<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Carl du Prel an Vaihinger, München, 2.1.1893, 1 S., hs., Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 6 p, Nr. 16</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000456-0"/><style type="text/css">
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Die „Gegenwart“ ist die einzige nichtmystische Zeitschrift, <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-2" title="in die ] so wörtlich&#xD;&#xA;">in die</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-2" id="app-philological-2-ref" title="in die ] so wörtlich">[b]</a> ich noch schreibe. Daß sie nicht paßt für eine eigentliche Recension Ihres Commentars, werden Sie selbst zugeben. Die Besprechung, die ich nun hinsende, wird aber doch den einen Zweck erfüllen, daß einige Leser sich den Commentar anschaffen, mehr läßt sich wohl nicht erreichen. Meinen <span class="ED-name">Kant</span>, <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-1" title="den mystischen ] vgl. du Prel an Vaihinger, o. D. [nach 9.8.1888, vor 1892]&#xD;&#xA;">den mystischen</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-1" id="app-editorial-1-ref" title="den mystischen ] vgl. du Prel an Vaihinger, o. D. [nach 9.8.1888, vor 1892]">[1]</a>, habe ich dabei etwas stärker betont, als der Anlaß gegeben war, aber beigefügt, daß es bei Ihnen nicht der Fall ist. Kurz, die Natur des Blattes nöthigte mich, <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="mehr eine Plauderei ] vgl. du Prel: Zur Lehre von Zeit und Raum. In: Die Gegenwart, Nr. 5 vom 4.2.1893, S. 71–73 (Umfang 4 Spalten). S. 73: Zwar hält sich der von mir betonte Kant in der „Kritik der reinen Vernunft“ und demgemäß auch in deren Kommentar im Hintergrund; aber doch weiß es auch der kritische Kant, daß die Unterscheidung zwischen Erscheinung und Ding an sich auch den Menschen selbst betreffen muß, daß also unser irdisches Selbstbewußtsein nur unsere irdische Erscheinungsform umfaßt […]. Es gibt kein Werk, welches sich so sehr zu einer Gymnastik des Geistes eignet, als die „Kritik der reinen Vernunft“ und in das Grundproblem derselben, und jeder Philosophie überhaupt, muß sich der menschliche Geist notwendig immer tiefer hineinwühlen. Darum ist aber auch die logische Analyse dieses grundlegenden und umwälzenden Werkes, wie der darüber entstandenen Literatur, ein wirkliches Bedürfniß. Zudem will Vaihinger’s vortrefflicher Commentar, in dem er die sachlichen Probleme zu fördern sucht, zugleich zur Fortbildung der Philosophie selbst beitragen; denn eine solche ist nur möglich durch eine Geschichte der Probleme.&#xD;&#xA;">mehr eine Plauderei</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="mehr eine Plauderei ] vgl. du Prel: Zur Lehre von Zeit und Raum. In: Die Gegenwart, Nr. 5 vom 4.2.1893, S. 71–73 (Umfang 4 Spalten). S. 73: Zwar hält sich der von mir betonte Kant in der „Kritik der reinen Vernunft“ und demgemäß auch in deren Kommentar im Hintergrund; aber doch weiß es auch der kritische Kant, daß die Unterscheidung zwischen Erscheinung und Ding an sich auch den Menschen selbst betreffen muß, daß also unser irdisches Selbstbewußtsein nur unsere irdische Erscheinungsform umfaßt […]. Es gibt kein Werk, welches sich so sehr zu einer Gymnastik des Geistes eignet, als die „Kritik der reinen Vernunft“ und in das Grundproblem derselben, und jeder Philosophie überhaupt, muß sich der menschliche Geist notwendig immer tiefer hineinwühlen. Darum ist aber auch die logische Analyse dieses grundlegenden und umwälzenden Werkes, wie der darüber entstandenen Literatur, ein wirkliches Bedürfniß. Zudem will Vaihinger’s vortrefflicher Commentar, in dem er die sachlichen Probleme zu fördern sucht, zugleich zur Fortbildung der Philosophie selbst beitragen; denn eine solche ist nur möglich durch eine Geschichte der Probleme.">[2]</a>, als Recension zu schreiben. Es dürften 5–6 Spalten sein, und bis jetzt wenigstens hat mich die „Gegenwart“ nie lange warten lassen.</p><p class="ED-p">Besten Gruß</p><p class="ED-signed">du Prel</p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar zum Textbefund</h2><div class="ED-app-philological" id="app-philological-1"><span class="ED-app-num">a</span><a href="#app-philological-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">2.</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>die Ziffer dergestalt über den Punkt geschrieben, dass es auch heißen kann: <span class="ED-rdg">? I.93</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-2"><span class="ED-app-num">b</span><a href="#app-philological-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">in die</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>so wörtlich</div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">den mystischen</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> du Prel an Vaihinger, <abbr title="ohne Datum" class="ED-abbr">o. D.</abbr> [nach 9.8.1888, vor 1892]</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">mehr eine Plauderei</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> du Prel: Zur Lehre von Zeit und Raum. In: Die Gegenwart, <abbr title="Nummer" class="ED-abbr">Nr.</abbr> 5 vom 4.2.1893, S. 71–73 (Umfang 4 Spalten). <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 73: <span class="ED-rdg">Zwar hält sich der von mir betonte Kant in der „Kritik der reinen Vernunft“ und demgemäß auch in deren Kommentar im Hintergrund; aber doch weiß es auch der kritische Kant, daß die Unterscheidung zwischen Erscheinung und Ding an sich auch den Menschen selbst betreffen muß, daß also unser irdisches Selbstbewußtsein nur unsere irdische Erscheinungsform umfaßt […]. Es gibt kein Werk, welches sich so sehr zu einer Gymnastik des Geistes eignet, als die „Kritik der reinen Vernunft“ und in das Grundproblem derselben, und jeder Philosophie überhaupt, muß sich der menschliche Geist notwendig immer tiefer hineinwühlen. Darum ist aber auch die logische Analyse dieses grundlegenden und umwälzenden Werkes, wie der darüber entstandenen Literatur, ein wirkliches Bedürfniß. Zudem will Vaihinger’s vortrefflicher Commentar, in dem er die sachlichen Probleme zu fördern sucht, zugleich zur Fortbildung der Philosophie selbst beitragen; denn eine solche ist nur möglich durch eine Geschichte der Probleme.</span></div></div></body></html>