<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Lujo Brentano an Vaihinger, München, 19.6.1908, 2 S., Briefkopf: in bogenförmiger Kartusche Darstellung des Baumes der Erkenntnis, umwunden von menschenköpfiger Schlange, flankiert von zwei sich gegenüber stehenden sprungbereiten Löwinnen mit geöffneten Mäulern, darunter MÜNCHEN, MANDLSTRASSE 5, Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 3 k</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000958-6"/><style type="text/css">
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Juni 1908</p><p class="ED-salute">Sehr geehrter Herr College!</p><p class="ED-p"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-1" title="Wenn man Sie dahin berichtet hat ] im Hintergrund steht die Agitation Hans Delbrücks gegen den Hochschullehrertag als gegen den Staat gerichtete Professorengewerkschaft, verbreitet u. a. in: Preußische Jahrbücher, vgl. Rüdiger vom Bruch: Universitätsreform als soziale Bewegung. Zur Nicht-Ordinarienfrage im späten deutschen Kaiserreich. In: Geschichte und Gesellschaft 10 (1984), S. 72–91.&#xD;&#xA;">Wenn man Sie dahin berichtet hat</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-1" id="app-editorial-1-ref" title="Wenn man Sie dahin berichtet hat ] im Hintergrund steht die Agitation Hans Delbrücks gegen den Hochschullehrertag als gegen den Staat gerichtete Professorengewerkschaft, verbreitet u. a. in: Preußische Jahrbücher, vgl. Rüdiger vom Bruch: Universitätsreform als soziale Bewegung. Zur Nicht-Ordinarienfrage im späten deutschen Kaiserreich. In: Geschichte und Gesellschaft 10 (1984), S. 72–91.">[1]</a>, die Tendenz des Hochschullehrertags gehe dahin, die Staatsaufsicht über die Hochschulen auszuschließen, so würde Ihnen die Kenntnißnahme <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-1" title="vom ] statt gestrichen: des&#xD;&#xA;">vom</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-1" id="app-philological-1-ref" title="vom ] statt gestrichen: des">[a]</a> stenographischen Berichte über die Verhandlungen des ersten deutschen Hochschullehrertags im Sept<span class="ED-add">[ember]</span> 1907, die ja <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="veröffentlicht sind ] vgl. Verhandlungen des ersten deutschen Hochschullehrer-Tages in Salzburg im September 1907. Hg. von dem engeren Ausschuß für 1907/08 [Vorsitz: Brentano]. Straßburg: Trübner 1907; sowie: Verhandlungen des Zweiten deutschen Hochschullehrertages 1908. Bericht, erstattet vom engeren geschäftsführenden Ausschuß. In: Beilage der Münchner Neuesten Nachrichten Nr. 146 vom 18.12.1908, S. 528–639. – Die in Jena am 28./29.9.1908 abgehaltene Versammlung handelte über die Schwerpunkte: Lehr- und Forschungsfreiheit, Nachwuchsfrage an Technischen Hochschulen und in den Naturwissenschaften, akademische Berufsauslese (1907: Bürokratisierung der Hochschulen, Situation des akademischen Nachwuchses).&#xD;&#xA;">veröffentlicht sind</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="veröffentlicht sind ] vgl. Verhandlungen des ersten deutschen Hochschullehrer-Tages in Salzburg im September 1907. Hg. von dem engeren Ausschuß für 1907/08 [Vorsitz: Brentano]. Straßburg: Trübner 1907; sowie: Verhandlungen des Zweiten deutschen Hochschullehrertages 1908. Bericht, erstattet vom engeren geschäftsführenden Ausschuß. In: Beilage der Münchner Neuesten Nachrichten Nr. 146 vom 18.12.1908, S. 528–639. – Die in Jena am 28./29.9.1908 abgehaltene Versammlung handelte über die Schwerpunkte: Lehr- und Forschungsfreiheit, Nachwuchsfrage an Technischen Hochschulen und in den Naturwissenschaften, akademische Berufsauslese (1907: Bürokratisierung der Hochschulen, Situation des akademischen Nachwuchses).">[2]</a>, von dem Irrigen dieses Berichts überzeugt haben. Das, worum es sich handelt, ist die Abwehr von unwissenschaftlichen Einflüssen auf die Besetzung der Professuren, wie sie sich im <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="Falle Spahn ] die Berufung bzw. Oktroyierung des katholischen Historikers Martin Spahn (1875–1945) an der Universität Straßburg im September 1901 wurde zu einem Politikum, weil, so lauteten die Vorwürfe an die Regierung, angeblich aus politischem Kalkül dem Vatikan gegenüber Spahns katholisches Bekenntnis (und womöglich der Rang seines Vaters Peter Spahn als führendem Zentrumspolitiker) den Ausschlag gegeben haben soll. Von September 1901 bis März 1902 wurde darüber eine heftige öffentliche Debatte geführt, zu deren Exponenten auf protestantisch-liberaler Seite v. a. Lujo Brentano und Theodor Mommsen zählten, vgl. die unter Mommsens Namen laufende Erklärung zur Voraussetzungslosigkeit der Wissenschaft: Universitätsunterricht und Konfession. In: Münchner Neueste Nachrichten vom 15. u. 24.11.1901; sowie: o. A.: Der sogenannte Fall Spahn. Erste Hälfte. Leipzig: Vlg. der Buchhandlung des Evangelischen Bundes v. Carl Braun 1902; dass. Zweite Hälfte. Leipzig 1901; ferner Christoph Weber: Der „Fall Spahn“ (1901). Ein Beitrag zur Wissenschafts- und Kulturdiskussion im ausgehenden 19. Jahrhundert. Rom: Herder 1980.&#xD;&#xA;">Falle </span><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="Falle Spahn ] die Berufung bzw. Oktroyierung des katholischen Historikers Martin Spahn (1875–1945) an der Universität Straßburg im September 1901 wurde zu einem Politikum, weil, so lauteten die Vorwürfe an die Regierung, angeblich aus politischem Kalkül dem Vatikan gegenüber Spahns katholisches Bekenntnis (und womöglich der Rang seines Vaters Peter Spahn als führendem Zentrumspolitiker) den Ausschlag gegeben haben soll. Von September 1901 bis März 1902 wurde darüber eine heftige öffentliche Debatte geführt, zu deren Exponenten auf protestantisch-liberaler Seite v. a. Lujo Brentano und Theodor Mommsen zählten, vgl. die unter Mommsens Namen laufende Erklärung zur Voraussetzungslosigkeit der Wissenschaft: Universitätsunterricht und Konfession. In: Münchner Neueste Nachrichten vom 15. u. 24.11.1901; sowie: o. A.: Der sogenannte Fall Spahn. Erste Hälfte. Leipzig: Vlg. der Buchhandlung des Evangelischen Bundes v. Carl Braun 1902; dass. Zweite Hälfte. Leipzig 1901; ferner Christoph Weber: Der „Fall Spahn“ (1901). Ein Beitrag zur Wissenschafts- und Kulturdiskussion im ausgehenden 19. Jahrhundert. Rom: Herder 1980.&#xD;&#xA;">Spahn</span></span><span class="ED-name"><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-3" id="app-editorial-3-ref" title="Falle Spahn ] die Berufung bzw. Oktroyierung des katholischen Historikers Martin Spahn (1875–1945) an der Universität Straßburg im September 1901 wurde zu einem Politikum, weil, so lauteten die Vorwürfe an die Regierung, angeblich aus politischem Kalkül dem Vatikan gegenüber Spahns katholisches Bekenntnis (und womöglich der Rang seines Vaters Peter Spahn als führendem Zentrumspolitiker) den Ausschlag gegeben haben soll. Von September 1901 bis März 1902 wurde darüber eine heftige öffentliche Debatte geführt, zu deren Exponenten auf protestantisch-liberaler Seite v. a. Lujo Brentano und Theodor Mommsen zählten, vgl. die unter Mommsens Namen laufende Erklärung zur Voraussetzungslosigkeit der Wissenschaft: Universitätsunterricht und Konfession. In: Münchner Neueste Nachrichten vom 15. u. 24.11.1901; sowie: o. A.: Der sogenannte Fall Spahn. Erste Hälfte. Leipzig: Vlg. der Buchhandlung des Evangelischen Bundes v. Carl Braun 1902; dass. Zweite Hälfte. Leipzig 1901; ferner Christoph Weber: Der „Fall Spahn“ (1901). Ein Beitrag zur Wissenschafts- und Kulturdiskussion im ausgehenden 19. Jahrhundert. Rom: Herder 1980.">[3]</a></span> <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> bei anderen Gelegenheiten <span class="ED-pb">|</span> geltend machten – aber nicht blos um dies. <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-2" title="Cf. ] aufzulösen: confer (lat. vergleiche)&#xD;&#xA;">Cf.</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-2" id="app-philological-2-ref" title="Cf. ] aufzulösen: confer (lat. vergleiche)">[b]</a> die Salzburger Verhandlungen.</p><p class="ED-p">Hochachtungsvoll</p><p class="ED-signed">L. Brentano</p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar zum Textbefund</h2><div class="ED-app-philological" id="app-philological-1"><span class="ED-app-num">a</span><a href="#app-philological-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">vom</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>statt gestrichen: <span class="ED-rdg">des</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-2"><span class="ED-app-num">b</span><a href="#app-philological-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Cf.</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>aufzulösen: confer (<abbr title="lateinisch" class="ED-abbr">lat.</abbr> vergleiche)</div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Wenn man Sie dahin berichtet hat</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>im Hintergrund steht die Agitation <span class="ED-name">Hans Delbrück</span>s gegen den Hochschullehrertag als gegen den Staat gerichtete <span class="ED-rdg">Professorengewerkschaft</span>, verbreitet <abbr title="unter anderem" class="ED-abbr">u. a.</abbr> in: Preußische Jahrbücher, <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Rüdiger vom Bruch: Universitätsreform als soziale Bewegung. Zur Nicht-Ordinarienfrage im späten deutschen Kaiserreich. In: Geschichte und Gesellschaft 10 (1984), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 72–91.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">veröffentlicht sind</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Verhandlungen des ersten deutschen Hochschullehrer-Tages in Salzburg im September 1907. <abbr title="Herausgeber" class="ED-abbr">Hg.</abbr> von dem engeren Ausschuß für 1907/08 [Vorsitz: <span class="ED-name">Brentano</span>]. Straßburg: Trübner 1907; sowie: Verhandlungen des Zweiten deutschen Hochschullehrertages 1908. Bericht, erstattet vom engeren geschäftsführenden Ausschuß. In: Beilage der Münchner Neuesten Nachrichten <abbr title="Nummer" class="ED-abbr">Nr</abbr>. 146 vom 18.12.1908, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 528–639. – Die in Jena am 28./29.9.1908 abgehaltene Versammlung handelte über die Schwerpunkte: Lehr- und Forschungsfreiheit, Nachwuchsfrage an Technischen Hochschulen und in den Naturwissenschaften, akademische Berufsauslese (1907: Bürokratisierung der Hochschulen, Situation des akademischen Nachwuchses).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-3"><span class="ED-app-num">3</span><a href="#app-editorial-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Falle <span class="ED-name">Spahn</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>die Berufung <abbr title="beziehungsweise" class="ED-abbr">bzw.</abbr> Oktroyierung des katholischen Historikers <span class="ED-name">Martin Spahn</span> (1875–1945) an der Universität Straßburg im September 1901 wurde zu einem Politikum, weil, so lauteten die Vorwürfe an die Regierung, angeblich aus politischem Kalkül dem Vatikan gegenüber Spahns katholisches Bekenntnis (und womöglich der Rang seines Vaters <span class="ED-name">Peter Spahn</span> als führendem Zentrumspolitiker) den Ausschlag gegeben haben soll. Von September 1901 bis März 1902 wurde darüber eine heftige öffentliche Debatte geführt, zu deren Exponenten auf protestantisch-liberaler Seite <abbr title="vor allem" class="ED-abbr">v. a.</abbr> <span class="ED-name">Lujo Brentano</span> und <span class="ED-name">Theodor Mommsen</span> zählten, <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> die unter <span class="ED-name">Mommsen</span>s Namen laufende Erklärung zur Voraussetzungslosigkeit der Wissenschaft: Universitätsunterricht und Konfession. In: Münchner Neueste Nachrichten vom 15. <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> 24.11.1901; sowie: <abbr title="ohne Angabe" class="ED-abbr">o. A.</abbr>: Der sogenannte Fall Spahn. Erste Hälfte. Leipzig: <abbr title="Verlag" class="ED-abbr">Vlg.</abbr> der Buchhandlung des Evangelischen Bundes <abbr title="von " class="ED-abbr">v.</abbr> Carl Braun 1902; <abbr title="dasselbe" class="ED-abbr">dass.</abbr> Zweite Hälfte. Leipzig 1901; ferner Christoph Weber: Der „Fall Spahn“ (1901). Ein Beitrag zur Wissenschafts- und Kulturdiskussion im ausgehenden 19. Jahrhundert. Rom: Herder 1980.</div></div></body></html>