<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Vaihinger an Eduard Zeller, Halle, 27.6.1884, 4 S., hs., Universitätsbibliothek Tübingen, http://idb.ub.uni-tuebingen.de/opendigi/Md747-782</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000338-5"/><style type="text/css">
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Juni 1884.</p><p class="ED-salute">Hochzuverehrender Herr Geheime Rath, verehrtester Herr <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-1" title="Professor! ] danach 3 Zeilen frei gelassen&#xD;&#xA;">Professor!</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-1" id="app-philological-1-ref" title="Professor! ] danach 3 Zeilen frei gelassen">[a]</a></p><p class="ED-p">Obgleich Sie vermuthlich schon aus anderen Quellen über die hiesigen Vorschläge zur <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-1" title="Besetzung der Ulrici’schen Professur ] vgl. Vaihinger an Zeller vom 3.3. und 15.3.1884&#xD;&#xA;">Besetzung der </span><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-1" title="Besetzung der Ulrici’schen Professur ] vgl. Vaihinger an Zeller vom 3.3. und 15.3.1884&#xD;&#xA;">Ulrici</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-1" title="Besetzung der Ulrici’schen Professur ] vgl. Vaihinger an Zeller vom 3.3. und 15.3.1884&#xD;&#xA;">’schen Professur</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-1" id="app-editorial-1-ref" title="Besetzung der Ulrici’schen Professur ] vgl. Vaihinger an Zeller vom 3.3. und 15.3.1884">[1]</a> Nachricht erhalten haben, möchte ich Ihnen doch darüber Mittheilung machen: primo loco ist <span class="ED-name">Windelband</span> vorgeschlagen, <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="sekundo Stumpf in Prag ] Carl Stumpf (1848–1936), seit 1.10.1879 an der damals noch geeinten Universität Prag, zum 1.10.1884 nach Halle berufen, 1889 nach München (Helga Sprung: Carl Stumpf – Eine Biographie. Von der Philosophie zur Experimentellen Psychologie. Unter Mitarbeit von L. Sprung. München/Wien: Profil 2006, S. 115–118, mit Briefzitaten; BEdPh).&#xD;&#xA;">sekundo </span><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="sekundo Stumpf in Prag ] Carl Stumpf (1848–1936), seit 1.10.1879 an der damals noch geeinten Universität Prag, zum 1.10.1884 nach Halle berufen, 1889 nach München (Helga Sprung: Carl Stumpf – Eine Biographie. Von der Philosophie zur Experimentellen Psychologie. Unter Mitarbeit von L. Sprung. München/Wien: Profil 2006, S. 115–118, mit Briefzitaten; BEdPh).&#xD;&#xA;">Stumpf</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="sekundo Stumpf in Prag ] Carl Stumpf (1848–1936), seit 1.10.1879 an der damals noch geeinten Universität Prag, zum 1.10.1884 nach Halle berufen, 1889 nach München (Helga Sprung: Carl Stumpf – Eine Biographie. Von der Philosophie zur Experimentellen Psychologie. Unter Mitarbeit von L. Sprung. München/Wien: Profil 2006, S. 115–118, mit Briefzitaten; BEdPh).&#xD;&#xA;"> in Prag</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="sekundo Stumpf in Prag ] Carl Stumpf (1848–1936), seit 1.10.1879 an der damals noch geeinten Universität Prag, zum 1.10.1884 nach Halle berufen, 1889 nach München (Helga Sprung: Carl Stumpf – Eine Biographie. Von der Philosophie zur Experimentellen Psychologie. Unter Mitarbeit von L. Sprung. München/Wien: Profil 2006, S. 115–118, mit Briefzitaten; BEdPh).">[2]</a>; sodann als Extraordinarius <span class="ED-name">Lipps</span> in Bonn. An die Berufung <span class="ED-name">Windelband</span>s ist wohl nicht zu denken; Herr Geh<span class="ED-add">[eime]</span> R<span class="ED-add">[at]</span> <span class="ED-name">Althoff</span> hat bei seinem Hiersein geäußert (mehrfach auch mir gegenüber,) daß er dies „mit mathematischer Sicherheit vorher<span class="ED-pb">|</span>sagen<span class="ED-add">[“]</span> könne. <span class="ED-name">Stumpf</span>, welcher gerne kommen würde, ist katholisch, doch soll dies <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="in diesem Falle kein Hinderniß ] vgl. zum Kontext Ulrich Jahnke: Promotor des Fortschritts!? Friedrich Althoff und die deutsche Universitätspsychologie. In: Bernhard vom Brocke (Hg.): Wissenschaftsgeschichte und Wissenschaftspolitik im Industriezeitalter. Das „System Althoff“ in historischer Perspektive. Hildesheim: Lax 1991, S. 319–320: Noch im gleichen Jahr folgte mit der Berufung von Carl Stumpf an die Universität Halle die erste Berücksichtigung eines Vertreters der Psychologie-Philosophie unter Althoff. Nachdem der Hallenser Philosoph Hermann Ulrici 1884 gestorben war, kommentierte der Kurator der Universität Halle die Vorschläge der Philosophischen Fakultät folgendermaßen: „Die Fakultät scheint selbst zu besorgen, daß sich eine Berufung des an erster Stelle vorgeschlagenen Professors Windelband in Straßburg nicht durchführen lasse und wünscht demnach mit besonderem Nachdruck den Professor Stumpf in Prag, welcher allerdings wegen seiner besonderen Lehrgabe als ein Schüler Lotze’s eine sehr erwünschte Ergänzung des hiesigen Lehrkörpers bilden würde.“ Der Kurator hob ferner hervor, daß Stumpf katholischer Konfession sei. Althoff interessierte vor allem dies und er bat wiederum Dilthey um eine Einschätzung Stumpfs. Dilthey schrieb am 3. Juli 1884 […]. Bezeichnend für Diltheys Berücksichtigung der politischen Lage, die durch eine Aufgabe der antiklerikalen Grundsätze des Kulturkampfes gegen die Zentrumspartei gekennzeichnet war, sind Hinweise zu Stumpfs religiösem Standort: „Als Katholik geboren ist er doch in diesen religiösen Überzeugungen nicht confessionell gefärbt. Seine Kinder hat er evangelisch taufen und erziehen lassen. So möchte gerade seine Berufung im Einklang mit einer weitherzigen und doch zugleich von religiösem Ernst getragenen Handhabung der Statuten von Halle Wittenberg sein. Sie würde auch den katholischen Kreisen ein Beweis in dieser Richtung sein.“ Letzteres scheint für Althoff ausschlaggebend gewesen zu sein, da er mit Stumpf Verhandlungen führte. Dieser akzeptierte die gebotenen Bedingungen, wurde am 16. August 1884 nach Halle berufen und teilte Althoff bei dieser Gelegenheit mit, er werde sich in Halle einführen „… mit Psychologie oder einem mehrstündigen Colleg psychologischen Inhalts“; sowie rückblickend Stumpf: Erinnerungen an Franz Brentano. In: O. Kraus (Hg.): Franz Brentano. Zur Kenntnis seines Lebens und seiner Lehre. München: C. H. Beck 1919, S. 139: Auch kann ich nicht leugnen, daß mir gerade die Berufung an die Universität Halle-Wittenberg, deren Statuten nicht-protenstantische Lehrkräfte prinzipiell ausschließen, nach früheren Erfahrungen, über die ich hier schweigen will, eine besondere Genugtuung und Freude bereitete.&#xD;&#xA;">in diesem Falle kein Hinderniß</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-3" id="app-editorial-3-ref" title="in diesem Falle kein Hinderniß ] vgl. zum Kontext Ulrich Jahnke: Promotor des Fortschritts!? Friedrich Althoff und die deutsche Universitätspsychologie. In: Bernhard vom Brocke (Hg.): Wissenschaftsgeschichte und Wissenschaftspolitik im Industriezeitalter. Das „System Althoff“ in historischer Perspektive. Hildesheim: Lax 1991, S. 319–320: Noch im gleichen Jahr folgte mit der Berufung von Carl Stumpf an die Universität Halle die erste Berücksichtigung eines Vertreters der Psychologie-Philosophie unter Althoff. Nachdem der Hallenser Philosoph Hermann Ulrici 1884 gestorben war, kommentierte der Kurator der Universität Halle die Vorschläge der Philosophischen Fakultät folgendermaßen: „Die Fakultät scheint selbst zu besorgen, daß sich eine Berufung des an erster Stelle vorgeschlagenen Professors Windelband in Straßburg nicht durchführen lasse und wünscht demnach mit besonderem Nachdruck den Professor Stumpf in Prag, welcher allerdings wegen seiner besonderen Lehrgabe als ein Schüler Lotze’s eine sehr erwünschte Ergänzung des hiesigen Lehrkörpers bilden würde.“ Der Kurator hob ferner hervor, daß Stumpf katholischer Konfession sei. Althoff interessierte vor allem dies und er bat wiederum Dilthey um eine Einschätzung Stumpfs. Dilthey schrieb am 3. Juli 1884 […]. Bezeichnend für Diltheys Berücksichtigung der politischen Lage, die durch eine Aufgabe der antiklerikalen Grundsätze des Kulturkampfes gegen die Zentrumspartei gekennzeichnet war, sind Hinweise zu Stumpfs religiösem Standort: „Als Katholik geboren ist er doch in diesen religiösen Überzeugungen nicht confessionell gefärbt. Seine Kinder hat er evangelisch taufen und erziehen lassen. So möchte gerade seine Berufung im Einklang mit einer weitherzigen und doch zugleich von religiösem Ernst getragenen Handhabung der Statuten von Halle Wittenberg sein. Sie würde auch den katholischen Kreisen ein Beweis in dieser Richtung sein.“ Letzteres scheint für Althoff ausschlaggebend gewesen zu sein, da er mit Stumpf Verhandlungen führte. Dieser akzeptierte die gebotenen Bedingungen, wurde am 16. August 1884 nach Halle berufen und teilte Althoff bei dieser Gelegenheit mit, er werde sich in Halle einführen „… mit Psychologie oder einem mehrstündigen Colleg psychologischen Inhalts“; sowie rückblickend Stumpf: Erinnerungen an Franz Brentano. In: O. Kraus (Hg.): Franz Brentano. Zur Kenntnis seines Lebens und seiner Lehre. München: C. H. Beck 1919, S. 139: Auch kann ich nicht leugnen, daß mir gerade die Berufung an die Universität Halle-Wittenberg, deren Statuten nicht-protenstantische Lehrkräfte prinzipiell ausschließen, nach früheren Erfahrungen, über die ich hier schweigen will, eine besondere Genugtuung und Freude bereitete.">[3]</a> bilden, da <span class="ED-name">Althoff</span> als einen der Regirung genehmen Candidaten auch <span class="ED-name">Riehl</span> in Freiburg genannt habe. Sehr gern wären auch <span class="ED-name">Avenarius</span>, <span class="ED-name">Laas</span>, auch <span class="ED-name">Siebeck</span> in Vorschlag gekommen.</p><p class="ED-p">Daß unser Landsmann <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-2 app-editorial-4" title="Karl Müller ] K. Müller&#xD;&#xA;&#xD;&#xA;Karl Müller in Berlin ] Karl Ferdinand Friedrich Müller (1852–1940), protestantischer Theologe und Kirchenhistoriker, geb. in Langenburg/Württemberg, Studium am Tübinger Stift (1870–1874, 8.8.1876 in Tübingen promoviert) und Göttingen, 1880 in Berlin promoviert und habilitiert, 1882 ao.°Prof. in Berlin, 1884 in Halle, 1886 o.°Prof. Gießen, 1891 Breslau, 1903 Tübingen, 1922 emeritiert (https://www.catalogus-professorum-halensis.de/muellerkarlferdinandfriedrich.html (9.8.2024); https://www.leo-bw.de/web/guest/detail/-/Detail/details/PERSON/kgl_biographien/138219885/biografie (9.8.2024)).&#xD;&#xA;">Karl Müller</span></span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-2" id="app-philological-2-ref" title="Karl Müller ] K. Müller">[b]</a><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="Karl Müller in Berlin ] Karl Ferdinand Friedrich Müller (1852–1940), protestantischer Theologe und Kirchenhistoriker, geb. in Langenburg/Württemberg, Studium am Tübinger Stift (1870–1874, 8.8.1876 in Tübingen promoviert) und Göttingen, 1880 in Berlin promoviert und habilitiert, 1882 ao.°Prof. in Berlin, 1884 in Halle, 1886 o.°Prof. Gießen, 1891 Breslau, 1903 Tübingen, 1922 emeritiert (https://www.catalogus-professorum-halensis.de/muellerkarlferdinandfriedrich.html (9.8.2024); https://www.leo-bw.de/web/guest/detail/-/Detail/details/PERSON/kgl_biographien/138219885/biografie (9.8.2024)).&#xD;&#xA;"> in Berlin</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-4" id="app-editorial-4-ref" title="Karl Müller in Berlin ] Karl Ferdinand Friedrich Müller (1852–1940), protestantischer Theologe und Kirchenhistoriker, geb. in Langenburg/Württemberg, Studium am Tübinger Stift (1870–1874, 8.8.1876 in Tübingen promoviert) und Göttingen, 1880 in Berlin promoviert und habilitiert, 1882 ao.°Prof. in Berlin, 1884 in Halle, 1886 o.°Prof. Gießen, 1891 Breslau, 1903 Tübingen, 1922 emeritiert (https://www.catalogus-professorum-halensis.de/muellerkarlferdinandfriedrich.html (9.8.2024); https://www.leo-bw.de/web/guest/detail/-/Detail/details/PERSON/kgl_biographien/138219885/biografie (9.8.2024)).">[4]</a> hier vorgeschlagen ist, hat mich herzlich erfreut.</p><p class="ED-p">Ich bin nun hier schon in voller Thätigkeit und darf mit dem Besuch meiner Vorlesung sehr zufrieden sein. Da ich auch Mitglied der Examenscommission geworden bin, und da hier der <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-5" title="Zudrang der Examinanden sehr stark ] Die Universität Halle-Wittenberg war v. a. Ausbildungsstätte protestantischer Geistlicher und Beamter für Preußen.&#xD;&#xA;">Zudrang der Examinanden sehr stark</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-5" id="app-editorial-5-ref" title="Zudrang der Examinanden sehr stark ] Die Universität Halle-Wittenberg war v. a. Ausbildungsstätte protestantischer Geistlicher und Beamter für Preußen.">[5]</a> ist, so habe ich gerade damit sehr viel zu thun. Es werden hier, <span class="ED-pb">|</span> um mit den Restanten aufzuräumen, in außerordentlicher Weise jetzt in jeder Woche 4–5 einberufen (abgesehen von den Nachprüfungen); außer mir ist noch <span class="ED-name">Haym</span> in der Commission.</p><p class="ED-p">Was die <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-6" title="einfachere Formulirung ] im Zusammenhang mit der Diskussion über Vaihingers Aufsatz: Zu Kants Widerlegung des Idealismus, vgl. Vaihinger an Zeller vom 29.4.1884 sowie Zeller an Vaihinger vom 6.6.1884.&#xD;&#xA;">einfachere Formulirung</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-6" id="app-editorial-6-ref" title="einfachere Formulirung ] im Zusammenhang mit der Diskussion über Vaihingers Aufsatz: Zu Kants Widerlegung des Idealismus, vgl. Vaihinger an Zeller vom 29.4.1884 sowie Zeller an Vaihinger vom 6.6.1884.">[6]</a> betrifft, welche Sie, hochzuverehrender Herr GeheimeRath, für das Verhältnis von empirischem Object und empirischem Subject vorziehen, so erlaube ich mir darüber Folgendes zu bemerken: dieselbe scheint mir sehr wohl möglich, wenn man blos Stellen im Auge hat, wie diese: „man kann beweisen, daß selbst unsere <u>innere</u> … Erfahrung nur unter Voraussetzung <u>äußerer</u> Erfahrung möglich sei.“ (<span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-7" title="Kehrbach 208 unten ] Vaihinger zitiert Kant: Kritik der reinen Vernunft; Widerlegung des Idealismus nach der Ausgabe von Karl Kehrbach (Leipzig: Reclam; https://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb11171606-1 (9.8.2024)).&#xD;&#xA;">Kehrb</span><span class="ED-add"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-7" title="Kehrbach 208 unten ] Vaihinger zitiert Kant: Kritik der reinen Vernunft; Widerlegung des Idealismus nach der Ausgabe von Karl Kehrbach (Leipzig: Reclam; https://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb11171606-1 (9.8.2024)).&#xD;&#xA;">[ach]</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-7" title="Kehrbach 208 unten ] Vaihinger zitiert Kant: Kritik der reinen Vernunft; Widerlegung des Idealismus nach der Ausgabe von Karl Kehrbach (Leipzig: Reclam; https://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb11171606-1 (9.8.2024)).&#xD;&#xA;"> 208 unten</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-7" id="app-editorial-7-ref" title="Kehrbach 208 unten ] Vaihinger zitiert Kant: Kritik der reinen Vernunft; Widerlegung des Idealismus nach der Ausgabe von Karl Kehrbach (Leipzig: Reclam; https://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb11171606-1 (9.8.2024)).">[7]</a>). Auch könnte man zunächst den folgenden Lehrsatz nebst Beweis dafür auslegen, wie die einfachere Formel sagt: „unsere empirische Subjectivität sei dadurch bedingt, daß das transzendentale Object als Grund unserer <span class="ED-pb">|</span> Empfindung, sich uns unter der Gestalt einer äußeren Erscheinung eines Gegenstandes im Raume darstelle.“</p><p class="ED-p">Allein inwiefern wäre dann das eine Widerlegung des empirischen Idealismus des <span class="ED-name">Berkeley</span>? inwiefern also ein Beweis, daß „Gegenstände außer uns im Raume“ da sind? das wäre immer noch blos die „<u>Vorstellung</u> eines Dinges außer mir“, aber nicht ein „Ding außer mir“?</p><p class="ED-p">Ferner wie sollten dann die von mir <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 150 <abbr title="folgende" class="ED-abbr">ff</abbr> angeführten Stellen ausgelegt werden? Zwingen diese nicht doch zur Annahme einer empirischen Affection im eigentlichen Sinne?</p><p class="ED-p">Und endlich, abgesehen von diesen (in der These I und II <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-3" title="formulirten) ] Einfügung über der Zeile&#xD;&#xA;">formulirten)</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-3" id="app-philological-3-ref" title="formulirten) ] Einfügung über der Zeile">[c]</a> <u>interpretatorischen</u> Differenzen, wie entgeht man der (<abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 140 <abbr title="folgende" class="ED-abbr">ff.</abbr> und in der These <u>III</u> zusammengefassten) logischen Consequenz, zu welcher man, wie ich noch immer glauben möchte, absolut genötigt ist?</p><p class="ED-p">Indem ich Sie, hochzuverehrender Herr GeheimeRath bitte, diese bescheidenen Einwände Ihrer Erwägung zu unterziehen, zeichne ich in dankbarer Verehrung <abbr title="Euere" class="ED-abbr">Ew.</abbr> Hochwohlgeboren ganz ergebenster</p><p class="ED-signed">H. Vaihinger</p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar zum Textbefund</h2><div class="ED-app-philological" id="app-philological-1"><span class="ED-app-num">a</span><a href="#app-philological-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Professor!</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>danach 3 Zeilen frei gelassen</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-2"><span class="ED-app-num">b</span><a href="#app-philological-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Karl Müller</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-rdg">K. Müller</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-3"><span class="ED-app-num">c</span><a href="#app-philological-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">formulirten)</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Einfügung über der Zeile</div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Besetzung der <span class="ED-name">Ulrici</span>’schen Professur</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Vaihinger an Zeller vom 3.3. und 15.3.1884</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">sekundo <span class="ED-name">Stumpf</span> in Prag</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-name">Carl Stumpf</span> (1848–1936), seit 1.10.1879 an der damals noch geeinten Universität Prag, zum 1.10.1884 nach Halle berufen, 1889 nach München (Helga Sprung: Carl Stumpf – Eine Biographie. Von der Philosophie zur Experimentellen Psychologie. Unter Mitarbeit von L. Sprung. München/Wien: Profil 2006, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 115–118, mit Briefzitaten; <abbr title="Biographische Enzyklopädie deutschsprachiger Philosophen" class="ED-abbr">BEdPh</abbr>).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-3"><span class="ED-app-num">3</span><a href="#app-editorial-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">in diesem Falle kein Hinderniß</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> zum Kontext Ulrich Jahnke: Promotor des Fortschritts!? Friedrich Althoff und die deutsche Universitätspsychologie. In: Bernhard vom Brocke (<abbr title="Herausgeber" class="ED-abbr">Hg.</abbr>): Wissenschaftsgeschichte und Wissenschaftspolitik im Industriezeitalter. Das „System Althoff“ in historischer Perspektive. Hildesheim: Lax 1991, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 319–320: <span class="ED-rdg">Noch im gleichen Jahr folgte mit der Berufung von Carl Stumpf an die Universität Halle die erste Berücksichtigung eines Vertreters der Psychologie-Philosophie unter Althoff. Nachdem der Hallenser Philosoph Hermann Ulrici 1884 gestorben war, kommentierte der Kurator der Universität Halle die Vorschläge der Philosophischen Fakultät folgendermaßen: „Die Fakultät scheint selbst zu besorgen, daß sich eine Berufung des an erster Stelle vorgeschlagenen Professors Windelband in Straßburg nicht durchführen lasse und wünscht demnach mit besonderem Nachdruck den Professor Stumpf in Prag, welcher allerdings wegen seiner besonderen Lehrgabe als ein Schüler Lotze’s eine sehr erwünschte Ergänzung des hiesigen Lehrkörpers bilden würde.“ Der Kurator hob ferner hervor, daß Stumpf katholischer Konfession sei. Althoff interessierte vor allem dies und er bat wiederum Dilthey um eine Einschätzung Stumpfs. Dilthey schrieb am 3. Juli 1884 […]. Bezeichnend für Diltheys Berücksichtigung der politischen Lage, die durch eine Aufgabe der antiklerikalen Grundsätze des Kulturkampfes gegen die Zentrumspartei gekennzeichnet war, sind Hinweise zu Stumpfs religiösem Standort: „Als Katholik geboren ist er doch in diesen religiösen Überzeugungen nicht confessionell gefärbt. Seine Kinder hat er evangelisch taufen und erziehen lassen. So möchte gerade seine Berufung im Einklang mit einer weitherzigen und doch zugleich von religiösem Ernst getragenen Handhabung der Statuten von Halle Wittenberg sein. Sie würde auch den katholischen Kreisen ein Beweis in dieser Richtung sein.“ Letzteres scheint für Althoff ausschlaggebend gewesen zu sein, da er mit Stumpf Verhandlungen führte. Dieser akzeptierte die gebotenen Bedingungen, wurde am 16. August 1884 nach Halle berufen und teilte Althoff bei dieser Gelegenheit mit, er werde sich in Halle einführen „… mit Psychologie oder einem mehrstündigen Colleg psychologischen Inhalts“</span>; sowie rückblickend Stumpf: Erinnerungen an Franz Brentano. In: O. Kraus (<abbr title="Herausgeber" class="ED-abbr">Hg.</abbr>): Franz Brentano. Zur Kenntnis seines Lebens und seiner Lehre. München: C. H. Beck 1919, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 139:<span class="ED-rdg"> Auch kann ich nicht leugnen, daß mir gerade die Berufung an die Universität Halle-Wittenberg, deren Statuten nicht-protenstantische Lehrkräfte prinzipiell ausschließen, nach früheren Erfahrungen, über die ich hier schweigen will, eine besondere Genugtuung und Freude bereitete.</span></div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-4"><span class="ED-app-num">4</span><a href="#app-editorial-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Karl Müller</span> in Berlin</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-name">Karl Ferdinand Friedrich Müller</span> (1852–1940), protestantischer Theologe und Kirchenhistoriker, <abbr title="geboren" class="ED-abbr">geb.</abbr> in Langenburg/Württemberg, Studium am Tübinger Stift (1870–1874, 8.8.1876 in Tübingen promoviert) und Göttingen, 1880 in Berlin promoviert und habilitiert, 1882 <abbr title="außerordentlicher Professor" class="ED-abbr">ao.°Prof.</abbr> in Berlin, 1884 in Halle, 1886 <abbr title="ordentlicher Professor" class="ED-abbr">o.°Prof.</abbr> Gießen, 1891 Breslau, 1903 Tübingen, 1922 emeritiert (<span class="ED-link"><a href="https://www.catalogus-professorum-halensis.de/muellerkarlferdinandfriedrich.html">https://www.catalogus-professorum-halensis.de/muellerkarlferdinandfriedrich.html</a></span> (9.8.2024); <span class="ED-link"><a href="https://www.leo-bw.de/web/guest/detail/-/Detail/details/PERSON/kgl_biographien/138219885/biografie">https://www.leo-bw.de/web/guest/detail/-/Detail/details/PERSON/kgl_biographien/138219885/biografie</a></span> (9.8.2024)).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-5"><span class="ED-app-num">5</span><a href="#app-editorial-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Zudrang der Examinanden sehr stark</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Die Universität Halle-Wittenberg war <abbr title="vor allem" class="ED-abbr">v. a.</abbr> Ausbildungsstätte protestantischer Geistlicher und Beamter für Preußen.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-6"><span class="ED-app-num">6</span><a href="#app-editorial-6-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">einfachere Formulirung</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>im Zusammenhang mit der Diskussion über Vaihingers Aufsatz: Zu Kants Widerlegung des Idealismus, <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Vaihinger an Zeller vom 29.4.1884 sowie Zeller an Vaihinger vom 6.6.1884.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-7"><span class="ED-app-num">7</span><a href="#app-editorial-7-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-lem">Kehrbach 208 unten</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span> Vaihinger zitiert Kant: Kritik der reinen Vernunft; Widerlegung des Idealismus nach der Ausgabe von <span class="ED-name">Karl Kehrbach</span> (Leipzig: Reclam; <span class="ED-link"><a href="https://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb11171606-1">https://mdz-nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bvb:12-bsb11171606-1</a></span> (9.8.2024)).</div></div></body></html>