<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Bartholomäus von Carneri an Vaihinger, Marburg an der Drau (Maribor), 30.1.1891, 2 S., hs., Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 4 d, Nr. 29</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000424-0"/><style type="text/css">
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Versuche über Lebensführung. 2 Auflagen Bonn: Emil Strauß (Anfang/Mitte) 1891.">[1]</a> aufgenommen haben und ein herzliches: Glückauf! zu <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="Ihrer großen Arbeit ] wenn nicht die Arbeiten an Vaihinger: Commentar zu Kants Kritik der reinen Vernunft, 2. Bd. 1892 gemeint sind, bezieht sich Carneri auf Vaihinger: Naturforschung und Schule. Eine Zurückweisung der Angriffe Preyers auf das Gymnasium vom Standpunkte der Entwicklungslehre. Ein Vortrag in der dritten allgemeinen Sitzung der 61. Versammlung Deutscher Naturforscher und Ärzte zu Köln am 22. September 1888 gehalten. Köln/Leipzig: Albert Ahn 1889. Eine Versendung dieses Werks an Carneri ist nicht ermittelt.&#xD;&#xA;">Ihrer großen Arbeit</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="Ihrer großen Arbeit ] wenn nicht die Arbeiten an Vaihinger: Commentar zu Kants Kritik der reinen Vernunft, 2. Bd. 1892 gemeint sind, bezieht sich Carneri auf Vaihinger: Naturforschung und Schule. Eine Zurückweisung der Angriffe Preyers auf das Gymnasium vom Standpunkte der Entwicklungslehre. Ein Vortrag in der dritten allgemeinen Sitzung der 61. Versammlung Deutscher Naturforscher und Ärzte zu Köln am 22. September 1888 gehalten. Köln/Leipzig: Albert Ahn 1889. Eine Versendung dieses Werks an Carneri ist nicht ermittelt.">[2]</a>.</p><p class="ED-p">Die <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="Notwendigkeit einer parallelen Entwicklung ] vgl. Vaihinger an Eduard Zeller vom 20.12.1888 und an Ernst Haeckel vom 27.12.1888; sowie Carneri, Der moderne Mensch (1891), S. 137–138: Gewiß hat es gegenüber Kindern, wie gegenüber Völkern, deren Entwicklung auf der Stufe der Kindheit sich befindet, einen praktischen Werth, den Nachdruck darauf zu legen, daß, wie die Liebe der Menschen, auch die Liebe Gottes verloren werden könne. Dieser Gedankengang ist wirksam, leicht faßlich und rasch beizubringen. Aber weiter darf der Staat die Kirche nicht gehen lassen. […] Und was sind die Folgen? Die Kinder wachsen heran in der Ueberzeugung, daß es überhaupt nur für die Gläubigen eine Moral gebe; und verlieren sie später den Glauben, so wird für sie die ganze Moral hinfällig. Die zur Gläubigkeit Neigenden werden immer gläubiger, je lauterer die Lehre ist; die nicht dazu Neigenden, sind für die Kirche verloren, wovon man täglich sich überzeugen kann. Sollen sie aber auch für ihre Mitmenschen verloren sein? […] Wir wissen ganz gut, daß unser Standpunkt von beiden Seiten bekämpft wird: die Kirche findet, daß wir das Wesen ihres Amtes verkennen; die Gegner der Kirche wollen sie ganz aus der Schule entfernt wissen. Wir sind aber nicht Feinde der Kirche, wir sind nur Gegner ihrer Machtüberschreitungen. Die sehr triftigen Gründe, aus welchen wir es vorziehen, daß sie unter der Aufsicht des Staates ihren Unterricht ertheile, haben wir schon gekennzeichnet. Hier wollen wir nur zeigen, von welchem hohen Werth der Religionsunterricht ist, den wir meinen.&#xD;&#xA;">Notwendigkeit einer parallelen Entwicklung</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-3" id="app-editorial-3-ref" title="Notwendigkeit einer parallelen Entwicklung ] vgl. Vaihinger an Eduard Zeller vom 20.12.1888 und an Ernst Haeckel vom 27.12.1888; sowie Carneri, Der moderne Mensch (1891), S. 137–138: Gewiß hat es gegenüber Kindern, wie gegenüber Völkern, deren Entwicklung auf der Stufe der Kindheit sich befindet, einen praktischen Werth, den Nachdruck darauf zu legen, daß, wie die Liebe der Menschen, auch die Liebe Gottes verloren werden könne. Dieser Gedankengang ist wirksam, leicht faßlich und rasch beizubringen. Aber weiter darf der Staat die Kirche nicht gehen lassen. […] Und was sind die Folgen? Die Kinder wachsen heran in der Ueberzeugung, daß es überhaupt nur für die Gläubigen eine Moral gebe; und verlieren sie später den Glauben, so wird für sie die ganze Moral hinfällig. Die zur Gläubigkeit Neigenden werden immer gläubiger, je lauterer die Lehre ist; die nicht dazu Neigenden, sind für die Kirche verloren, wovon man täglich sich überzeugen kann. Sollen sie aber auch für ihre Mitmenschen verloren sein? […] Wir wissen ganz gut, daß unser Standpunkt von beiden Seiten bekämpft wird: die Kirche findet, daß wir das Wesen ihres Amtes verkennen; die Gegner der Kirche wollen sie ganz aus der Schule entfernt wissen. Wir sind aber nicht Feinde der Kirche, wir sind nur Gegner ihrer Machtüberschreitungen. Die sehr triftigen Gründe, aus welchen wir es vorziehen, daß sie unter der Aufsicht des Staates ihren Unterricht ertheile, haben wir schon gekennzeichnet. Hier wollen wir nur zeigen, von welchem hohen Werth der Religionsunterricht ist, den wir meinen.">[3]</a> war immer auch meine Überzeugung. Werden Sie’s glauben, daß noch nichts in dem Buch so energische Vorwürfe <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-1" title="mir ] Einfügung über der Zeile&#xD;&#xA;">mir</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-1" id="app-philological-1-ref" title="mir ] Einfügung über der Zeile">[a]</a> zugezogen hat, als dieser Punkt? Die neueste Parole lautet: Hinaus aus der Schule mit dem Religionsunterricht! <span class="ED-note">|</span> Und leider auch: Hinaus mit der classischen Bildung!</p><p class="ED-p">Die Menschheit wird noch entsetzliche Gährungen durchmachen müssen.</p><p class="ED-p">In alter Treue Ihr ganz ergebener</p><p class="ED-signed">B. Carneri</p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar zum Textbefund</h2><div class="ED-app-philological" id="app-philological-1"><span class="ED-app-num">a</span><a href="#app-philological-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">mir</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Einfügung über der Zeile</div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">mein Buch</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Carneri: Der moderne Mensch. Versuche über Lebensführung. 2 Auflagen Bonn: Emil Strauß (Anfang/Mitte) 1891.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Ihrer großen Arbeit</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>wenn nicht die Arbeiten an Vaihinger: Commentar zu Kants Kritik der reinen Vernunft, 2. <abbr title="Band" class="ED-abbr">Bd.</abbr> 1892 gemeint sind, bezieht sich Carneri auf Vaihinger: Naturforschung und Schule. Eine Zurückweisung der Angriffe Preyers auf das Gymnasium vom Standpunkte der Entwicklungslehre. Ein Vortrag in der dritten allgemeinen Sitzung der 61. Versammlung Deutscher Naturforscher und Ärzte zu Köln am 22. September 1888 gehalten. Köln/Leipzig: Albert Ahn 1889. Eine Versendung dieses Werks an Carneri ist nicht ermittelt.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-3"><span class="ED-app-num">3</span><a href="#app-editorial-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Notwendigkeit einer parallelen Entwicklung</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Vaihinger an Eduard Zeller vom 20.12.1888 und an Ernst Haeckel vom 27.12.1888; sowie Carneri, Der moderne Mensch (1891), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 137–138:<span class="ED-rdg"> Gewiß hat es gegenüber Kindern, wie gegenüber Völkern, deren Entwicklung auf der Stufe der Kindheit sich befindet, einen praktischen Werth, den Nachdruck darauf zu legen, daß, wie die Liebe der Menschen, auch die Liebe Gottes verloren werden könne. Dieser Gedankengang ist wirksam, leicht faßlich und rasch beizubringen. Aber weiter darf der Staat die Kirche nicht gehen lassen. […] Und was sind die Folgen? Die Kinder wachsen heran in der Ueberzeugung, daß es überhaupt nur für die Gläubigen eine Moral gebe; und verlieren sie später den Glauben, so wird für sie die ganze Moral hinfällig. Die zur Gläubigkeit Neigenden werden immer gläubiger, je lauterer die Lehre ist; die nicht dazu Neigenden, sind für die Kirche verloren, wovon man täglich sich überzeugen kann. Sollen sie aber auch für ihre Mitmenschen verloren sein? […] Wir wissen ganz gut, daß unser Standpunkt von beiden Seiten bekämpft wird: die Kirche findet, daß wir das Wesen ihres Amtes verkennen; die Gegner der Kirche wollen sie ganz aus der Schule entfernt wissen. Wir sind aber nicht Feinde der Kirche, wir sind nur Gegner ihrer Machtüberschreitungen. Die sehr triftigen Gründe, aus welchen wir es vorziehen, daß sie unter der Aufsicht des Staates ihren Unterricht ertheile, haben wir schon gekennzeichnet. Hier wollen wir nur zeigen, von welchem hohen Werth der Religionsunterricht ist, den wir meinen.</span></div></div></body></html>