<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Vaihinger an Friedrich Zarncke, Straßburg, 1.6.1883, 4 S., hs., Universitätsbibliothek Leipzig, Nachlass Zarncke, NL 249/1/V/27</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000278-3"/><style type="text/css">
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Ich mag einer an und für sich <u>vielleicht</u> geringfügigen Sache eine zu große Wichtigkeit und Tragweite beigelegt und Sie mit meinen Briefen in der Sache zu sehr in Anspruch <span class="ED-pb">|</span> genommen haben – aber <u>principiell</u> halte ich meinen Standpunkt als einen, dem von Ihnen eingenommen immerhin gleichberechtigten, durchaus aufrecht. Ich bin der Ansicht, daß Anonymität in den richtigen Händen ein Schutz der wissenschaftlichen Wahrheit ist und daß ich in diesem Falle zu einer Namensnennung nicht verpflichtet war. Ich bedaure, meine Erwiderung nicht <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="mit den Worten geschlossen zu haben ] vgl. Natorp und Vaihinger in: Literarisches Centralblatt, Nr. 18 vom 28.4.1883, Sp. 627–638: Erwiderung. | Der laufende Jahrg. Nr. 10 des Bl. enthält eine Besprechung meines Buches über Descartes’ Erkenntnistheorie, welche, durch den Gebrauch von Ausdrücken wie „unwürdig“, „Anmaßlichkeit“, die Grenzen sachlicher Erörterung überschreitet und den Charakter des persönlichen Angriffs annimmt. Da es im Interesse des sachlichen Zweckes einer wissenschaftlichen Polemik nicht wünschenswerth ist, daß diese Art des Angriffes in allgemeinem Gebrauch komme, so halte ich mich für verbunden, dagegen zu protestieren. Die wissenschaftliche Prüfung der Einwendungen des Referenten bleibt einer anderen Gelegenheit vorbehalten. | Marburg. Dr. P. Natorp. – Daß die Besprechung des Natorp’schen Werkes irgendwie die Grenzen rein wissenschaftlicher Diskussion überschritten habe, kann Ref. nicht anerkennen. Wenn die Dogmatisierung des Kantischen kritischen Gottesbegriffes „unwürdig“, also der Würde Kant’s nicht angemessen genannt worden ist, so liegt darin nichts Persönliches. Wenn ausdrücklich eine Methode (also nicht eine Person) als „anmaßlich“ bezeichnet worden ist, welche mit offen zur Schau getragener | Geringschätzung des exacten philologisch-historischen Verfahrens nicht „eine einfache Wiedergabe“, sondern eine „Umdeutung“ (Worte Natorp’s) zum Ziele hat, durch welche das Resultat der bisherigen auf kritischer Grundlage angestellten Untersuchungen „über den Haufen geworfen werden“ soll, so liegt auch darin wiederum gar nichts Persönliches. Nur übergroße Empfindlichkeit gegen sachliche Einwände kann einen persönlichen Angriff in einer Recension sehen, welche damit beginnt, den „Scharfsinn“ des Verf.’s in anerkennender Weise zu loben, und welche damit schließt, denselben ein „philosophisches Talent“ zu nennen. | Straßburg. Dr. H. Vaihinger.&#xD;&#xA;">mit den Worten geschlossen zu haben</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="mit den Worten geschlossen zu haben ] vgl. Natorp und Vaihinger in: Literarisches Centralblatt, Nr. 18 vom 28.4.1883, Sp. 627–638: Erwiderung. | Der laufende Jahrg. Nr. 10 des Bl. enthält eine Besprechung meines Buches über Descartes’ Erkenntnistheorie, welche, durch den Gebrauch von Ausdrücken wie „unwürdig“, „Anmaßlichkeit“, die Grenzen sachlicher Erörterung überschreitet und den Charakter des persönlichen Angriffs annimmt. Da es im Interesse des sachlichen Zweckes einer wissenschaftlichen Polemik nicht wünschenswerth ist, daß diese Art des Angriffes in allgemeinem Gebrauch komme, so halte ich mich für verbunden, dagegen zu protestieren. Die wissenschaftliche Prüfung der Einwendungen des Referenten bleibt einer anderen Gelegenheit vorbehalten. | Marburg. Dr. P. Natorp. – Daß die Besprechung des Natorp’schen Werkes irgendwie die Grenzen rein wissenschaftlicher Diskussion überschritten habe, kann Ref. nicht anerkennen. Wenn die Dogmatisierung des Kantischen kritischen Gottesbegriffes „unwürdig“, also der Würde Kant’s nicht angemessen genannt worden ist, so liegt darin nichts Persönliches. Wenn ausdrücklich eine Methode (also nicht eine Person) als „anmaßlich“ bezeichnet worden ist, welche mit offen zur Schau getragener | Geringschätzung des exacten philologisch-historischen Verfahrens nicht „eine einfache Wiedergabe“, sondern eine „Umdeutung“ (Worte Natorp’s) zum Ziele hat, durch welche das Resultat der bisherigen auf kritischer Grundlage angestellten Untersuchungen „über den Haufen geworfen werden“ soll, so liegt auch darin wiederum gar nichts Persönliches. Nur übergroße Empfindlichkeit gegen sachliche Einwände kann einen persönlichen Angriff in einer Recension sehen, welche damit beginnt, den „Scharfsinn“ des Verf.’s in anerkennender Weise zu loben, und welche damit schließt, denselben ein „philosophisches Talent“ zu nennen. | Straßburg. Dr. H. Vaihinger.">[2]</a>: „Da es im Interesse des sachlichen Zweckes einer wissenschaftlichen Kritik nicht wünschenswerth ist, daß diese Art – in einer objectiven Kritik einen persönlichen Angriff zu sehen und gar Namensnennung zu verlangen – in allgemeinen Gebrauch kommt, <u>so halte auch ich mich für verbunden</u>, dagegen zu protestiren.“ <span class="ED-pb">|</span></p><p class="ED-p">Ich kann mir nun sehr gut vorstellen, daß man diesen meinen Standpunkt nicht theilt, daß man ihn als einen unrichtigen <u>verwirft</u>, aber <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-1" title="nicht – – daß ] so wörtlich&#xD;&#xA;">nicht – – daß</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-1" id="app-philological-1-ref" title="nicht – – daß ] so wörtlich">[a]</a> man ihn <u>verwerflich</u> finde.</p><p class="ED-p">Ein Freund von mir, der Sie hochachtet und den Sie hochachten, ist ganz meiner Ansicht.</p><p class="ED-p">Um aber dem Recensirten doch Gelegenheit zu geben, sich in einer wissenschaftlichen Specialschrift nicht blos gegen die Recension, sondern gegen den Recensenten zu vertheidigen, wollte ich das <u>opus operatum</u> thun, demselben meinen Namen <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="privatim mitzutheilen ] vgl. Vaihinger an Zarncke vom 25.4.1883&#xD;&#xA;">privatim mitzutheilen</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-3" id="app-editorial-3-ref" title="privatim mitzutheilen ] vgl. Vaihinger an Zarncke vom 25.4.1883">[3]</a>. Aber ich wollte nicht durch öffentliche Namensnennung früherem Recensierten Gelegenheit zu Revindicationen und Revanchen geben: denn ich bin mir bewußt, im Interesse der Wissen<span class="ED-pb">|</span>schaft und Wahrheit Lob und Tadel ausgesprochen und nach bestem Wissen und Gewissen gerecht ausgetheilt zu haben: meine Recensionen begannen eine fruchtbare Wirksamkeit auszuüben und fanden in Fachkreisen große Beachtung. Eine Palinodie wie die von <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="A. K. in No 20 ] vgl. den Beginn von A. K. (d. i. vermutlich August Krohner): Bergmann, Dr. Jul., Prof., die Grundprobleme der Logik. Berlin, 1882. Mittler &amp; Sohn. (IX, 196 S. 8.) M. 4. In: Literarisches Centralblatt, Nr. 20 vom 12.5.1883, Sp. 684–685: Den Arbeiten des Professor Bergmann hat man vorgeworfen, daß sie dem Geiste der gegenwärtigen Wissenschaft fremd seien.&#xD;&#xA;">A. K. in N</span><sup><u><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="A. K. in No 20 ] vgl. den Beginn von A. K. (d. i. vermutlich August Krohner): Bergmann, Dr. Jul., Prof., die Grundprobleme der Logik. Berlin, 1882. Mittler &amp; Sohn. (IX, 196 S. 8.) M. 4. In: Literarisches Centralblatt, Nr. 20 vom 12.5.1883, Sp. 684–685: Den Arbeiten des Professor Bergmann hat man vorgeworfen, daß sie dem Geiste der gegenwärtigen Wissenschaft fremd seien.&#xD;&#xA;">o</span></u></sup><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="A. K. in No 20 ] vgl. den Beginn von A. K. (d. i. vermutlich August Krohner): Bergmann, Dr. Jul., Prof., die Grundprobleme der Logik. Berlin, 1882. Mittler &amp; Sohn. (IX, 196 S. 8.) M. 4. In: Literarisches Centralblatt, Nr. 20 vom 12.5.1883, Sp. 684–685: Den Arbeiten des Professor Bergmann hat man vorgeworfen, daß sie dem Geiste der gegenwärtigen Wissenschaft fremd seien.&#xD;&#xA;"> 20</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-4" id="app-editorial-4-ref" title="A. K. in No 20 ] vgl. den Beginn von A. K. (d. i. vermutlich August Krohner): Bergmann, Dr. Jul., Prof., die Grundprobleme der Logik. Berlin, 1882. Mittler &amp; Sohn. (IX, 196 S. 8.) M. 4. In: Literarisches Centralblatt, Nr. 20 vom 12.5.1883, Sp. 684–685: Den Arbeiten des Professor Bergmann hat man vorgeworfen, daß sie dem Geiste der gegenwärtigen Wissenschaft fremd seien.">[4]</a> d<span class="ED-add">[es]</span> J<span class="ED-add">[ahres]</span> gegen <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-5" title="meine Recension in No 47 vom Jahre 1881 ] vgl. den Beginn von Vaihinger (ungezeichnet): Bergmann, Dr. Jul., Prof., Sein u. Erkennen. Eine fundamental-philosophische Untersuchung. Berlin, 1880. Mittler &amp; Sohn. (IV, 191 S. gr. 8.) M. 4. In: Literarisches Centralblatt, Nr. 47 vom 19.11.1881, Sp. 1601–1690: Trüge dieses Buch nicht die Jahreszahl 1880 und wäre nicht ein einziges Mal (S. 69) Mill erwähnt, so könnte diese Abhandlung ebenso gut oder viel eher aus dem Anfang des Jahrhunderts stammen, als aus der unmittelbaren Gegenwart.&#xD;&#xA;">meine Recension in N</span><sup><u><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-5" title="meine Recension in No 47 vom Jahre 1881 ] vgl. den Beginn von Vaihinger (ungezeichnet): Bergmann, Dr. Jul., Prof., Sein u. Erkennen. Eine fundamental-philosophische Untersuchung. Berlin, 1880. Mittler &amp; Sohn. (IV, 191 S. gr. 8.) M. 4. In: Literarisches Centralblatt, Nr. 47 vom 19.11.1881, Sp. 1601–1690: Trüge dieses Buch nicht die Jahreszahl 1880 und wäre nicht ein einziges Mal (S. 69) Mill erwähnt, so könnte diese Abhandlung ebenso gut oder viel eher aus dem Anfang des Jahrhunderts stammen, als aus der unmittelbaren Gegenwart.&#xD;&#xA;">o</span></u></sup><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-5" title="meine Recension in No 47 vom Jahre 1881 ] vgl. den Beginn von Vaihinger (ungezeichnet): Bergmann, Dr. Jul., Prof., Sein u. Erkennen. Eine fundamental-philosophische Untersuchung. Berlin, 1880. Mittler &amp; Sohn. (IV, 191 S. gr. 8.) M. 4. In: Literarisches Centralblatt, Nr. 47 vom 19.11.1881, Sp. 1601–1690: Trüge dieses Buch nicht die Jahreszahl 1880 und wäre nicht ein einziges Mal (S. 69) Mill erwähnt, so könnte diese Abhandlung ebenso gut oder viel eher aus dem Anfang des Jahrhunderts stammen, als aus der unmittelbaren Gegenwart.&#xD;&#xA;"> 47 vom Jahre 1881</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-5" id="app-editorial-5-ref" title="meine Recension in No 47 vom Jahre 1881 ] vgl. den Beginn von Vaihinger (ungezeichnet): Bergmann, Dr. Jul., Prof., Sein u. Erkennen. Eine fundamental-philosophische Untersuchung. Berlin, 1880. Mittler &amp; Sohn. (IV, 191 S. gr. 8.) M. 4. In: Literarisches Centralblatt, Nr. 47 vom 19.11.1881, Sp. 1601–1690: Trüge dieses Buch nicht die Jahreszahl 1880 und wäre nicht ein einziges Mal (S. 69) Mill erwähnt, so könnte diese Abhandlung ebenso gut oder viel eher aus dem Anfang des Jahrhunderts stammen, als aus der unmittelbaren Gegenwart.">[5]</a>, (welche der Recensirte selbst in seiner Vorrede zu seinem neuen Werk als <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-6" title="„liebenswürdig“ ] vgl. die ausführliche Auseinandersetzung mit Vaihingers Rezension in: Julius Bergmann: Die Grundprobleme der Logik. Berlin: Mittler und Sohn 1882, S. III–VIII, Zitat auf S. VIII.&#xD;&#xA;">„liebenswürdig“</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-6" id="app-editorial-6-ref" title="„liebenswürdig“ ] vgl. die ausführliche Auseinandersetzung mit Vaihingers Rezension in: Julius Bergmann: Die Grundprobleme der Logik. Berlin: Mittler und Sohn 1882, S. III–VIII, Zitat auf S. VIII.">[6]</a> anerkannte) kann ich nicht im Interesse der Sache und des Blattes gegründet finden.</p><p class="ED-p">Das <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-7" title="wörtliche Concept meines Briefes ] nicht überliefert&#xD;&#xA;">wörtliche Concept meines Briefes</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-7" id="app-editorial-7-ref" title="wörtliche Concept meines Briefes ] nicht überliefert">[7]</a> an Herrn D<sup>r</sup> <span class="ED-name">Natorp</span>, den ich <u>nach</u> Erscheinen der Erwiderung am 29.IV. abgesendet <u>habe</u>, bitte ich zu meinen Briefen als Vervollständigung legen zu wollen.</p><p class="ED-p">Ich sende zugleich an die Expedition den Rest der Recensenda zurück, mit Ausnahme derjenigen, welche ich schon mit Notizen <abbr title="und so weiter" class="ED-abbr">u. s. w.</abbr> versehen habe: diese lasse ich auf mein Conto schreiben.</p><p class="ED-p">Genehmigen Sie den Ausdruck vollkommener Verehrung von Ihrem aufrichtig ergebensten</p><p class="ED-signed">H. Vaihinger</p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar zum Textbefund</h2><div class="ED-app-philological" id="app-philological-1"><span class="ED-app-num">a</span><a href="#app-philological-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">nicht – – daß</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>so wörtlich</div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Ihren Brief vom 25. April</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>nicht überliefert; im Zusammenhang der Auseinandersetzung zwischen <span class="ED-name">Friedrich Zarncke</span> und Vaihinger über eine Rezension eines Werkes von <span class="ED-name">Natorp</span>, <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> die vorangegangenen Schreiben Vaihingers an Zarncke.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">mit den Worten geschlossen zu haben</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Natorp und Vaihinger in: Literarisches Centralblatt, <abbr title="Nummer" class="ED-abbr">Nr.</abbr> 18 vom 28.4.1883, <abbr title="Spalte" class="ED-abbr">Sp.</abbr> 627–638: <span class="ED-rdg">Erwiderung. | Der laufende Jahrg. Nr. 10 des Bl. enthält eine Besprechung meines Buches über Descartes’ Erkenntnistheorie, welche, durch den Gebrauch von Ausdrücken wie „unwürdig“, „Anmaßlichkeit“, die Grenzen sachlicher Erörterung überschreitet und den Charakter des persönlichen Angriffs annimmt. Da es im Interesse des sachlichen Zweckes einer wissenschaftlichen Polemik nicht wünschenswerth ist, daß diese Art des Angriffes in allgemeinem Gebrauch komme, so halte ich mich für verbunden, dagegen zu protestieren. Die wissenschaftliche Prüfung der Einwendungen des Referenten bleibt einer anderen Gelegenheit vorbehalten. | Marburg. Dr. P. Natorp. – Daß die Besprechung des Natorp’schen Werkes irgendwie die Grenzen rein wissenschaftlicher Diskussion überschritten habe, kann Ref. nicht anerkennen. Wenn die Dogmatisierung des Kantischen kritischen Gottesbegriffes „unwürdig“, also der Würde Kant’s nicht angemessen genannt worden ist, so liegt darin nichts Persönliches. Wenn ausdrücklich eine Methode (also nicht eine Person) als „anmaßlich“ bezeichnet worden ist, welche mit offen zur Schau getragener | Geringschätzung des exacten philologisch-historischen Verfahrens nicht „eine einfache Wiedergabe“, sondern eine „Umdeutung“ (Worte Natorp’s) zum Ziele hat, durch welche das Resultat der bisherigen auf kritischer Grundlage angestellten Untersuchungen „über den Haufen geworfen werden“ soll, so liegt auch darin wiederum gar nichts Persönliches. Nur übergroße Empfindlichkeit gegen sachliche Einwände kann einen persönlichen Angriff in einer Recension sehen, welche damit beginnt, den „Scharfsinn“ des Verf.’s in anerkennender Weise zu loben, und welche damit schließt, denselben ein „philosophisches Talent“ zu nennen. | Straßburg. Dr. H. Vaihinger.</span></div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-3"><span class="ED-app-num">3</span><a href="#app-editorial-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">privatim mitzutheilen</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Vaihinger an Zarncke vom 25.4.1883</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-4"><span class="ED-app-num">4</span><a href="#app-editorial-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">A. K. in N<sup><u>o</u></sup> 20</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> den Beginn von A. K. (<abbr title="das ist" class="ED-abbr">d. i.</abbr> vermutlich <span class="ED-name">August Krohner</span>): Bergmann, Dr. Jul., Prof., die Grundprobleme der Logik. Berlin, 1882. Mittler &amp; Sohn. (IX, 196 S. 8.) M. 4. In: Literarisches Centralblatt, <abbr title="Nummer" class="ED-abbr">Nr.</abbr> 20 vom 12.5.1883, <abbr title="Spalte" class="ED-abbr">Sp.</abbr> 684–685: <span class="ED-rdg">Den Arbeiten des Professor Bergmann hat man vorgeworfen, daß sie dem Geiste der gegenwärtigen Wissenschaft fremd seien.</span></div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-5"><span class="ED-app-num">5</span><a href="#app-editorial-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">meine Recension in N<sup><u>o</u></sup> 47 vom Jahre 1881</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> den Beginn von Vaihinger (ungezeichnet): Bergmann, Dr. Jul., Prof., Sein u. Erkennen. Eine fundamental-philosophische Untersuchung. Berlin, 1880. Mittler &amp; Sohn. (IV, 191 S. gr. 8.) M. 4. In: Literarisches Centralblatt, <abbr title="Nummer" class="ED-abbr">Nr.</abbr> 47 vom 19.11.1881, <abbr title="Spalte" class="ED-abbr">Sp.</abbr> 1601–1690: <span class="ED-rdg">Trüge dieses Buch nicht die Jahreszahl 1880 und wäre nicht ein einziges Mal (S. 69) Mill erwähnt, so könnte diese Abhandlung ebenso gut oder viel eher aus dem Anfang des Jahrhunderts stammen, als aus der unmittelbaren Gegenwart.</span></div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-6"><span class="ED-app-num">6</span><a href="#app-editorial-6-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">„liebenswürdig“</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> die ausführliche Auseinandersetzung mit Vaihingers Rezension in: Julius Bergmann: Die Grundprobleme der Logik. Berlin: Mittler und Sohn 1882, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> III–VIII, Zitat auf <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> VIII.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-7"><span class="ED-app-num">7</span><a href="#app-editorial-7-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">wörtliche Concept meines Briefes</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>nicht überliefert</div></div></body></html>