<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Vaihinger an Friedrich Theodor Althoff, Halle, 15.3.1894, 3 S., hs., Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz Berlin, Vl. HA, Nl Althoff, F. T., Nr. 991</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000469-6"/><style type="text/css">
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Ordinariat.&#xD;&#xA;">Hochzuverehrender</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-1" id="app-philological-1-ref" title="Hochzuverehrender ] über der Anrede Bleistiftnotiz von Althoffs Hd.: Vaihinger. pro domo. | ∅. | Viell. persönl. Ordinariat.">[a]</a> Herr Geheimer Ober-<span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-2" title="Regierungsrath! ] danach 4 Zeilen frei gelassen&#xD;&#xA;">Regierungsrath!</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-2" id="app-philological-2-ref" title="Regierungsrath! ] danach 4 Zeilen frei gelassen">[b]</a></p><p class="ED-p">Am 1. April d<span class="ED-add">[es]</span> J<span class="ED-add">[ahres]</span> werden es gerade <u>10 Jahre</u>, daß mir das Extraordinariat in Halle übertragen worden ist, wofür ich <abbr title="Euere" class="ED-abbr">Ew.</abbr> Hochwohlgeboren stets zu Dank verpflichtet bin. <abbr title="Euere" class="ED-abbr">Ew.</abbr> Hochwohlgeboren erinnern sich vielleicht noch, <u>daß ich kurz vorher </u><u style="text-decoration-style:double">primo loco</u><u> in Kiel zum Ordinarius vorgeschlagen war</u>, als Nachfolger von <span class="ED-name">B. Erdmann</span>, <u>daß aber das Kieler Ordinariat dem </u><u style="text-decoration-style:double">secundo loco</u><u> vorgeschlagenen Professor <span class="ED-name">Glogau</span> verliehen wurde</u>, worauf hier <u>mir</u> das <u>hiesige Extraordinariat</u> übertragen wurde. Es ist gewiß nicht unbescheiden, wenn ich <u>jetzt nach zehn Jahren</u> den Wunsch habe, das Ordinariat, das mir damals so unmittelbar nahe lag und doch entgieng, endlich zu erreichen.</p><p class="ED-p">Leider bin ich in Breslau nicht unter die zu Präsentirenden aufgenommen worden, obgleich von hier aus die Herren <u><span class="ED-name">Conrad</span></u>, <u><span class="ED-name">Blass</span></u>, <u><span class="ED-name">Lindner</span></u>, <u><span class="ED-name">Volhard</span></u>, <span class="ED-pb">|</span> <u><span class="ED-name">Prätorius</span></u> <abbr title="und Andere" class="ED-abbr">u. A.</abbr> – allerdings theilweise <u>zu spät</u> – mich in Breslau gut empfohlen hatten. Meine hiesigen Freunde haben offen den Verdacht ausgesprochen, daß <u>von hier aus von Denjenigen dagegen gearbeitet</u> worden ist, welche ein <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-3" title="Hauptinteresse ] doppeltes s mit ß geschrieben&#xD;&#xA;">Hauptinteresse</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-3" id="app-philological-3-ref" title="Hauptinteresse ] doppeltes s mit ß geschrieben">[c]</a> daran haben, daß ich hier bleibe. Ein <u>Professor der Philosophie</u> hat schon mehrfach geäußert, daß, solange ich hierbleibe, das <span class="ED-name">alt-Erdmann’sche</span> Ordinariat nicht wiederbesetzt werden würde; woraus sich ergibt:<u> um die Wiederbesetzung des <span class="ED-name">alt-Erdmann’schen</span> Ordinariates dauernd zu verhindern</u>, werde ich eben hier ewig als Extraordinarius festgehalten – <u>ein schlimmer Cirkel für mich.</u></p><p class="ED-p">Vielleicht finden Sie, hochverehrter Herr Geheimer Ober Regierungsrath, jetzt bei Gelegenheit der Breslauer Besetzung einen Weg, um mir auf irgend eine Weise weiterzuhelfen. So viel ich vermuthe, ist <span class="ED-name">Ebbinghaus</span> in Breslau vorgeschlagen; vielleicht würde <u>er</u> es vorziehen, lieber das vakante <span class="ED-name">Erdmann’sche</span> Ordinariat hier zu übernehmen. Wenn die hohe Regierung aber ebenfalls der Ansicht ist, daß für Halle nur 2 Ordinarien der Philosophie genug seien, so ließe sich dieser Plan <span class="ED-pb">|</span> doch viel eher realisiren beim dereinstigen Ableben <u><span class="ED-name">Haym</span>s</u>, der ja vorzugsweise sich mit Litteraturgeschichte beschäftigt, indem dessen Professur sich dann in eine rein literargeschichtliche verwandeln ließe. In diesem Sinne hat sich auch <u><abbr title="Professor" class="ED-abbr">Prof.</abbr> <span class="ED-name">B. Erdmann</span></u> selbst geäußert. Damit vertrüge sich aber die Wiederbesetzung des vakanten étatmäßigen Ordinariates doch schon jetzt, und in diesem Sinne, daß dann später die <span class="ED-name">Haym</span>’sche Stelle verwandelt würde, ist, wie ich bestimmt weiß, <u>auch <abbr title="Professor" class="ED-abbr">Prof.</abbr> <span class="ED-name">B. Erdmann</span> mit der Wiederbesetzung des <span class="ED-name">alt-Erdmann’schen</span> Ordinariates einverstanden</u>, das ich gewissermaßen seit bald 2 Jahren aushilfsweise besorge, das aber doch besetzt sein sollte, wenn die Universität ihr <u>Jubiläum</u> feiert, bei dem sie doch <u>vollzählig</u> sein müßte. Mir selbst, <u>dem hier in Halle Unrecht geschehen ist</u>, <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-1" title="würde dieses Fest vergällt ] vgl. Das Zweihundertjährige Jubiläum der Universität Halle-Wittenberg. Festbericht erstattet im Auftrag des academischen Senats von dem Prorector Prof. D. W. Beyschlag. Halle (Saale): Gebauer-Schwetschke’sche Buchdruckerei 1895, S. 14: Nach Beendigung des Gottesdienstes war eine Anzahl von Universitätsangehörigen in das zum Empfangszimmer umgeschaffene Auditorium I beschieden, um unter den Auspizien des Prinzen Albrecht durch Herrn Unterstaatssekretär Dr. v. Weyrauch eine Reihe von Allerhöchsten Gnadenbeweisen zu empfangen, welche Se. Maj. der Kaiser und König zum Jubiläum auszutheilen geruht hatte; darunter die Titelverleihung eines ordentlichen Professors an Vaihinger.&#xD;&#xA;">würde dieses Fest vergällt</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-1" id="app-editorial-1-ref" title="würde dieses Fest vergällt ] vgl. Das Zweihundertjährige Jubiläum der Universität Halle-Wittenberg. Festbericht erstattet im Auftrag des academischen Senats von dem Prorector Prof. D. W. Beyschlag. Halle (Saale): Gebauer-Schwetschke’sche Buchdruckerei 1895, S. 14: Nach Beendigung des Gottesdienstes war eine Anzahl von Universitätsangehörigen in das zum Empfangszimmer umgeschaffene Auditorium I beschieden, um unter den Auspizien des Prinzen Albrecht durch Herrn Unterstaatssekretär Dr. v. Weyrauch eine Reihe von Allerhöchsten Gnadenbeweisen zu empfangen, welche Se. Maj. der Kaiser und König zum Jubiläum auszutheilen geruht hatte; darunter die Titelverleihung eines ordentlichen Professors an Vaihinger.">[1]</a>; und ich kann nur noch hoffen, daß <abbr title="Euere" class="ED-abbr">Ew.</abbr> Hochwohlgeboren auch in diesem meinem Falle <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="„die ausgleichende Gerechtigkeit“ ] nach Aristoteles: Nikomachische Ethik (iustitia regulativa sive correctiva).&#xD;&#xA;">„</span><u><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="„die ausgleichende Gerechtigkeit“ ] nach Aristoteles: Nikomachische Ethik (iustitia regulativa sive correctiva).&#xD;&#xA;">die ausgleichende Gerechtigkeit</span></u><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="„die ausgleichende Gerechtigkeit“ ] nach Aristoteles: Nikomachische Ethik (iustitia regulativa sive correctiva).&#xD;&#xA;">“</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="„die ausgleichende Gerechtigkeit“ ] nach Aristoteles: Nikomachische Ethik (iustitia regulativa sive correctiva).">[2]</a> walten lassen, welche Sie so oft in academischen Verhältnissen sonst angewendet haben.</p><p class="ED-p">Indem ich mich und meine Zukunft Ihrem Wohlwollen anvertraue, zeichne ich als <abbr title="Euere" class="ED-abbr">Ew.</abbr> Hochwohlgeboren gehorsamst ergebenster</p><p class="ED-signed">H. Vaihinger.</p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar zum Textbefund</h2><div class="ED-app-philological" id="app-philological-1"><span class="ED-app-num">a</span><a href="#app-philological-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Hochzuverehrender</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>über der Anrede Bleistiftnotiz von Althoffs <abbr title="Hand" class="ED-abbr">Hd.</abbr>: <span class="ED-rdg"><u>Vaihinger.</u> pro domo. | ∅. | Viell. persönl. Ordinariat.</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-2"><span class="ED-app-num">b</span><a href="#app-philological-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Regierungsrath!</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>danach 4 Zeilen frei gelassen</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-3"><span class="ED-app-num">c</span><a href="#app-philological-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Hauptinteresse</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>doppeltes s mit ß geschrieben</div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">würde dieses Fest vergällt</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Das Zweihundertjährige Jubiläum der Universität Halle-Wittenberg. Festbericht erstattet im Auftrag des academischen Senats von dem Prorector Prof. D. W. Beyschlag. Halle (Saale): Gebauer-Schwetschke’sche Buchdruckerei 1895, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 14: <span class="ED-rdg">Nach Beendigung des Gottesdienstes war eine Anzahl von Universitätsangehörigen in das zum Empfangszimmer umgeschaffene Auditorium I beschieden, um unter den Auspizien des Prinzen Albrecht durch Herrn Unterstaatssekretär Dr. v. Weyrauch eine Reihe von Allerhöchsten Gnadenbeweisen zu empfangen, welche Se. Maj. der Kaiser und König zum Jubiläum auszutheilen geruht hatte</span>; darunter die Titelverleihung eines ordentlichen Professors an Vaihinger.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">„<u>die ausgleichende Gerechtigkeit</u>“</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>nach Aristoteles: Nikomachische Ethik (iustitia regulativa sive correctiva).</div></div></body></html>