<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Vaihinger an Paul Natorp, Halle, 22.1.1909, 4 S., hs., Briefkopf KANTGESELLSCHAFT. Halle a. S., d. … 190 | Reichardtstr. 15. | GESCHÄFTSFÜHRER: PROF. DR. H. VAIHINGER, Universitätsbibliothek Marburg, Ms. 831/1098</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000976-5"/><style type="text/css">
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H. VAIHINGER</span>, <span class="ED-pubPlace">Universitätsbibliothek Marburg, Ms. 831/1098</span></p><div class="ED-text"><p class="ED-dateline">22.I.1909</p><p class="ED-salute">Verehrter Herr College!</p><p class="ED-p">Mein Befinden in diesem Winter ist meistens so wenig zufriedenstellend, daß ich in der Correspondenz sehr beschränkt und daher sehr im Rückstand bin: so kann ich auch erst heute den Brief an <span class="ED-name">Cohen</span> schreiben, dessen <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-1" title="Abschrift ] mit Blaustift unterstrichen, danach Fußnotenzeichen und -text mit Bleistift: Rücksendung nicht nötig.&#xD;&#xA;">Abschrift</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-1" id="app-philological-1-ref" title="Abschrift ] mit Blaustift unterstrichen, danach Fußnotenzeichen und -text mit Bleistift: Rücksendung nicht nötig.">[a]</a> ich <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-1" title="Ihnen beilege ] vgl. Vaihinger an Cohen vom 22.1.1909&#xD;&#xA;">Ihnen beilege</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-1" id="app-editorial-1-ref" title="Ihnen beilege ] vgl. Vaihinger an Cohen vom 22.1.1909">[1]</a>: damit wird sein empfindliches Gemüt ja nun wohl beruhigt sein – jedenfalls ist für mich dieses <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="komische Intermezzo ] vgl. Cohen an Vaihinger vom 9.10.1895 sowie Vaihinger: Erwiderung auf einen Angriff auf die Kantstudien. In: Kant-Studien 13 (1908), S. 507: In dem „Frankfurter Israelitischen Familienblatt“ in der Nummer [47] vom 4. Dez. 1908 findet sich ein Artikel von Maxime Le Maître-Giessen: „Jüdische Professoren. Ein Beitrag zur jüdischen Martyrologie.“ In diesem Artikel, der auch sonst sehr viele Uebertreibungen enthält, heisst es u. A.: „Vaihinger in Halle gibt seit Jahren die „Kantstudien“ heraus. In diesen Kantstudien werden alle Gelehrten und Philosophen, die zur Kantischen Philosophie irgend welches Verhältnis haben, behandelt — der Nestor der Kantischen Philosophie in Deutschland, Hermann Cohen, wird systematisch totgeschwiegen.“ Der Verfasser dieser Bemerkung kann unmöglich die „Kantstudien“ jemals selbst in den Händen gehabt haben; jene Behauptung widerspricht vollständig den Tatsachen. Diese Tatsachen lassen sich um so leichter konstatieren, als jeder der bis jetzt erschienenen 13 Bände der „Kantstudien“ ein sorgfältiges „Personenregister“ sowie ein vollständiges „Verzeichnis der besprochenen Novitäten“ enthält. In keinem der 13 Bände fehlt der Name Cohen, in einzelnen ist er sogar sehr oft genannt, so sogleich in Bd. I 15 mal, in Bd. IV 11 mal, in Bd. XI 15 mal, in Bd. XII 11 mal, in Bd. XIII 8 mal; der VIII. Bd. wird eröffnet mit einer 29 Seiten langen Abhandlung über: „Cohen’s Logik der reinen Erkenntnis“ von einem ihm nahe stehenden Gelehrten, Professor Dr. Staudinger in Darmstadt. Durch diese Tatsachen wird die oben angeführte Behauptung von Maxime Le Maître als eine völlig irrige widerlegt. Höchstens könnte man sich darüber wundern, dass unter den auf dem Umschlag der Kantstudien aufgezählten hauptsächlichsten „Mitwirkenden“: (Adickes, Boutroux, Caird, Creighton, Dilthey, Erdmann, Eucken, K. Fischer, Heinze, Reicke, Riehl, Windelband) der Name Cohen’s fehlt. Aber als ich im Herbst 1895 die „Kantstudien“ ins Leben rief, habe ich Cohen aufgefordert, sich an denselben zu beteiligen und zu erlauben, dass ich seinen Namen den eben genannten Namen hinzufüge. Ich erhielt folgende Antwort: Berlin N., Invalidenstr. 18 I, d. 9.10.95. Hochgeehrter Herr Kollege! Ihr Prospekt mit Ihrem freundlichen Begleitschreiben sind mir nach manchen Wanderungen durch die Schweiz endlich zugegangen und haben mir Freude gemacht. Ich danke Ihnen sehr für die gütigen Worte der Anerkennung, welche Sie mir bei diesem Anlass aussprechen, und mit denen Sie meinem Arbeitergemüt sehr wohl getan haben, umsomehr, als ich in dem ganzen Vierteljahrhundert, in dem ich nun in der bestimmten Richtung arbeite, durch herzliche Anerkennung nicht verwöhnt worden bin. Sie müssen mir daher verzeihen, dass ich jetzt, nachdem ich die ganze lange Zeit einsam, und nur von wenigen Anhängern begleitet, meinen Weg gegangen bin, mich nicht mehr entschliessen kann, Ihrer freundlichen Aufforderung, der ich bei anderen Lebenserfahrungen gern gefolgt wäre, anders als mit aufrichtigem Danke zu entsprechen. Wenn ich einmal etwas fertig bringen kann, was ich Ihnen anbieten darf, so will ich es gern tun und der Zeitschrift selbst in jedem Sinne das beste Gedeihen wünschen. Aber für die Mitwirkung bei der Redaktion kann ich mich nicht verantwortlich machen. Mit nochmaligem Danke und kollegialem Grusse Ihr [ihr] sehr ergebener H. Cohen. Leider hat Cohen den von mir begründeten und seit einigen Jahren gemeinschaftlich mit Privatdozent [Privatodozent] Dr. Bauch hier – der übrigens auch längst seinerseits Herrn Dr. Görland, einen der nächsten Schüler Cohens, zu einer besonderen, bis jetzt freilich noch nicht eingelieferten Abhandlung eigens über das System Cohens aufgefordert hat – herausgegebenen „Kantstudien“ keinen Beitrag gegeben. Auch zu der von mir im Jahre 1904 gegründeten „Kantgesellschaft“ habe ich Cohen leider vergeblich eingeladen. Aber man wird wenigstens zugestehen, dass die Kantstudien das ihrige getan haben, um Cohen gerecht zu werden. Halle a. S., d. 8. Dez. 1908. Prof. Dr. H. Vaihinger.&#xD;&#xA;">komische Intermezzo</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="komische Intermezzo ] vgl. Cohen an Vaihinger vom 9.10.1895 sowie Vaihinger: Erwiderung auf einen Angriff auf die Kantstudien. In: Kant-Studien 13 (1908), S. 507: In dem „Frankfurter Israelitischen Familienblatt“ in der Nummer [47] vom 4. Dez. 1908 findet sich ein Artikel von Maxime Le Maître-Giessen: „Jüdische Professoren. Ein Beitrag zur jüdischen Martyrologie.“ In diesem Artikel, der auch sonst sehr viele Uebertreibungen enthält, heisst es u. A.: „Vaihinger in Halle gibt seit Jahren die „Kantstudien“ heraus. In diesen Kantstudien werden alle Gelehrten und Philosophen, die zur Kantischen Philosophie irgend welches Verhältnis haben, behandelt — der Nestor der Kantischen Philosophie in Deutschland, Hermann Cohen, wird systematisch totgeschwiegen.“ Der Verfasser dieser Bemerkung kann unmöglich die „Kantstudien“ jemals selbst in den Händen gehabt haben; jene Behauptung widerspricht vollständig den Tatsachen. Diese Tatsachen lassen sich um so leichter konstatieren, als jeder der bis jetzt erschienenen 13 Bände der „Kantstudien“ ein sorgfältiges „Personenregister“ sowie ein vollständiges „Verzeichnis der besprochenen Novitäten“ enthält. In keinem der 13 Bände fehlt der Name Cohen, in einzelnen ist er sogar sehr oft genannt, so sogleich in Bd. I 15 mal, in Bd. IV 11 mal, in Bd. XI 15 mal, in Bd. XII 11 mal, in Bd. XIII 8 mal; der VIII. Bd. wird eröffnet mit einer 29 Seiten langen Abhandlung über: „Cohen’s Logik der reinen Erkenntnis“ von einem ihm nahe stehenden Gelehrten, Professor Dr. Staudinger in Darmstadt. Durch diese Tatsachen wird die oben angeführte Behauptung von Maxime Le Maître als eine völlig irrige widerlegt. Höchstens könnte man sich darüber wundern, dass unter den auf dem Umschlag der Kantstudien aufgezählten hauptsächlichsten „Mitwirkenden“: (Adickes, Boutroux, Caird, Creighton, Dilthey, Erdmann, Eucken, K. Fischer, Heinze, Reicke, Riehl, Windelband) der Name Cohen’s fehlt. Aber als ich im Herbst 1895 die „Kantstudien“ ins Leben rief, habe ich Cohen aufgefordert, sich an denselben zu beteiligen und zu erlauben, dass ich seinen Namen den eben genannten Namen hinzufüge. Ich erhielt folgende Antwort: Berlin N., Invalidenstr. 18 I, d. 9.10.95. Hochgeehrter Herr Kollege! Ihr Prospekt mit Ihrem freundlichen Begleitschreiben sind mir nach manchen Wanderungen durch die Schweiz endlich zugegangen und haben mir Freude gemacht. Ich danke Ihnen sehr für die gütigen Worte der Anerkennung, welche Sie mir bei diesem Anlass aussprechen, und mit denen Sie meinem Arbeitergemüt sehr wohl getan haben, umsomehr, als ich in dem ganzen Vierteljahrhundert, in dem ich nun in der bestimmten Richtung arbeite, durch herzliche Anerkennung nicht verwöhnt worden bin. Sie müssen mir daher verzeihen, dass ich jetzt, nachdem ich die ganze lange Zeit einsam, und nur von wenigen Anhängern begleitet, meinen Weg gegangen bin, mich nicht mehr entschliessen kann, Ihrer freundlichen Aufforderung, der ich bei anderen Lebenserfahrungen gern gefolgt wäre, anders als mit aufrichtigem Danke zu entsprechen. Wenn ich einmal etwas fertig bringen kann, was ich Ihnen anbieten darf, so will ich es gern tun und der Zeitschrift selbst in jedem Sinne das beste Gedeihen wünschen. Aber für die Mitwirkung bei der Redaktion kann ich mich nicht verantwortlich machen. Mit nochmaligem Danke und kollegialem Grusse Ihr [ihr] sehr ergebener H. Cohen. Leider hat Cohen den von mir begründeten und seit einigen Jahren gemeinschaftlich mit Privatdozent [Privatodozent] Dr. Bauch hier – der übrigens auch längst seinerseits Herrn Dr. Görland, einen der nächsten Schüler Cohens, zu einer besonderen, bis jetzt freilich noch nicht eingelieferten Abhandlung eigens über das System Cohens aufgefordert hat – herausgegebenen „Kantstudien“ keinen Beitrag gegeben. Auch zu der von mir im Jahre 1904 gegründeten „Kantgesellschaft“ habe ich Cohen leider vergeblich eingeladen. Aber man wird wenigstens zugestehen, dass die Kantstudien das ihrige getan haben, um Cohen gerecht zu werden. Halle a. S., d. 8. Dez. 1908. Prof. Dr. H. Vaihinger.">[2]</a> erledigt, das der Gießener Israelit aufgespielt hat. – –</p><p class="ED-p"><span class="ED-name">Menzer</span> hat 5 Arbeiten jetzt erhalten und ist auch schon fast mit seiner Durchsicht fertig: <span class="ED-pb">|</span> so ist ja zu hoffen, daß <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="die Sache ] des 2. Preisausschreibens der Kantgesellschaft, vgl. Vaihinger an Natorp vom 18.12.1908.&#xD;&#xA;">die Sache</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-3" id="app-editorial-3-ref" title="die Sache ] des 2. Preisausschreibens der Kantgesellschaft, vgl. Vaihinger an Natorp vom 18.12.1908.">[3]</a> rechtzeitig erledigt <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-2" title="wird ] statt gestrichen: ist&#xD;&#xA;">wird</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-2" id="app-philological-2-ref" title="wird ] statt gestrichen: ist">[b]</a>. Wir sind in der Kantgesellschaft Ihnen recht verbunden, daß Sie die Angelegenheit so gefördert haben trotz des ungeheuren Umfanges der Abhandlungen.</p><p class="ED-p">Die <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="Angelegenheit der Doctorprüfung ] in Marburg stand wiederholt die obligatorische Beteiligung der Philosophie an den Doktorexamen auf der Kippe, vgl. Vaihinger an Natorp vom 26.1.1905.&#xD;&#xA;">Angelegenheit der Doctorprüfung</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-4" id="app-editorial-4-ref" title="Angelegenheit der Doctorprüfung ] in Marburg stand wiederholt die obligatorische Beteiligung der Philosophie an den Doktorexamen auf der Kippe, vgl. Vaihinger an Natorp vom 26.1.1905.">[4]</a> steht hier jetzt <u>nicht</u> auf der Tagesordnung – ich werde jedoch versuchen, <span class="ED-name">Menzer</span> in dieser Hinsicht rechtzeitig zu orientiren, ehe die Gefahr herannaht.</p><p class="ED-p">Daß <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-5" title="Schwarz ] Hermann Schwarz wurde 1908 ao. Prof. in Marburg, 1910 o. Prof. in Greifswald (BEdPh).&#xD;&#xA;">Schwarz</span></span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-5" id="app-editorial-5-ref" title="Schwarz ] Hermann Schwarz wurde 1908 ao. Prof. in Marburg, 1910 o. Prof. in Greifswald (BEdPh).">[5]</a> gut einschlägt, ist sehr erfreulich. Aber das Schicksal der vielen Privatdocenten und Habilitanden macht auch mir Sorgen.</p><p class="ED-p">Sehr bedauerlich ist, daß in Königsberg jetzt lauter <span class="ED-pb">|</span> Leute sind, welche für <span class="ED-name">Kant</span> gar kein Verständniß haben. Ich habe das Ministerium rechtzeitig und mehrfach <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-6" title="aufmerksam gemacht ] vgl. Vaihinger an Friedrich Theodor Althoff vom 4.7.1907 sowie vom 28.8.1908.&#xD;&#xA;">aufmerksam gemacht</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-6" id="app-editorial-6-ref" title="aufmerksam gemacht ] vgl. Vaihinger an Friedrich Theodor Althoff vom 4.7.1907 sowie vom 28.8.1908.">[6]</a>, aber die Vorschläge der Fakultät waren teilweise sonderbar.</p><p class="ED-p">In Königsberg bestehen 2 große Stipendien für Arbeiten über <span class="ED-name">Kant</span> (der Kapitalwerth beträgt weit über 30,000 <abbr title="Monsieur" class="ED-abbr">M</abbr>), faßt <u>nie</u> laufen Arbeiten ein, weil die Docenten keine Anregung geben! Es ist geradezu ein Skandal, daß in Königsberg diese Verhältnisse sind.</p><p class="ED-p">Mit verbindlichem Gruß Ihr ergebener</p><p class="ED-signed">H. Vaihinger. <span class="ED-pb">|</span></p><hr class="ED-postscript"/><p class="ED-p"><abbr title="Post Skriptum" class="ED-abbr">P. S.</abbr></p><p class="ED-p">Unsere <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-7" title="Stammlersache ] vgl. Vaihinger an Natorp vom 16.10.1908&#xD;&#xA;">Stammler</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-7" title="Stammlersache ] vgl. Vaihinger an Natorp vom 16.10.1908&#xD;&#xA;">sache</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-7" id="app-editorial-7-ref" title="Stammlersache ] vgl. Vaihinger an Natorp vom 16.10.1908">[7]</a> geht gut vorwärts, obgleich ich wegen meines Befindens sie nicht immer so fördern konnte, wie ich wollte.</p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar zum Textbefund</h2><div class="ED-app-philological" id="app-philological-1"><span class="ED-app-num">a</span><a href="#app-philological-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Abschrift</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>mit Blaustift unterstrichen, danach Fußnotenzeichen und -text mit Bleistift: <span class="ED-rdg">Rücksendung nicht nötig.</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-2"><span class="ED-app-num">b</span><a href="#app-philological-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">wird</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>statt gestrichen: <span class="ED-rdg">ist</span></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Ihnen beilege</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Vaihinger an Cohen vom 22.1.1909</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">komische Intermezzo</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Cohen an Vaihinger vom 9.10.1895 sowie Vaihinger: Erwiderung auf einen Angriff auf die Kantstudien. In: Kant-Studien 13 (1908), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 507: <span class="ED-rdg">In dem „Frankfurter Israelitischen Familienblatt“ in der Nummer [47] vom 4. Dez. 1908 findet sich ein Artikel von Maxime Le Maître-Giessen: „Jüdische Professoren. Ein Beitrag zur jüdischen Martyrologie.“ In diesem Artikel, der auch sonst sehr viele Uebertreibungen enthält, heisst es u. A.: „Vaihinger in Halle gibt seit Jahren die „Kantstudien“ heraus. In diesen Kantstudien werden alle Gelehrten und Philosophen, die zur Kantischen Philosophie irgend welches Verhältnis haben, behandelt — der Nestor der Kantischen Philosophie in Deutschland, Hermann Cohen, wird systematisch totgeschwiegen.“ Der Verfasser dieser Bemerkung kann unmöglich die „Kantstudien“ jemals selbst in den Händen gehabt haben; jene Behauptung widerspricht vollständig den Tatsachen. Diese Tatsachen lassen sich um so leichter konstatieren, als jeder der bis jetzt erschienenen 13 Bände der „Kantstudien“ ein sorgfältiges „Personenregister“ sowie ein vollständiges „Verzeichnis der besprochenen Novitäten“ enthält. In keinem der 13 Bände fehlt der Name Cohen, in einzelnen ist er sogar sehr oft genannt, so sogleich in Bd. I 15 mal, in Bd. IV 11 mal, in Bd. XI 15 mal, in Bd. XII 11 mal, in Bd. XIII 8 mal; der VIII. Bd. wird eröffnet mit einer 29 Seiten langen Abhandlung über: „Cohen’s Logik der reinen Erkenntnis“ von einem ihm nahe stehenden Gelehrten, Professor Dr. Staudinger in Darmstadt. Durch diese Tatsachen wird die oben angeführte Behauptung von Maxime Le Maître als eine völlig irrige widerlegt. Höchstens könnte man sich darüber wundern, dass unter den auf dem Umschlag der Kantstudien aufgezählten hauptsächlichsten „Mitwirkenden“: (Adickes, Boutroux, Caird, Creighton, Dilthey, Erdmann, Eucken, K. Fischer, Heinze, Reicke, Riehl, Windelband) der Name Cohen’s fehlt. Aber als ich im Herbst 1895 die „Kantstudien“ ins Leben rief, habe ich Cohen aufgefordert, sich an denselben zu beteiligen und zu erlauben, dass ich seinen Namen den eben genannten Namen hinzufüge. Ich erhielt folgende Antwort: Berlin N., Invalidenstr. 18 I, d. 9.10.95. Hochgeehrter Herr Kollege! Ihr Prospekt mit Ihrem freundlichen Begleitschreiben sind mir nach manchen Wanderungen durch die Schweiz endlich zugegangen und haben mir Freude gemacht. Ich danke Ihnen sehr für die gütigen Worte der Anerkennung, welche Sie mir bei diesem Anlass aussprechen, und mit denen Sie meinem Arbeitergemüt sehr wohl getan haben, umsomehr, als ich in dem ganzen Vierteljahrhundert, in dem ich nun in der bestimmten Richtung arbeite, durch herzliche Anerkennung nicht verwöhnt worden bin. Sie müssen mir daher verzeihen, dass ich jetzt, nachdem ich die ganze lange Zeit einsam, und nur von wenigen Anhängern begleitet, meinen Weg gegangen bin, mich nicht mehr entschliessen kann, Ihrer freundlichen Aufforderung, der ich bei anderen Lebenserfahrungen gern gefolgt wäre, anders als mit aufrichtigem Danke zu entsprechen. Wenn ich einmal etwas fertig bringen kann, was ich Ihnen anbieten darf, so will ich es gern tun und der Zeitschrift selbst in jedem Sinne das beste Gedeihen wünschen. Aber für die Mitwirkung bei der Redaktion kann ich mich nicht verantwortlich machen. Mit nochmaligem Danke und kollegialem Grusse Ihr [ihr] sehr ergebener H. Cohen. Leider hat Cohen den von mir begründeten und seit einigen Jahren gemeinschaftlich mit Privatdozent [Privatodozent] Dr. Bauch hier – der übrigens auch längst seinerseits Herrn Dr. Görland, einen der nächsten Schüler Cohens, zu einer besonderen, bis jetzt freilich noch nicht eingelieferten Abhandlung eigens über das System Cohens aufgefordert hat – herausgegebenen „Kantstudien“ keinen Beitrag gegeben. Auch zu der von mir im Jahre 1904 gegründeten „Kantgesellschaft“ habe ich Cohen leider vergeblich eingeladen. Aber man wird wenigstens zugestehen, dass die Kantstudien das ihrige getan haben, um Cohen gerecht zu werden. Halle a. S., d. 8. Dez. 1908. Prof. Dr. H. Vaihinger.</span></div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-3"><span class="ED-app-num">3</span><a href="#app-editorial-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">die Sache</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>des 2. Preisausschreibens der Kantgesellschaft, <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Vaihinger an Natorp vom 18.12.1908.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-4"><span class="ED-app-num">4</span><a href="#app-editorial-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Angelegenheit der Doctorprüfung</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>in Marburg stand wiederholt die obligatorische Beteiligung der Philosophie an den Doktorexamen auf der Kippe, <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Vaihinger an Natorp vom 26.1.1905.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-5"><span class="ED-app-num">5</span><a href="#app-editorial-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Schwarz</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-name">Hermann Schwarz</span> wurde 1908 <abbr title="außerordentlicher Professor" class="ED-abbr">ao. Prof.</abbr> in Marburg, 1910 <abbr title="ordentlicher Professor" class="ED-abbr">o. Prof.</abbr> in Greifswald (<abbr title="Biographische Enzyklopädie deutschsprachiger Philosophen" class="ED-abbr">BEdPh</abbr>).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-6"><span class="ED-app-num">6</span><a href="#app-editorial-6-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">aufmerksam gemacht</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Vaihinger an Friedrich Theodor Althoff vom 4.7.1907 sowie vom 28.8.1908.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-7"><span class="ED-app-num">7</span><a href="#app-editorial-7-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Stammler</span>sache</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Vaihinger an Natorp vom 16.10.1908</div></div></body></html>