<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Vaihinger an Oskar Walzel, Halle, 11.7.1916, 2 S., Ts. mit eU, Briefkopf (Stempel) Univ.-Prof. Dr. Vaihinger | Halle a. S. | Reichardtstrasse 15., Deutsches Literaturarchiv Marbach, A:Walzel 92.3</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001247-4"/><style type="text/css">
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Hofrath <abbr title="Professor" class="ED-abbr">Prof.</abbr> <abbr title="Doktor" class="ED-abbr">Dr.</abbr> Walzel, Dresden.</p><p class="ED-salute">Verehrtester Herr Kollege!</p><p class="ED-p">Haben Sie verbindlichsten Dank für die liebenswürdige Übersendung Ihres Vortrages: <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-1" title="„Die künstlerische Form des Dichtwerkes“ ] vom 24.11.1915, vgl. Walzel: Die künstlerische Form des Dichtwerks. In: Deutsche Abende im Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht. 3. Vortrag. Berlin: S. Mittler 1916.&#xD;&#xA;">„Die künstlerische Form des Dichtwerkes“</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-1" id="app-editorial-1-ref" title="„Die künstlerische Form des Dichtwerkes“ ] vom 24.11.1915, vgl. Walzel: Die künstlerische Form des Dichtwerks. In: Deutsche Abende im Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht. 3. Vortrag. Berlin: S. Mittler 1916.">[1]</a>, der einen so anschaulichen Einblick in die Probleme und in die Methoden Ihrer Formforschung gewährt. Die Analyse der verschiedenen Formelemente in ihrem Nebeneinander und in ihrem Ineinander ist eine höchst wertvolle Aufgabe, welche bisher ungebührlich in den Hintergrund getreten ist und es ist sicher ein grosses und wichtiges Ziel, das Sie der Literaturgeschichte stellen, nach dieser Seite hin die bisherigen rein historischen Forschungen durch ästhetische zu ergänzen. Es ist reizvoll, zu verfolgen, wie Sie an den Beispielen von <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="„Rosmersholm“ ] Drama von Henrik Ibsen (1886).&#xD;&#xA;">„Rosmersholm“</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="„Rosmersholm“ ] Drama von Henrik Ibsen (1886).">[2]</a>, und von <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="„Emilia Galotti“ ] Drama von Gotthold Ephraim Lessing (1772).&#xD;&#xA;">„Emilia Galotti“</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-3" id="app-editorial-3-ref" title="„Emilia Galotti“ ] Drama von Gotthold Ephraim Lessing (1772).">[3]</a> die architektonischen Bauformen aufzeigen, welche in der Anlage derartiger Dichtwerke zur Geltung kommen. Es ist eine wertvolle Bereicherung des Gesichtskreises, zu erkennen, dass der Dichter, wie der bildende Künstler, nach architektonisch-formalen Regeln verfährt, und es ist eine Bereicherung der Wissenschaft, diese Regeln, deren Befolgung den ästhetischen Reiz des Kunstwerkes ausmacht, dem Leser zum Bewusstsein zu bringen. Eine besondere Frage ist dabei, ob diese Regeln den betreffenden Dichtern stets voll und ganz zum Bewusstsein gekommen sind, aber auch der bildende Künstler verfährt wohl manchmal unbewusst. Aber meistens sind sich wohl Künstler und Dichter dieser Regeln bewusst. Sicher ist das der Fall bei den Dichtern, welche Sie behandeln, bei <span class="ED-name">Ibsen</span> und <span class="ED-name">Lessing</span>, bei <span class="ED-name">Zola</span>, bei der <span class="ED-name">Ricarda Huch</span> und bei <span class="ED-name">Klara Viebig</span>.</p><p class="ED-p">Die Übersicht Ihrer Beiträge zu diesen Forschungen am Schluss lässt den lebhaften Wunsch aufkommen, Sie möchten alle diese verschiedenen teilweise schwer zu erreichen Aufsätze bald <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="in einem Sammelbande ] Walzel hat das Thema seines Vortrages u. a. aufgenommen in ders.: Das Wortkunstwerk. Mittel seiner Erforschung. Leipzig: Quelle &amp; Meyer 1926.&#xD;&#xA;">in einem Sammelbande</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-4" id="app-editorial-4-ref" title="in einem Sammelbande ] Walzel hat das Thema seines Vortrages u. a. aufgenommen in ders.: Das Wortkunstwerk. Mittel seiner Erforschung. Leipzig: Quelle &amp; Meyer 1926.">[4]</a> veröffentlichen.</p><p class="ED-p">Mit collegialem Gruss Ihr ganz ergebener</p><p class="ED-signed">Vaihinger</p><hr class="ED-postscript"/><p class="ED-p"><abbr title="Post Skriptum" class="ED-abbr">P. S.</abbr> Ich erzählte Ihnen <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-5" title="in Dresden ] vgl. auch Vaihinger an Walzel vom 3.7.1916&#xD;&#xA;">in Dresden</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-5" id="app-editorial-5-ref" title="in Dresden ] vgl. auch Vaihinger an Walzel vom 3.7.1916">[5]</a> noch, dass auf meine Veranlassung hin vor einigen Jahren der Pastor <span class="ED-name">Sulze</span> in Dresden, welcher unterdessen gestorben ist, Nachforschungen in den Dresdener Archiven über die Anfänge des <span class="ED-name">Fichte</span>schen Atheismusstreits gemacht <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-1" title="hat. ] am Fuß der S.: Bitte wenden.&#xD;&#xA;">hat.</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-1" id="app-philological-1-ref" title="hat. ] am Fuß der S.: Bitte wenden.">[a]</a> <span class="ED-pb">|</span></p><p class="ED-p">Diese Forschungen von <span class="ED-name">Sulze</span> finden Sie veröffentlicht im 11. Band der Kantstudien, 1906, Seite 233 bis <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 239: „Neue Mitteilungen über Fichtes Atheismusprozess“.</p><p class="ED-p">Besonders bemerkenswert ist dabei der Anteil, den der damalige Dresdener Oberhofprediger <span class="ED-name">Reinhard</span> an der Sache hatte. <span class="ED-name">Reinhard</span> hatte früher selbst Vorlesungen über <span class="ED-name">Kant</span> in Wittenberg gehalten, welche daselbst im Druck erschienen sind. Näheres darüber finden sie im 2. Band der Kantstudien 1897, Seite 378 bis Seite 380. In meinem kleinen Artikel: „Ein Kantbibliographisches Kuriosum“.</p><p class="ED-p"><span class="ED-name">Reinhard</span> nahm im Dresdener Geistesleben eine sehr bedeutende Stellung ein. Er hat wohl noch in den Jahren 1814 bis 1818 gelebt. <span class="ED-name">Schopenhauer</span> hat schwerlich zu ihm den Weg gefunden.</p><p class="ED-p">Bemerkenswert ist noch, dass die erste Anklage des Dresdener Oberkonsistoriums sich <u>ausschliesslich gegen <span class="ED-name">Forberg</span></u> wendet, welcher in <span class="ED-name">Fichte</span>s Zeitschrift einen Artikel geschrieben hatte, in welchem er den Als Ob-Standpunkt vertrat. <span class="ED-name">Forberg</span> ist der wichtigste Vorgänger der Philosophie des Als Ob. Ich habe in meinem gleichnamigen Buche ihm und seiner „Religion des Als Ob“ einen grossen Abschnitt gewidmet. Seitdem ist man auf diesen Mann aufmerksam geworden. Es sind seitdem mehrere Schriften und Abhandlungen erschienen. Auch wird die <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-6" title="Neuausgabe seiner Publikationen geplant ] nicht nachgewiesen. Eine gesammelte Ausgabe der Schriften Friedrich Carl Forbergs erschien erst 2021, hg. v. Guido Naschert (Paderborn: Brill).&#xD;&#xA;">Neuausgabe seiner Publikationen geplant</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-6" id="app-editorial-6-ref" title="Neuausgabe seiner Publikationen geplant ] nicht nachgewiesen. Eine gesammelte Ausgabe der Schriften Friedrich Carl Forbergs erschien erst 2021, hg. v. Guido Naschert (Paderborn: Brill).">[6]</a>.</p><p class="ED-signed">V</p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar zum Textbefund</h2><div class="ED-app-philological" id="app-philological-1"><span class="ED-app-num">a</span><a href="#app-philological-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">hat.</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>am Fuß der <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr>: <span class="ED-rdg">Bitte wenden.</span></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">„Die künstlerische Form des Dichtwerkes“</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>vom 24.11.1915, <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Walzel: Die künstlerische Form des Dichtwerks. In: Deutsche Abende im Zentralinstitut für Erziehung und Unterricht. 3. Vortrag. Berlin: S. Mittler 1916.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">„Rosmersholm“</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Drama von <span class="ED-name">Henrik Ibsen</span> (1886).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-3"><span class="ED-app-num">3</span><a href="#app-editorial-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">„Emilia Galotti“</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Drama von <span class="ED-name">Gotthold Ephraim Lessing</span> (1772).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-4"><span class="ED-app-num">4</span><a href="#app-editorial-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">in einem Sammelbande</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-name">Walzel</span> hat das Thema seines Vortrages <abbr title="unter anderem" class="ED-abbr">u. a.</abbr> aufgenommen in <abbr title="derselbe" class="ED-abbr">ders.</abbr>: Das Wortkunstwerk. Mittel seiner Erforschung. Leipzig: Quelle &amp; Meyer 1926.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-5"><span class="ED-app-num">5</span><a href="#app-editorial-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">in Dresden</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> auch Vaihinger an Walzel vom 3.7.1916</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-6"><span class="ED-app-num">6</span><a href="#app-editorial-6-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Neuausgabe seiner Publikationen geplant</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>nicht nachgewiesen. Eine gesammelte Ausgabe der Schriften <span class="ED-name">Friedrich Carl Forberg</span>s erschien erst 2021, <abbr title="herausgegeben" class="ED-abbr">hg.</abbr> <abbr title="von " class="ED-abbr">v.</abbr> <span class="ED-name">Guido Naschert</span> (Paderborn: Brill).</div></div></body></html>