<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Friedrich Paulsen an Vaihinger, Steglitz bei Berlin, 24.4.1900, 3 S., hs., Briefkopf FRIEDRICH PAULSEN | STEGLITZ BEI BERLIN, DEN … | FICHTESTR. 31., Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXIII, 2 c–7</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000735-0"/><style type="text/css">
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Christoph Sigwart zu seinem siebzigsten Geburtstage 28. März 1900 gewidmet. Tübingen: J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) 1900, S. 135–158, vgl. auch Paulsen an Vaihinger vom 22.11.1899&#xD;&#xA;">Ihre freundlichen Zusendungen</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-1" id="app-editorial-1-ref" title="Ihre freundlichen Zusendungen ] genauer Inhalt und etwaiges Begleitschreiben Vaihingers nicht ermittelt, enthalten war aus dem Folgenden u. a. Vaihinger: Kant – ein Metaphysiker? In: Philosophische Abhandlungen. Christoph Sigwart zu seinem siebzigsten Geburtstage 28. März 1900 gewidmet. Tübingen: J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) 1900, S. 135–158, vgl. auch Paulsen an Vaihinger vom 22.11.1899">[1]</a> vor. Ich hab Ihren Aufsatz gleich gelesen, mit der Empfindung, daß es uns nicht schwer werden kann, <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="über Kant … zu verständigen ] vgl. Paulsen an Vaihinger vom 11.6.1899&#xD;&#xA;">über </span><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="über Kant … zu verständigen ] vgl. Paulsen an Vaihinger vom 11.6.1899&#xD;&#xA;">Kant</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="über Kant … zu verständigen ] vgl. Paulsen an Vaihinger vom 11.6.1899&#xD;&#xA;"> als Metaphysiker uns zu verständigen</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="über Kant … zu verständigen ] vgl. Paulsen an Vaihinger vom 11.6.1899">[2]</a>. <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-1" title="Natürlich ] Lesung unsicher&#xD;&#xA;">Natürlich</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-1" id="app-philological-1-ref" title="Natürlich ] Lesung unsicher">[a]</a> ist diese Metaphysik, die der kritische <span class="ED-name">Kant</span> <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-2" title="festhält ] Lesung unsicher&#xD;&#xA;">festhält</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-2" id="app-philological-2-ref" title="festhält ] Lesung unsicher">[b]</a> oder neu gewonnen hat, nicht ‚Wissenschaft‘ in dem Sinne, wie die mathematische Physik; natürlich hat der <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-3" title="mundus intell. ] in lateinischer Schrift&#xD;&#xA;">mundus intell</span><span class="ED-add"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-3" title="mundus intell. ] in lateinischer Schrift&#xD;&#xA;">[igibilis]</span></span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-3" id="app-philological-3-ref" title="mundus intell. ] in lateinischer Schrift">[c]</a> nicht ‚Realität‘, wie die Gegenstände der sinnlichen <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-4" title="Wahrnehmung ] Wahrnehung&#xD;&#xA;">Wahrnehmung</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-4" id="app-philological-4-ref" title="Wahrnehmung ] Wahrnehung">[d]</a>. Aber andererseits, <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> das hielt ich eben für notwendig hervorzuheben gegenüber <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-5" title="den ] verbessert aus unleserlichem Ansatz&#xD;&#xA;">den</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-5" id="app-philological-5-ref" title="den ] verbessert aus unleserlichem Ansatz">[e]</a> agnostizistischen Interpreten: Metaphysik bleibt als Erzeugnis notwendigen Denkens, das notwendig bleibt, auch wenn es nicht in der Anschauung <span class="ED-pb">|</span> seinen Gegenstand darstellen kann. Und dieser Gegenstand hat ‚Realität‘, nur natürlich <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="‚intelligible‘ R ] vgl. Paulsen: Immanuel Kant. Sein Leben und seine Lehre. Mit einem Bildnis und einem Briefe Kants aus dem Jahre 1792. Zweite und dritte Auflage. Stuttgart: Fr. Frommanns Verlag (E. Hauff) 1899 (Digitalisat: https://archive.org/details/immanuelkantsei01paulgoog/ (19.6.2024)), S. 252: Kants Standort ist, wie schon oft gesagt, auf Seiten des Idealismus: das Wirkliche selbst ist ideeller Natur; die intelligible Welt ist ein System von konkreten Ideen; so denkt sie mit intuitiver Erkenntnis der absolute Verstand, so denkt sie in abstrakter Erkenntnis der menschliche Verstand, dem die Anschauung der ideellen Welt, da er nur sinnliche Anschauung hat, versagt bleibt. Sie hat demnach für ihn zwar nicht „empirische Realität“ (Gegebensein in sinnlicher Anschauung), wohl aber intelligible Realität: Dasein für das Denken.&#xD;&#xA;">‚intelligible‘ R</span><span class="ED-add"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="‚intelligible‘ R ] vgl. Paulsen: Immanuel Kant. Sein Leben und seine Lehre. Mit einem Bildnis und einem Briefe Kants aus dem Jahre 1792. Zweite und dritte Auflage. Stuttgart: Fr. Frommanns Verlag (E. Hauff) 1899 (Digitalisat: https://archive.org/details/immanuelkantsei01paulgoog/ (19.6.2024)), S. 252: Kants Standort ist, wie schon oft gesagt, auf Seiten des Idealismus: das Wirkliche selbst ist ideeller Natur; die intelligible Welt ist ein System von konkreten Ideen; so denkt sie mit intuitiver Erkenntnis der absolute Verstand, so denkt sie in abstrakter Erkenntnis der menschliche Verstand, dem die Anschauung der ideellen Welt, da er nur sinnliche Anschauung hat, versagt bleibt. Sie hat demnach für ihn zwar nicht „empirische Realität“ (Gegebensein in sinnlicher Anschauung), wohl aber intelligible Realität: Dasein für das Denken.&#xD;&#xA;">[ealität]</span></span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-3" id="app-editorial-3-ref" title="‚intelligible‘ R ] vgl. Paulsen: Immanuel Kant. Sein Leben und seine Lehre. Mit einem Bildnis und einem Briefe Kants aus dem Jahre 1792. Zweite und dritte Auflage. Stuttgart: Fr. Frommanns Verlag (E. Hauff) 1899 (Digitalisat: https://archive.org/details/immanuelkantsei01paulgoog/ (19.6.2024)), S. 252: Kants Standort ist, wie schon oft gesagt, auf Seiten des Idealismus: das Wirkliche selbst ist ideeller Natur; die intelligible Welt ist ein System von konkreten Ideen; so denkt sie mit intuitiver Erkenntnis der absolute Verstand, so denkt sie in abstrakter Erkenntnis der menschliche Verstand, dem die Anschauung der ideellen Welt, da er nur sinnliche Anschauung hat, versagt bleibt. Sie hat demnach für ihn zwar nicht „empirische Realität“ (Gegebensein in sinnlicher Anschauung), wohl aber intelligible Realität: Dasein für das Denken.">[3]</a>. Ich möchte auf <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="die doppelte Bedeutung … angedeutet habe, ] vgl. Paulsen a. a. O., S. 157–158: Hier scheint also ein förmlicher Widerspruch vorzuliegen; er ist seit den Tagen der Jakobi, Fichte, Aenesidemus-Schulze Kant immer wieder vorgehalten worden: ohne die Dinge an sich, ohne ihre Wirklichkeit und Wirksamkeit, könne man nicht in das System hinein, mit ihnen könne man nicht darin bleiben. Eine Lösung dieses Widerspruchs ist, so viel ich sehe, nur auf einem Wege möglich: daß man eine [gesperrt:] doppelte Bedeutung der Kategorien [Sperrung Ende] unterscheidet, eine rein [gesperrt:] logisch-transccendente [Sperrung Ende] und eine [gesperrt:] transscendental-physische [Sperrung Ende]. […] die Kategorie der Realität […] bedeutet […] nichts als Gegebensein in der Wahrnehmung, äusserer oder innerer, wenigstens in möglicher Wahrnehmung. Realität in diesem Sinne, empirische Realität, kommt selbstverständlich den Dingen an sich nicht | zu, sondern eine übersinnliche oder transscendente Wirklichkeit u. s. w. Paulsen bezieht sich, wie die Seitenangabe zeigt, nicht auf die von Vaihinger rezensierte (s. u.) 1. Aufl. (Stuttgart: Frommann 1898; dort formuliert Paulsen den Gedanken noch etwas anders, vgl. S. 153–154). In der 4. Aufl. (Stuttgart: Frommann 1904) geht Paulsen erneut auf diese Kontroverse mit Vaihinger ein, vgl. dort S. 262, Anm.&#xD;&#xA;">die doppelte Bedeutung des Begriffs ‚Realität‘, wie aller Kategorien, die ich </span><abbr title="Seite" class="ED-abbr"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="die doppelte Bedeutung … angedeutet habe, ] vgl. Paulsen a. a. O., S. 157–158: Hier scheint also ein förmlicher Widerspruch vorzuliegen; er ist seit den Tagen der Jakobi, Fichte, Aenesidemus-Schulze Kant immer wieder vorgehalten worden: ohne die Dinge an sich, ohne ihre Wirklichkeit und Wirksamkeit, könne man nicht in das System hinein, mit ihnen könne man nicht darin bleiben. Eine Lösung dieses Widerspruchs ist, so viel ich sehe, nur auf einem Wege möglich: daß man eine [gesperrt:] doppelte Bedeutung der Kategorien [Sperrung Ende] unterscheidet, eine rein [gesperrt:] logisch-transccendente [Sperrung Ende] und eine [gesperrt:] transscendental-physische [Sperrung Ende]. […] die Kategorie der Realität […] bedeutet […] nichts als Gegebensein in der Wahrnehmung, äusserer oder innerer, wenigstens in möglicher Wahrnehmung. Realität in diesem Sinne, empirische Realität, kommt selbstverständlich den Dingen an sich nicht | zu, sondern eine übersinnliche oder transscendente Wirklichkeit u. s. w. Paulsen bezieht sich, wie die Seitenangabe zeigt, nicht auf die von Vaihinger rezensierte (s. u.) 1. Aufl. (Stuttgart: Frommann 1898; dort formuliert Paulsen den Gedanken noch etwas anders, vgl. S. 153–154). In der 4. Aufl. (Stuttgart: Frommann 1904) geht Paulsen erneut auf diese Kontroverse mit Vaihinger ein, vgl. dort S. 262, Anm.&#xD;&#xA;">S.</span></abbr><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="die doppelte Bedeutung … angedeutet habe, ] vgl. Paulsen a. a. O., S. 157–158: Hier scheint also ein förmlicher Widerspruch vorzuliegen; er ist seit den Tagen der Jakobi, Fichte, Aenesidemus-Schulze Kant immer wieder vorgehalten worden: ohne die Dinge an sich, ohne ihre Wirklichkeit und Wirksamkeit, könne man nicht in das System hinein, mit ihnen könne man nicht darin bleiben. Eine Lösung dieses Widerspruchs ist, so viel ich sehe, nur auf einem Wege möglich: daß man eine [gesperrt:] doppelte Bedeutung der Kategorien [Sperrung Ende] unterscheidet, eine rein [gesperrt:] logisch-transccendente [Sperrung Ende] und eine [gesperrt:] transscendental-physische [Sperrung Ende]. […] die Kategorie der Realität […] bedeutet […] nichts als Gegebensein in der Wahrnehmung, äusserer oder innerer, wenigstens in möglicher Wahrnehmung. Realität in diesem Sinne, empirische Realität, kommt selbstverständlich den Dingen an sich nicht | zu, sondern eine übersinnliche oder transscendente Wirklichkeit u. s. w. Paulsen bezieht sich, wie die Seitenangabe zeigt, nicht auf die von Vaihinger rezensierte (s. u.) 1. Aufl. (Stuttgart: Frommann 1898; dort formuliert Paulsen den Gedanken noch etwas anders, vgl. S. 153–154). In der 4. Aufl. (Stuttgart: Frommann 1904) geht Paulsen erneut auf diese Kontroverse mit Vaihinger ein, vgl. dort S. 262, Anm.&#xD;&#xA;"> 157/8 angedeutet habe,</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-4" id="app-editorial-4-ref" title="die doppelte Bedeutung … angedeutet habe, ] vgl. Paulsen a. a. O., S. 157–158: Hier scheint also ein förmlicher Widerspruch vorzuliegen; er ist seit den Tagen der Jakobi, Fichte, Aenesidemus-Schulze Kant immer wieder vorgehalten worden: ohne die Dinge an sich, ohne ihre Wirklichkeit und Wirksamkeit, könne man nicht in das System hinein, mit ihnen könne man nicht darin bleiben. Eine Lösung dieses Widerspruchs ist, so viel ich sehe, nur auf einem Wege möglich: daß man eine [gesperrt:] doppelte Bedeutung der Kategorien [Sperrung Ende] unterscheidet, eine rein [gesperrt:] logisch-transccendente [Sperrung Ende] und eine [gesperrt:] transscendental-physische [Sperrung Ende]. […] die Kategorie der Realität […] bedeutet […] nichts als Gegebensein in der Wahrnehmung, äusserer oder innerer, wenigstens in möglicher Wahrnehmung. Realität in diesem Sinne, empirische Realität, kommt selbstverständlich den Dingen an sich nicht | zu, sondern eine übersinnliche oder transscendente Wirklichkeit u. s. w. Paulsen bezieht sich, wie die Seitenangabe zeigt, nicht auf die von Vaihinger rezensierte (s. u.) 1. Aufl. (Stuttgart: Frommann 1898; dort formuliert Paulsen den Gedanken noch etwas anders, vgl. S. 153–154). In der 4. Aufl. (Stuttgart: Frommann 1904) geht Paulsen erneut auf diese Kontroverse mit Vaihinger ein, vgl. dort S. 262, Anm.">[4]</a> hinweisen: meines Erachtens ist sie der einzige Weg <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-6" title="für Kant, aus ] Einfügung über der Zeile&#xD;&#xA;">für </span><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-6" title="für Kant, aus ] Einfügung über der Zeile&#xD;&#xA;">Kant</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-6" title="für Kant, aus ] Einfügung über der Zeile&#xD;&#xA;">, aus</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-6" id="app-philological-6-ref" title="für Kant, aus ] Einfügung über der Zeile">[f]</a> einer Reihe von Schwierigkeiten sich herauszuwickeln.</p><p class="ED-p"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-5" title="Vortrefflich … vorzustellen: ] vgl. Vaihinger: Rezension: Immanuel Kant, Sein Leben und seine Lehre. Von Friedrich Paulsen. Mit Bildnis und einem Briefe Kants aus den Jahren 1792, Stuttgart, Fr. Frommann’s Verlag, 1898 – pp. XII, 396. In: The Philosophical Review 8 (1899), Nr. 3 von Mai, S. 300–305, hier S. 303–304, sowie Vaihinger: Kant – ein Metaphysiker? In: Philosophische Abhandlungen. Christoph Sigwart zu seinem siebzigsten Geburtstage 28. März 1900 gewidmet. Tübingen: J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) 1900, S. 135–158, insbesondere S. 150–158.&#xD;&#xA;">Vortrefflich ist Ihr Hinweis auf </span><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-5" title="Vortrefflich … vorzustellen: ] vgl. Vaihinger: Rezension: Immanuel Kant, Sein Leben und seine Lehre. Von Friedrich Paulsen. Mit Bildnis und einem Briefe Kants aus den Jahren 1792, Stuttgart, Fr. Frommann’s Verlag, 1898 – pp. XII, 396. In: The Philosophical Review 8 (1899), Nr. 3 von Mai, S. 300–305, hier S. 303–304, sowie Vaihinger: Kant – ein Metaphysiker? In: Philosophische Abhandlungen. Christoph Sigwart zu seinem siebzigsten Geburtstage 28. März 1900 gewidmet. Tübingen: J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) 1900, S. 135–158, insbesondere S. 150–158.&#xD;&#xA;">Plato</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-5" title="Vortrefflich … vorzustellen: ] vgl. Vaihinger: Rezension: Immanuel Kant, Sein Leben und seine Lehre. Von Friedrich Paulsen. Mit Bildnis und einem Briefe Kants aus den Jahren 1792, Stuttgart, Fr. Frommann’s Verlag, 1898 – pp. XII, 396. In: The Philosophical Review 8 (1899), Nr. 3 von Mai, S. 300–305, hier S. 303–304, sowie Vaihinger: Kant – ein Metaphysiker? In: Philosophische Abhandlungen. Christoph Sigwart zu seinem siebzigsten Geburtstage 28. März 1900 gewidmet. Tübingen: J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) 1900, S. 135–158, insbesondere S. 150–158.&#xD;&#xA;">s doppelte Art seine Gedanken vorzustellen:</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-5" id="app-editorial-5-ref" title="Vortrefflich … vorzustellen: ] vgl. Vaihinger: Rezension: Immanuel Kant, Sein Leben und seine Lehre. Von Friedrich Paulsen. Mit Bildnis und einem Briefe Kants aus den Jahren 1792, Stuttgart, Fr. Frommann’s Verlag, 1898 – pp. XII, 396. In: The Philosophical Review 8 (1899), Nr. 3 von Mai, S. 300–305, hier S. 303–304, sowie Vaihinger: Kant – ein Metaphysiker? In: Philosophische Abhandlungen. Christoph Sigwart zu seinem siebzigsten Geburtstage 28. März 1900 gewidmet. Tübingen: J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) 1900, S. 135–158, insbesondere S. 150–158.">[5]</a> die reine Gedankenwelt als solche ist nicht Anschaulich darstellbar; macht man den Versuch, so kommt der <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-7" title="Mythos ] davor unleserlicher Ansatz gestrichen&#xD;&#xA;">Mythos</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-7" id="app-philological-7-ref" title="Mythos ] davor unleserlicher Ansatz gestrichen">[g]</a> heraus: Schöpfung, Präexistenz <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> Abfall <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> Rückkehr <abbr title="perge perge" class="ED-abbr">pp.</abbr> <span class="ED-name">Kant</span> hat die Mythen zu dichten nicht nötig, weil sie in der <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-8" title="christl. ] Einfügung über der Zeile&#xD;&#xA;">christl</span><span class="ED-add"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-8" title="christl. ] Einfügung über der Zeile&#xD;&#xA;">[ichen]</span></span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-8" id="app-philological-8-ref" title="christl. ] Einfügung über der Zeile">[h]</a> Religion in volkstümlicher Form vorliegen. Ich werde, wenn ich zu 1 neuen Auflage es bringen sollte, auf diesen Punkt hinzuweisen nicht unterlassen.</p><p class="ED-p">Wir hatten in Italien <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-9" title="zuletzt ] Lesung unsicher&#xD;&#xA;">zuletzt</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-9" id="app-philological-9-ref" title="zuletzt ] Lesung unsicher">[i]</a> herrliche Frühlingstage am <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-10" title="Comer ] in lateinischer Schrift&#xD;&#xA;">Comer</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-10" id="app-philological-10-ref" title="Comer ] in lateinischer Schrift">[j]</a> See, nachdem wir <span class="ED-pb">|</span> vorher in <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-11" title="Florenz ] in lateinischer Schrift&#xD;&#xA;">Florenz</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-11" id="app-philological-11-ref" title="Florenz ] in lateinischer Schrift">[k]</a> Tag <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> Nacht schmählich gefroren hatten.</p><p class="ED-p">Mit freundlichen Grüssen Ihr sehr ergebner</p><p class="ED-signed">Paulsen</p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar zum Textbefund</h2><div class="ED-app-philological" id="app-philological-1"><span class="ED-app-num">a</span><a href="#app-philological-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Natürlich</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Lesung unsicher</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-2"><span class="ED-app-num">b</span><a href="#app-philological-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">festhält</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Lesung unsicher</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-3"><span class="ED-app-num">c</span><a href="#app-philological-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-lem">mundus intell.</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span> in lateinischer Schrift</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-4"><span class="ED-app-num">d</span><a href="#app-philological-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Wahrnehmung</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-rdg">Wahrnehung</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-5"><span class="ED-app-num">e</span><a href="#app-philological-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">den</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>verbessert aus unleserlichem Ansatz</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-6"><span class="ED-app-num">f</span><a href="#app-philological-6-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">für <span class="ED-name">Kant</span>, aus</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Einfügung über der Zeile</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-7"><span class="ED-app-num">g</span><a href="#app-philological-7-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Mythos</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>davor unleserlicher Ansatz gestrichen</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-8"><span class="ED-app-num">h</span><a href="#app-philological-8-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-lem">christl.</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span> Einfügung über der Zeile</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-9"><span class="ED-app-num">i</span><a href="#app-philological-9-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">zuletzt</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Lesung unsicher</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-10"><span class="ED-app-num">j</span><a href="#app-philological-10-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Comer</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>in lateinischer Schrift</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-11"><span class="ED-app-num">k</span><a href="#app-philological-11-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Florenz</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>in lateinischer Schrift</div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Ihre freundlichen Zusendungen</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>genauer Inhalt und etwaiges Begleitschreiben Vaihingers nicht ermittelt, enthalten war aus dem Folgenden <abbr title="unter anderem" class="ED-abbr">u. a.</abbr> Vaihinger: Kant – ein Metaphysiker? In: Philosophische Abhandlungen. Christoph Sigwart zu seinem siebzigsten Geburtstage 28. März 1900 gewidmet. Tübingen: J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) 1900, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 135–158, <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> auch Paulsen an Vaihinger vom 22.11.1899</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-lem">über Kant … zu verständigen</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span> <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Paulsen an Vaihinger vom 11.6.1899</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-3"><span class="ED-app-num">3</span><a href="#app-editorial-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-lem">‚intelligible‘ R</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span> <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Paulsen: Immanuel Kant. Sein Leben und seine Lehre. Mit einem Bildnis und einem Briefe Kants aus dem Jahre 1792. Zweite und dritte Auflage. Stuttgart: Fr. Frommanns Verlag (E. Hauff) 1899 (Digitalisat: <span class="ED-link"><a href="https://archive.org/details/immanuelkantsei01paulgoog/">https://archive.org/details/immanuelkantsei01paulgoog/</a></span> (19.6.2024)), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 252: <span class="ED-rdg">Kants Standort ist, wie schon oft gesagt, auf Seiten des Idealismus: das Wirkliche selbst ist ideeller Natur; die intelligible Welt ist ein System von konkreten Ideen; so denkt sie mit intuitiver Erkenntnis der absolute Verstand, so denkt sie in abstrakter Erkenntnis der menschliche Verstand, dem die Anschauung der ideellen Welt, da er nur sinnliche Anschauung hat, versagt bleibt. Sie hat demnach für ihn zwar nicht „empirische Realität“ (Gegebensein in sinnlicher Anschauung), wohl aber intelligible Realität: Dasein für das Denken.</span></div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-4"><span class="ED-app-num">4</span><a href="#app-editorial-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-lem">die doppelte Bedeutung … angedeutet habe,</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span> <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Paulsen <abbr title="am angegebenen Ort" class="ED-abbr">a. a. O.</abbr>, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 157–158: <span class="ED-rdg">Hier scheint also ein förmlicher Widerspruch vorzuliegen; er ist seit den Tagen der Jakobi, Fichte, Aenesidemus-Schulze Kant immer wieder vorgehalten worden: ohne die Dinge an sich, ohne ihre Wirklichkeit und Wirksamkeit, könne man nicht in das System hinein, mit ihnen könne man nicht darin bleiben. Eine Lösung dieses Widerspruchs ist, so viel ich sehe, nur auf einem Wege möglich: daß man eine [</span>gesperrt:<span class="ED-rdg">] doppelte Bedeutung der Kategorien [</span>Sperrung Ende<span class="ED-rdg">] unterscheidet, eine rein [</span>gesperrt:<span class="ED-rdg">] logisch-transccendente [</span>Sperrung Ende<span class="ED-rdg">] und eine [</span>gesperrt:<span class="ED-rdg">] transscendental-physische [</span>Sperrung Ende<span class="ED-rdg">]. […] die Kategorie der Realität […] bedeutet […] nichts als Gegebensein in der Wahrnehmung, äusserer oder innerer, wenigstens in möglicher Wahrnehmung. Realität in diesem Sinne, empirische Realität, kommt selbstverständlich den Dingen an sich nicht | zu, sondern eine übersinnliche oder transscendente Wirklichkeit </span><abbr title="und so weiter" class="ED-abbr">u. s. w.</abbr> Paulsen bezieht sich, wie die Seitenangabe zeigt, nicht auf die von Vaihinger rezensierte (<abbr title="siehe unten" class="ED-abbr">s. u.</abbr>) 1. <abbr title="Auflage" class="ED-abbr">Aufl.</abbr> (Stuttgart: Frommann 1898; dort formuliert Paulsen den Gedanken noch etwas anders, <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 153–154). In der 4. <abbr title="Auflage" class="ED-abbr">Aufl.</abbr> (Stuttgart: Frommann 1904) geht Paulsen erneut auf diese Kontroverse mit Vaihinger ein, <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> dort <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 262, <abbr title="Anmerkung" class="ED-abbr">Anm.</abbr></div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-5"><span class="ED-app-num">5</span><a href="#app-editorial-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-lem">Vortrefflich … vorzustellen:</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span> <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Vaihinger: Rezension: Immanuel Kant, Sein Leben und seine Lehre. Von Friedrich Paulsen. Mit Bildnis und einem Briefe Kants aus den Jahren 1792, Stuttgart, Fr. Frommann’s Verlag, 1898 – pp. XII, 396. In: The Philosophical Review 8 (1899), <abbr title="Nummer" class="ED-abbr">Nr.</abbr> 3 von Mai, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 300–305, hier <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 303–304, sowie Vaihinger: Kant – ein Metaphysiker? In: Philosophische Abhandlungen. Christoph Sigwart zu seinem siebzigsten Geburtstage 28. März 1900 gewidmet. Tübingen: J. C. B. Mohr (Paul Siebeck) 1900, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 135–158, insbesondere <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 150–158.</div></div></body></html>