<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Vaihinger an Paul Natorp, Halle, 3.6.1903, 6 S., hs. (andere Hd., eU), Briefkopf Redaction der „Kantstudien“ | (Verlag von Reuther und Reichard, Berlin) | Prof. Dr. Vaihinger | Halle a. S. | – Priv.-Doc. Dr. Scheler | Jena. | HALLE a. S., den … | Reichardtstrasse 15., Universitätsbibliothek Marburg, Ms. 831/1073</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000847-4"/><style type="text/css">
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Dr. Scheler | Jena. ] mit schwarzer Tinte gestrichen">[a]</a><span class="ED-rdg"> | HALLE a. S., den … | Reichardtstrasse 15.</span>, <span class="ED-pubPlace">Universitätsbibliothek Marburg, Ms. 831/1073</span></p><div class="ED-text"><p class="ED-dateline">3. Juni 03</p><p class="ED-salute">Verehrtester Herr Kollege!</p><p class="ED-p">Aus meinem <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-1" title="letzten Vorschlag ] vgl. Vaihinger an Natorp vom 31.5.1903&#xD;&#xA;">letzten Vorschlag</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-1" id="app-editorial-1-ref" title="letzten Vorschlag ] vgl. Vaihinger an Natorp vom 31.5.1903">[1]</a> ersehen Sie, wie ernstlich ich versuche, Ihre Mitwirkung für die K<span class="ED-add">[ant-]</span>St<span class="ED-add">[udien]</span> zu gewinnen. Trotzdem befürchtete ich eine zweite Absage Ihrerseits und habe Ihnen deshalb sofort <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="telegraphirt ] Telegramm nicht überliefert&#xD;&#xA;">telegraphirt</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="telegraphirt ] Telegramm nicht überliefert">[2]</a>, als sich mir ein Weg zu einer anderen Lösung eröffnete. Ich könnte es Ihnen ja auch in der Tat nicht verübeln, wenn Sie auch gegen meinen letzten Vorschlag schwere Bedenken haben sollten: ich verkenne die Schwierigkeiten, die in demselben für Sie liegen, durchaus nicht. Und auch ich selbst finde nachträglich in demselben Schwierigkeiten.</p><p class="ED-p">Einmal ist es der finanzielle Punkt: die mir von dem Ministerium <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="in Aussicht gestellte Subvention ] vgl. Vaihinger an Natorp vom 28.5.1903&#xD;&#xA;">in Aussicht gestellte Subvention</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-3" id="app-editorial-3-ref" title="in Aussicht gestellte Subvention ] vgl. Vaihinger an Natorp vom 28.5.1903">[3]</a> (<u>ich bitte nochmals, diese Mitteilung streng diskret zu behandeln</u>) ist <u>mir</u> als Herausgeber versprochen und zwar <span class="ED-pb">|</span> wohl als Äquivalent für <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="nicht gewährte persönliche Wünsche ] vgl. Vaihinger an Friedrich Theodor Althoff vom 19.12.1904&#xD;&#xA;">nicht gewährte persönliche Wünsche</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-4" id="app-editorial-4-ref" title="nicht gewährte persönliche Wünsche ] vgl. Vaihinger an Friedrich Theodor Althoff vom 19.12.1904">[4]</a>. Wenn ich nun auf dem Titel der K<span class="ED-add">[ant-]</span>St<span class="ED-add">[udien]</span> nicht mehr als eigentlicher Herausgeber figurire, so ist es wohl möglich, dass die Subvention ausbleibt, zumal das Versprechen schlechterdings bloß ein mündliches ist.</p><p class="ED-p">Und sodann ein Zweites: Wie ich Ihnen schon in meinem <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-5" title="Brief vom 12. Mai ] vgl. Vaihinger an Natorp vom 12.5.1903&#xD;&#xA;">Brief vom 12. Mai</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-5" id="app-editorial-5-ref" title="Brief vom 12. Mai ] vgl. Vaihinger an Natorp vom 12.5.1903">[5]</a> schrieb, würde ich es ja begreiflich finden, wenn Sie in einiger Zeit die Redaktion an eine jüngere Kraft abgeben würden. Aber ein öfterer Wechsel der Geschäftsführung ist nicht wünschenswert; schon der jetzt so rasch <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-6" title="eingetretene Wechsel ] nach dem Ausscheiden Max Schelers, der erst 1902 in die Redaktion der Zeitschrift Kant-Studien eingetreten war.&#xD;&#xA;">eingetretene Wechsel</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-6" id="app-editorial-6-ref" title="eingetretene Wechsel ] nach dem Ausscheiden Max Schelers, der erst 1902 in die Redaktion der Zeitschrift Kant-Studien eingetreten war.">[6]</a> ist ja höchst fatal. So wäre es das Beste, wenn gleich von vorne herein <u>unter </u><u><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-2" title="Ihrer ] dick unterstrichen&#xD;&#xA;">Ihrer</span></u><a class="ED-anchor" href="#app-philological-2" id="app-philological-2-ref" title="Ihrer ] dick unterstrichen">[b]</a><u> geistigen</u> Direktion eine jüngere Kraft die Redaktion führte, ohne dass Sie selbst Verantwortung und Arbeit hätten. Leider haben Sie zur Zeit keinen Privatdozenten.</p><p class="ED-p">Nun habe ich dieser Tage einen jungen Gelehrten kennengelernt, der <span class="ED-name">Kant</span>ianer ist – wirklicher Kantianer, nicht bloß „Kantphilologe“ – und der sich in kurzer Zeit habilitiren will. Er ist in Straßburg, Freiburg, Heidelberg und Berlin ausge<span class="ED-pb">|</span>bildet, hat in Freiburg <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-7" title="unter Rickert promovirt ] vgl. Bruno Bauch: Glückseligkeit und Persönlichkeit in der kritischen Ethik: Stuttgart. Fr: Frommann 1902.&#xD;&#xA;">unter </span><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-7" title="unter Rickert promovirt ] vgl. Bruno Bauch: Glückseligkeit und Persönlichkeit in der kritischen Ethik: Stuttgart. Fr: Frommann 1902.&#xD;&#xA;">Rickert</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-7" title="unter Rickert promovirt ] vgl. Bruno Bauch: Glückseligkeit und Persönlichkeit in der kritischen Ethik: Stuttgart. Fr: Frommann 1902.&#xD;&#xA;"> promovirt</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-7" id="app-editorial-7-ref" title="unter Rickert promovirt ] vgl. Bruno Bauch: Glückseligkeit und Persönlichkeit in der kritischen Ethik: Stuttgart. Fr: Frommann 1902.">[7]</a>, steht aber in seinen Anschauungen <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-8" title="Ihnen näher als Rickert ] dieser Eindruck über Bruno Bauch hat auch in Marburg eine Zeit lang bestanden, vgl. Natorp an Albert Görland vom 1.1.1911: Was Sie sich von den Heidelbergern haben erzählen lassen ist nicht sehr ernst zu nehmen. Windelband ist immer ein hochmütiger Herr gewesen – woraufhin eigentlich? Aber die tüchtigeren jüngeren von der Schule sind durchaus geneigt mit uns zu gehn, nicht bloß Bauch, auch Hessen u. a. (Holzhey: Cohen und Natorp Bd. 2, S. 389).&#xD;&#xA;">Ihnen näher als </span><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-8" title="Ihnen näher als Rickert ] dieser Eindruck über Bruno Bauch hat auch in Marburg eine Zeit lang bestanden, vgl. Natorp an Albert Görland vom 1.1.1911: Was Sie sich von den Heidelbergern haben erzählen lassen ist nicht sehr ernst zu nehmen. Windelband ist immer ein hochmütiger Herr gewesen – woraufhin eigentlich? Aber die tüchtigeren jüngeren von der Schule sind durchaus geneigt mit uns zu gehn, nicht bloß Bauch, auch Hessen u. a. (Holzhey: Cohen und Natorp Bd. 2, S. 389).&#xD;&#xA;">Rickert</span></span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-8" id="app-editorial-8-ref" title="Ihnen näher als Rickert ] dieser Eindruck über Bruno Bauch hat auch in Marburg eine Zeit lang bestanden, vgl. Natorp an Albert Görland vom 1.1.1911: Was Sie sich von den Heidelbergern haben erzählen lassen ist nicht sehr ernst zu nehmen. Windelband ist immer ein hochmütiger Herr gewesen – woraufhin eigentlich? Aber die tüchtigeren jüngeren von der Schule sind durchaus geneigt mit uns zu gehn, nicht bloß Bauch, auch Hessen u. a. (Holzhey: Cohen und Natorp Bd. 2, S. 389).">[8]</a>. Er gefiel mir persönlich sehr gut, und ich schloss aus verschiedenen Symptomen bei mehreren Gesprächen, dass er sich auch für geschäftliche Dinge sehr eigne. Er macht den Eindruck eines energischen, fleißigen und in allen <span class="ED-name">Kant</span>fragen, sowie in der Litteratur sehr wohl orientirten Mannes.</p><p class="ED-p">Dies nun brachte mich auf den Gedanken, ob es nicht vielleicht möglich wäre, dass der Betr<span class="ED-add">[effende]</span>, da er sich nun doch einmal bald habilitiren will, sich bei Ihnen habilitirt, die Geschäftsführung der K<span class="ED-add">[ant-]</span>St<span class="ED-add">[udien]</span> übernimmt und dabei naturgemäß unter Ihrer Direktive die Geschäfte leitet. Sie hätten also den Vorteil, die K<span class="ED-add">[ant-]</span>St<span class="ED-add">[udien]</span> sozusagen geistig vollständig leiten zu können, ohne doch irgendwie die Arbeit davon zu haben, und Ihr Name würde dann zu denen der 12 „Mitwirkenden“ aufgenommen.</p><p class="ED-p">An und für sich läge ja der Gedanke nahe, dass der Betr<span class="ED-add">[effende]</span> sich <u>hier</u> habilitirt. Allein wir haben hier nicht bloß <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-9" title="schon … angemeldet ] 1903 waren in Halle Hermann Schwarz (habilitiert 1894) und Fritz Medicus (1901) Privatdozenten für Philosophie. Bruno Bauch habilitierte 1903 ebenfalls in Halle, bei Vaihinger (vgl. das Gutachten vom 17.10.1903).&#xD;&#xA;">schon 2 </span><span class="ED-pb"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-9" title="schon … angemeldet ] 1903 waren in Halle Hermann Schwarz (habilitiert 1894) und Fritz Medicus (1901) Privatdozenten für Philosophie. Bruno Bauch habilitierte 1903 ebenfalls in Halle, bei Vaihinger (vgl. das Gutachten vom 17.10.1903).&#xD;&#xA;">|</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-9" title="schon … angemeldet ] 1903 waren in Halle Hermann Schwarz (habilitiert 1894) und Fritz Medicus (1901) Privatdozenten für Philosophie. Bruno Bauch habilitierte 1903 ebenfalls in Halle, bei Vaihinger (vgl. das Gutachten vom 17.10.1903).&#xD;&#xA;"> Privatdozenten</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-9" id="app-editorial-9-ref" title="schon … angemeldet ] 1903 waren in Halle Hermann Schwarz (habilitiert 1894) und Fritz Medicus (1901) Privatdozenten für Philosophie. Bruno Bauch habilitierte 1903 ebenfalls in Halle, bei Vaihinger (vgl. das Gutachten vom 17.10.1903).">[9]</a>, sondern ein dritter hat sich auch schon angemeldet, und außerdem will der Betr<span class="ED-add">[effende]</span> lieber in Süddeutschland habilitiren, da die Familie seiner Braut in Freiburg <abbr title="im Breisgau" class="ED-abbr">i. B.</abbr> lebt.</p><p class="ED-p">Der junge Mann heißt <u><abbr title="Doktor" class="ED-abbr">Dr.</abbr> </u><span class="ED-name"><u>Bruno Bauch</u></span> (nicht semitisch), ist geboren in <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-3" title="Schlesien ] davor gestrichen: Breslau&#xD;&#xA;">Schlesien</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-3" id="app-philological-3-ref" title="Schlesien ] davor gestrichen: Breslau">[c]</a>. Seine Dissertation hat den Titel „Glückseligkeit und Persönlichkeit in der kritischen Ethik“, Stuttgart, Fr. Frommann, 1902, 101 <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> Sie finden eine Selbstanzeige in den K<span class="ED-add">[ant-]</span>St<span class="ED-add">[udien]</span> VII, 469–471. Er hat außerdem eine große, circa 8 Druckbogen umfassende <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-10" title="Abhandlung ] Bauch hat in der Folgezeit mehrere Abhandlungen veröffentlicht, darunter die nahezu 9 Druckbogen (à 16 S.) umfassende: Luther und Kant. In: Kant-Studien 9 (1904), S. 351–492 (auch Thema der Habilitationsschrift in Halle).&#xD;&#xA;">Abhandlung</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-10" id="app-editorial-10-ref" title="Abhandlung ] Bauch hat in der Folgezeit mehrere Abhandlungen veröffentlicht, darunter die nahezu 9 Druckbogen (à 16 S.) umfassende: Luther und Kant. In: Kant-Studien 9 (1904), S. 351–492 (auch Thema der Habilitationsschrift in Halle).">[10]</a> verfasst, die er mir vor ein paar Tagen eingesandt hat für die K<span class="ED-add">[ant-]</span>St<span class="ED-add">[udien]</span>, und die einen guten und gründlichen Eindruck macht. Mit seiner Habilitationsschrift ist er schon beschäftigt. Jene mir eingesandte Arbeit war nun die Veranlassung der persönlichen Berührung. Er kam gestern von Berlin, wo er gegenwärtig lebt, herüber: daher mein <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-11" title="gestriges Telegramm ] nicht überliefert&#xD;&#xA;">gestriges Telegramm</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-11" id="app-editorial-11-ref" title="gestriges Telegramm ] nicht überliefert">[11]</a>.</p><p class="ED-p">Wie wäre es nun, wenn Sie diesem Gedanken näher treten würden? Vielleicht ist aber schon ein Anderer in Mar<span class="ED-pb">|</span>burg, <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-4" title="der ] am Kopf der S. zur Zählung des Bogens (Briefkopf wie oben inklusive Streichung): II.&#xD;&#xA;">der</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-4" id="app-philological-4-ref" title="der ] am Kopf der S. zur Zählung des Bogens (Briefkopf wie oben inklusive Streichung): II.">[d]</a> die <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-12" title="Habilitation … Privatdozenten ] vgl. Natorp an Vaihinger vom 11.6.1903. In Marburg hatten bis 1903 habilitiert: 1894 Ludwig Busse (Kandidat von Julius Bergmann) und 1895 Eugen Kühnemann (Kandidat von Cohen und Natorp), BEdPh.&#xD;&#xA;">Habilitation beabsichtigt. Da Sie aber schon früher zwei Privatdozenten</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-12" id="app-editorial-12-ref" title="Habilitation … Privatdozenten ] vgl. Natorp an Vaihinger vom 11.6.1903. In Marburg hatten bis 1903 habilitiert: 1894 Ludwig Busse (Kandidat von Julius Bergmann) und 1895 Eugen Kühnemann (Kandidat von Cohen und Natorp), BEdPh.">[12]</a> gehabt haben, würde wohl auch jetzt ein zweiter da noch Platz finden. Die Hauptsache bei der Übernahme der Geschäftsführung ist, dass der Betr<span class="ED-add">[effende]</span> die nötige geschäftliche Gewandtheit besitzt, und diese scheint mir gerade <abbr title="Doktor" class="ED-abbr">Dr.</abbr> <span class="ED-name">Bruno Bauch</span> in hervorragender Weise zu haben.</p><p class="ED-p">Ich möchte Sie bitten, mir <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-13" title="Ihre Meinung ] vgl. Natorp an Vaihinger vom 11.6.1903&#xD;&#xA;">Ihre Meinung</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-13" id="app-editorial-13-ref" title="Ihre Meinung ] vgl. Natorp an Vaihinger vom 11.6.1903">[13]</a> über diese Frage mitzuteilen. Würden Sie die Sache plausibel finden, so würde ich den Betr<span class="ED-add">[effenden]</span> veranlassen, sich alsbald bei Ihnen persönlich vorzustellen. Dies wäre natürlich für Sie vollständig unverbindlich. Dadurch, dass Sie ihm erlauben, Sie in Marburg zu besuchen, würden Sie in keiner Hinsicht eine Verpflichtung eingehen. Gefällt er Ihnen nicht – und der persönliche Eindruck ist doch hierbei hauptsächlich maßgebend – <span class="ED-pb">|</span> so würde damit diese <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-5" title="Konjunktur ] so wörtlich, hier im Sinne von: Lage der Dinge&#xD;&#xA;">Konjunktur</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-5" id="app-philological-5-ref" title="Konjunktur ] so wörtlich, hier im Sinne von: Lage der Dinge">[e]</a> beseitigt sein und die Frage in ein anderes Stadium treten.</p><p class="ED-p">Mit kollegialem Gruß Ihr ergebenster</p><p class="ED-signed">H. Vaihinger</p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar zum Textbefund</h2><div class="ED-app-philological" id="app-philological-1"><span class="ED-app-num">a</span><a href="#app-philological-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-rdg">Priv.-Doc. Dr. Scheler | Jena.</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>mit schwarzer Tinte gestrichen</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-2"><span class="ED-app-num">b</span><a href="#app-philological-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><u>Ihrer</u></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>dick unterstrichen</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-3"><span class="ED-app-num">c</span><a href="#app-philological-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Schlesien</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>davor gestrichen: <span class="ED-rdg">Breslau</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-4"><span class="ED-app-num">d</span><a href="#app-philological-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">der</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>am Kopf der <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> zur Zählung des Bogens (Briefkopf wie oben inklusive Streichung): <span class="ED-rdg">II.</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-5"><span class="ED-app-num">e</span><a href="#app-philological-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Konjunktur</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>so wörtlich, hier im Sinne von: Lage der Dinge</div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">letzten Vorschlag</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Vaihinger an Natorp vom 31.5.1903</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">telegraphirt</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Telegramm nicht überliefert</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-3"><span class="ED-app-num">3</span><a href="#app-editorial-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">in Aussicht gestellte Subvention</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Vaihinger an Natorp vom 28.5.1903</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-4"><span class="ED-app-num">4</span><a href="#app-editorial-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">nicht gewährte persönliche Wünsche</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Vaihinger an Friedrich Theodor Althoff vom 19.12.1904</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-5"><span class="ED-app-num">5</span><a href="#app-editorial-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Brief vom 12. Mai</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Vaihinger an Natorp vom 12.5.1903</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-6"><span class="ED-app-num">6</span><a href="#app-editorial-6-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">eingetretene Wechsel</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>nach dem Ausscheiden <span class="ED-name">Max Scheler</span>s, der erst 1902 in die Redaktion der Zeitschrift Kant-Studien eingetreten war.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-7"><span class="ED-app-num">7</span><a href="#app-editorial-7-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">unter <span class="ED-name">Rickert</span> promovirt</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Bruno Bauch: Glückseligkeit und Persönlichkeit in der kritischen Ethik: Stuttgart. Fr: Frommann 1902.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-8"><span class="ED-app-num">8</span><a href="#app-editorial-8-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Ihnen näher als <span class="ED-name">Rickert</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>dieser Eindruck über <span class="ED-name">Bruno Bauch</span> hat auch in Marburg eine Zeit lang bestanden, <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Natorp an <span class="ED-name">Albert Görland</span> vom 1.1.1911: <span class="ED-rdg">Was Sie sich von den Heidelbergern haben erzählen lassen ist nicht sehr ernst zu nehmen. Windelband ist immer ein hochmütiger Herr gewesen – woraufhin eigentlich? Aber die tüchtigeren jüngeren von der Schule sind durchaus geneigt mit uns zu gehn, nicht bloß Bauch, auch Hessen u. a.</span> (Holzhey: Cohen und Natorp <abbr title="Band" class="ED-abbr">Bd.</abbr> 2, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 389).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-9"><span class="ED-app-num">9</span><a href="#app-editorial-9-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-lem">schon … angemeldet</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span> 1903 waren in Halle <span class="ED-name">Hermann Schwarz</span> (habilitiert 1894) und <span class="ED-name">Fritz Medicus</span> (1901) Privatdozenten für Philosophie. <span class="ED-name">Bruno Bauch</span> habilitierte 1903 ebenfalls in Halle, bei Vaihinger (<abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> das Gutachten vom 17.10.1903).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-10"><span class="ED-app-num">10</span><a href="#app-editorial-10-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Abhandlung</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-name">Bauch</span> hat in der Folgezeit mehrere Abhandlungen veröffentlicht, darunter die nahezu 9 Druckbogen (à 16 <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr>) umfassende: Luther und Kant. In: Kant-Studien 9 (1904), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 351–492 (auch Thema der Habilitationsschrift in Halle).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-11"><span class="ED-app-num">11</span><a href="#app-editorial-11-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">gestriges Telegramm</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>nicht überliefert</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-12"><span class="ED-app-num">12</span><a href="#app-editorial-12-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-lem">Habilitation … Privatdozenten</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span> <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Natorp an Vaihinger vom 11.6.1903. In Marburg hatten bis 1903 habilitiert: 1894 <span class="ED-name">Ludwig Busse</span> (Kandidat von <span class="ED-name">Julius Bergmann</span>) und 1895 <span class="ED-name">Eugen Kühnemann</span> (Kandidat von <span class="ED-name">Cohen</span> und <span class="ED-name">Natorp</span>), <abbr title="Biographische Enzyklopädie deutschsprachiger Philosophen" class="ED-abbr">BEdPh</abbr>.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-13"><span class="ED-app-num">13</span><a href="#app-editorial-13-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Ihre Meinung</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Natorp an Vaihinger vom 11.6.1903</div></div></body></html>