">5</span><a href="#app-editorial-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">mit einer philosophischen Gabe</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>zu Natorps Vortrag <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Abich: Kant-Gesellschaft. Bericht über die Allgemeine Mitgliederversammlung. In: Kant-Studien 25 (1920), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 470–477.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-6"><span class="ED-app-num">6</span><a href="#app-editorial-6-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Schrift „Sozialidealismus“</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Natorp: Sozial-Idealismus. Neue Richtlinien sozialer Erziehung. Berlin: Springer 1920. 2. <abbr title="Auflage" class="ED-abbr">Aufl.</abbr> 1922. Die beiden letzten Kapitel tragen die Titel: Inhalt der sozialen Erziehung; Form und Ziel der sozialen Erziehung.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-7"><span class="ED-app-num">7</span><a href="#app-editorial-7-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Hans Blüher</span> in der „Tat“</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Hans Blüher: Die Nachfolge Platons. In: Die Tat 11 (1919/1920), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 589–602, hier <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 593: <span class="ED-rdg">[…] ich erinnere etwa an den Versuch der Marburger Schule, aus Platon einen Vorläufer Kants zu machen (wobei mir einfällt, daß der alte, ehrwürdige Natorp alle seine früheren Schriften verleugnet haben soll, und jetzt, im hohen Alter, vor neuen Entscheidungen steht) […].</span></div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-8"><span class="ED-app-num">8</span><a href="#app-editorial-8-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Rechenschaft gegeben</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>am 27.4.1912, <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> die Vortragsankündigung in Vaihinger, mit Arthur Liebert: Einladung zur Allgemeinen Mitgliederversammlung (General-Versammlung) am Sonnabend, den 27. April 1912. In: Kant-Studien 17 (1912), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 190–192: 16:30 Uhr Paul Natorp: Kant und die Marburger Schule.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-9"><span class="ED-app-num">9</span><a href="#app-editorial-9-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">noch etwas andres in Aussicht</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>nicht ermittelt</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-10"><span class="ED-app-num">10</span><a href="#app-editorial-10-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Pfingstwoche</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Pfingsten fiel auf 23.5./24.5.1920</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-11"><span class="ED-app-num">11</span><a href="#app-editorial-11-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">schweren Jahren</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>nach Ende des I. Weltkriegs.</div></div></body></html>