<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Alma von Hartmann an Vaihinger, Berlin, 18.4.1919, 3 S., hs., Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXII, 2 f, Nr. 5</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001367-2"/><style type="text/css">
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Alma von Hartmann an Vaihinger vom 2.4.1912 sowie die Ausschreibung der 6. Preisaufgabe der Kantgesellschaft: Eduard von Hartmanns „Kategorienlehre“ und ihre Bedeutung für die Philosophie der Gegenwart. In: Kant-Studien 17 (1912), S. 334–336. Preise wurden vergeben an Martha Ulrich, Nervenärztin aus Berlin (2. Preis: 1000 Mark) und Johannes Hessen, katholischer Theologe aus Lette bei Münster (3. Preis: 500 Mark; ein erster Preis wurde nicht vergeben), vgl. den Bericht in: Kant-Studien 24 (1919/1920), S. 182–195, mit Viten.&#xD;&#xA;">Ergebniß des Preisausschreibens</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-1" id="app-editorial-1-ref" title="Ergebniß des Preisausschreibens ] vgl. Alma von Hartmann an Vaihinger vom 2.4.1912 sowie die Ausschreibung der 6. Preisaufgabe der Kantgesellschaft: Eduard von Hartmanns „Kategorienlehre“ und ihre Bedeutung für die Philosophie der Gegenwart. In: Kant-Studien 17 (1912), S. 334–336. Preise wurden vergeben an Martha Ulrich, Nervenärztin aus Berlin (2. Preis: 1000 Mark) und Johannes Hessen, katholischer Theologe aus Lette bei Münster (3. Preis: 500 Mark; ein erster Preis wurde nicht vergeben), vgl. den Bericht in: Kant-Studien 24 (1919/1920), S. 182–195, mit Viten.">[1]</a> unterrichtet. Der Ausfall war mir überraschend. Eine Dame und ein katholischer Priester als Preisträger! Wenn ich mir denke, daß mein Gatte sich zeitlebens ablehnend verhalten hat gegen die allzu stark betonten Bildungsbestrebungen der Frauen, und den Kampf gegen den Katholizismus auf den Gebieten der Ethik und Politik mit allen ihm zu Gebote stehenden Kräften geführt hat, berührt es fast wie eine Ironie, daß grade eine Frau und ein katholischer Priester sich soweit in die <span class="ED-name">Hartmann</span>sche Gedankenwelt vertieft haben, daß sie im Preisausschreiben den Sieg davon getragen haben. Sowohl der Dame wie dem Priester ist es verwehrt, für Hartmann einzutreten, ersterer, weil ihr die <span class="ED-pb">|</span> von <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-1" title="Ihrem ] so wörtlich&#xD;&#xA;">Ihrem</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-1" id="app-philological-1-ref" title="Ihrem ] so wörtlich">[a]</a> Geschlecht gezogenen Grenzen das verwehren, letzterem, weil der Bann seiner Kirche ihn überall einengt; Sie können also ermessen, daß mir das Ergebniß des Preisausschreibens eine Enttäuschung bereitete. Das, was ich gewünscht hatte, ist nicht eingetroffen, daß nämlich eine größere Anzahl rein wissenschaftlicher Arbeit hingegebener junger Männer sich an dem Wettbewerb beteiligen und dadurch für das <span class="ED-name">Hartmann</span>sche Lebenswerk gewonnen werden sollten.</p><p class="ED-p">Meine Dankesschuld für die drei Herren, die sich der Mühen der Preisrichterschaft unterzogen haben, bleibt durch das Ergebniß selbstverständlich unvermindert.</p><p class="ED-p">Ebenso selbstverständlich ist es, daß ich die einmal <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="ausgesetzte Summe ] insgesamt 2500 Mark, vgl. Kant-Studien 17 (1912), S. 334.&#xD;&#xA;">ausgesetzte Summe</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="ausgesetzte Summe ] insgesamt 2500 Mark, vgl. Kant-Studien 17 (1912), S. 334.">[2]</a> nicht zum Teil wieder zurücknehme, sondern sie der Gesellschaft zur Verfügung stelle. Obgleich es mir auch hier als eine ganz eigentümliche Führung erscheint, daß ich <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="in einem Jahr zweimal ] andere Verpflichtung nicht ermittelt&#xD;&#xA;">in einem Jahr zweimal</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-3" id="app-editorial-3-ref" title="in einem Jahr zweimal ] andere Verpflichtung nicht ermittelt">[3]</a> veran<span class="ED-pb">|</span>laßt werde, beträchtliche Summen für Druckkosten anderer Autoren auszugeben, während mir der <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="Neudruck des „Sittlichen Bewußtseins“ ] vgl. Eduard von Hartmann: Phänomenologie des sittlichen Bewußtseins. Eine Entwicklung seiner mannigfaltigen Gestalten in ihrem inneren Zusammenhange. 3. Aufl. Berlin: Wegweiser-Verlag 1922 (2. Aufl. 1886).&#xD;&#xA;">Neudruck des „Sittlichen Bewußtseins“</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-4" id="app-editorial-4-ref" title="Neudruck des „Sittlichen Bewußtseins“ ] vgl. Eduard von Hartmann: Phänomenologie des sittlichen Bewußtseins. Eine Entwicklung seiner mannigfaltigen Gestalten in ihrem inneren Zusammenhange. 3. Aufl. Berlin: Wegweiser-Verlag 1922 (2. Aufl. 1886).">[4]</a>, das schon seit ungefähr sechs Jahren im Buchhandel vergriffen ist, eben wegen der hohen Druckkosten nicht vergönnt wird. Da ich nicht zu den Kriegsgewinnern, sondern sehr stark zu den Kriegsverlierern gehöre, ist mein früher nicht unbeträchtliches Vermögen durch Zuwendungen an meine Kinder so zusammengeschmolzen, daß ich nicht weiß, ob ich noch in der Lage sein werde, einen selbständigen Haushalt führen zu können, wenn <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-5" title="meine Tochter ] Leopoldine von Winterfeld&#xD;&#xA;">meine Tochter</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-5" id="app-editorial-5-ref" title="meine Tochter ] Leopoldine von Winterfeld">[5]</a> sich wieder von mir trennt. An eine Übernahme der etwa zwölftausend <abbr title="Monsieur" class="ED-abbr">M.</abbr> betragenden Druckkosten des „Sittlichen Bewußtseins“ darf ich also nicht denken, so sehr mir grade dieses Werk am Herzen liegt.</p><p class="ED-p">Mit verbindlichstem Gruß und Dank Ihre ergebene</p><p class="ED-signed">Alma v. Hartmann.</p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar zum Textbefund</h2><div class="ED-app-philological" id="app-philological-1"><span class="ED-app-num">a</span><a href="#app-philological-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Ihrem</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>so wörtlich</div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Ergebniß des Preisausschreibens</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Alma von Hartmann an Vaihinger vom 2.4.1912 sowie die Ausschreibung der 6. Preisaufgabe der Kantgesellschaft: <span class="ED-name">Eduard von Hartmann</span>s „Kategorienlehre“ und ihre Bedeutung für die Philosophie der Gegenwart. In: Kant-Studien 17 (1912), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 334–336. Preise wurden vergeben an <span class="ED-name">Martha Ulrich</span>, Nervenärztin aus Berlin (2. Preis: 1000 Mark) und <span class="ED-name">Johannes Hessen</span>, katholischer Theologe aus Lette bei Münster (3. Preis: 500 Mark; ein erster Preis wurde nicht vergeben), <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> den Bericht in: Kant-Studien 24 (1919/1920), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 182–195, mit Viten.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">ausgesetzte Summe</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>insgesamt 2500 Mark, <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Kant-Studien 17 (1912), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 334.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-3"><span class="ED-app-num">3</span><a href="#app-editorial-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">in einem Jahr zweimal</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>andere Verpflichtung nicht ermittelt</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-4"><span class="ED-app-num">4</span><a href="#app-editorial-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Neudruck des „Sittlichen Bewußtseins“</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Eduard von Hartmann: Phänomenologie des sittlichen Bewußtseins. Eine Entwicklung seiner mannigfaltigen Gestalten in ihrem inneren Zusammenhange. 3. <abbr title="Auflage" class="ED-abbr">Aufl.</abbr> Berlin: Wegweiser-Verlag 1922 (2. <abbr title="Auflage" class="ED-abbr">Aufl.</abbr> 1886).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-5"><span class="ED-app-num">5</span><a href="#app-editorial-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">meine Tochter</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-name">Leopoldine von Winterfeld</span></div></div></body></html>