<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Vaihinger an Heinrich Rickert, Halle, 12.8.1905, 7 S., hs. (eigenh., mit eU), Briefkopf PROF. DR. H. VAIHINGER. | Halle a. S., d. … 190 | Reichardtstr. 15., Universitätsbibliothek Heidelberg, Heid. Hs. 2740 III A 208 7-8</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000902-8"/><style type="text/css">
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H. VAIHINGER. | Halle a. S., d. … 190 | Reichardtstr. 15.</span>, <span class="ED-pubPlace">Universitätsbibliothek Heidelberg, Heid. Hs. 2740 III A 208 7-8</span></p><div class="ED-text"><p class="ED-dateline"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-1" title="12.VIII.1905 ] die Auflösung der Angabe von anderer Hd. mit Bleistift über der Datumszeile: [12.8.08] trifft nicht zu.&#xD;&#xA;">12.VIII.1905</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-1" id="app-philological-1-ref" title="12.VIII.1905 ] die Auflösung der Angabe von anderer Hd. mit Bleistift über der Datumszeile: [12.8.08] trifft nicht zu.">[a]</a></p><p class="ED-salute">Verehrtester Herr <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-2" title="College! ] danach zwei Zeilen frei gelassen&#xD;&#xA;">College!</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-2" id="app-philological-2-ref" title="College! ] danach zwei Zeilen frei gelassen">[b]</a></p><p class="ED-p">Die <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-1" title="Verhandlungen der Regirung ] zur Besetzung des frei gewordenen Ordinariats Riehls bzw. Busses, vgl. Vaihinger an Rickert vom 20.7.1908.&#xD;&#xA;">Verhandlungen der Regirung</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-1" id="app-editorial-1-ref" title="Verhandlungen der Regirung ] zur Besetzung des frei gewordenen Ordinariats Riehls bzw. Busses, vgl. Vaihinger an Rickert vom 20.7.1908.">[1]</a> mit <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="Ebbinghaus ] der Psychologe Hermann Ebbinghaus (1850–1909), seit 1905 o. Prof. an der Universität Halle-Wittenberg und Leiter des 1891 von Benno Erdmann begründeten Psycho-Physischen Apparates (https://www.catalogus-professorum-halensis.de/ebbinghaushermann.html; https://www.psych.uni-halle.de/geschichte/; 21.7.2021).&#xD;&#xA;">Ebbinghaus</span></span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="Ebbinghaus ] der Psychologe Hermann Ebbinghaus (1850–1909), seit 1905 o. Prof. an der Universität Halle-Wittenberg und Leiter des 1891 von Benno Erdmann begründeten Psycho-Physischen Apparates (https://www.catalogus-professorum-halensis.de/ebbinghaushermann.html; https://www.psych.uni-halle.de/geschichte/; 21.7.2021).">[2]</a> stoßen auf <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="Schwierigkeiten ] die überwiegend Vaihinger selbst verursachte; vgl. Vaihinger an Gustaf Droysen vom 12.8. u. 21.8.1905 und an Ludwig Elster vom 27.8.1905.&#xD;&#xA;">Schwierigkeiten</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-3" id="app-editorial-3-ref" title="Schwierigkeiten ] die überwiegend Vaihinger selbst verursachte; vgl. Vaihinger an Gustaf Droysen vom 12.8. u. 21.8.1905 und an Ludwig Elster vom 27.8.1905.">[3]</a> wegen eventueller Vergrößerung des psychophysischen Instituts, das wol zu Demonstrationszwecken, aber nicht recht zu Forschungszwecken geeignet ist, und auch nicht vergrößerbar ist.</p><p class="ED-p">So besteht ein <u>schwacher</u> Grund zur Annahme, daß eventuell der Ruf an Sie kommen könnte.</p><p class="ED-p">Sie haben es <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="unserer Liste ] vgl. den Bericht der Philosophischen Fakultät der Universität Halle an Universitätskurator Gottfried Meyer vom 28.7.1905, Abschrift (Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, I. HA Rep. 76, Va Sekt. 4 Tit. 4 Nr. 34 Bd. 22, Bl. 207–209, abgedruckt in: Hartwin Spenkuch: Preußische Universitätspolitik im Deutschen Kaiserreich. Dokumente zu Grundproblemen und ausgewählten Professorenberufungen in den Philosophischen Fakultäten zur Zeit Friedrich Althoffs (1897 bis 1907). Berlin/Boston: de Gruyter 2018 (Acta Borussica. Neue Folge 2. Reihe. Preußen als Kulturstaat. Hg. v. der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften unter der Leitung v. Wolfgang Neugebauer. Abt. II: Der preußische Kulturstaat in der politischen und sozialen Wirklichkeit. Bd. 13), S. 528–530): Die ergebenst unterzeichnete Fakultät beehrt sich, zur Wiederbesetzung der erledigten ordentlichen Lehrkanzel der Philosophie die folgenden Vertreter des Faches in Vorschlag zu bringen: [1. Hermann Ebbinghaus; 2. Oswald Külpe und Heinrich Rickert; 3. Edmund Husserl.] […] Unter den jüngeren Fachvertretern ist […] Rickert wohl der namhafteste. Seine Schriften beziehen sich alle auf Fragen der reinen oder systematischen Philosophie. Hervorzuheben sind aus ihnen die 1904 in zweiter erweiterter Auflage erschienene Habilitationsschrift: „Der Gegenstand der Erkenntnis. Einführung in die Transzendentalphilosophie“ und das umfangreiche Werk: „Die Grenzen der naturwissenschaftlichen Begriffsbildung. Eine logische Einleitung in die historischen Wissenschaften“ 1902. Auch die kleineren Arbeiten Rickerts sind von Bedeutung, so die Studie über Fichtes Atheismusstreit (in den Kantstudien abgedruckt), der Vortrag „Kulturwissenschaft und Naturwissenschaft“ und der Artikel über psychologische Kausalität in den Abhandlungen Sigwart gewidmet 1900. Von diesen Veröffentlichungen hatte vor allem die logische Hauptschrift: „Die Grenzen der naturwissenschaftlichen Begriffsbildung“ bei Gegnern wie Anhängern einen starken Erfolg. Sie machte den Verfasser auch im Auslande bekannt und ist, wie immer man sich zu ihr stellen mag, für die Frage der Klassifikation der Wissenschaften und der Unterscheidung der historischen Disziplinen von den exakten von grundlegender Bedeutung. In der älteren Schrift: „Der Gegenstand der Erkenntnis“ wird das Programm einer auf den Begriff des Sollens gegründeten, Fichte nahestehenden Philosophie entworfen. Rickert hat bereits eine kleine Schar von Schülern um sich versammelt, die er durch die Eigenart seines Denkens und den persönlichen Ton, womit er seine Lehre vertritt, an sich fesselt. Ihm steht die Gabe einer formvollendeten und gewandten Rede zu Gebote. Doch soll nicht verschwiegen werden, daß diesen Vorzügen auch gewisse Mängel gegenüberstehen. Die starre Einseitigkeit, die Rickert treibt, überall den Maßstab des Wertes anzulegen, führt ihn selbst und noch mehr die, welche ihm folgen, zu einer Unterschätzung der objektiven Wissenschaft und ihrer Untersuchungsmethoden. – Berufen wurde zum 1.10.1905 Hermann Ebbinghaus.&#xD;&#xA;">unserer Liste</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-4" id="app-editorial-4-ref" title="unserer Liste ] vgl. den Bericht der Philosophischen Fakultät der Universität Halle an Universitätskurator Gottfried Meyer vom 28.7.1905, Abschrift (Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, I. HA Rep. 76, Va Sekt. 4 Tit. 4 Nr. 34 Bd. 22, Bl. 207–209, abgedruckt in: Hartwin Spenkuch: Preußische Universitätspolitik im Deutschen Kaiserreich. Dokumente zu Grundproblemen und ausgewählten Professorenberufungen in den Philosophischen Fakultäten zur Zeit Friedrich Althoffs (1897 bis 1907). Berlin/Boston: de Gruyter 2018 (Acta Borussica. Neue Folge 2. Reihe. Preußen als Kulturstaat. Hg. v. der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften unter der Leitung v. Wolfgang Neugebauer. Abt. II: Der preußische Kulturstaat in der politischen und sozialen Wirklichkeit. Bd. 13), S. 528–530): Die ergebenst unterzeichnete Fakultät beehrt sich, zur Wiederbesetzung der erledigten ordentlichen Lehrkanzel der Philosophie die folgenden Vertreter des Faches in Vorschlag zu bringen: [1. Hermann Ebbinghaus; 2. Oswald Külpe und Heinrich Rickert; 3. Edmund Husserl.] […] Unter den jüngeren Fachvertretern ist […] Rickert wohl der namhafteste. Seine Schriften beziehen sich alle auf Fragen der reinen oder systematischen Philosophie. Hervorzuheben sind aus ihnen die 1904 in zweiter erweiterter Auflage erschienene Habilitationsschrift: „Der Gegenstand der Erkenntnis. Einführung in die Transzendentalphilosophie“ und das umfangreiche Werk: „Die Grenzen der naturwissenschaftlichen Begriffsbildung. Eine logische Einleitung in die historischen Wissenschaften“ 1902. Auch die kleineren Arbeiten Rickerts sind von Bedeutung, so die Studie über Fichtes Atheismusstreit (in den Kantstudien abgedruckt), der Vortrag „Kulturwissenschaft und Naturwissenschaft“ und der Artikel über psychologische Kausalität in den Abhandlungen Sigwart gewidmet 1900. Von diesen Veröffentlichungen hatte vor allem die logische Hauptschrift: „Die Grenzen der naturwissenschaftlichen Begriffsbildung“ bei Gegnern wie Anhängern einen starken Erfolg. Sie machte den Verfasser auch im Auslande bekannt und ist, wie immer man sich zu ihr stellen mag, für die Frage der Klassifikation der Wissenschaften und der Unterscheidung der historischen Disziplinen von den exakten von grundlegender Bedeutung. In der älteren Schrift: „Der Gegenstand der Erkenntnis“ wird das Programm einer auf den Begriff des Sollens gegründeten, Fichte nahestehenden Philosophie entworfen. Rickert hat bereits eine kleine Schar von Schülern um sich versammelt, die er durch die Eigenart seines Denkens und den persönlichen Ton, womit er seine Lehre vertritt, an sich fesselt. Ihm steht die Gabe einer formvollendeten und gewandten Rede zu Gebote. Doch soll nicht verschwiegen werden, daß diesen Vorzügen auch gewisse Mängel gegenüberstehen. Die starre Einseitigkeit, die Rickert treibt, überall den Maßstab des Wertes anzulegen, führt ihn selbst und noch mehr die, welche ihm folgen, zu einer Unterschätzung der objektiven Wissenschaft und ihrer Untersuchungsmethoden. – Berufen wurde zum 1.10.1905 Hermann Ebbinghaus.">[4]</a> wol sofort angesehen, daß sie ein Kompromißwerk ist zwischen den Freunden des Psycho<span class="ED-pb">|</span>logismus (das sind hier die Philologen) und den Freunden des Kriticismus (das sind in diesem Fall <span class="ED-name">Riehl</span> und ich selbst).</p><p class="ED-p">Auch haben sich bei dem vorläufigen Besuch von <span class="ED-name">Ebbinghaus</span> hier zwischen ihm und mir Differenzen ergeben: trotz meines liebenswürdigsten Entgegenkommens hat er sogleich begonnen, über <span class="ED-name">Kant</span>, Kantstudien und Neukantianismus in der taktlosesten Weise loszuziehen: ich musste mich <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-5" title="über ihn in Berlin beschweren ] meint: bei der vorgesetzten Stelle, dem Preußischen Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten.&#xD;&#xA;">über ihn in Berlin beschweren</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-5" id="app-editorial-5-ref" title="über ihn in Berlin beschweren ] meint: bei der vorgesetzten Stelle, dem Preußischen Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten.">[5]</a>, da mir eine solche unobjective, uncollegiale Intoleranz die Möglichkeit eines gedeihlichen Zusammenwirkens ganz auszuschließen scheint. Man muß doch bei der Verschiedenheit der Richtungen im persönlichen Verkehr das Gemeinsame heraussuchen, das Trennende ignoriren. <span class="ED-pb">|</span></p><p class="ED-p">Eine Schwierigkeit besteht noch in Bezug auf Sie: es <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-3" title="ging ] gieng&#xD;&#xA;">ging</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-3" id="app-philological-3-ref" title="ging ] gieng">[c]</a> und geht das Gerücht, Sie seien <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-6" title="Neurastheniker ] Neurasthenie war der Name für ein depressives Erschöpfungssyndrom. Von Rickert berichten Zeitgenossen, er habe an Agoraphobie gelitten (vgl. z. B. Elisabeth Flitner: Ein Frauenstudium im Ersten Weltkrieg. In: Zeitschrift für Pädagogik 34 (1988), S. 153–169, hier: S. 163 (https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0111-pedocs-144735; https://www.pedocs.de/volltexte/2018/14473/pdf/Flitner_1988_Ein_Frauenstudium_im_Ersten_Weltkrieg.pdf (29.8.2024)).&#xD;&#xA;">Neurastheniker</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-6" id="app-editorial-6-ref" title="Neurastheniker ] Neurasthenie war der Name für ein depressives Erschöpfungssyndrom. Von Rickert berichten Zeitgenossen, er habe an Agoraphobie gelitten (vgl. z. B. Elisabeth Flitner: Ein Frauenstudium im Ersten Weltkrieg. In: Zeitschrift für Pädagogik 34 (1988), S. 153–169, hier: S. 163 (https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0111-pedocs-144735; https://www.pedocs.de/volltexte/2018/14473/pdf/Flitner_1988_Ein_Frauenstudium_im_Ersten_Weltkrieg.pdf (29.8.2024)).">[6]</a> und nicht im Stande, den Posten ganz auszufüllen in Bezug auf Vorlesungen und Examensthätigkeit. Andrerseits wird gesagt, daß das Übertreibung, ja Verleumdung sei; ich nehme an, daß Sie wol vorübergehend einmal neurasthenisch gewesen sind (wie das bei mir auch mehrfach der Fall war), aber für gewöhnlich doch allen Anforderungen des Amtes gewachsen sind.</p><p class="ED-p">Es wäre nun sehr zweckmäßig, wenn Sie mir darüber einfach schreiben würden, und zwar <u>in einem Brief, den ich an Geh<span class="ED-add">[eimen]</span> Rath </u><u><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-7" title="Elster ] nachdem Friedrich Theodor Althoff 1897 im Preußischen Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten zum Ministerialdirektor der 1. Unterrichtsabteilung befördert worden war, fungierte als sein Nachfolger als Universitätsreferent der Nationalökonom (Prof. in Aachen, Königsberg und Breslau) Ludwig Elster (1856–1935), in dieser Position bis 1916 (NDB).&#xD;&#xA;">Elster</span></span></u><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-7" id="app-editorial-7-ref" title="Elster ] nachdem Friedrich Theodor Althoff 1897 im Preußischen Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten zum Ministerialdirektor der 1. Unterrichtsabteilung befördert worden war, fungierte als sein Nachfolger als Universitätsreferent der Nationalökonom (Prof. in Aachen, Königsberg und Breslau) Ludwig Elster (1856–1935), in dieser Position bis 1916 (NDB).">[7]</a><u> übersenden kann,</u> und in welchem Sie eben diese Frage mir befriedigend beantworten; Ihre anderen eventuellen Mittheilungen erbitte ich mir auf besondrem Blatte für mich. <span class="ED-pb">|</span></p><p class="ED-p">Die Verhandlungen führt Herr Geh<span class="ED-add">[eimer]</span> <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-4" title="Ober ] über Rath geschrieben&#xD;&#xA;">Ober</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-4" id="app-philological-4-ref" title="Ober ] über Rath geschrieben">[d]</a> Reg<span class="ED-add">[ierungs-]</span>Rath <u><span class="ED-name">Elster</span></u>, der aber zur Zeit an der Ostsee weilt; doch weiß ich seine Adresse und kann ihm Ihren Brief dann senden, habe ihm auch schon vorläufig <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-8" title="in diesem Sinne Mittheilung gemacht ] vgl. die Abschrift eines weiteren Schreibens an Elster in Vaihinger an Gustaf Droysen vom 21.8.1905.&#xD;&#xA;">in diesem Sinne Mittheilung gemacht</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-8" id="app-editorial-8-ref" title="in diesem Sinne Mittheilung gemacht ] vgl. die Abschrift eines weiteren Schreibens an Elster in Vaihinger an Gustaf Droysen vom 21.8.1905.">[8]</a>.</p><p class="ED-p">Excellenz <span class="ED-name">Althoff</span> hat im Augenblick diese Verhandlungen nicht zu leiten, hat aber immer noch Einfluß auf sie; er ist jetzt in <u><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-9" title="Schierke im Harz im Sanatorium Haug. ] Kuranstalt, ganzjährig betrieben, vgl. z. B. Der Harz. Grosse Ausgabe. 21. Aufl. Leipzig u. Wien: Bibliographisches Institut 1912 (Meyers Reisebücher), S. 84.&#xD;&#xA;">Schierke im Harz im Sanatorium Haug</span></u><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-9" title="Schierke im Harz im Sanatorium Haug. ] Kuranstalt, ganzjährig betrieben, vgl. z. B. Der Harz. Grosse Ausgabe. 21. Aufl. Leipzig u. Wien: Bibliographisches Institut 1912 (Meyers Reisebücher), S. 84.&#xD;&#xA;">.</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-9" id="app-editorial-9-ref" title="Schierke im Harz im Sanatorium Haug. ] Kuranstalt, ganzjährig betrieben, vgl. z. B. Der Harz. Grosse Ausgabe. 21. Aufl. Leipzig u. Wien: Bibliographisches Institut 1912 (Meyers Reisebücher), S. 84.">[9]</a> So viel ich höre, stehen Sie persönlich gut mit ihm. Vielleicht haben Sie so viel Fühlung mit ihm, daß Sie persönlich sich an ihn wenden können, eben zu demselben Zwecke, um jenes Gerücht zu widerlegen. Ich habe ihm selbst schon <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-10" title="in diesem Sinn geschrieben ] Schreiben nicht ermittelt&#xD;&#xA;">in diesem Sinn geschrieben</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-10" id="app-editorial-10-ref" title="in diesem Sinn geschrieben ] Schreiben nicht ermittelt">[10]</a>, und Sie können sich direct auf mich berufen, daß ich Sie dazu aufgefordert <u>habe,</u> an ihn auch direct sich zu wenden in dieser Angelegenheit. <span class="ED-pb">|</span></p><p class="ED-p">Es handelt sich, wie ich wiederhole, nur um eine <u>Möglichkeit,</u> insofern eben die Verhandlungen mit <span class="ED-name">Ebbinghaus</span> noch nicht abgeschlossen sind. Aber es ist möglich, daß dieselben doch bald zum Abschluß kommen könnten, daher tut Eile noth, wenn noch etwas für Sie zu erreichen sein soll. Ich bitte mir daher <u>umgehend</u> den gewünschten Brief zu senden. –</p><p class="ED-p">Die Verhältnisse sind hier – abgesehen von der weniger schönen Gegend – in Halle so viel günstiger, als in Freiburg, daß ich annehmen darf, daß Sie einen Ruf wol annehmen würden. Zu eventuellen Auskünften bin ich gerne bereit; auch über rein praktische Fragen. <span class="ED-pb">|</span></p><p class="ED-p">Wenn auch Ihre Richtung und die meinige nicht identisch sind, so coincidiren sie doch in der Anerkennung <span class="ED-name">Kant</span>s als des Ausgangspunktes. Ich persönlich bin äußerst tolerant und conciliant, kümmere mich weiter nicht um Dinge, die mich nicht ganz direct berühren, und lasse Jeden in seiner Weise selig oder unselig werden; und wünsche auch weiter nichts als innerhalb meiner Kreise ungestört zu leben. Ich bin mit <span class="ED-name">Riehl</span> trotz vieler Abweichungen der Richtung vortrefflich ausgekommen, weil wir Beide nach den obigen Regeln uns verhalten haben, so haben wir uns Beide dabei wohl gefühlt, und so darf ich wol auch annehmen, daß auch Sie denken. Wir haben gefunden, daß durch dieses tolerante <span class="ED-pb">|</span> Verhalten Jeder seine Kräfte am besten entfalten kann, indem Jeder den Andren in seiner Weise gehen und gelten läßt. –</p><p class="ED-p">Mit collegialer Hochachtung Ihr ganz ergebenster</p><p class="ED-signed">H. Vaihinger</p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar zum Textbefund</h2><div class="ED-app-philological" id="app-philological-1"><span class="ED-app-num">a</span><a href="#app-philological-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">12.VIII.1905</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>die Auflösung der Angabe von anderer <abbr title="Hand" class="ED-abbr">Hd.</abbr> mit Bleistift über der Datumszeile: <span class="ED-rdg">[12.8.08]</span> trifft nicht zu.</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-2"><span class="ED-app-num">b</span><a href="#app-philological-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">College!</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>danach zwei Zeilen frei gelassen</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-3"><span class="ED-app-num">c</span><a href="#app-philological-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">ging</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-rdg">gieng</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-4"><span class="ED-app-num">d</span><a href="#app-philological-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Ober</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>über <span class="ED-rdg">Rath</span> geschrieben</div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Verhandlungen der Regirung</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>zur Besetzung des frei gewordenen Ordinariats <span class="ED-name">Riehl</span>s <abbr title="beziehungsweise" class="ED-abbr">bzw.</abbr> <span class="ED-name">Busse</span>s, <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Vaihinger an Rickert vom 20.7.1908.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Ebbinghaus</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>der Psychologe <span class="ED-name">Hermann Ebbinghaus</span> (1850–1909), seit 1905 <abbr title="ordentlicher Professor" class="ED-abbr">o. Prof.</abbr> an der Universität Halle-Wittenberg und Leiter des 1891 von <span class="ED-name">Benno Erdmann</span> begründeten Psycho-Physischen Apparates (<span class="ED-link"><a href="https://www.catalogus-professorum-halensis.de/ebbinghaushermann.html">https://www.catalogus-professorum-halensis.de/ebbinghaushermann.html</a></span>; <span class="ED-link"><a href="https://www.psych.uni-halle.de/geschichte/">https://www.psych.uni-halle.de/geschichte/</a></span>; 21.7.2021).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-3"><span class="ED-app-num">3</span><a href="#app-editorial-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Schwierigkeiten</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>die überwiegend Vaihinger selbst verursachte; <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Vaihinger an Gustaf Droysen vom 12.8. <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> 21.8.1905 und an Ludwig Elster vom 27.8.1905.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-4"><span class="ED-app-num">4</span><a href="#app-editorial-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">unserer Liste</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> den Bericht der Philosophischen Fakultät der Universität Halle an Universitätskurator <span class="ED-name">Gottfried Meyer</span> vom 28.7.1905, Abschrift (Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, I. HA Rep. 76, Va Sekt. 4 Tit. 4 <abbr title="Nummer" class="ED-abbr">Nr.</abbr> 34 <abbr title="Band" class="ED-abbr">Bd.</abbr> 22, <abbr title="Blatt" class="ED-abbr">Bl.</abbr> 207–209, abgedruckt in: Hartwin Spenkuch: Preußische Universitätspolitik im Deutschen Kaiserreich. Dokumente zu Grundproblemen und ausgewählten Professorenberufungen in den Philosophischen Fakultäten zur Zeit Friedrich Althoffs (1897 bis 1907). Berlin/Boston: de Gruyter 2018 (Acta Borussica. Neue Folge 2. Reihe. Preußen als Kulturstaat. <abbr title="Herausgeber" class="ED-abbr">Hg.</abbr> <abbr title="von " class="ED-abbr">v.</abbr> der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften unter der Leitung <abbr title="von " class="ED-abbr">v.</abbr> Wolfgang Neugebauer. <abbr title="Abteilung" class="ED-abbr">Abt.</abbr> II: Der preußische Kulturstaat in der politischen und sozialen Wirklichkeit. <abbr title="Band" class="ED-abbr">Bd.</abbr> 13), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 528–530): <span class="ED-rdg">Die ergebenst unterzeichnete Fakultät beehrt sich, zur Wiederbesetzung der erledigten ordentlichen Lehrkanzel der Philosophie die folgenden Vertreter des Faches in Vorschlag zu bringen: [</span>1. <span class="ED-name">Hermann Ebbinghaus</span>; 2. <span class="ED-name">Oswald Külpe</span> und <span class="ED-name">Heinrich Rickert</span>; 3. <span class="ED-name">Edmund Husserl</span>.<span class="ED-rdg">] […] Unter den jüngeren Fachvertretern ist […] Rickert wohl der namhafteste. Seine Schriften beziehen sich alle auf Fragen der reinen oder systematischen Philosophie. Hervorzuheben sind aus ihnen die 1904 in zweiter erweiterter Auflage erschienene Habilitationsschrift: „Der Gegenstand der Erkenntnis. Einführung in die Transzendentalphilosophie“ und das umfangreiche Werk: „Die Grenzen der naturwissenschaftlichen Begriffsbildung. Eine logische Einleitung in die historischen Wissenschaften“ 1902. Auch die kleineren Arbeiten Rickerts sind von Bedeutung, so die Studie über Fichtes Atheismusstreit (in den Kantstudien abgedruckt), der Vortrag „Kulturwissenschaft und Naturwissenschaft“ und der Artikel über psychologische Kausalität in den Abhandlungen Sigwart gewidmet 1900. Von diesen Veröffentlichungen hatte vor allem die logische Hauptschrift: „Die Grenzen der naturwissenschaftlichen Begriffsbildung“ bei Gegnern wie Anhängern einen starken Erfolg. Sie machte den Verfasser auch im Auslande bekannt und ist, wie immer man sich zu ihr stellen mag, für die Frage der Klassifikation der Wissenschaften und der Unterscheidung der historischen Disziplinen von den exakten von grundlegender Bedeutung. In der älteren Schrift: „Der Gegenstand der Erkenntnis“ wird das Programm einer auf den Begriff des Sollens gegründeten, Fichte nahestehenden Philosophie entworfen. Rickert hat bereits eine kleine Schar von Schülern um sich versammelt, die er durch die Eigenart seines Denkens und den persönlichen Ton, womit er seine Lehre vertritt, an sich fesselt. Ihm steht die Gabe einer formvollendeten und gewandten Rede zu Gebote. Doch soll nicht verschwiegen werden, daß diesen Vorzügen auch gewisse Mängel gegenüberstehen. Die starre Einseitigkeit, die Rickert treibt, überall den Maßstab des Wertes anzulegen, führt ihn selbst und noch mehr die, welche ihm folgen, zu einer Unterschätzung der objektiven Wissenschaft und ihrer Untersuchungsmethoden. – </span>Berufen wurde zum 1.10.1905 <span class="ED-name">Hermann Ebbinghaus</span>.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-5"><span class="ED-app-num">5</span><a href="#app-editorial-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">über ihn in Berlin beschweren</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>meint: bei der vorgesetzten Stelle, dem Preußischen Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-6"><span class="ED-app-num">6</span><a href="#app-editorial-6-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Neurastheniker</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Neurasthenie war der Name für ein depressives Erschöpfungssyndrom. Von Rickert berichten Zeitgenossen, er habe an Agoraphobie gelitten (<abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> <abbr title="zum Beispiel" class="ED-abbr">z. B.</abbr> Elisabeth Flitner: Ein Frauenstudium im Ersten Weltkrieg. In: Zeitschrift für Pädagogik 34 (1988), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 153–169, hier: <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 163 (<span class="ED-link"><a href="https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0111-pedocs-144735">https://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0111-pedocs-144735</a></span>; <span class="ED-link"><a href="https://www.pedocs.de/volltexte/2018/14473/pdf/Flitner_1988_Ein_Frauenstudium_im_Ersten_Weltkrieg.pdf">https://www.pedocs.de/volltexte/2018/14473/pdf/Flitner_1988_Ein_Frauenstudium_im_Ersten_Weltkrieg.pdf</a></span> (29.8.2024)).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-7"><span class="ED-app-num">7</span><a href="#app-editorial-7-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><u><span class="ED-name">Elster</span></u></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>nachdem <span class="ED-name">Friedrich Theodor Althoff</span> 1897 im Preußischen Ministerium der geistlichen, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten zum Ministerialdirektor der 1. Unterrichtsabteilung befördert worden war, fungierte als sein Nachfolger als Universitätsreferent der Nationalökonom (<abbr title="Professor" class="ED-abbr">Prof.</abbr> in Aachen, Königsberg und Breslau) <span class="ED-name">Ludwig Elster</span> (1856–1935), in dieser Position bis 1916 (<abbr title="Neue Deutsche Biographie" class="ED-abbr">NDB</abbr>).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-8"><span class="ED-app-num">8</span><a href="#app-editorial-8-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">in diesem Sinne Mittheilung gemacht</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> die Abschrift eines weiteren Schreibens an Elster in Vaihinger an Gustaf Droysen vom 21.8.1905.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-9"><span class="ED-app-num">9</span><a href="#app-editorial-9-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><u>Schierke im Harz im Sanatorium Haug</u>.</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Kuranstalt, ganzjährig betrieben, <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> <abbr title="zum Beispiel" class="ED-abbr">z. B.</abbr> Der Harz. Grosse Ausgabe. 21. <abbr title="Auflage" class="ED-abbr">Aufl.</abbr> Leipzig <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> Wien: Bibliographisches Institut 1912 (Meyers Reisebücher), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 84.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-10"><span class="ED-app-num">10</span><a href="#app-editorial-10-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">in diesem Sinn geschrieben</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Schreiben nicht ermittelt</div></div></body></html>