<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Paul Natorp an Vaihinger, Marburg, 11.5.1903, 4 S., hs., Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXIII, 1 b, Nr. 5</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000839-1"/><style type="text/css">
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In einem ersten Entwurf heißt es etwa (Streichungen und Einfügungen werden im Folgenden nicht eigens ausgewiesen, Textschichten sind nicht sicher zu unterscheiden, die Lesung ist zum Teil unsicher): […] sondern auch aus dem Gefühl, daß es richtiger sei Raum zu schaffen für etwas Neues, das von der jüngeren Generation eigentlich ausgehen sollte. Und so würde ich zur Übernahme der Kantstudien mich höchstens (nur) dann entschließen können, wenn ich die sichere Überzeugung gewinnen könnte, daß dies der geignete Weg wäre/sei, um eine junge emporstrebende (aufstrebende) Gruppe – ich meine natürlich nicht bloß die „Marburger Schule“ – nat[ür]l[ich] auch die Eucken-Windelbandsche Richtung, aber doch auch Husserl u. wer sonst etwa v[on] d[er] österr[eichischen] Psychologenschule her sich Kantstudien nähert – zu gemeinsamer Arbeit oder doch in fruchtb[arer] Aus[einan]d[er]s[e]tzung zu vereinigen (sammeln). Darob bin ich nach allen gemachten Erfahrungen doch […] zur Skepsis geneigt. Im weitern – kaum leserlichen – Verlauf (das Folgende ist Interpretation der Hg.) drückt Natorp sein Bedauern darüber aus, dass Scheler, dessen Eintreten als junger Hoffnungsträger Natorp begrüßt hatte, bereits wieder aus der Redaktion ausscheidet. Bei Scheler als Redakteur der Zeitschrift Kant-Studien hätte womöglich eine Chance der Annäherung der mehr von Fichte ausgehenden Schule Euckens an den Kantianismus bestanden.&#xD;&#xA;">Marburg 11. Mai 1903.</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-1" id="app-editorial-1-ref" title="Marburg 11. Mai 1903. ] dazu ein Briefentwurf: Universitätsbibliothek Marburg, Ms. 831/1209 (1) vom 10.5.1903. Der Text ist bis auf die folgenden gestrichenen Passagen dem abgesendeten Schreiben vom 11.5.1903 vergleichbar. In einem ersten Entwurf heißt es etwa (Streichungen und Einfügungen werden im Folgenden nicht eigens ausgewiesen, Textschichten sind nicht sicher zu unterscheiden, die Lesung ist zum Teil unsicher): […] sondern auch aus dem Gefühl, daß es richtiger sei Raum zu schaffen für etwas Neues, das von der jüngeren Generation eigentlich ausgehen sollte. Und so würde ich zur Übernahme der Kantstudien mich höchstens (nur) dann entschließen können, wenn ich die sichere Überzeugung gewinnen könnte, daß dies der geignete Weg wäre/sei, um eine junge emporstrebende (aufstrebende) Gruppe – ich meine natürlich nicht bloß die „Marburger Schule“ – nat[ür]l[ich] auch die Eucken-Windelbandsche Richtung, aber doch auch Husserl u. wer sonst etwa v[on] d[er] österr[eichischen] Psychologenschule her sich Kantstudien nähert – zu gemeinsamer Arbeit oder doch in fruchtb[arer] Aus[einan]d[er]s[e]tzung zu vereinigen (sammeln). Darob bin ich nach allen gemachten Erfahrungen doch […] zur Skepsis geneigt. Im weitern – kaum leserlichen – Verlauf (das Folgende ist Interpretation der Hg.) drückt Natorp sein Bedauern darüber aus, dass Scheler, dessen Eintreten als junger Hoffnungsträger Natorp begrüßt hatte, bereits wieder aus der Redaktion ausscheidet. Bei Scheler als Redakteur der Zeitschrift Kant-Studien hätte womöglich eine Chance der Annäherung der mehr von Fichte ausgehenden Schule Euckens an den Kantianismus bestanden.">[1]</a></p><p class="ED-signed">Verehrter Herr Kollege!</p><p class="ED-p">Sie werden mein bisheriges Schweigen schon richtig so gedeutet haben, daß ich <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="Ihren Vorschlag ] vgl. Vaihinger an Natorp vom 5.5.1903&#xD;&#xA;">Ihren Vorschlag</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="Ihren Vorschlag ] vgl. Vaihinger an Natorp vom 5.5.1903">[2]</a> in ernste Erwägung ziehe. Ein Eingehen der <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-1" title="Kant-Studien ] KSt&#xD;&#xA;">Kant-Studien</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-1" id="app-philological-1-ref" title="Kant-Studien ] KSt">[a]</a> oder bloßes Fortvegetieren unter unsicherer Leitung wäre im allgemeinen Interesse zu bedauern. Sind Sie einmal unwiderruflich entschlossen, die Redaktion nicht weiterzuführen, so ist es ja eine Art Pflicht <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-2" title="wenn möglich helfend einzutreten. ] statt gestrichen: das wenn möglich zu verhindern&#xD;&#xA;">wenn möglich helfend einzutreten.</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-2" id="app-philological-2-ref" title="wenn möglich helfend einzutreten. ] statt gestrichen: das wenn möglich zu verhindern">[b]</a> Und da hat der Gedanke etwas Verlockendes, der Zeitschrift, ohne Abstrich von ihrer bisherigen mehr philologischen Aufgabe, noch ein weiteres Interesse zuzufügen durch die Verbindung mit einer Schule, der das genaue Studium <span class="ED-name">Kant</span>s nur als Voraussetzung gilt, um in Kraft seiner Methode nun weiter <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> auch über seinen Buchstaben hinaus zu streben. Es kommt ermutigend hinzu, daß die Übernahme der Zeitschrift durch einen rührigen <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> leistungsfähigen Verleger, nach dem was Sie schreiben, in wahrscheinlicher Aussicht stände.</p><p class="ED-p">Und so würde ich wohl unbedenklich einschlagen, <span class="ED-pb">|</span> wenn ich über etwas mehr Jugend <abbr title="das heißt" class="ED-abbr">d. h.</abbr> Unerfahrenheit und <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-3" title="entsprechenden ] Einfügung über der Zeile&#xD;&#xA;">entsprechenden</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-3" id="app-philological-3-ref" title="entsprechenden ] Einfügung über der Zeile">[c]</a> Wagemut verfügte. Aber ich habe nun <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="schon zwei Zeitschriften geleitet ] Philosophische Monatshefte (1888–1894) und Archiv für systematische Philosophie (1895–1901), vgl. Natorp an Vaihinger vom 11.12.1895.&#xD;&#xA;">schon zwei Zeitschriften geleitet</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-3" id="app-editorial-3-ref" title="schon zwei Zeitschriften geleitet ] Philosophische Monatshefte (1888–1894) und Archiv für systematische Philosophie (1895–1901), vgl. Natorp an Vaihinger vom 11.12.1895.">[3]</a>. Die eine starb, als sie grade im besten Zuge war, an Verlegerschwierigkeiten; die andre war ein nicht ganz glücklicher Kompromiß, auf den ich mich vielleicht von Anfang an nicht hätte einlassen sollen. Nachdem ich diese zweite Redaktion eben erst niedergelegt habe, eine dritte auf mich zu nehmen, muß für mich, wie Sie gewiß am besten begreifen, ein schwerer Angang sein. Ich habe niedergelegt, nicht bloß weil das Archiv nicht das geworden war, was es hätte werden sollen; nicht bloß weil ich für meine eignen Arbeiten, denen mehrere sehr dringlich waren und sind, mir mehr Zeit <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> Freiheit schaffen mußte; sondern auch aus dem Gefühl, daß es richtig sei Raum zu schaffen für den jüngern Nachwuchs. Ich dachte, man solle ruhig warten, bis ein entschiedenes <u>Bedürfnis</u> nach etwas neuem sich regt <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> dann wohl <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-4" title="auch ] Einfügung über der Zeile&#xD;&#xA;">auch</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-4" id="app-philological-4-ref" title="auch ] Einfügung über der Zeile">[d]</a> die geeignete Persönlichkeit sich von selber findet. <span class="ED-pb">|</span></p><p class="ED-p">So ist noch jetzt meine überwiegende Stimmung. Und diese würde für Ablehnung Ihres Vorschlags entscheiden.</p><p class="ED-p">Ist es indessen möglich die Frage noch eine gewisse Zeit in der Schwebe zu halten, so möchte ich Sie um die Erlaubnis bitten, bei einigen – älteren wie jüngeren– Freunden <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="vertraulich anzufragen ] vgl. Natorp an Vaihinger vom 27.5.1903&#xD;&#xA;">vertraulich anzufragen</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-4" id="app-editorial-4-ref" title="vertraulich anzufragen ] vgl. Natorp an Vaihinger vom 27.5.1903">[4]</a>, was sie von der Sache denken. Sollte eine entschiedene Stimmung <u>dafür</u> sich herausstellen, so wäre es immerhin möglich, daß ich meine Bedenken schweigen hieße; namentlich dann, wenn ich bestimmt darauf rechnen könnte (was nicht ganz unmöglich ist), für die äußere Arbeitsleistung (Bibliographie, Sammlung von Notizen, <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-5" title="gewöhnliche ] Einfügung über der Zeile&#xD;&#xA;">gewöhnliche</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-5" id="app-philological-5-ref" title="gewöhnliche ] Einfügung über der Zeile">[e]</a> Rezensionsanfragen, Verschicken der Bücher, Korrektur) an einen oder auch mehreren jüngeren Kräften verläßliche Hilfe zu finden. Denn diese <u>ganze</u> Last wieder auf mich zu nehmen wäre ich selbst dann außer Stande, wenn der Verleger sich entschließen würde, ein Redaktionshonorar zu zahlen. Doch das Wichtigste für jetzt wäre mir in <span class="ED-pb">|</span> Erfahrung zu bringen, ob überhaupt Stimmung für die Sache vorhanden ist in den Kreisen, auf deren Mitarbeit ich an allererster Stelle zu rechnen haben würde. – Ich brauche kaum hinzuzufügen, daß es nicht entfernt meine Absicht wäre, die <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-6" title="Kant-Studien ] KSt&#xD;&#xA;">Kant-Studien</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-6" id="app-philological-6-ref" title="Kant-Studien ] KSt">[f]</a> ausschließlich oder auch nur hauptsächlich zu einem <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-5" title="Organ der „Marburger Schule“ ] vgl. Vaihinger an Natorp vom 5.5.1903&#xD;&#xA;">Organ der „Marburger Schule“</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-5" id="app-editorial-5-ref" title="Organ der „Marburger Schule“ ] vgl. Vaihinger an Natorp vom 5.5.1903">[5]</a> zu machen. Sondern es sollte, ganz wie Sie es andeuten, in voller Objektivität jeder sich aussprechen dürfen, der an <span class="ED-name">Kant</span> <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> den durch ihn gestellten Problemen ein ernstes Interesse nimmt <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> etwas <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-7" title="in ] Einfügung über der Zeile&#xD;&#xA;">in</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-7" id="app-philological-7-ref" title="in ] Einfügung über der Zeile">[g]</a> irgendeiner Richtung Förderliches dazu beiträgt. Daß aber die, welche ihre Arbeit vergleichsweise am <u>nächsten</u> an <span class="ED-name">Kant</span> anschließen <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> an <u>seinen</u> Problemen weiterarbeiten, vorzugsweise dies Organ wählen würden, finden ja auch Sie sachlich berechtigt <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> wird, denke ich, jeder so finden. – Was nun auch aus der Sache werde, jedenfalls habe ich Ihnen zu danken für das Zutrauen, welches Ihr Vorschlag beweist; <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> jedenfalls würde an erster Stelle zu wünschen sein, daß Ihr Interesse <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> Ihre Erfahrung der Zeitschrift auch in Zukunft zur Seite steht. Mit bestem Gruß Ihr ergebener</p><p class="ED-signed">P. Natorp</p><hr class="ED-postscript"/><p class="ED-p">(Den <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-6" title="Brief von Scheler ] liegt nicht bei; vgl. Vaihinger an Natorp vom 5.5.1903.&#xD;&#xA;">Brief von </span><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-6" title="Brief von Scheler ] liegt nicht bei; vgl. Vaihinger an Natorp vom 5.5.1903.&#xD;&#xA;">Scheler</span></span><span class="ED-name"><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-6" id="app-editorial-6-ref" title="Brief von Scheler ] liegt nicht bei; vgl. Vaihinger an Natorp vom 5.5.1903.">[6]</a></span> lege ich bei)</p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar zum Textbefund</h2><div class="ED-app-philological" id="app-philological-1"><span class="ED-app-num">a</span><a href="#app-philological-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Kant-Studien</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-rdg">KSt</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-2"><span class="ED-app-num">b</span><a href="#app-philological-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">wenn möglich helfend einzutreten.</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>statt gestrichen: <span class="ED-rdg">das wenn möglich zu verhindern</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-3"><span class="ED-app-num">c</span><a href="#app-philological-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">entsprechenden</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Einfügung über der Zeile</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-4"><span class="ED-app-num">d</span><a href="#app-philological-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">auch</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Einfügung über der Zeile</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-5"><span class="ED-app-num">e</span><a href="#app-philological-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">gewöhnliche</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Einfügung über der Zeile</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-6"><span class="ED-app-num">f</span><a href="#app-philological-6-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Kant-Studien</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-rdg">KSt</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-7"><span class="ED-app-num">g</span><a href="#app-philological-7-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">in</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Einfügung über der Zeile</div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Marburg 11. Mai 1903.</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>dazu ein Briefentwurf: Universitätsbibliothek Marburg, Ms. 831/1209 (1) vom 10.5.1903. Der Text ist bis auf die folgenden gestrichenen Passagen dem abgesendeten Schreiben vom 11.5.1903 vergleichbar. In einem ersten Entwurf heißt es etwa (Streichungen und Einfügungen werden im Folgenden nicht eigens ausgewiesen, Textschichten sind nicht sicher zu unterscheiden, die Lesung ist zum Teil unsicher): <span class="ED-rdg">[…] sondern auch aus dem Gefühl, daß es richtiger sei Raum zu schaffen für etwas Neues, das von der jüngeren Generation eigentlich ausgehen sollte. Und so würde ich zur Übernahme der Kantstudien mich höchstens (nur) dann entschließen können, wenn ich die sichere Überzeugung gewinnen könnte, daß dies der geignete Weg wäre/sei, um eine junge emporstrebende (aufstrebende) Gruppe – ich meine natürlich nicht bloß die „Marburger Schule“ – nat[ür]l[ich] auch die Eucken-Windelbandsche Richtung, aber doch auch Husserl u. wer sonst etwa v[on] d[er] österr[eichischen] Psychologenschule her sich Kantstudien nähert – zu gemeinsamer Arbeit oder doch in fruchtb[arer] Aus[einan]d[er]s[e]tzung zu vereinigen (sammeln). Darob bin ich nach allen gemachten Erfahrungen doch […] zur Skepsis geneigt.</span> Im weitern – kaum leserlichen – Verlauf (das Folgende ist Interpretation der <abbr title="Herausgeber" class="ED-abbr">Hg.</abbr>) drückt <span class="ED-name">Natorp</span> sein Bedauern darüber aus, dass <span class="ED-name">Scheler</span>, dessen Eintreten als junger Hoffnungsträger <span class="ED-name">Natorp</span> begrüßt hatte, bereits wieder aus der Redaktion ausscheidet. Bei <span class="ED-name">Scheler</span> als Redakteur der Zeitschrift Kant-Studien hätte womöglich eine Chance der Annäherung der mehr von <span class="ED-name">Fichte</span> ausgehenden Schule <span class="ED-name">Eucken</span>s an den <span class="ED-name">Kant</span>ianismus bestanden.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Ihren Vorschlag</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Vaihinger an Natorp vom 5.5.1903</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-3"><span class="ED-app-num">3</span><a href="#app-editorial-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">schon zwei Zeitschriften geleitet</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Philosophische Monatshefte (1888–1894) und Archiv für systematische Philosophie (1895–1901), <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Natorp an Vaihinger vom 11.12.1895.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-4"><span class="ED-app-num">4</span><a href="#app-editorial-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">vertraulich anzufragen</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Natorp an Vaihinger vom 27.5.1903</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-5"><span class="ED-app-num">5</span><a href="#app-editorial-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Organ der „Marburger Schule“</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Vaihinger an Natorp vom 5.5.1903</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-6"><span class="ED-app-num">6</span><a href="#app-editorial-6-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Brief von <span class="ED-name">Scheler</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>liegt nicht bei; <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Vaihinger an Natorp vom 5.5.1903.</div></div></body></html>