<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Carl du Prel an Vaihinger, Grasstein (Tirol), o. D. [nach 9.8.1888, vor 1892], 2 S., hs., Postkarte an Herrn Dr Hans Vaihinger | Professor der Philosophie | in Halle a. S., Poststempel POSTCONDUCTEUR IM ZUGE | BREGENZ–INNSBRUCK No 318, Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 6 p, Nr. 17</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000398-3"/><style type="text/css">
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Im Verlaufe einer <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-1" title="Auseinandersetzung mit der „Allgemeinen Zeitung“ ] vgl. du Prel an Vaihinger vom 20.7.1888&#xD;&#xA;">Auseinandersetzung mit der „Allgemeinen Zeitung“</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-1" id="app-editorial-1-ref" title="Auseinandersetzung mit der „Allgemeinen Zeitung“ ] vgl. du Prel an Vaihinger vom 20.7.1888">[1]</a> wurde mir geschrieben, daß wenn <u>Sie</u> über <span class="ED-name">Kant</span>’s „Vorlesungen über die Metaphysik“ etwas schreiben würden, der Aufsatz angenommen würde. Könnten Sie sich, der Sie ja das Buch entdeckt haben, <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="dazu entschließen ] für die Allgemeine Zeitung (München) nicht nachgewiesen. Vgl. Vaihinger (mit Alois Riehl): Bericht über die neuere Philosophie bis auf Kant für die Jahre 1888 und 1889. Von Benno Erdmann in Halle a. S. [!] Vierter Teil. In: Archiv für Geschichte der Philosophie 4 (1891), S. 719–737, darin von Vaihinger S. 721–723: Im. Kant’s Vorlesungen über Psychologie. Mit einer Einleitung: „Kant’s mystische Weltanschauung“, herausgegeben von Dr. Carl Du Prel. Leipzig, Günther. 1889. (LXIV u. 96 S.) Wörtlicher Abdruck des Abschnittes: 3) Psychologie (S. 125 bis 261) in den von Pölitz herausgegebenen „Vorlesungen Kant’s über die Metaphysik“, (Erfurt 1821), in der Absicht, zu zeigen, dass Kant in diesen Vorlesungen die (10) Hauptgedanken des modernen Mysticismus antecipirt habe. „Freilich wäre K. falsch definirt, wenn ich ihn darum einen mystischen Philosophen nennen würde; aber leugnen lässt sich nicht, dass in seinen Schriften zerstreut und keimartig alles sich findet, was, vereinigt und in systematische Verbindung gebracht, zu einer mystischen Weltanschauung zusammenwächst.“ Was sich nicht leugnen lässt, was aber auch darum aufmerksameren Lesern Kant’s immer aufstiess, ist, dass Kant in seiner vorkritischen Zeit gerne (nach Laas, Ideal. u. Pos. I, 168 ff. allzugerne) mit Swedenborg’schen Gedanken spielte; die „Träume“ von 1766 sind, wie schon Riehl, Krit. I, 229 N. mit Recht gegen K. Fischer bemerkt, nicht „pure Persiflage, nicht das unbefangene reine Auslachen, sondern ein humoristisches, mit Ernst versetztes Lachen“. Auch in der Dissertation von 1770, § 22 spielt K. mit dem Gedanken, der räumliche Zusammenhang der Erscheinungen sei das Phänomen der Allgegenwart Gottes. Aber er will doch nicht „in altum indagationum ejusmodi mysticarum provehi“. Dass K. auch in der Zeit der weiteren Umbildung des Kriticismus mit der Idee einer „mystischen Welt“ (K.’s Reflexionen Ed. B. Erdmann, II, N. 1291) gespielt habe, beweisen die Pölitz’schen Vorlesungen, welche nach B. Erdmann’s Nachweis (Phil. Mon. 1883, 129 ff., 1884) aus der Zeit um 1774 stammen. Wenn sie aber auch erst 1788 und 1789 fielen, so bliebe doch Riehl’s Urtheil über dieselben geltend, welcher auch schon a. a. O. die von Du Prel bes. betonte Stelle anführt: „Die Gedanken des Swedenborg sind hierin sehr erhaben. Er sagt: Die Geisterwelt macht ein besonderes reales Universum aus; dieses ist der mundus intelligibilis, der von diesem mundo sensibili muss unterschieden werden“ u. s. w. Riehl nennt dies mit Recht „private Vorstellungen des von pietistischen Eltern abstammenden und erzogenen Philosophen“. In seinen kritischen Werken hat Kant jene grob-dogmatischen Vorstellungen zu „Ideen der praktischen Vernunft“ abgeklärt, am besten in einer wenig beachteten Stelle der Kr. d. r. V. (A 808, B 836), wo er das „corpus mysticum der vernünftigen Wesen“ als „eine blosse, aber doch praktische Idee“ von hohem sittlichem Werthe darstellt.&#xD;&#xA;">dazu entschließen</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="dazu entschließen ] für die Allgemeine Zeitung (München) nicht nachgewiesen. Vgl. Vaihinger (mit Alois Riehl): Bericht über die neuere Philosophie bis auf Kant für die Jahre 1888 und 1889. Von Benno Erdmann in Halle a. S. [!] Vierter Teil. In: Archiv für Geschichte der Philosophie 4 (1891), S. 719–737, darin von Vaihinger S. 721–723: Im. Kant’s Vorlesungen über Psychologie. Mit einer Einleitung: „Kant’s mystische Weltanschauung“, herausgegeben von Dr. Carl Du Prel. Leipzig, Günther. 1889. (LXIV u. 96 S.) Wörtlicher Abdruck des Abschnittes: 3) Psychologie (S. 125 bis 261) in den von Pölitz herausgegebenen „Vorlesungen Kant’s über die Metaphysik“, (Erfurt 1821), in der Absicht, zu zeigen, dass Kant in diesen Vorlesungen die (10) Hauptgedanken des modernen Mysticismus antecipirt habe. „Freilich wäre K. falsch definirt, wenn ich ihn darum einen mystischen Philosophen nennen würde; aber leugnen lässt sich nicht, dass in seinen Schriften zerstreut und keimartig alles sich findet, was, vereinigt und in systematische Verbindung gebracht, zu einer mystischen Weltanschauung zusammenwächst.“ Was sich nicht leugnen lässt, was aber auch darum aufmerksameren Lesern Kant’s immer aufstiess, ist, dass Kant in seiner vorkritischen Zeit gerne (nach Laas, Ideal. u. Pos. I, 168 ff. allzugerne) mit Swedenborg’schen Gedanken spielte; die „Träume“ von 1766 sind, wie schon Riehl, Krit. I, 229 N. mit Recht gegen K. Fischer bemerkt, nicht „pure Persiflage, nicht das unbefangene reine Auslachen, sondern ein humoristisches, mit Ernst versetztes Lachen“. Auch in der Dissertation von 1770, § 22 spielt K. mit dem Gedanken, der räumliche Zusammenhang der Erscheinungen sei das Phänomen der Allgegenwart Gottes. Aber er will doch nicht „in altum indagationum ejusmodi mysticarum provehi“. Dass K. auch in der Zeit der weiteren Umbildung des Kriticismus mit der Idee einer „mystischen Welt“ (K.’s Reflexionen Ed. B. Erdmann, II, N. 1291) gespielt habe, beweisen die Pölitz’schen Vorlesungen, welche nach B. Erdmann’s Nachweis (Phil. Mon. 1883, 129 ff., 1884) aus der Zeit um 1774 stammen. Wenn sie aber auch erst 1788 und 1789 fielen, so bliebe doch Riehl’s Urtheil über dieselben geltend, welcher auch schon a. a. O. die von Du Prel bes. betonte Stelle anführt: „Die Gedanken des Swedenborg sind hierin sehr erhaben. Er sagt: Die Geisterwelt macht ein besonderes reales Universum aus; dieses ist der mundus intelligibilis, der von diesem mundo sensibili muss unterschieden werden“ u. s. w. Riehl nennt dies mit Recht „private Vorstellungen des von pietistischen Eltern abstammenden und erzogenen Philosophen“. In seinen kritischen Werken hat Kant jene grob-dogmatischen Vorstellungen zu „Ideen der praktischen Vernunft“ abgeklärt, am besten in einer wenig beachteten Stelle der Kr. d. r. V. (A 808, B 836), wo er das „corpus mysticum der vernünftigen Wesen“ als „eine blosse, aber doch praktische Idee“ von hohem sittlichem Werthe darstellt.">[2]</a>? Mir, der ich den mystischen Theil herausgegeben habe, hat man bisher immer nur gesagt, daß ich <span class="ED-name">Kant</span> mißverstanden, darum wäre es erfreulich, wenn Sie diesem einfältigen Geschwätz ein Ende machen und zu einer ernsthaften Kritik auffordern würden. <span class="ED-name">Kant</span> hat in jenen Vorlesungen gegen sein eigenes Verbot die Grenzen der Vernunftkritik überschritten. Wir aber haben ein Recht dazu, weil seither die <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="Mystik Erfahrungswissenschaft ] vgl. du Prel an Vaihinger vom 2.8.1888&#xD;&#xA;">Mystik Erfahrungswissenschaft</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-3" id="app-editorial-3-ref" title="Mystik Erfahrungswissenschaft ] vgl. du Prel an Vaihinger vom 2.8.1888">[3]</a> geworden ist und gemäß der Vernunftkritik auf die Erfahrung Alles ankommt. Der von <span class="ED-pb">|</span> mir betonte mystische <span class="ED-name">Kant</span> läßt sich nicht dadurch beseitigen, daß man gegen ihn den kritischen <span class="ED-name">Kant</span> ausspielt.</p><p class="ED-p">Hat nicht auch <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="Windelband über Kant’s „Vorlesungen“ ] nicht nachgewiesen&#xD;&#xA;">Windelband</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="Windelband über Kant’s „Vorlesungen“ ] nicht nachgewiesen&#xD;&#xA;"> über </span><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="Windelband über Kant’s „Vorlesungen“ ] nicht nachgewiesen&#xD;&#xA;">Kant</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="Windelband über Kant’s „Vorlesungen“ ] nicht nachgewiesen&#xD;&#xA;">’s „Vorlesungen“</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-4" id="app-editorial-4-ref" title="Windelband über Kant’s „Vorlesungen“ ] nicht nachgewiesen">[4]</a> etwas geschrieben?</p><p class="ED-p">Was macht <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-5" title="Ihr Commentar ] zu Kants Kritik der reinen Vernunft, 2. Bd. 1892.&#xD;&#xA;">Ihr Commentar</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-5" id="app-editorial-5-ref" title="Ihr Commentar ] zu Kants Kritik der reinen Vernunft, 2. Bd. 1892.">[5]</a>? Ich werde Ihnen in Bälde <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-6" title="eine kleine Schrift ] gemeinte nicht ermittelt. Vgl. für die in Frage kommenden Titel die Bibliographie in Tomas Kaiser: Zwischen Philosophie und Spiritismus: (Bildwissenschaftliche) Quellen zum Leben und Werk des Carl du Prel, 2006 (http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:gbv:luen4-opus-110843 (19.8.2024)).&#xD;&#xA;">eine kleine Schrift</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-6" id="app-editorial-6-ref" title="eine kleine Schrift ] gemeinte nicht ermittelt. Vgl. für die in Frage kommenden Titel die Bibliographie in Tomas Kaiser: Zwischen Philosophie und Spiritismus: (Bildwissenschaftliche) Quellen zum Leben und Werk des Carl du Prel, 2006 (http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:gbv:luen4-opus-110843 (19.8.2024)).">[6]</a> senden.</p><p class="ED-p">Semper idem</p><p class="ED-signed">du Prel</p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Auseinandersetzung mit der „Allgemeinen Zeitung“</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> du Prel an Vaihinger vom 20.7.1888</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">dazu entschließen</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>für die Allgemeine Zeitung (München) nicht nachgewiesen. <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">Vgl.</abbr> Vaihinger (mit Alois Riehl): Bericht über die neuere Philosophie bis auf Kant für die Jahre 1888 und 1889. Von Benno Erdmann in Halle a. S. [!] Vierter Teil. In: Archiv für Geschichte der Philosophie 4 (1891), <span>S.</span> 719–737, darin von Vaihinger <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 721–723: <span class="ED-rdg">Im. Kant’s Vorlesungen über Psychologie. Mit einer Einleitung: „Kant’s mystische Weltanschauung“, herausgegeben von Dr. Carl Du Prel. Leipzig, Günther. 1889. (LXIV u. 96 S.) Wörtlicher Abdruck des Abschnittes: 3) Psychologie (S. 125 bis 261) in den von Pölitz herausgegebenen „Vorlesungen Kant’s über die Metaphysik“, (Erfurt 1821), in der Absicht, zu zeigen, dass Kant in diesen Vorlesungen die (10) Hauptgedanken des modernen Mysticismus antecipirt habe. „Freilich wäre K. falsch definirt, wenn ich ihn darum einen mystischen Philosophen nennen würde; aber leugnen lässt sich nicht, dass in seinen Schriften zerstreut und keimartig alles sich findet, was, vereinigt und in systematische Verbindung gebracht, zu einer mystischen Weltanschauung zusammenwächst.“ Was sich nicht leugnen lässt, was aber auch darum aufmerksameren Lesern Kant’s immer aufstiess, ist, dass Kant in seiner vorkritischen Zeit gerne (nach Laas, Ideal. u. 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Wenn sie aber auch erst 1788 und 1789 fielen, so bliebe doch Riehl’s Urtheil über dieselben geltend, welcher auch schon a. a. O. die von Du Prel bes. betonte Stelle anführt: „Die Gedanken des Swedenborg sind hierin sehr erhaben. Er sagt: Die Geisterwelt macht ein besonderes reales Universum aus; dieses ist der mundus intelligibilis, der von diesem mundo sensibili muss unterschieden werden“ u. s. w. Riehl nennt dies mit Recht „private Vorstellungen des von pietistischen Eltern abstammenden und erzogenen Philosophen“. In seinen kritischen Werken hat Kant jene grob-dogmatischen Vorstellungen zu „Ideen der praktischen Vernunft“ abgeklärt, am besten in einer wenig beachteten Stelle der Kr. d. r. V. (A 808, B 836), wo er das „corpus mysticum der vernünftigen Wesen“ als „eine blosse, aber doch praktische Idee“ von hohem sittlichem Werthe darstellt.</span></div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-3"><span class="ED-app-num">3</span><a href="#app-editorial-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Mystik Erfahrungswissenschaft</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> du Prel an Vaihinger vom 2.8.1888</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-4"><span class="ED-app-num">4</span><a href="#app-editorial-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Windelband</span> über <span class="ED-name">Kant</span>’s „Vorlesungen“</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>nicht nachgewiesen</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-5"><span class="ED-app-num">5</span><a href="#app-editorial-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Ihr Commentar</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>zu Kants Kritik der reinen Vernunft, 2. <abbr title="Band" class="ED-abbr">Bd.</abbr> 1892.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-6"><span class="ED-app-num">6</span><a href="#app-editorial-6-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">eine kleine Schrift</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>gemeinte nicht ermittelt. <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">Vgl.</abbr> für die in Frage kommenden Titel die Bibliographie in Tomas Kaiser: Zwischen Philosophie und Spiritismus: (Bildwissenschaftliche) Quellen zum Leben und Werk des Carl du Prel, 2006 (<span class="ED-link"><a href="http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:gbv:luen4-opus-110843">http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:gbv:luen4-opus-110843</a></span> (19.8.2024)).</div></div></body></html>