<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Vaihinger an Hans Lindau, Halle, 26.4.1909, 5 S., hs. (andere Hd., mit eU), Briefkopf KANTGESELLSCHAFT. | GESCHÄFTSFÜHRER: PROF. DR. H. VAIHINGER | Halle a. S., d. … 190 | Reichardtstr. 15., Deutsches Literaturarchiv Marbach, A:Lindau, Paul 59.613/1–12</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000996-9"/><style type="text/css">
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Wenn nicht 7 Arbeiten eingelaufen wären, darunter 3 welche prämiert worden sind, so hätte sicher Ihre Arbeit auch einen Preis davongetragen, denn sie wurde unmittelbar nach diesen drei genannt und die Preisrichter haben von derselben sehr viel Lobendes zu sagen gewußt. Freilich betrachteten sie die Arbeit mehr als eine literatur-historische denn als eine philosophische im enge<span class="ED-pb">|</span>ren Sinne des Wortes. Sie werden das Nähere ja in dem <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-1" title="Bericht des Preisgerichts ] vgl. das Gutachten über Arbeit Nr. 4 im Bericht der Preisrichterkommission (Paul Menzer, Paul Natorp, Theobald Ziegler) über die 2. Preisaufgabe der Kantgesellschaft (Walter Simon-Preisaufgabe), Thema: Das Problem der Theodicee in der Philosophie und Litteratur des 18. Jahrhunderts, mit besonderer Rücksicht auf Kant und Schiller. In: Kant-Studien 14 (1909), S. 315–316.&#xD;&#xA;">Bericht des Preisgerichts</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-1" id="app-editorial-1-ref" title="Bericht des Preisgerichts ] vgl. das Gutachten über Arbeit Nr. 4 im Bericht der Preisrichterkommission (Paul Menzer, Paul Natorp, Theobald Ziegler) über die 2. Preisaufgabe der Kantgesellschaft (Walter Simon-Preisaufgabe), Thema: Das Problem der Theodicee in der Philosophie und Litteratur des 18. Jahrhunderts, mit besonderer Rücksicht auf Kant und Schiller. In: Kant-Studien 14 (1909), S. 315–316.">[1]</a> finden, welchen ich Ihnen <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="in einiger Zeit ] vgl. Vaihinger an Lindau vom 16.5.1909&#xD;&#xA;">in einiger Zeit</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="in einiger Zeit ] vgl. Vaihinger an Lindau vom 16.5.1909">[2]</a> zugänglich machen werde und der auch in den „Kantstudien“ gedruckt werden wird, <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-1" title="(natürlich … Namens) ] in der Vorlage mit eckigen Klammern&#xD;&#xA;">(natürlich bei den nichtprämierten ohne Nennung des Namens)</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-1" id="app-philological-1-ref" title="(natürlich … Namens) ] in der Vorlage mit eckigen Klammern">[a]</a>. Ich hatte absolut keine Ahnung davon, daß Sie der Bearbeiter seien. Wir hatten öfters davon gesprochen, wer wohl der Verfasser sein möge. Ich selbst habe die Arbeit ja nicht gelesen, aber ich habe doch aus der Inhaltsangabe gemerkt, daß dieselbe mit sehr viel Geist abgefaßt ist.</p><p class="ED-p">Lassen Sie sich also durch dieses Resultat nicht entmutigen sondern arbeiten Sie ruhig weiter, indem Sie die in dem Urteil erwähnten Mängel und <span class="ED-pb">|</span> Lücken Ihrer Arbeit nachträglich vielleicht noch entfernen können, denn es wäre nach dem Bericht zu schließen in der Tat sehr bedauerlich, wenn Ihre ganze Arbeit vergeblich gemacht wäre. Sie dürfen vielmehr eben auf Grund dieses Berichts durchaus den Entschluß fassen, <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="die Arbeit zu publizieren ] vgl. Hans Lindau: Die Theodicee im 18. Jahrhundert. Entwicklungsstufen des Problems vom theoretischen Dogma zum praktischen Idealismus. Leipzig: Engelmann 1911.&#xD;&#xA;">die Arbeit zu publizieren</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-3" id="app-editorial-3-ref" title="die Arbeit zu publizieren ] vgl. Hans Lindau: Die Theodicee im 18. Jahrhundert. Entwicklungsstufen des Problems vom theoretischen Dogma zum praktischen Idealismus. Leipzig: Engelmann 1911.">[3]</a>.</p><p class="ED-p">Es hat mir sehr leid getan, daß Sie nicht <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="am Tage der General-Versammlung ] vgl. Vaihinger an Lindau vom 19.4.1909&#xD;&#xA;">am Tage der General-Versammlung</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-4" id="app-editorial-4-ref" title="am Tage der General-Versammlung ] vgl. Vaihinger an Lindau vom 19.4.1909">[4]</a> hierher kommen konnten. Hoffentlich finden Sie ein anderes Mal eine Veranlassung dazu. Wie wäre es, wenn Sie selbst persönlich hierher kämen und Ihr Manuskript abholten? Es würde mich sehr freuen Ihre persönliche Bekanntschaft zu machen, nachdem ich aus Ihrem Briefe mir ein Bild von Ihnen gemacht habe. <span class="ED-pb">|</span> Bitte überlegen Sie sich dies einmal oder vielmehr überlegen Sie es sich nicht lange sondern kommen Sie. Vielleicht können Sie gerade zum nächsten <u>Donnerstag den 29.</u> hierher kommen, da habe ich <u>Mittags um 1½</u> eine kleine Gesellschaft, lauter junge Herrn und junge Gelehrte, eingeladen, darunter auch den Herrn <u><span class="ED-name">Otto Lempp</span></u>, der den ersten Accessitpreis davongetragen hat. In der Hoffnung, daß Sie meine Einladung annehmen werden, zeichne ich mit verbindlichem Gruß Ihr ganz ergebener</p><p class="ED-signed"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-2" title="H. Vaihinger ] eigenhändig&#xD;&#xA;">H. Vaihinger</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-2" id="app-philological-2-ref" title="H. Vaihinger ] eigenhändig">[b]</a></p><hr class="ED-postscript"/><p class="ED-p"><u><abbr title="Post Skriptum" class="ED-abbr">P. S.</abbr></u> Sie können ganz bequem in <u>einem</u> Tage hin und zurück von Berlin. Wenn Sie hier auf dem Bahnhof ankommen, fahren Sie am bequemsten mit der <span class="ED-pb">|</span> Elektrischen Bahn „<u>Cröllwitz</u>“ bis zur La Fontaine Strasse (Wettiner Platz) in dessen unmittelbarer Nähe auch die Reichardtstraße sich befindet.</p><p class="ED-signed"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-5" title="V. … V. ] eigenhändig&#xD;&#xA;">V.</span></p><hr class="ED-postscript"/><p class="ED-p"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-5" title="V. … V. ] eigenhändig&#xD;&#xA;">Da Sie in Einem Tag hin und zurück kommen können, werden Sie vielleicht auch Ihren </span><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-5 app-editorial-5" title="V. … V. ] eigenhändig&#xD;&#xA;&#xD;&#xA;Herrn Vater ] der Schriftsteller und Theaterintendant Paul Lindau (1839–1919), vgl. https://deposit.dnb.de/dea/Lindau/lindau-biografie.pdf (22.11.2022).&#xD;&#xA;">Herrn Vater</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-5" id="app-editorial-5-ref" title="Herrn Vater ] der Schriftsteller und Theaterintendant Paul Lindau (1839–1919), vgl. https://deposit.dnb.de/dea/Lindau/lindau-biografie.pdf (22.11.2022).">[5]</a><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-5" title="V. … V. ] eigenhändig&#xD;&#xA;"> auf so kurze Zeit verlassen können, (mit dem </span><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-5 app-philological-3" title="V. … V. ] eigenhändig&#xD;&#xA;&#xD;&#xA;ich im Jahre ] ich Jahre&#xD;&#xA;">ich im Jahre</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-3" id="app-philological-3-ref" title="ich im Jahre ] ich Jahre">[c]</a><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-5" title="V. … V. ] eigenhändig&#xD;&#xA;"> 1876 als unbekannter junger Mann eine kurze persönliche Berührung gehabt habe) </span><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-5 app-philological-4" title="V. … V. ] eigenhändig&#xD;&#xA;&#xD;&#xA;dessen ] doppeltes s mit ß geschrieben&#xD;&#xA;">dessen</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-4" id="app-philological-4-ref" title="dessen ] doppeltes s mit ß geschrieben">[d]</a><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-5" title="V. … V. ] eigenhändig&#xD;&#xA;"> literarisches Talent ich stets bewundert habe.</span></p><p class="ED-signed"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-5" title="V. … V. ] eigenhändig&#xD;&#xA;">V.</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-5" id="app-philological-5-ref" title="V. … V. ] eigenhändig">[e]</a></p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar zum Textbefund</h2><div class="ED-app-philological" id="app-philological-1"><span class="ED-app-num">a</span><a href="#app-philological-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-lem">(natürlich … Namens)</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span> in der Vorlage mit eckigen Klammern</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-2"><span class="ED-app-num">b</span><a href="#app-philological-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">H. Vaihinger</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>eigenhändig</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-3"><span class="ED-app-num">c</span><a href="#app-philological-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">ich im Jahre</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-rdg">ich Jahre</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-4"><span class="ED-app-num">d</span><a href="#app-philological-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">dessen</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>doppeltes s mit ß geschrieben</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-5"><span class="ED-app-num">e</span><a href="#app-philological-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-lem">V. … V.</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span> eigenhändig</div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Bericht des Preisgerichts</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> das Gutachten über Arbeit <abbr title="Nummer" class="ED-abbr">Nr.</abbr> 4 im Bericht der Preisrichterkommission (<span class="ED-name">Paul Menzer</span>, <span class="ED-name">Paul Natorp</span>, <span class="ED-name">Theobald Ziegler</span>) über die 2. Preisaufgabe der Kantgesellschaft (Walter Simon-Preisaufgabe), Thema: Das Problem der Theodicee in der Philosophie und Litteratur des 18. Jahrhunderts, mit besonderer Rücksicht auf <span class="ED-name">Kant</span> und <span class="ED-name">Schiller</span>. In: Kant-Studien 14 (1909), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 315–316.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">in einiger Zeit</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Vaihinger an Lindau vom 16.5.1909</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-3"><span class="ED-app-num">3</span><a href="#app-editorial-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">die Arbeit zu publizieren</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Hans Lindau: Die Theodicee im 18. Jahrhundert. Entwicklungsstufen des Problems vom theoretischen Dogma zum praktischen Idealismus. Leipzig: Engelmann 1911.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-4"><span class="ED-app-num">4</span><a href="#app-editorial-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">am Tage der General-Versammlung</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Vaihinger an Lindau vom 19.4.1909</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-5"><span class="ED-app-num">5</span><a href="#app-editorial-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Herrn Vater</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>der Schriftsteller und Theaterintendant <span class="ED-name">Paul Lindau</span> (1839–1919), <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> <span class="ED-link"><a href="https://deposit.dnb.de/dea/Lindau/lindau-biografie.pdf">https://deposit.dnb.de/dea/Lindau/lindau-biografie.pdf</a></span> (22.11.2022).</div></div></body></html>