<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Otto Caspari an Vaihinger, Heidelberg, 1.1.1890, 4 S., hs., Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 4 g</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000419-6"/><style type="text/css">
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Ludwig Busse an Vaihinger vom 6.11.1895.&#xD;&#xA;">gern dorthin gekommen wäre</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="gern dorthin gekommen wäre ] Caspari hat sich vergeblich um auswärtige Anstellungen oder wenigstens die Besoldung seiner prekären Heidelberger Stellung als ao. Prof. bemüht. 1895 wurde er des Amtes enthoben, vgl. Ludwig Busse an Vaihinger vom 6.11.1895.">[2]</a>. Ich war mit <span class="ED-name">Stumpf</span> in Correspondenz getreten, und hatte ihm meine traurige Lage geschildert: daß ich noch heute nach beinahe 25jähriger Lehrthätigkeit <u>kein Gehalt beziehe</u>, an meinem Hause und in anderen Angelegenheiten mein kleines Vermögen beinahe eingebüßt habe, und deshalb beinahe der Verzweiflung nahe <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-1" title="wäre. ] darunter Kustode: Da&#xD;&#xA;">wäre.</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-1" id="app-philological-1-ref" title="wäre. ] darunter Kustode: Da">[a]</a> <span class="ED-pb">|</span> Da begreifen Sie wohl, wie sich das so gestalten kann und verstehen es daß ich mich wie man zu sagen pflegt um die Stellung bewarb. Wenn es mir auch noch vielleicht nicht gelang das gewünschte Ziel dort zu erreichen, so ist es mein sehnlichster Wunsch, daß es <u>Ihnen</u> wenigstens gelingt diese Stellung zu gewinnen. Knüpft sich für mich daran doch wenigstens <u>die Hoffnung</u>, daß ich mich <u>um Ihre Stellung</u> dort <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-2" title="in Halle ] Einfügung über der Zeile&#xD;&#xA;">in Halle</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-2" id="app-philological-2-ref" title="in Halle ] Einfügung über der Zeile">[b]</a> bemühen darf. <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="Uphues ] Goswin Karl Uphues (1841–1916), zunächst katholischer Geistlicher, Erzieher und Lehrer. 1875 Promotion an der theologischen und philosophischen Akademie Münster. 1876 vom Dienst suspendiert, Übersiedelung in die Schweiz. 1882 an einer Privatschule in Halle tätig, 1884 für Philosophie habilitiert. 1890 ao. Prof. in Halle, ab 1895 besoldet, 1914 emeritiert (https://www.catalogus-professorum-halensis.de/uphuesgoswinkarl.html (20.8.2024)).&#xD;&#xA;">Uphues</span></span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-3" id="app-editorial-3-ref" title="Uphues ] Goswin Karl Uphues (1841–1916), zunächst katholischer Geistlicher, Erzieher und Lehrer. 1875 Promotion an der theologischen und philosophischen Akademie Münster. 1876 vom Dienst suspendiert, Übersiedelung in die Schweiz. 1882 an einer Privatschule in Halle tätig, 1884 für Philosophie habilitiert. 1890 ao. Prof. in Halle, ab 1895 besoldet, 1914 emeritiert (https://www.catalogus-professorum-halensis.de/uphuesgoswinkarl.html (20.8.2024)).">[3]</a> ist zwar auch noch in Halle, und mag recht ebenso denken; aber lieber Herr College, denken Sie nur, daß ich in unserem Fach schon beinahe 25 Jahre arbeite und viel geschrieben habe, heute aber noch <u>nicht</u> das <span class="ED-pb">|</span> geringste Gehalt beziehe, auch keine Hoffnung habe, daß mich <span class="ED-name">Fischer</span> (ein sehr eigenthümlicher Mann) irgendwie zu etwas bringt oder vorschlägt. Im Gegentheil, wo er Einfluß hat wird er immer nur mich bekämpfen. –</p><p class="ED-p">Nehmen Sie mir, lieber Herr College, meine Offenheit nicht übel, wenn ich nochmals darauf zurückkomme, daß ich in meiner Lage nur eben dies berücksichtigen muß, eine, wenn auch noch so kleine Stellung mit Gehalt zu gewinnen. Und so klammere ich mich denn in allen Wirrnissen noch an die Hoffnung, daß es mir wenigstens, als geborener <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-3" title="Kämpfer ] Lesung unsicher&#xD;&#xA;">Kämpfer</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-3" id="app-philological-3-ref" title="Kämpfer ] Lesung unsicher">[c]</a>, gelingen könnte, durch Ihre <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-4" title="wache ] Lesung unsicher&#xD;&#xA;">wache</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-4" id="app-philological-4-ref" title="wache ] Lesung unsicher">[d]</a> Mithilfe und Beistand, den Posten zu erlangen, den Sie bisher <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="in Halle ausfüllten ] Vaihinger war 1884–1894 ao. Prof., seit 1894 persönlicher Ordinarius in Halle.&#xD;&#xA;">in Halle ausfüllten</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-4" id="app-editorial-4-ref" title="in Halle ausfüllten ] Vaihinger war 1884–1894 ao. Prof., seit 1894 persönlicher Ordinarius in Halle.">[4]</a>. Mag auch das Gehalt <span class="ED-pb">|</span> noch so gering sein, das mit Ihrer bisherigen Stellung verbunden war, ich bin in einer so sehr verzweifelten Lage, <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-5" title="daß ich mich auf diese vollständig zufriedenstellen muß. ] so wörtlich&#xD;&#xA;">daß ich mich auf diese vollständig zufriedenstellen muß.</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-5" id="app-philological-5-ref" title="daß ich mich auf diese vollständig zufriedenstellen muß. ] so wörtlich">[e]</a></p><p class="ED-p">So habe ich mich denn mit Alle dem Gesagten mich Ihnen so offen hingegeben, daß Sie vielleicht mir zürnen, aber was thut man nicht alles in einer Art von Verzweiflung; und so habe ich denn nur die sehr freundliche Bitte, daß Sie mir diese Offenheit nicht verübeln, sondern im Gegentheil als ein Vertrauen aufnehmen, mit dem ich mich Ihnen ganz anheim gebe.</p><p class="ED-p">Sehr würden Sie mich erfreuen, wenn Sie mir über alle Vorgänge in Halle einige Nachrichten zukommen ließen, und sich gegebenen Falles meiner dortigen Lage erinnerten. –</p><p class="ED-p">Mit vielen herzlichen Grüßen und den besten Wünschen für Sie zum Jahreswechsel, Ihr ergebener</p><p class="ED-signed">O. Caspari.</p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar zum Textbefund</h2><div class="ED-app-philological" id="app-philological-1"><span class="ED-app-num">a</span><a href="#app-philological-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">wäre.</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>darunter Kustode: <span class="ED-rdg">Da</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-2"><span class="ED-app-num">b</span><a href="#app-philological-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">in Halle</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Einfügung über der Zeile</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-3"><span class="ED-app-num">c</span><a href="#app-philological-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Kämpfer</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Lesung unsicher</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-4"><span class="ED-app-num">d</span><a href="#app-philological-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">wache</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Lesung unsicher</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-5"><span class="ED-app-num">e</span><a href="#app-philological-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">daß ich mich auf diese vollständig zufriedenstellen muß.</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>so wörtlich</div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">durch <span class="ED-name">Stumpf</span> erledigte Stellung</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-name">Carl Stumpf</span> war 1889 aus Halle nach München gewechselt (<abbr title="Biographische Enzyklopädie deutschsprachiger Philosophen" class="ED-abbr">BEdPh</abbr>), sein Nachfolger in Halle wurde <span class="ED-name">Benno Erdmann</span>.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">gern dorthin gekommen wäre</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-name">Caspari</span> hat sich vergeblich um auswärtige Anstellungen oder wenigstens die Besoldung seiner prekären Heidelberger Stellung als <abbr title="außerordentlicher Professor" class="ED-abbr">ao. Prof.</abbr> bemüht. 1895 wurde er des Amtes enthoben, <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Ludwig Busse an Vaihinger vom 6.11.1895.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-3"><span class="ED-app-num">3</span><a href="#app-editorial-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Uphues</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><a id="anchor2882168" xml:id="anchor2882168"/><span class="ED-name">Goswin Karl Uphues</span> (1841–1916), zunächst katholischer Geistlicher, Erzieher und Lehrer. 1875 Promotion an der theologischen und philosophischen Akademie Münster. 1876 vom Dienst suspendiert, Übersiedelung in die Schweiz. 1882 an einer Privatschule in Halle tätig, 1884 für Philosophie habilitiert. 1890 <abbr title="außerordentlicher Professor" class="ED-abbr">ao. Prof.</abbr> in Halle, ab 1895 besoldet, 1914 emeritiert (<span class="ED-link"><a href="https://www.catalogus-professorum-halensis.de/uphuesgoswinkarl.html">https://www.catalogus-professorum-halensis.de/uphuesgoswinkarl.html</a></span> (20.8.2024)).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-4"><span class="ED-app-num">4</span><a href="#app-editorial-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">in Halle ausfüllten</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Vaihinger war 1884–1894 <abbr title="außerordentlicher Professor" class="ED-abbr">ao. Prof.</abbr>, seit 1894 persönlicher Ordinarius in Halle.</div></div></body></html>