<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Ludwig Busse an Vaihinger, Marburg, 6.11.1895, 4 S., hs., Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 3 p, Nr. 1</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000507-2"/><style type="text/css">
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Zu der Hoffnung, das <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="Ordinariat in Freiburg ] Alois Riehl, der die Universität Freiburg zum Beginn des SS 1896 verlassen wollte, um einen Ruf als Nachfolger Glogaus nach Kiel anzunehmen, hatte Schwierigkeiten, seinen Wunschkandidaten Heinrich Rickert als Nachfolger durchzusetzen. Die Vorschläge der Kommission für die Wiederbesetzung (von Riehls Hd.) vom 3.12.1895 lauteten: da Rudolf Eucken kaum zu gewinnen sei, 1. Rickert, 2. Hugo Spitzer, 3. Edmund Husserl. Der Akte liegt eine Abschrift eines Schreibens von Christoph Sigwart an Riehl vom 6.12.1895 bei, in dem es heißt: Ihre Mitteilung, daß die Uebertragung Ihrer Stelle an Rickert auf Schwierigkeiten stößt, hat mich nicht wenig überrascht; denn ich nahm sozusagen als selbstverständlich an, daß er an Ihre Stelle vorrückt. Sigwart habe Rickert als einzigen auf Nachfrage nach Czernowitz empfohlen und würde ihn jederzeit als seinen eigenen Nachfolger vorschlagen. Eine neue Listenreihenfolge vom 6.12.1895 lautete Spitzer, Rickert, Husserl; dazu zwei Separatvoten: 1. der Naturwissenschaftler in der Fakultät vom 6.12.1895, die Rickert überhaupt nicht nominiert sehen wollten, nicht nur wegen des Grundsatzes, keine Hausberufungen durchzuführen, sondern vor allem wegen Rickerts zu geringer literarischer bzw. wissenschaftlicher Leistungen, insbesondere auf naturwissenschaftlichem Gebiet; um das Ansehen der Fakultät zu wahren, soll keine provisorische Verwaltung des Lehrstuhls durch Rickert zugelassen werden. Dagegen trat 2. am 7.12.1895 Max Weber auf, der Rickert an erster Stelle vorschlug, im sozialwissenschaftlich-methodologischen Interesse nach bewährter Zusammenarbeit. Die Liste sei zudem nicht ordnungsgemäß zustande gekommen, auswärtige Gutachten seien überhaupt nicht angefordert worden. Weber konstatierte die Uneinigkeit der Fakultät über die Aufgabe des philosophischen Lehrstuhls, entweder Dienstleister für Naturwissenschaften oder Partner der Historiker und Sozialwissenschaftler zu sein. Zumindest die provisorische Verwaltung des Lehrstuhls solle unbedingt Rickert überantwortet werden. Auf diese Separatvoten hin wurde die Berufungsliste vom Senat der Universität am 9.12.1895 abgelehnt. Nach Aufforderung des Ministeriums der Justiz, des Kultus und des Unterrichts vom 25.4.1896, einen Kandidaten zu benennen, wurde Rickert ab 1.5.1896 mit der provisorischen Verwaltung des Lehrstuhls beauftragt. Das Ministerium versuchte in der darauf folgenden Zeit vergeblich, Eucken zu gewinnen und erbat deswegen am 26.6.1896 erneut Gutachten über Rickert und Husserl. Die neue Berufungsliste der Fakultät vom 21.7.1896 lautete 1. Richard Avenarius, 2. Johannes Rehmke, 3. Rickert. Berufen wurde schliesslich Rickert zum 1.10.1896 (vgl. für sämtliche Nachweise UA Freiburg, B 38/283, Wiederbesetzung des Lehrstuhls für Philosophie 1886–1913).&#xD;&#xA;">Ordinariat in Freiburg</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="Ordinariat in Freiburg ] Alois Riehl, der die Universität Freiburg zum Beginn des SS 1896 verlassen wollte, um einen Ruf als Nachfolger Glogaus nach Kiel anzunehmen, hatte Schwierigkeiten, seinen Wunschkandidaten Heinrich Rickert als Nachfolger durchzusetzen. Die Vorschläge der Kommission für die Wiederbesetzung (von Riehls Hd.) vom 3.12.1895 lauteten: da Rudolf Eucken kaum zu gewinnen sei, 1. Rickert, 2. Hugo Spitzer, 3. Edmund Husserl. Der Akte liegt eine Abschrift eines Schreibens von Christoph Sigwart an Riehl vom 6.12.1895 bei, in dem es heißt: Ihre Mitteilung, daß die Uebertragung Ihrer Stelle an Rickert auf Schwierigkeiten stößt, hat mich nicht wenig überrascht; denn ich nahm sozusagen als selbstverständlich an, daß er an Ihre Stelle vorrückt. Sigwart habe Rickert als einzigen auf Nachfrage nach Czernowitz empfohlen und würde ihn jederzeit als seinen eigenen Nachfolger vorschlagen. Eine neue Listenreihenfolge vom 6.12.1895 lautete Spitzer, Rickert, Husserl; dazu zwei Separatvoten: 1. der Naturwissenschaftler in der Fakultät vom 6.12.1895, die Rickert überhaupt nicht nominiert sehen wollten, nicht nur wegen des Grundsatzes, keine Hausberufungen durchzuführen, sondern vor allem wegen Rickerts zu geringer literarischer bzw. wissenschaftlicher Leistungen, insbesondere auf naturwissenschaftlichem Gebiet; um das Ansehen der Fakultät zu wahren, soll keine provisorische Verwaltung des Lehrstuhls durch Rickert zugelassen werden. Dagegen trat 2. am 7.12.1895 Max Weber auf, der Rickert an erster Stelle vorschlug, im sozialwissenschaftlich-methodologischen Interesse nach bewährter Zusammenarbeit. Die Liste sei zudem nicht ordnungsgemäß zustande gekommen, auswärtige Gutachten seien überhaupt nicht angefordert worden. Weber konstatierte die Uneinigkeit der Fakultät über die Aufgabe des philosophischen Lehrstuhls, entweder Dienstleister für Naturwissenschaften oder Partner der Historiker und Sozialwissenschaftler zu sein. Zumindest die provisorische Verwaltung des Lehrstuhls solle unbedingt Rickert überantwortet werden. Auf diese Separatvoten hin wurde die Berufungsliste vom Senat der Universität am 9.12.1895 abgelehnt. Nach Aufforderung des Ministeriums der Justiz, des Kultus und des Unterrichts vom 25.4.1896, einen Kandidaten zu benennen, wurde Rickert ab 1.5.1896 mit der provisorischen Verwaltung des Lehrstuhls beauftragt. Das Ministerium versuchte in der darauf folgenden Zeit vergeblich, Eucken zu gewinnen und erbat deswegen am 26.6.1896 erneut Gutachten über Rickert und Husserl. Die neue Berufungsliste der Fakultät vom 21.7.1896 lautete 1. Richard Avenarius, 2. Johannes Rehmke, 3. Rickert. Berufen wurde schliesslich Rickert zum 1.10.1896 (vgl. für sämtliche Nachweise UA Freiburg, B 38/283, Wiederbesetzung des Lehrstuhls für Philosophie 1886–1913).">[2]</a> zu erhalten, habe ich mich eigentlich in wachem und bewußtem Zustande noch nicht aufzuschwingen vermocht; mein Hauptstreben ging darauf, zu versuchen, mit auf die Liste zu kommen, da das mir meine hiesige Position schon stärken würde. Ich habe hier auch einen sehr dankbaren und befriedigenden Wirkungskreis gefunden, auch dieses <span class="ED-pb">|</span> Semester wieder <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="zwei vorzüglich besuchte Vorlesungen ] Busse bot für das WS 1895/1896 an: Ueber die Möglichkeit der Metaphysik (Verteidgung derselben gegen den Skepticismus und Kriticismus, mit besonderer Berücksichtigung der Kantischen Erkenntnisskritik, Mittwoch 3 Uhr öffentlich; Allgemeine Geschichte der Philosophie, Montag Dienstag und Donnerstag 3 Uhr, vgl. das entsprechende Marburger Vorlesungsverzeichnis (https://www.uni-marburg.de/de/uniarchiv/recherche/digitale-ressourcen (21.8.2024)).&#xD;&#xA;">zwei vorzüglich besuchte Vorlesungen</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-3" id="app-editorial-3-ref" title="zwei vorzüglich besuchte Vorlesungen ] Busse bot für das WS 1895/1896 an: Ueber die Möglichkeit der Metaphysik (Verteidgung derselben gegen den Skepticismus und Kriticismus, mit besonderer Berücksichtigung der Kantischen Erkenntnisskritik, Mittwoch 3 Uhr öffentlich; Allgemeine Geschichte der Philosophie, Montag Dienstag und Donnerstag 3 Uhr, vgl. das entsprechende Marburger Vorlesungsverzeichnis (https://www.uni-marburg.de/de/uniarchiv/recherche/digitale-ressourcen (21.8.2024)).">[3]</a> zustande gebracht, <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-1" title="einige 30 in der Privatvorlesung und zirka 60 im Publicum ] am linken Rd. mit Blaustiftkringel markiert&#xD;&#xA;">einige 30 in der Privatvorlesung und zirka 60 im Publicum</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-1" id="app-philological-1-ref" title="einige 30 in der Privatvorlesung und zirka 60 im Publicum ] am linken Rd. mit Blaustiftkringel markiert">[a]</a>. Unmöglich ist es ja nicht, hier zunächst <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="Extraordinarius zu werden ] dieser heiklen Frage kam die Berufung Busses nach Rostock zuvor. Die Habilitation von Ludwig Busse (1862–1907; Studium an den Universitäten Leipzig, Innsbruck und Berlin, 1885 Promotion in Berlin, Professor in Tokio (1887–1892), 9.5.1894 Habilitation in Marburg, Professuren in Rostock (1896–1898), Königsberg (1898–1904), Münster (1904–1907) u. Halle (1907); seit 1902 Leiter der Zeitschrift für Philosophie und philosophische Kritik; NDB, BEdPh) als Protegé von sowohl Julius Bergmann als auch Friedrich Theodor Althoff, hatten den Bruch in der Philosophischen Fakultät der Universität Marburg endgültig besiegelt. Cohen und Natorp wiesen die Habilitationsschrift Busses als ungenügend ab, während der bereits emeritierte Bergmann seinen Kandidaten mithilfe auswärtiger Gutachten gegen alle Widerstände durchsetzte (vgl. Helmut Holzhey: Cohen und Natorp Bd. 1. Basel/Stuttgart: Schwabe 1986, S. 16–18; dass. Bd. 2, S. 223–230 u. 500–504; Ulrich Sieg: Aufstieg und Niedergang des Marburger Neukantianismus. Die Geschichte einer philosophischen Schulgemeinschaft. Würzburg: Königshausen &amp; Neumann 1994, S. 190–195).&#xD;&#xA;">Extraordinarius zu werden</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-4" id="app-editorial-4-ref" title="Extraordinarius zu werden ] dieser heiklen Frage kam die Berufung Busses nach Rostock zuvor. Die Habilitation von Ludwig Busse (1862–1907; Studium an den Universitäten Leipzig, Innsbruck und Berlin, 1885 Promotion in Berlin, Professor in Tokio (1887–1892), 9.5.1894 Habilitation in Marburg, Professuren in Rostock (1896–1898), Königsberg (1898–1904), Münster (1904–1907) u. Halle (1907); seit 1902 Leiter der Zeitschrift für Philosophie und philosophische Kritik; NDB, BEdPh) als Protegé von sowohl Julius Bergmann als auch Friedrich Theodor Althoff, hatten den Bruch in der Philosophischen Fakultät der Universität Marburg endgültig besiegelt. Cohen und Natorp wiesen die Habilitationsschrift Busses als ungenügend ab, während der bereits emeritierte Bergmann seinen Kandidaten mithilfe auswärtiger Gutachten gegen alle Widerstände durchsetzte (vgl. Helmut Holzhey: Cohen und Natorp Bd. 1. Basel/Stuttgart: Schwabe 1986, S. 16–18; dass. Bd. 2, S. 223–230 u. 500–504; Ulrich Sieg: Aufstieg und Niedergang des Marburger Neukantianismus. Die Geschichte einer philosophischen Schulgemeinschaft. Würzburg: Königshausen &amp; Neumann 1994, S. 190–195).">[4]</a>.</p><p class="ED-p">An der Hoffnung, mit auf die Liste zu kommen, halte ich noch fest. <u><span class="ED-name">Heinze</span></u> hat sich für mich bei <span class="ED-name">Riehl</span> verwandt; auch bei den <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-5" title="beiden Mathematikern ] Jakob Lüroth (1844–1910) und Ludwig Stickelberger (1850–1936), NDB.&#xD;&#xA;">beiden Mathematikern</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-5" id="app-editorial-5-ref" title="beiden Mathematikern ] Jakob Lüroth (1844–1910) und Ludwig Stickelberger (1850–1936), NDB.">[5]</a> und <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-6" title="Weismann ] August Weismann (1834–1914), Mediziner u. Zoologe, 1856 in Göttingen promoviert, 1856–1863 Tätigkeiten als Arzt und weiteres Studium in Gießen, 1863 in Freiburg habilitiert, 1865 ao. Prof. für Zoologie in Freiburg, 1868 Gründung des Zoologischen Instituts, 1873 o. Prof., 1909 Verleihung der Darwin-Wallace-Medaille, 1912 emeritiert (https://www.leo-bw.de/detail/-/Detail/details/PERSON/kgl_biographien/118766406/Weismann+August+Friedrich+Leopold (21.8.2024)).&#xD;&#xA;">Weismann</span></span><span class="ED-name"><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-6" id="app-editorial-6-ref" title="Weismann ] August Weismann (1834–1914), Mediziner u. Zoologe, 1856 in Göttingen promoviert, 1856–1863 Tätigkeiten als Arzt und weiteres Studium in Gießen, 1863 in Freiburg habilitiert, 1865 ao. Prof. für Zoologie in Freiburg, 1868 Gründung des Zoologischen Instituts, 1873 o. Prof., 1909 Verleihung der Darwin-Wallace-Medaille, 1912 emeritiert (https://www.leo-bw.de/detail/-/Detail/details/PERSON/kgl_biographien/118766406/Weismann+August+Friedrich+Leopold (21.8.2024)).">[6]</a></span> ist, was konnte, geschehen; die <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-7" title="katholische Partei ] als Verfechter einer katholischen bzw. sog. Confessionellen Philosophie-Professur an der Universität Freiburg, zunächst innerhalb der theologischen Fakultät. Diese hatte am 10.6.1885 die Einrichtung eines Lehrstuhls für propädeutische Theologie, insbesondere für Religionsphilosophie, Geschichte der Religion, Apologetik und verwandte Disziplinen beantragt, der am 26.3.1886 durch die Habilitation von Edmund Hardy (1852–1904) für philosophische Disziplinen (befördert zum Extraordinarius 3.11.1887, entlassen 26.9.1893) vorbereitet wurde, so dass 1893 Carl Braig (1853–1923) berufen werden konnte. Am 17.7.1897 erhielt Braig jedoch einen anderen Lehrauftrag (für Dogmatik), da die philosophische Fakultät gegen ihn als Priester protestiert hatte. Am 22.10.1897 wurde Matthias Baumgartner (1865–1933) aus München berufen (BEdPh). Der Lehrstuhl diente dem philosophischen Unterricht von Theologiestudenten in Erkenntnislehre (Logik), Psychologie, Metaphysik, Geschichte der griechischen, aristotelischen und christlichen Philosophie. Die Belegung dieser Fächer war Bedingung zur Zulassung zum Kirchenamt. 1897 wurde der Antrag eingebracht, diesen Lehrstuhl an die philosophische Fakultät als der eigentlich zuständigen zu transferieren: Bei Beratung des Universitätsbudgets in der II. Kammer der Stände wurde die Frage der Einreihung der Professur für christliche Philosophie an die philosophische Fakultät in Anregung gebracht, welche Maßnahme auch Seitens der theologischen Fakultät als sachgemäß und für die Vertretung des in Frage stehenden Faches zweckmäßiger als die geltende Art der Regelung erklärt wird (Ministerium der Justiz, des Kultur und Unterrichts an philosophische Fakultät vom 26.11.1897), mit der Begründung, das ergäbe die Möglichkeit der Promotion in christlicher bzw. mittelalterlicher Philosophie; es sei bereits an anderen Hochschulen der Fall, in München z. B., ein katholischer Priester sei dort kein Hindernis (vgl. für sämtliche Nachweise UA Freiburg, B 38/131, Angelegenheiten der zweiten philosophischen Professur 1897–1916).&#xD;&#xA;">katholische Partei</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-7" id="app-editorial-7-ref" title="katholische Partei ] als Verfechter einer katholischen bzw. sog. Confessionellen Philosophie-Professur an der Universität Freiburg, zunächst innerhalb der theologischen Fakultät. Diese hatte am 10.6.1885 die Einrichtung eines Lehrstuhls für propädeutische Theologie, insbesondere für Religionsphilosophie, Geschichte der Religion, Apologetik und verwandte Disziplinen beantragt, der am 26.3.1886 durch die Habilitation von Edmund Hardy (1852–1904) für philosophische Disziplinen (befördert zum Extraordinarius 3.11.1887, entlassen 26.9.1893) vorbereitet wurde, so dass 1893 Carl Braig (1853–1923) berufen werden konnte. Am 17.7.1897 erhielt Braig jedoch einen anderen Lehrauftrag (für Dogmatik), da die philosophische Fakultät gegen ihn als Priester protestiert hatte. Am 22.10.1897 wurde Matthias Baumgartner (1865–1933) aus München berufen (BEdPh). Der Lehrstuhl diente dem philosophischen Unterricht von Theologiestudenten in Erkenntnislehre (Logik), Psychologie, Metaphysik, Geschichte der griechischen, aristotelischen und christlichen Philosophie. Die Belegung dieser Fächer war Bedingung zur Zulassung zum Kirchenamt. 1897 wurde der Antrag eingebracht, diesen Lehrstuhl an die philosophische Fakultät als der eigentlich zuständigen zu transferieren: Bei Beratung des Universitätsbudgets in der II. Kammer der Stände wurde die Frage der Einreihung der Professur für christliche Philosophie an die philosophische Fakultät in Anregung gebracht, welche Maßnahme auch Seitens der theologischen Fakultät als sachgemäß und für die Vertretung des in Frage stehenden Faches zweckmäßiger als die geltende Art der Regelung erklärt wird (Ministerium der Justiz, des Kultur und Unterrichts an philosophische Fakultät vom 26.11.1897), mit der Begründung, das ergäbe die Möglichkeit der Promotion in christlicher bzw. mittelalterlicher Philosophie; es sei bereits an anderen Hochschulen der Fall, in München z. B., ein katholischer Priester sei dort kein Hindernis (vgl. für sämtliche Nachweise UA Freiburg, B 38/131, Angelegenheiten der zweiten philosophischen Professur 1897–1916).">[7]</a> soll, wie ich höre, zwar einen Katholiken in erster Linie haben wollen, aber auch nicht direct gegen mich sein, wenn sie den Katholiken (Scholastiker) nicht bekommen können. So ist einige Hoffnung vorhanden. Das erste Anrecht auf die Professur dürfte übrigens <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-8" title="Münsterberg ] es gelang Hugo Münsterberg (1863–1916) nicht, nach seinen Erfolgen in Harvard (Professur seit 1892) in Deutschland eine Professur zu erhalten. V. a. zwei Gründe machte Münsterberg dafür verantwortlich: die ausgesprochene Feindschaft der philosophischen Fakultäten, insbesondere der Freiburger, der experimentellen Psychologie gegenüber, sowie den grassierenden akademischen Antisemitismus, der Münsterberg besonders deswegen betroffen machte, weil er mit dem Judentum außer seiner „Abstammung“ nichts zu tun habe (Münsterberg an Wundt vom 26.3.1896). Vgl. die Briefe Münsterbergs des Jahres 1896 an Wilhelm Wundt (im digitalisierten Nachlass Wilhelm Wundts: https://collections.uni-leipzig.de/wundt (21.8.2024)), die von den vergeblichen Bemühungen Münsterbergs, Riehls, Rickerts u. a. zeugen und die Namen seiner „Feinde“ (Johannes von Kries, vgl. Münsterberg an Wundt vom 31.3.1896, selbst Paul Natorp, den er für seinen Freund gehalten habe) nennen. Münsterberg hatte mit Rufschädigung in Freiburg bereits zu kämpfen, als seine Ernennung zum Extraordinarius zu scheitern drohte, vgl. UA Freiburg, B 38/323 Habilitation Hugo Münsterberg: Alois Riehl hob in seinem Antrag vom 5.12.1890 hervor, daß Münsterberg seit WS 1878/88 als erfolgreicher Lehrer wirke (seit SS 1888 auch für experimentelle Psychologie in einem Laboratorium, das Münsterberg privat betrieb, mit einem staatlichen Zuschuß von lediglich 200 Mark). Riehl erwähnt weiter Münsterbergs Neigung zu rascher, nicht hinlänglich vorbereiteter Schlußfolgerungen, die indes leicht korrigierbar sei. Das war das Einfallstor für den Senat, am 19.1.1891 den Antrag nicht zu befürworten. Die ministerielle Ernennung erfolgte trotzdem 1892.&#xD;&#xA;">Münsterberg</span></span><span class="ED-name"><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-8" id="app-editorial-8-ref" title="Münsterberg ] es gelang Hugo Münsterberg (1863–1916) nicht, nach seinen Erfolgen in Harvard (Professur seit 1892) in Deutschland eine Professur zu erhalten. V. a. zwei Gründe machte Münsterberg dafür verantwortlich: die ausgesprochene Feindschaft der philosophischen Fakultäten, insbesondere der Freiburger, der experimentellen Psychologie gegenüber, sowie den grassierenden akademischen Antisemitismus, der Münsterberg besonders deswegen betroffen machte, weil er mit dem Judentum außer seiner „Abstammung“ nichts zu tun habe (Münsterberg an Wundt vom 26.3.1896). Vgl. die Briefe Münsterbergs des Jahres 1896 an Wilhelm Wundt (im digitalisierten Nachlass Wilhelm Wundts: https://collections.uni-leipzig.de/wundt (21.8.2024)), die von den vergeblichen Bemühungen Münsterbergs, Riehls, Rickerts u. a. zeugen und die Namen seiner „Feinde“ (Johannes von Kries, vgl. Münsterberg an Wundt vom 31.3.1896, selbst Paul Natorp, den er für seinen Freund gehalten habe) nennen. Münsterberg hatte mit Rufschädigung in Freiburg bereits zu kämpfen, als seine Ernennung zum Extraordinarius zu scheitern drohte, vgl. UA Freiburg, B 38/323 Habilitation Hugo Münsterberg: Alois Riehl hob in seinem Antrag vom 5.12.1890 hervor, daß Münsterberg seit WS 1878/88 als erfolgreicher Lehrer wirke (seit SS 1888 auch für experimentelle Psychologie in einem Laboratorium, das Münsterberg privat betrieb, mit einem staatlichen Zuschuß von lediglich 200 Mark). Riehl erwähnt weiter Münsterbergs Neigung zu rascher, nicht hinlänglich vorbereiteter Schlußfolgerungen, die indes leicht korrigierbar sei. Das war das Einfallstor für den Senat, am 19.1.1891 den Antrag nicht zu befürworten. Die ministerielle Ernennung erfolgte trotzdem 1892.">[8]</a></span> haben, falls <span class="ED-pb">|</span> er – er hat <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-9" title="eine Vorlesung ] im WS 1895/1896: Allgemeine Psychologie, zweistündig (https://www.ub.uni-freiburg.de/recherche/digitale-bibliothek/freiburger-historische-bestaende/vorlesungsverzeichnisse/ (21.8.2024)).&#xD;&#xA;">eine Vorlesung</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-9" id="app-editorial-9-ref" title="eine Vorlesung ] im WS 1895/1896: Allgemeine Psychologie, zweistündig (https://www.ub.uni-freiburg.de/recherche/digitale-bibliothek/freiburger-historische-bestaende/vorlesungsverzeichnisse/ (21.8.2024)).">[9]</a> angekündigt – zurückgekehrt ist.</p><p class="ED-p"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-10" title="Beiträge für die Kantstudien ] vgl. Busse an Vaihinger vom 25.11.1895&#xD;&#xA;">Beiträge für die Kantstudien</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-10" id="app-editorial-10-ref" title="Beiträge für die Kantstudien ] vgl. Busse an Vaihinger vom 25.11.1895">[10]</a> stelle ich recht gerne in Aussicht. Ich bin allerdings zur Zeit <u>nicht</u> mit <span class="ED-name">Kant</span> beschäftigt, wenngleich meine Arbeit fest mit ihm zusammenhängt. Die Aufgabe, die ich mir gestellt habe, eine systematische Kritik der <span class="ED-name">Kant</span>ischen Erkenntnistheorie zu geben, macht eine kurze Darstellung derselben nötig, diese wieder hat mich, wie natürlich, in die Entwicklungsgeschichte der <span class="ED-name">Kant</span>ischen Philosophie hineingeführt. Die Beschäftigung hiermit führte aber wieder weiter. Ich sah mich genötigt, vor allem <span class="ED-name">Hume</span> <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> <span class="ED-name">Leibniz</span> und deren Problemstellungen genau durchzugehen, um die <span class="ED-name">Kant</span>ische Entwicklung in ihrem Zusammenhang hiermit tiefer aufzufassen. Bei <span class="ED-name">Hume</span> sitze ich jetzt und unter<span class="ED-pb">|</span>suche namentlich, wie weit sein <abbr title="sogenannt" class="ED-abbr">sog.</abbr> Skeptizismus geht und <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-2" title="wie … Substanztheorie ] am linken Rd. mit Blaustiftkringel markiert&#xD;&#xA;">wie viel der mit seiner Kausalitäts-Substanztheorie</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-2" id="app-philological-2-ref" title="wie … Substanztheorie ] am linken Rd. mit Blaustiftkringel markiert">[b]</a> zu thun hat. Danach soll eine Untersuchung über <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-3" title="Leibniz … raison ] am linken Rd. mit Blaustiftkringel markiert&#xD;&#xA;">Leibniz</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-3" title="Leibniz … raison ] am linken Rd. mit Blaustiftkringel markiert&#xD;&#xA;"> Lehre der verités de fait </span><abbr title="und" class="ED-abbr"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-3" title="Leibniz … raison ] am linken Rd. mit Blaustiftkringel markiert&#xD;&#xA;">u.</span></abbr><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-3" title="Leibniz … raison ] am linken Rd. mit Blaustiftkringel markiert&#xD;&#xA;"> v</span><span class="ED-add"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-3" title="Leibniz … raison ] am linken Rd. mit Blaustiftkringel markiert&#xD;&#xA;">[on]</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-3" title="Leibniz … raison ] am linken Rd. mit Blaustiftkringel markiert&#xD;&#xA;"> d</span><span class="ED-add"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-3" title="Leibniz … raison ] am linken Rd. mit Blaustiftkringel markiert&#xD;&#xA;">[er]</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-3" title="Leibniz … raison ] am linken Rd. mit Blaustiftkringel markiert&#xD;&#xA;"> raison</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-3" id="app-philological-3-ref" title="Leibniz … raison ] am linken Rd. mit Blaustiftkringel markiert">[c]</a> folgen, zu der <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-11" title="Adickes neue Gesichtspunkte ] vgl. Erich Adickes: Kantstudien. Kiel/Leipzig: Lipsius &amp; Tischer 1895.&#xD;&#xA;">Adickes</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-11" title="Adickes neue Gesichtspunkte ] vgl. Erich Adickes: Kantstudien. Kiel/Leipzig: Lipsius &amp; Tischer 1895.&#xD;&#xA;"> neue Gesichtspunkte</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-11" id="app-editorial-11-ref" title="Adickes neue Gesichtspunkte ] vgl. Erich Adickes: Kantstudien. Kiel/Leipzig: Lipsius &amp; Tischer 1895.">[11]</a> beigebracht hat. Vielleicht lassen sich auch solche Arbeiten – falls Sie einmal gerade in Verlegenheit sind – unter passendem Titel <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-4" title="als Kantstudien buchen ] am linken Rd. mit Blaustiftkringel markiert&#xD;&#xA;">als </span><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-4" title="als Kantstudien buchen ] am linken Rd. mit Blaustiftkringel markiert&#xD;&#xA;">Kant</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-4" title="als Kantstudien buchen ] am linken Rd. mit Blaustiftkringel markiert&#xD;&#xA;">studien buchen</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-4" id="app-philological-4-ref" title="als Kantstudien buchen ] am linken Rd. mit Blaustiftkringel markiert">[d]</a>, sonst wird es mir, wenn ich zu <span class="ED-name">Kant</span> zurückkomme, eine Ehre und ein Vergnügen sein, <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-12" title="die Resultate ] eine Arbeit von Ludwig Busse in der genannten Ausrichtung erschien nicht&#xD;&#xA;">die Resultate</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-12" id="app-editorial-12-ref" title="die Resultate ] eine Arbeit von Ludwig Busse in der genannten Ausrichtung erschien nicht">[12]</a> (ich hoffe hauptsächlich auch <u><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-5" title="für … Empirismus ] am linken Rd. mit Blaustiftkringel markiert&#xD;&#xA;">für</span></u><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-5" title="für … Empirismus ] am linken Rd. mit Blaustiftkringel markiert&#xD;&#xA;"> den Durchgang </span><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-5" title="für … Empirismus ] am linken Rd. mit Blaustiftkringel markiert&#xD;&#xA;">Kant</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-5" title="für … Empirismus ] am linken Rd. mit Blaustiftkringel markiert&#xD;&#xA;">s durch </span><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-5" title="für … Empirismus ] am linken Rd. mit Blaustiftkringel markiert&#xD;&#xA;">Hume</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-5" title="für … Empirismus ] am linken Rd. mit Blaustiftkringel markiert&#xD;&#xA;">’s Empirismus</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-5" id="app-philological-5-ref" title="für … Empirismus ] am linken Rd. mit Blaustiftkringel markiert">[e]</a> (<span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-13" title="Geisterseher ] vgl. Kant: Träume eines Geistersehers, erläutert durch Träume der Metaphysik (1766).&#xD;&#xA;">Geisterseher</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-13" id="app-editorial-13-ref" title="Geisterseher ] vgl. Kant: Träume eines Geistersehers, erläutert durch Träume der Metaphysik (1766).">[13]</a>) auch gegen <span class="ED-name">Adickes</span> Gesichtspunkte beizubringen) bei Ihnen niederzulegen und zugleich den <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-14" title="zweiten Teil meines Buches ] u. U. von Busse: Philosophie und Erkenntnistheorie. Leipzig: S. Hirzel 1894. Ein 2. Teil ist nicht erschienen.&#xD;&#xA;">zweiten Teil meines Buches</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-14" id="app-editorial-14-ref" title="zweiten Teil meines Buches ] u. U. von Busse: Philosophie und Erkenntnistheorie. Leipzig: S. Hirzel 1894. Ein 2. Teil ist nicht erschienen.">[14]</a> dadurch zu entlasten. – Neugierig bin ich, was sie jetzt in Heidelberg anfangen werden, <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-6" title="wo … Litteraturprofessur ] am linken Rd. mit Blaustiftkringel markiert&#xD;&#xA;">wo K</span><span class="ED-add"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-6" title="wo … Litteraturprofessur ] am linken Rd. mit Blaustiftkringel markiert&#xD;&#xA;">[uno]</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-6" title="wo … Litteraturprofessur ] am linken Rd. mit Blaustiftkringel markiert&#xD;&#xA;"> </span><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-6" title="wo … Litteraturprofessur ] am linken Rd. mit Blaustiftkringel markiert&#xD;&#xA;">Fischer</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-6" title="wo … Litteraturprofessur ] am linken Rd. mit Blaustiftkringel markiert&#xD;&#xA;"> jetzt 2 philos</span><span class="ED-add"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-6" title="wo … Litteraturprofessur ] am linken Rd. mit Blaustiftkringel markiert&#xD;&#xA;">[ophische]</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-6" title="wo … Litteraturprofessur ] am linken Rd. mit Blaustiftkringel markiert&#xD;&#xA;"> </span><abbr title="und" class="ED-abbr"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-6" title="wo … Litteraturprofessur ] am linken Rd. mit Blaustiftkringel markiert&#xD;&#xA;">u.</span></abbr><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-6" title="wo … Litteraturprofessur ] am linken Rd. mit Blaustiftkringel markiert&#xD;&#xA;"> 1. Litteraturprofessur</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-6" id="app-philological-6-ref" title="wo … Litteraturprofessur ] am linken Rd. mit Blaustiftkringel markiert">[f]</a> auf sein Haupt vereinigt <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-15" title="und Caspari ex ist ] Otto Caspari (1841–1917), 1869 in Heidelberg habilitiert, 1877 ao. Prof., Gesuche zur Übernahme in den Staatsdienst wurden abgelehnt. Am 22.7.1895 Entzug der Lehrbefugnis und Aberkennung des Professorentitels wegen einer außerehelichen Beziehung, aus der 5 Kinder hervorgegangen sind (Dagmar Drüll: Heidelberger Gelehrtenlexikon 1803–1932. 2. Aufl. Wiesbaden: Springer 2019, S. 163).&#xD;&#xA;">und </span><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-15" title="und Caspari ex ist ] Otto Caspari (1841–1917), 1869 in Heidelberg habilitiert, 1877 ao. Prof., Gesuche zur Übernahme in den Staatsdienst wurden abgelehnt. Am 22.7.1895 Entzug der Lehrbefugnis und Aberkennung des Professorentitels wegen einer außerehelichen Beziehung, aus der 5 Kinder hervorgegangen sind (Dagmar Drüll: Heidelberger Gelehrtenlexikon 1803–1932. 2. Aufl. Wiesbaden: Springer 2019, S. 163).&#xD;&#xA;">Caspari</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-15" title="und Caspari ex ist ] Otto Caspari (1841–1917), 1869 in Heidelberg habilitiert, 1877 ao. Prof., Gesuche zur Übernahme in den Staatsdienst wurden abgelehnt. Am 22.7.1895 Entzug der Lehrbefugnis und Aberkennung des Professorentitels wegen einer außerehelichen Beziehung, aus der 5 Kinder hervorgegangen sind (Dagmar Drüll: Heidelberger Gelehrtenlexikon 1803–1932. 2. Aufl. Wiesbaden: Springer 2019, S. 163).&#xD;&#xA;"> ex ist</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-15" id="app-editorial-15-ref" title="und Caspari ex ist ] Otto Caspari (1841–1917), 1869 in Heidelberg habilitiert, 1877 ao. Prof., Gesuche zur Übernahme in den Staatsdienst wurden abgelehnt. Am 22.7.1895 Entzug der Lehrbefugnis und Aberkennung des Professorentitels wegen einer außerehelichen Beziehung, aus der 5 Kinder hervorgegangen sind (Dagmar Drüll: Heidelberger Gelehrtenlexikon 1803–1932. 2. Aufl. Wiesbaden: Springer 2019, S. 163).">[15]</a>.</p><p class="ED-p">Mit hochachtungsvollen Gruß Ihr ergebenster</p><p class="ED-signed">L. Busse.</p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar zum Textbefund</h2><div class="ED-app-philological" id="app-philological-1"><span class="ED-app-num">a</span><a href="#app-philological-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">einige 30 in der Privatvorlesung und zirka 60 im Publicum</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>am linken <abbr title="Rand" class="ED-abbr">Rd.</abbr> mit Blaustiftkringel markiert</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-2"><span class="ED-app-num">b</span><a href="#app-philological-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-lem">wie … Substanztheorie</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span> am linken <abbr title="Rand" class="ED-abbr">Rd.</abbr> mit Blaustiftkringel markiert</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-3"><span class="ED-app-num">c</span><a href="#app-philological-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-lem">Leibniz … raison</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span> am linken <abbr title="Rand" class="ED-abbr">Rd.</abbr> mit Blaustiftkringel markiert</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-4"><span class="ED-app-num">d</span><a href="#app-philological-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">als <span class="ED-name">Kant</span>studien buchen</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>am linken <abbr title="Rand" class="ED-abbr">Rd.</abbr> mit Blaustiftkringel markiert</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-5"><span class="ED-app-num">e</span><a href="#app-philological-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-lem"><u>für</u> … Empirismus</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span> am linken <abbr title="Rand" class="ED-abbr">Rd.</abbr> mit Blaustiftkringel markiert</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-6"><span class="ED-app-num">f</span><a href="#app-philological-6-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-lem">wo … Litteraturprofessur</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span> am linken <abbr title="Rand" class="ED-abbr">Rd.</abbr> mit Blaustiftkringel markiert</div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Ihre Mitteilungen</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>nicht ermittelt, zum Kontext <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> das Folgende.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Ordinariat in Freiburg</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-name">Alois Riehl</span>, der die Universität Freiburg zum Beginn des <abbr title="Sommersemester" class="ED-abbr">SS</abbr> 1896 verlassen wollte, um einen Ruf als Nachfolger <span class="ED-name">Glogau</span>s nach Kiel anzunehmen, hatte Schwierigkeiten, seinen Wunschkandidaten <span class="ED-name">Heinrich Rickert</span> als Nachfolger durchzusetzen. Die Vorschläge der Kommission für die Wiederbesetzung (von Riehls <abbr title="Hand" class="ED-abbr">Hd.</abbr>) vom 3.12.1895 lauteten: da <span class="ED-name">Rudolf Eucken</span> kaum zu gewinnen sei, 1. <span class="ED-name">Rickert</span>, 2. <span class="ED-name">Hugo Spitzer</span>, 3. <span class="ED-name">Edmund Husserl</span>. Der Akte liegt eine Abschrift eines Schreibens von <span class="ED-name">Christoph Sigwart</span> an Riehl vom 6.12.1895 bei, in dem es heißt: <span class="ED-rdg">Ihre Mitteilung, daß die Uebertragung Ihrer Stelle an Rickert auf Schwierigkeiten stößt, hat mich nicht wenig überrascht; denn ich nahm sozusagen als selbstverständlich an, daß er an Ihre Stelle vorrückt.</span> <span class="ED-name">Sigwart</span> habe <span class="ED-name">Rickert</span> als einzigen auf Nachfrage nach Czernowitz empfohlen und würde ihn jederzeit als seinen eigenen Nachfolger vorschlagen. Eine neue Listenreihenfolge vom 6.12.1895 lautete <span class="ED-name">Spitzer</span>, <span class="ED-name">Rickert</span>, <span class="ED-name">Husserl</span>; dazu zwei Separatvoten: 1. der Naturwissenschaftler in der Fakultät vom 6.12.1895, die <span class="ED-name">Rickert</span> überhaupt nicht nominiert sehen wollten, nicht nur wegen des Grundsatzes, keine Hausberufungen durchzuführen, sondern vor allem wegen <span class="ED-name">Rickert</span>s zu geringer literarischer <abbr title="beziehungsweise" class="ED-abbr">bzw.</abbr> wissenschaftlicher Leistungen, insbesondere auf naturwissenschaftlichem Gebiet; um das Ansehen der Fakultät zu wahren, soll keine provisorische Verwaltung des Lehrstuhls durch <span class="ED-name">Rickert</span> zugelassen werden. Dagegen trat 2. am 7.12.1895 <span class="ED-name">Max Weber</span> auf, der <span class="ED-name">Rickert</span> an erster Stelle vorschlug, im sozialwissenschaftlich-methodologischen Interesse nach bewährter Zusammenarbeit. Die Liste sei zudem nicht ordnungsgemäß zustande gekommen, auswärtige Gutachten seien überhaupt nicht angefordert worden. <span class="ED-name">Weber</span> konstatierte die Uneinigkeit der Fakultät über die Aufgabe des philosophischen Lehrstuhls, entweder Dienstleister für Naturwissenschaften oder Partner der Historiker und Sozialwissenschaftler zu sein. Zumindest die provisorische Verwaltung des Lehrstuhls solle unbedingt <span class="ED-name">Rickert</span> überantwortet werden. Auf diese Separatvoten hin wurde die Berufungsliste vom Senat der Universität am 9.12.1895 abgelehnt. Nach Aufforderung des Ministeriums der Justiz, des Kultus und des Unterrichts vom 25.4.1896, einen Kandidaten zu benennen, wurde <span class="ED-name">Rickert</span> ab 1.5.1896 mit der provisorischen Verwaltung des Lehrstuhls beauftragt. Das Ministerium versuchte in der darauf folgenden Zeit vergeblich, <span class="ED-name">Eucken</span> zu gewinnen und erbat deswegen am 26.6.1896 erneut Gutachten über <span class="ED-name">Rickert</span> und <span class="ED-name">Husserl</span>. Die neue Berufungsliste der Fakultät vom 21.7.1896 lautete 1. <span class="ED-name">Richard Avenarius</span>, 2. <span class="ED-name">Johannes Rehmke</span>, 3. <span class="ED-name">Rickert</span>. Berufen wurde schliesslich <span class="ED-name">Rickert</span> zum 1.10.1896 (<abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> für sämtliche Nachweise <abbr title="Universitätsarchiv" class="ED-abbr">UA</abbr> Freiburg, B 38/283, Wiederbesetzung des Lehrstuhls für Philosophie 1886–1913).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-3"><span class="ED-app-num">3</span><a href="#app-editorial-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">zwei vorzüglich besuchte Vorlesungen</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-name">Busse</span> bot für das <abbr title="Wintersemester" class="ED-abbr">WS</abbr> 1895/1896 an: Ueber die Möglichkeit der Metaphysik (Verteidgung derselben gegen den Skepticismus und Kriticismus, mit besonderer Berücksichtigung der Kantischen Erkenntnisskritik, Mittwoch 3 Uhr öffentlich; Allgemeine Geschichte der Philosophie, Montag Dienstag und Donnerstag 3 Uhr, <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> das entsprechende Marburger Vorlesungsverzeichnis (<span class="ED-link"><a href="https://www.uni-marburg.de/de/uniarchiv/recherche/digitale-ressourcen">https://www.uni-marburg.de/de/uniarchiv/recherche/digitale-ressourcen</a></span> (21.8.2024)).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-4"><span class="ED-app-num">4</span><a href="#app-editorial-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Extraordinarius zu werden</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>dieser heiklen Frage kam die Berufung <span class="ED-name">Busse</span>s nach Rostock zuvor. Die Habilitation von <span class="ED-name">Ludwig Busse</span> (1862–1907; Studium an den Universitäten Leipzig, Innsbruck und Berlin, 1885 Promotion in Berlin, Professor in Tokio (1887–1892), 9.5.1894 Habilitation in Marburg, Professuren in Rostock (1896–1898), Königsberg (1898–1904), Münster (1904–1907) <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> Halle (1907); seit 1902 Leiter der Zeitschrift für Philosophie und philosophische Kritik; <abbr title="Neue Deutsche Biographie" class="ED-abbr">NDB</abbr>, <abbr title="Biographische Enzyklopädie deutschsprachiger Philosophen" class="ED-abbr">BEdPh</abbr>) als Protegé von sowohl <span class="ED-name">Julius Bergmann</span> als auch <span class="ED-name">Friedrich Theodor Althoff</span>, hatten den Bruch in der Philosophischen Fakultät der Universität Marburg endgültig besiegelt. <span class="ED-name">Cohen</span> und <span class="ED-name">Natorp</span> wiesen die Habilitationsschrift <span class="ED-name">Busse</span>s als ungenügend ab, während der bereits emeritierte <span class="ED-name">Bergmann</span> seinen Kandidaten mithilfe auswärtiger Gutachten gegen alle Widerstände durchsetzte (<abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Helmut Holzhey: Cohen und Natorp <abbr title="Band" class="ED-abbr">Bd.</abbr> 1. Basel/Stuttgart: Schwabe 1986, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 16–18; <abbr title="dasselbe" class="ED-abbr">dass.</abbr> <abbr title="Band" class="ED-abbr">Bd.</abbr> 2, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 223–230 <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> 500–504; Ulrich Sieg: Aufstieg und Niedergang des Marburger Neukantianismus. Die Geschichte einer philosophischen Schulgemeinschaft. Würzburg: Königshausen &amp; Neumann 1994, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 190–195).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-5"><span class="ED-app-num">5</span><a href="#app-editorial-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">beiden Mathematikern</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-name">Jakob Lüroth</span> (1844–1910) und <span class="ED-name">Ludwig Stickelberger</span> (1850–1936), <abbr title="Neue Deutsche Biographie" class="ED-abbr">NDB</abbr>.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-6"><span class="ED-app-num">6</span><a href="#app-editorial-6-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Weismann</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-name">August Weismann</span> (1834–1914), Mediziner <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> Zoologe, 1856 in Göttingen promoviert, 1856–1863 Tätigkeiten als Arzt und weiteres Studium in Gießen, 1863 in Freiburg habilitiert, 1865 <abbr title="außerordentlicher Professor" class="ED-abbr">ao. Prof.</abbr> für Zoologie in Freiburg, 1868 Gründung des Zoologischen Instituts, 1873 <abbr title="ordentlicher Professor" class="ED-abbr">o. Prof.</abbr>, 1909 Verleihung der Darwin-Wallace-Medaille, 1912 emeritiert (<span class="ED-link"><a href="https://www.leo-bw.de/detail/-/Detail/details/PERSON/kgl_biographien/118766406/Weismann+August+Friedrich+Leopold">https://www.leo-bw.de/detail/-/Detail/details/PERSON/kgl_biographien/118766406/Weismann+August+Friedrich+Leopold</a></span> (21.8.2024)).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-7"><span class="ED-app-num">7</span><a href="#app-editorial-7-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">katholische Partei</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>als Verfechter einer katholischen <abbr title="beziehungsweise" class="ED-abbr">bzw.</abbr> <abbr title="sogenannt" class="ED-abbr">sog.</abbr> <span class="ED-rdg">Confessionellen Philosophie-Professur</span> an der Universität Freiburg, zunächst innerhalb der theologischen Fakultät. Diese hatte am 10.6.1885 die Einrichtung eines Lehrstuhls für propädeutische Theologie, insbesondere für Religionsphilosophie, Geschichte der Religion, Apologetik und verwandte Disziplinen beantragt, der am 26.3.1886 durch die Habilitation von <span class="ED-name">Edmund Hardy</span> (1852–1904) für philosophische Disziplinen (befördert zum Extraordinarius 3.11.1887, entlassen 26.9.1893) vorbereitet wurde, so dass 1893 <span class="ED-name">Carl Braig</span> (1853–1923) berufen werden konnte. Am 17.7.1897 erhielt Braig jedoch einen anderen Lehrauftrag (für Dogmatik), da die philosophische Fakultät gegen ihn als Priester protestiert hatte. Am 22.10.1897 wurde <span class="ED-name">Matthias Baumgartner</span> (1865–1933) aus München berufen (<abbr title="Biographische Enzyklopädie deutschsprachiger Philosophen" class="ED-abbr">BEdPh</abbr>). Der Lehrstuhl diente dem philosophischen Unterricht von Theologiestudenten in Erkenntnislehre (Logik), Psychologie, Metaphysik, Geschichte der griechischen, aristotelischen und christlichen Philosophie. Die Belegung dieser Fächer war Bedingung zur Zulassung zum Kirchenamt. 1897 wurde der Antrag eingebracht, diesen Lehrstuhl an die philosophische Fakultät als der eigentlich zuständigen zu transferieren: <span class="ED-rdg">Bei Beratung des Universitätsbudgets in der II. Kammer der Stände wurde die Frage der Einreihung der Professur für christliche Philosophie an die philosophische Fakultät in Anregung gebracht, welche Maßnahme auch Seitens der theologischen Fakultät als sachgemäß und für die Vertretung des in Frage stehenden Faches zweckmäßiger als die geltende Art der Regelung erklärt wird </span>(Ministerium der Justiz, des Kultur und Unterrichts an philosophische Fakultät vom 26.11.1897), mit der Begründung, das ergäbe die Möglichkeit der Promotion in christlicher <abbr title="beziehungsweise" class="ED-abbr">bzw.</abbr> mittelalterlicher Philosophie; es sei bereits an anderen Hochschulen der Fall, in München <abbr title="zum Beispiel" class="ED-abbr">z. B.</abbr>, ein katholischer Priester sei dort kein Hindernis (<abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> für sämtliche Nachweise <abbr title="Universitätsarchiv" class="ED-abbr">UA</abbr> Freiburg, B 38/131, Angelegenheiten der zweiten philosophischen Professur 1897–1916).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-8"><span class="ED-app-num">8</span><a href="#app-editorial-8-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Münsterberg</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>es gelang <span class="ED-name">Hugo Münsterberg</span> (1863–1916) nicht, nach seinen Erfolgen in Harvard (Professur seit 1892) in Deutschland eine Professur zu erhalten. <abbr title="vor allem" class="ED-abbr">V. a.</abbr> zwei Gründe machte <span class="ED-name">Münsterberg</span> dafür verantwortlich: die ausgesprochene Feindschaft der philosophischen Fakultäten, insbesondere der Freiburger, der experimentellen Psychologie gegenüber, sowie den grassierenden akademischen Antisemitismus, der <span class="ED-name">Münsterberg</span> besonders deswegen betroffen machte, weil er mit dem Judentum außer seiner „Abstammung“ nichts zu tun habe (Münsterberg an <span class="ED-name">Wundt</span> vom 26.3.1896). <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">Vgl</abbr>. die Briefe Münsterbergs des Jahres 1896 an <span class="ED-name">Wilhelm Wundt</span> (im digitalisierten Nachlass Wilhelm Wundts: <span class="ED-link"><a href="https://collections.uni-leipzig.de/wundt (21.8.2024)">https://collections.uni-leipzig.de/wundt (21.8.2024)</a></span>), die von den vergeblichen Bemühungen <span class="ED-name">Münsterberg</span>s, <span class="ED-name">Riehl</span>s, <span class="ED-name">Rickert</span>s <abbr title="unter anderem" class="ED-abbr">u. a.</abbr> zeugen und die Namen seiner „Feinde“ (<span class="ED-name">Johannes von Kries</span>, vgl. <span class="ED-name">Münsterberg</span> an <span class="ED-name">Wundt</span> vom 31.3.1896, selbst <span class="ED-name">Paul Natorp</span>, den er für seinen Freund gehalten habe) nennen. <span class="ED-name">Münsterberg</span> hatte mit Rufschädigung in Freiburg bereits zu kämpfen, als seine Ernennung zum Extraordinarius zu scheitern drohte, <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl</abbr>. <abbr title="Universitätsarchiv" class="ED-abbr">UA</abbr> Freiburg, B 38/323 Habilitation Hugo Münsterberg: <span class="ED-name">Alois Riehl</span> hob in seinem Antrag vom 5.12.1890 hervor, daß <span class="ED-name">Münsterberg</span> seit <abbr title="Wintersemester" class="ED-abbr">WS</abbr> 1878/88 als erfolgreicher Lehrer wirke (seit <abbr title="Sommersemester" class="ED-abbr">SS</abbr> 1888 auch für experimentelle Psychologie in einem Laboratorium, das <span class="ED-name">Münsterberg</span> privat betrieb, mit einem staatlichen Zuschuß von lediglich 200 Mark). <span class="ED-name">Riehl</span> erwähnt weiter <span class="ED-name">Münsterberg</span>s <span class="ED-rdg">Neigung zu rascher, nicht hinlänglich vorbereiteter Schlußfolgerungen</span>, die indes leicht korrigierbar sei. Das war das Einfallstor für den Senat, am 19.1.1891 den Antrag nicht zu befürworten<span class="ED-rdg">.</span> Die ministerielle Ernennung erfolgte trotzdem 1892.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-9"><span class="ED-app-num">9</span><a href="#app-editorial-9-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">eine Vorlesung</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>im <abbr title="Wintersemester" class="ED-abbr">WS</abbr> 1895/1896: Allgemeine Psychologie, zweistündig (<span class="ED-link"><a href="https://www.ub.uni-freiburg.de/recherche/digitale-bibliothek/freiburger-historische-bestaende/vorlesungsverzeichnisse/">https://www.ub.uni-freiburg.de/recherche/digitale-bibliothek/freiburger-historische-bestaende/vorlesungsverzeichnisse/</a></span> (21.8.2024)).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-10"><span class="ED-app-num">10</span><a href="#app-editorial-10-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Beiträge für die Kantstudien</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Busse an Vaihinger vom 25.11.1895</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-11"><span class="ED-app-num">11</span><a href="#app-editorial-11-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Adickes</span> neue Gesichtspunkte</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Erich Adickes: Kantstudien. Kiel/Leipzig: Lipsius &amp; Tischer 1895.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-12"><span class="ED-app-num">12</span><a href="#app-editorial-12-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">die Resultate</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>eine Arbeit von <span class="ED-name">Ludwig Busse</span> in der genannten Ausrichtung erschien nicht</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-13"><span class="ED-app-num">13</span><a href="#app-editorial-13-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Geisterseher</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Kant: Träume eines Geistersehers, erläutert durch Träume der Metaphysik (1766).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-14"><span class="ED-app-num">14</span><a href="#app-editorial-14-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">zweiten Teil meines Buches</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="unter Umständen" class="ED-abbr">u. U.</abbr> von Busse: Philosophie und Erkenntnistheorie. Leipzig: S. Hirzel 1894. Ein 2. Teil ist nicht erschienen.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-15"><span class="ED-app-num">15</span><a href="#app-editorial-15-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">und <span class="ED-name">Caspari</span> ex ist</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-name">Otto Caspari</span> (1841–1917), 1869 in Heidelberg habilitiert, 1877 <abbr title="außerordentlicher Professor" class="ED-abbr">ao. Prof.</abbr>, Gesuche zur Übernahme in den Staatsdienst wurden abgelehnt. Am 22.7.1895 Entzug der Lehrbefugnis und Aberkennung des Professorentitels wegen einer außerehelichen Beziehung, aus der 5 Kinder hervorgegangen sind (Dagmar Drüll: Heidelberger Gelehrtenlexikon 1803–1932. 2. <abbr title="Auflage" class="ED-abbr">Aufl.</abbr> Wiesbaden: Springer 2019, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 163).</div></div></body></html>