<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Rudolf von Valentini an Vaihinger, Berlin, 16.1.1913, 3 S., Ts. mit eU, Briefkopf Prägestempel: Wappen des Deutschen Reiches, darunter Geheimes Zivil-Kabinett | Sr. Majestät d. deutschen Kaisers | und Königs von Preussen, Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXIII, 8 i</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-001157-5"/><style type="text/css">
.ED-TEI {
font-family: serif;
line-height: 1.2em;
}
.ED-text {
border: 1px solid LightGray;
padding: 1em;
}
.ED-titleStmt,
.ED-app-title {
font-size: 1.1em;
font-family: serif;
font-style: italic;
font-weight: normal;
margin: 2em 0em 1em;
}
.ED-dateline {
text-align: right;
margin: 0em;
margin-top: 1em;
}
.ED-title,
.ED-p,
.ED-salute,
.ED-signed,
.ED-docAuthor {
text-indent: 0em;
margin: 0em;
margin-top: 1em;
}
.ED-p + .ED-p {
text-indent: 1em;
margin: 0em;
}
.ED-title + .ED-title,
.ED-dateline  + .ED-dateline,
.ED-salute    + .ED-salute,
.ED-signed    + .ED-signed,
.ED-docAuthor + .ED-docAuthor {
margin: 0em;
}
.ED-back,
.ED-postscript {
border: 1px solid LightGray;
margin: 1em 0em;
}
.ED-add,
.ED-pb {
color: Gray;
}
.ED-label-formprint {
font-family: sans-serif;
}
sup {
vertical-align: super;
font-size: 80%;
line-height: 100%;
}
a.ED-anchor {
font-style: normal;
vertical-align: super;
font-size: 80%;
line-height: 100%;
}
.ED-text-lem {
text-decoration: underline dotted;
}
.ED-app-philological,
.ED-app-editorial {
position: relative;
margin: .3em 0em;
margin-left: 2.5em;
font-style: italic;
}
.ED-app-num {
left: -2.5em;
}
.ED-app-corresp {
left: -.8em;
}
.ED-app-num,
.ED-app-corresp {
position: absolute;
text-indent: 0em;
font-style: normal;
}
.ED-lem,
.ED-lem-sep,
.ED-rdg {
font-style: normal;
}</style></head><body><div class="ED-TEI"><p class="ED-titleStmt"><span class="ED-persName-sent">Rudolf von Valentini</span> an <span class="ED-persName-received">Vaihinger</span>, <span class="ED-location-sent">Berlin</span>, <span class="ED-date">16.1.1913</span>, <span class="ED-note">3 S., Ts. mit eU, Briefkopf Prägestempel: Wappen des Deutschen Reiches, darunter </span><span class="ED-rdg">Geheimes Zivil-Kabinett | Sr. Majestät d. deutschen Kaisers | und Königs von Preussen</span>, <span class="ED-pubPlace">Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXIII, 8 i</span></p><div class="ED-text"><p class="ED-dateline">Berlin, den 16. Januar 1913.</p><p class="ED-p"><abbr title="Euere" class="ED-abbr">Ew.</abbr> Hochwohlgeboren teile ich in Erwiderung des gefälligen <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-1" title="Schreibens vom 20. Oktober 1911 ] nicht ermittelt. Vgl. den tags zuvor erschienenen Bericht und Kommentar von W. G.: Kaiserworte in Aachen. In: Saale-Zeitung, Nr. 492 vom 19.10.1911, Abend-Ausgabe, S. 1: Zu Aachen in seiner Kaiserpracht, im altertümlichen Saale hielt Kaiser Wilhelm II. gestern, als die Hülle von dem Denkmal seines Hochseligen Vaters gefallen war, eine Ansprache, die in einer Verherrlichung der deutschen Kaiserkrone gipfelte. […] Wir lassen nachstehend die Kaiserrede im Wortlaut folgen: Mein lieber Oberbürgermeister! […] Wenn ein Fürst gerade in Aachen ein Denkmal verdient hat, so war es mein in Gott ruhender Herr Vater. Von meiner Kindheit an habe ich beobachten können, mit welchem Interesse er sich dem Studium der deutschen Kaiser und ihrer Traditionen hingab und wie er von der Macht ihrer Stellung und von dem Glanz der alten deutschen Kaiserkrone erfüllt war. Wenn ich als Knabe in seinem Zimmer weilte und mein Wohlverhalten einen Lohn verdient hatte, ließ er mich in einem Prachtwerke blättern, in dem die Kleinodien, Insignien, Gewänder und Waffen der Kaiser und schließlich die Krone selbst in bunten Farben dargestellt waren. Wie leuchteten ihm die Augen, wenn er dabei von den Krönungsfeiern in Aachen mit ihren Zeremonien und Mählern erzählte. Von Karl dem Großen, von Kaiser Barbarossa und ihren Herrlichkeiten! Stets schloß er damit: „Das alles muß wiederkommen, die Macht des Reiches muß wiedererstehen und der Glanz der Kaiserkrone muß wieder aufleuchten! Barbarossa muß aus dem Kyffhäuser wieder erlöst werden!“ Und ihm war es von der Vorsehung beschieden, an der Ausführung des großen Werkes hervorragenden Anteil zu nehmen. Auf blutiger Walstatt half er dem ehrwürdigen Vater die Kaiserkrone und dem deutschen Volk die Einigung erringen. Vom Vater für meinen einstigen Beruf erzogen, wuchs ich heran in Bewunderung und Ehrfurcht vor der Kaiserkrone, die ich dann mit ihrer Last und Verantwortung von ihm übernommen [im Druck: überkommen] habe. Sie ist ein hehres Kleinod, von dem unter Gottes Schutz viel Segen für das Vaterland ausgegangen und das sich als ein Hort seiner nationalen Ehre bewährt hat. […] so ist es auch mit mir stets eine Freude gewesen, mein landesväterliches Interesse und Wohlwollen für Aachen betätigen zu können, in dessen Mauern hier im äußersten Westen der Monarchie deutsche Kultur und Eigenart eine durch viele hundertjährige Tradition ruhmvolle Vergangenheit festigte Stätte gefunden haben [im Druck: hauben]. […] (http://dx.doi.org/10.25673/opendata2-122062 (17.9.2024)).&#xD;&#xA;">Schreibens vom 20. Oktober 1911</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-1" id="app-editorial-1-ref" title="Schreibens vom 20. Oktober 1911 ] nicht ermittelt. Vgl. den tags zuvor erschienenen Bericht und Kommentar von W. G.: Kaiserworte in Aachen. In: Saale-Zeitung, Nr. 492 vom 19.10.1911, Abend-Ausgabe, S. 1: Zu Aachen in seiner Kaiserpracht, im altertümlichen Saale hielt Kaiser Wilhelm II. gestern, als die Hülle von dem Denkmal seines Hochseligen Vaters gefallen war, eine Ansprache, die in einer Verherrlichung der deutschen Kaiserkrone gipfelte. […] Wir lassen nachstehend die Kaiserrede im Wortlaut folgen: Mein lieber Oberbürgermeister! […] Wenn ein Fürst gerade in Aachen ein Denkmal verdient hat, so war es mein in Gott ruhender Herr Vater. Von meiner Kindheit an habe ich beobachten können, mit welchem Interesse er sich dem Studium der deutschen Kaiser und ihrer Traditionen hingab und wie er von der Macht ihrer Stellung und von dem Glanz der alten deutschen Kaiserkrone erfüllt war. Wenn ich als Knabe in seinem Zimmer weilte und mein Wohlverhalten einen Lohn verdient hatte, ließ er mich in einem Prachtwerke blättern, in dem die Kleinodien, Insignien, Gewänder und Waffen der Kaiser und schließlich die Krone selbst in bunten Farben dargestellt waren. Wie leuchteten ihm die Augen, wenn er dabei von den Krönungsfeiern in Aachen mit ihren Zeremonien und Mählern erzählte. Von Karl dem Großen, von Kaiser Barbarossa und ihren Herrlichkeiten! Stets schloß er damit: „Das alles muß wiederkommen, die Macht des Reiches muß wiedererstehen und der Glanz der Kaiserkrone muß wieder aufleuchten! Barbarossa muß aus dem Kyffhäuser wieder erlöst werden!“ Und ihm war es von der Vorsehung beschieden, an der Ausführung des großen Werkes hervorragenden Anteil zu nehmen. Auf blutiger Walstatt half er dem ehrwürdigen Vater die Kaiserkrone und dem deutschen Volk die Einigung erringen. Vom Vater für meinen einstigen Beruf erzogen, wuchs ich heran in Bewunderung und Ehrfurcht vor der Kaiserkrone, die ich dann mit ihrer Last und Verantwortung von ihm übernommen [im Druck: überkommen] habe. Sie ist ein hehres Kleinod, von dem unter Gottes Schutz viel Segen für das Vaterland ausgegangen und das sich als ein Hort seiner nationalen Ehre bewährt hat. […] so ist es auch mit mir stets eine Freude gewesen, mein landesväterliches Interesse und Wohlwollen für Aachen betätigen zu können, in dessen Mauern hier im äußersten Westen der Monarchie deutsche Kultur und Eigenart eine durch viele hundertjährige Tradition ruhmvolle Vergangenheit festigte Stätte gefunden haben [im Druck: hauben]. […] (http://dx.doi.org/10.25673/opendata2-122062 (17.9.2024)).">[1]</a>, betreffend <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="ein aus dem Grabe Karls des Großen stammendes Kleinod ] Zusammenhang unklar, Forderung einer Rückgabe nach Deutschland für 1911 nicht ermittelt. Im Aachener Münster fanden 1910–1914 umfangreiche Ausgrabungen statt (vgl. Sebastian Ristow: Karl der Große und Aachen. In: Archäologie in Deutschland, Nr. 3 von Juni–Juli 2017, S. 60–63) mit dem Ziel, die ursprüngliche Stelle des Grabes Karls des Großen aufzudecken, wie in Saale-Zeitung, Nr. 495 vom 22.10.1910, Morgen-Ausgabe, S. 5 (http://dx.doi.org/10.25673/opendata2-122075 (17.9.2024)) berichtet wird, innerhalb der Meldung der Entdeckung des Grabes von Otto III: In der Nähe des Sarkophags lagen eine Anzahl silberne und kupferne Münzen aus der Zeit der ersten französischen Revolution und von Kaiser Joseph II. von Oesterreich. Jedenfalls rühren sie aus der Zeit des Bischofs Berdolet her, der das Grab, aber nicht den Sarkophag öffnen ließ.&#xD;&#xA;">ein aus dem Grabe </span><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="ein aus dem Grabe Karls des Großen stammendes Kleinod ] Zusammenhang unklar, Forderung einer Rückgabe nach Deutschland für 1911 nicht ermittelt. Im Aachener Münster fanden 1910–1914 umfangreiche Ausgrabungen statt (vgl. Sebastian Ristow: Karl der Große und Aachen. In: Archäologie in Deutschland, Nr. 3 von Juni–Juli 2017, S. 60–63) mit dem Ziel, die ursprüngliche Stelle des Grabes Karls des Großen aufzudecken, wie in Saale-Zeitung, Nr. 495 vom 22.10.1910, Morgen-Ausgabe, S. 5 (http://dx.doi.org/10.25673/opendata2-122075 (17.9.2024)) berichtet wird, innerhalb der Meldung der Entdeckung des Grabes von Otto III: In der Nähe des Sarkophags lagen eine Anzahl silberne und kupferne Münzen aus der Zeit der ersten französischen Revolution und von Kaiser Joseph II. von Oesterreich. Jedenfalls rühren sie aus der Zeit des Bischofs Berdolet her, der das Grab, aber nicht den Sarkophag öffnen ließ.&#xD;&#xA;">Karls des Großen</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="ein aus dem Grabe Karls des Großen stammendes Kleinod ] Zusammenhang unklar, Forderung einer Rückgabe nach Deutschland für 1911 nicht ermittelt. Im Aachener Münster fanden 1910–1914 umfangreiche Ausgrabungen statt (vgl. Sebastian Ristow: Karl der Große und Aachen. In: Archäologie in Deutschland, Nr. 3 von Juni–Juli 2017, S. 60–63) mit dem Ziel, die ursprüngliche Stelle des Grabes Karls des Großen aufzudecken, wie in Saale-Zeitung, Nr. 495 vom 22.10.1910, Morgen-Ausgabe, S. 5 (http://dx.doi.org/10.25673/opendata2-122075 (17.9.2024)) berichtet wird, innerhalb der Meldung der Entdeckung des Grabes von Otto III: In der Nähe des Sarkophags lagen eine Anzahl silberne und kupferne Münzen aus der Zeit der ersten französischen Revolution und von Kaiser Joseph II. von Oesterreich. Jedenfalls rühren sie aus der Zeit des Bischofs Berdolet her, der das Grab, aber nicht den Sarkophag öffnen ließ.&#xD;&#xA;"> stammendes Kleinod</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="ein aus dem Grabe Karls des Großen stammendes Kleinod ] Zusammenhang unklar, Forderung einer Rückgabe nach Deutschland für 1911 nicht ermittelt. Im Aachener Münster fanden 1910–1914 umfangreiche Ausgrabungen statt (vgl. Sebastian Ristow: Karl der Große und Aachen. In: Archäologie in Deutschland, Nr. 3 von Juni–Juli 2017, S. 60–63) mit dem Ziel, die ursprüngliche Stelle des Grabes Karls des Großen aufzudecken, wie in Saale-Zeitung, Nr. 495 vom 22.10.1910, Morgen-Ausgabe, S. 5 (http://dx.doi.org/10.25673/opendata2-122075 (17.9.2024)) berichtet wird, innerhalb der Meldung der Entdeckung des Grabes von Otto III: In der Nähe des Sarkophags lagen eine Anzahl silberne und kupferne Münzen aus der Zeit der ersten französischen Revolution und von Kaiser Joseph II. von Oesterreich. Jedenfalls rühren sie aus der Zeit des Bischofs Berdolet her, der das Grab, aber nicht den Sarkophag öffnen ließ.">[2]</a> ergebenst mit, daß zunächst festgestellt worden ist, welche Wertgegenstände s<span class="ED-add">[einer]</span> Z<span class="ED-add">[eit]</span> der <span class="ED-name">Kaiser Napoleon</span> von dem Aachener Stiftskapitel zum Geschenk erhalten hat. Nach dem Ergebnis dieser Feststellungen haben im Jahre 1804 der Aachener <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="Bischof Berdolet ] Marc-Antoine Berdolet (1790–1809), seit 1802 Bischof des neu gegründeten Bistums Aachen (ADB).&#xD;&#xA;">Bischof </span><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3 app-philological-1" title="Bischof Berdolet ] Marc-Antoine Berdolet (1790–1809), seit 1802 Bischof des neu gegründeten Bistums Aachen (ADB).&#xD;&#xA;&#xD;&#xA;Berdolet ] gesperrt&#xD;&#xA;">Berdolet</span></span><span class="ED-name"><a class="ED-anchor" href="#app-philological-1" id="app-philological-1-ref" title="Berdolet ] gesperrt">[a]</a></span><span class="ED-name"><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-3" id="app-editorial-3-ref" title="Bischof Berdolet ] Marc-Antoine Berdolet (1790–1809), seit 1802 Bischof des neu gegründeten Bistums Aachen (ADB).">[3]</a></span> und das dortige Stiftskapitel der <span class="ED-name">Kaiserin Joséphine</span> eine Reihe von Kleinodien beziehungsweise Reliquien insbesondere 2 kostbare Kleinodien aus dem Grabe <span class="ED-name">Karls des </span><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-2" title="Großen ] darunter Kustode zum und Adresse: An | den Geheimen Regierungsrat | Herrn Professor Dr. Vaihinger | Hochwohlgeboren | Halle a/S. | 91.&#xD;&#xA;">Großen</span></span><span class="ED-name"><a class="ED-anchor" href="#app-philological-2" id="app-philological-2-ref" title="Großen ] darunter Kustode zum und Adresse: An | den Geheimen Regierungsrat | Herrn Professor Dr. Vaihinger | Hochwohlgeboren | Halle a/S. | 91.">[b]</a></span> <span class="ED-pb">|</span> zum Geschenk gemacht. Nach dem Tode der Kaiserin gingen diese Wertstücke zum Teil auf ihre Tochter, die <span class="ED-name">Königin Hortense</span>, zum Teil auf ihren Sohn, den <span class="ED-name">Vizekönig Eugen</span> über. Erstere vererbte die ihr gehörigen Stücke auf <span class="ED-name">Napoleon III</span> beziehungsweise die <span class="ED-name">Kaiserin Eugénie</span>, letzterer auf die Herzoglich Leuchtenberg’sche Familie. Die <span class="ED-name">Kaiserin Eugénie</span> hat im Jahre 1872 die Bitte des von dem Aachener Stiftskapitel zu ihr entsandten Stiftsherren <span class="ED-name">Leopold Grafen </span><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-3" title="von Spee ] Name gesperrt&#xD;&#xA;">von Spee</span></span><span class="ED-name"><a class="ED-anchor" href="#app-philological-3" id="app-philological-3-ref" title="von Spee ] Name gesperrt">[c]</a></span> um Rückgewähr der ihr gehörigen Kleinodien aus prinzipiellen Gründen abgelehnt, und es erscheint daher untunlich, eine Wiederaufnahme dieser Bitte durch seine Majestät den Kaiser und König anzuregen. Andererseits haben die von der Deutschen Botschaft in <abbr title="Sankt" class="ED-abbr">St.</abbr> Petersburg angestellten Ermittelungen nach dem Verbleib der auf die Herzoglich Leuchtenberg’sche Familie übergegangenen Wertstücke zu einem völlig negativen Ergebnis <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-4" title="geführt. ] darunter Kustode Ins-&#xD;&#xA;">geführt.</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-4" id="app-philological-4-ref" title="geführt. ] darunter Kustode Ins-">[d]</a> <span class="ED-pb">|</span></p><p class="ED-p">Insbesondere befinden dieselben sich weder im Besitz des jetzigen Hauptes dieser Familie, Seiner Kaiserlichen Hoheit des Herzogs <span class="ED-name">Nicolaus Maximilianowitsch von Leuchtenberg</span>, Fürsten Romanowsky noch auch seines Bruders.</p><p class="ED-p"><abbr title="Euere" class="ED-abbr">Ew.</abbr> Hochwohlgeboren verfehle ich nicht mit verbindlichstem Dank für die freundlichen Mitteilungen in dem Schreiben vom 20. Oktober 1911 von vorstehenden Feststellungen ergebenst in Kenntnis zu setzen.</p><p class="ED-p">Der Geheime Kabinetts-Rat, Wirkliche Geheime Rat.</p><p class="ED-signed">v Valentini.</p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar zum Textbefund</h2><div class="ED-app-philological" id="app-philological-1"><span class="ED-app-num">a</span><a href="#app-philological-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Berdolet</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>gesperrt</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-2"><span class="ED-app-num">b</span><a href="#app-philological-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Großen</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>darunter Kustode <span class="ED-rdg">zum</span> und Adresse: <span class="ED-rdg">An | den Geheimen Regierungsrat | Herrn Professor Dr. Vaihinger | Hochwohlgeboren | Halle a/S. | 91.</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-3"><span class="ED-app-num">c</span><a href="#app-philological-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">von Spee</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Name gesperrt</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-4"><span class="ED-app-num">d</span><a href="#app-philological-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">geführt.</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>darunter Kustode <span class="ED-rdg">Ins-</span></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Schreibens vom 20. Oktober 1911</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>nicht ermittelt. <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">Vgl.</abbr> den tags zuvor erschienenen Bericht und Kommentar von W. G.: Kaiserworte in Aachen. In: Saale-Zeitung, <abbr title="Nummer" class="ED-abbr">Nr.</abbr> 492 vom 19.10.1911, Abend-Ausgabe, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 1: <span class="ED-rdg">Zu Aachen in seiner Kaiserpracht, im altertümlichen Saale hielt Kaiser Wilhelm II. gestern, als die Hülle von dem Denkmal seines Hochseligen Vaters gefallen war, eine Ansprache, die in einer Verherrlichung der deutschen Kaiserkrone gipfelte. […] Wir lassen nachstehend die Kaiserrede im Wortlaut folgen: Mein lieber Oberbürgermeister! […] Wenn ein Fürst gerade in Aachen ein Denkmal verdient hat, so war es mein in Gott ruhender Herr Vater. Von meiner Kindheit an habe ich beobachten können, mit welchem Interesse er sich dem Studium der deutschen Kaiser und ihrer Traditionen hingab und wie er von der Macht ihrer Stellung und von dem Glanz der alten deutschen Kaiserkrone erfüllt war. Wenn ich als Knabe in seinem Zimmer weilte und mein Wohlverhalten einen Lohn verdient hatte, ließ er mich in einem Prachtwerke blättern, in dem die Kleinodien, Insignien, Gewänder und Waffen der Kaiser und schließlich die Krone selbst in bunten Farben dargestellt waren. Wie leuchteten ihm die Augen, wenn er dabei von den Krönungsfeiern in Aachen mit ihren Zeremonien und Mählern erzählte. Von Karl dem Großen, von Kaiser Barbarossa und ihren Herrlichkeiten! Stets schloß er damit: „Das alles muß wiederkommen, die Macht des Reiches muß wiedererstehen und der Glanz der Kaiserkrone muß wieder aufleuchten! Barbarossa muß aus dem Kyffhäuser wieder erlöst werden!“ Und ihm war es von der Vorsehung beschieden, an der Ausführung des großen Werkes hervorragenden Anteil zu nehmen. Auf blutiger Walstatt half er dem ehrwürdigen Vater die Kaiserkrone und dem deutschen Volk die Einigung erringen. Vom Vater für meinen einstigen Beruf erzogen, wuchs ich heran in Bewunderung und Ehrfurcht vor der Kaiserkrone, die ich dann mit ihrer Last und Verantwortung von ihm übernommen [</span>im Druck:<span class="ED-rdg"> überkommen] habe. Sie ist ein hehres Kleinod, von dem unter Gottes Schutz viel Segen für das Vaterland ausgegangen und das sich als ein Hort seiner nationalen Ehre bewährt hat. […] so ist es auch mit mir stets eine Freude gewesen, mein landesväterliches Interesse und Wohlwollen für Aachen betätigen zu können, in dessen Mauern hier im äußersten Westen der Monarchie deutsche Kultur und Eigenart eine durch viele hundertjährige Tradition ruhmvolle Vergangenheit festigte Stätte gefunden haben [</span>im Druck:<span class="ED-rdg"> hauben]. […]</span> (<span class="ED-link"><a href="http://dx.doi.org/10.25673/opendata2-122062">http://dx.doi.org/10.25673/opendata2-122062</a></span> (17.9.2024)).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">ein aus dem Grabe <span class="ED-name">Karls des Großen</span> stammendes Kleinod</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Zusammenhang unklar, Forderung einer Rückgabe nach Deutschland für 1911 nicht ermittelt. Im Aachener Münster fanden 1910–1914 umfangreiche Ausgrabungen statt (<abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Sebastian Ristow: Karl der Große und Aachen. In: Archäologie in Deutschland, <abbr title="Nummer" class="ED-abbr">Nr.</abbr> 3 von Juni–Juli 2017, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 60–63) mit dem Ziel, <span class="ED-rdg">die ursprüngliche Stelle des Grabes Karls des Großen aufzudecken</span>, wie in Saale-Zeitung, <abbr title="Nummer" class="ED-abbr">Nr.</abbr> 495 vom 22.10.1910, Morgen-Ausgabe, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 5 (<span class="ED-link"><a href="http://dx.doi.org/10.25673/opendata2-122075">http://dx.doi.org/10.25673/opendata2-122075</a></span> (17.9.2024)) berichtet wird, innerhalb der Meldung der Entdeckung des Grabes von Otto III: <span class="ED-rdg">In der Nähe des Sarkophags lagen eine Anzahl silberne und kupferne Münzen aus der Zeit der ersten französischen Revolution und von Kaiser Joseph II. von Oesterreich. Jedenfalls rühren sie aus der Zeit des Bischofs Berdolet her, der das Grab, aber nicht den Sarkophag öffnen ließ.</span></div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-3"><span class="ED-app-num">3</span><a href="#app-editorial-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Bischof <span class="ED-name">Berdolet</span><span class="ED-name"/></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-name">Marc-Antoine Berdolet</span> (1790–1809), seit 1802 Bischof des neu gegründeten Bistums Aachen (<abbr title="Allgemeine Deutsche Biographie" class="ED-abbr">ADB</abbr>).</div></div></body></html>