<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Vaihinger an Alois Riehl, Straßburg, 22.5.1883, 4 S., hs., Briefentwurf, Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXI, 8 h, Nr. 4</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000275-4"/><style type="text/css">
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(zur Verzeichnung an der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen): [An Riehl]">[a]</a><span class="ED-add">[aßburg]</span> 22.V.83.</p><p class="Normal">Verehrtester Herr Professor!</p><p class="ED-p">Erst heute komme ich im Drange der Arbeit und des Lebens dazu, Ihnen für Ihre freundliche Aufnahme während meines <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-1" title="Aufenthaltes in Freiburg ] nicht näher ermittelt&#xD;&#xA;">Aufenthaltes in Freiburg</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-1" id="app-editorial-1-ref" title="Aufenthaltes in Freiburg ] nicht näher ermittelt">[1]</a> meinen herzlichsten Dank auszusprechen. Der Umgang mit Ihnen war in mehrfacher Hinsicht sehr belehrend und werthvoll; und die schönen mit Ihnen verlebten Stunden werde ich zu den angenehmsten dieser Art zählen.</p><p class="ED-p">Ich nehme mir zugleich die Freiheit, Ihnen die <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="Abhandlung über Arnoldt–Erdmann ] vgl. Vaihinger: Die Erdmann-Arnoldt’sche Kontroverse über Kant’s Prolegomena. In: Philosophische Monatshefte 16 (1880), S. 44–71, dazu ein Nachtrag. In: Dass., S. 209.&#xD;&#xA;">Abhandlung über </span><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2 app-philological-2" title="Abhandlung über Arnoldt–Erdmann ] vgl. Vaihinger: Die Erdmann-Arnoldt’sche Kontroverse über Kant’s Prolegomena. In: Philosophische Monatshefte 16 (1880), S. 44–71, dazu ein Nachtrag. In: Dass., S. 209.&#xD;&#xA;&#xD;&#xA;Arnoldt ] Arnold&#xD;&#xA;">Arnoldt</span></span><span class="ED-name"><a class="ED-anchor" href="#app-philological-2" id="app-philological-2-ref" title="Arnoldt ] Arnold">[b]</a></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="Abhandlung über Arnoldt–Erdmann ] vgl. Vaihinger: Die Erdmann-Arnoldt’sche Kontroverse über Kant’s Prolegomena. In: Philosophische Monatshefte 16 (1880), S. 44–71, dazu ein Nachtrag. In: Dass., S. 209.&#xD;&#xA;">–</span><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="Abhandlung über Arnoldt–Erdmann ] vgl. Vaihinger: Die Erdmann-Arnoldt’sche Kontroverse über Kant’s Prolegomena. In: Philosophische Monatshefte 16 (1880), S. 44–71, dazu ein Nachtrag. In: Dass., S. 209.&#xD;&#xA;">Erdmann</span></span><span class="ED-name"><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="Abhandlung über Arnoldt–Erdmann ] vgl. Vaihinger: Die Erdmann-Arnoldt’sche Kontroverse über Kant’s Prolegomena. In: Philosophische Monatshefte 16 (1880), S. 44–71, dazu ein Nachtrag. In: Dass., S. 209.">[2]</a></span> zu senden, deren Entstehung und Resultat ich Ihnen mitzu<span class="ED-pb">|</span>theilen Gelegenheit hatte. Ich lege noch einige Kleinigkeiten aus älterer Zeit bei. Die <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="Anzeige des Laasschen Werkes ] nicht zweifelsfrei ermittelt; womöglich in einer Tageszeitung. Die für 1880 ermittelten Besprechungen des ersten Teils von Ernst Laas: Idealismus und Positivismus (1879) in Zeitschriften, für die Vaihinger regelmäßiger rezensierte, stammen sämtliche nicht von Vaihinger: Literarisches Centralblatt (Georg von Gizycki), Vierteljahrschrift für wissenschaftliche Philosophie (Moritz Heinze), Deutsche Litteraturzeitung (Alois Riehl selbst). In Philosophische Monatshefte erschien 1880 keine Besprechung des Werkes. Die einzige Rezension über Laas’ Werk, die Vaihinger zugeschrieben werden kann (gezeichnet ***): Der Positivismus in Deutschland: Ernst Laas [Besprechung von Laas: Idealismus und Positivismus. Eine kritische Auseinandersetzung. 2 Teile 1879 u. 1882]. In: Kosmos 6 (1882/1883), Band 12 von Oktober 1882–März 1883, S. 364–369 (Heft ausgegeben am 25.2.1883), vgl. Bartholomäus von Carneri an Vaihinger vom 20.4.1883. – In: Zeitschrift für Philosophie und philosophische Kritik 76 (1880) erschien nach S. 192 zu Ende des 1. Heftes folgende doppelseitige Verlagsanzeige (das Zeichen | markiert hier Absatz): Verlag der Weidmannschen Buchhandlung in Berlin. | Idealismus und Positivismus. | Eine kritische Auseinandersetzung | von | Ernst Laas. | Erster, allgemeiner und grundlegender Theil. | (IV u. 275 S.) gr. 8. geh. 1879. 6 Mark. | Von der Voraussetzung ausgehend, dass die Geschichte der Philosophie keinen fundamentaleren Gegensatz aufzuweisen hat, als den zwischen Platons und seiner antiken und modernen Nachfolger sogenanntem Idealismus und dem Widerspiel desselben – für welches wohl am besten der Terminus Positivismus verwerthet werden kann – verfolgt der Autor diesen Gegensatz in die hervorragendsten und wissenschaftlich wichtigsten Verzweigungen und Fortbildungen: mögen sie die spiritualistische, absolutistische oder rationalistische Seite des Platonismus betreffen. Die Absicht ist, die Standpunkte sowohl prinzipiell und im Allgemeinen, wie auf dem Gebiete der Ethik und Wissenschaftstheorie sich auseinandersetzen zu lassen. Der Verfasser ist überzeugt: Einerseits, dass, je mehr man die zu Gunsten des Platonismus vorgebrachten Argumente und die hinter diesen treibenden Gefühle und Bedürfnisse auseinanderlegt und prüft, derselbe immer deutlicher als ein zwar psychologisch sehr wohl begreifliches und dem menschlichen Gemüthe auch jetzt noch in hohem Grade [Seitenwechsel] sympathisches Gebilde hervortritt, dass er in seinen typischen Hauptzügen aber schlechterdings der wissenschaftlichen Begründbarkeit ermangelt, ja mit Rücksicht auf gewisse praktische Folgen, die durch ihn zur Erscheinung gekommen sind, sogar als culturgefährlich bezeichnet werden muss. Andererseits, dass kein wissenschaftlich stichhaltiger Grund aufgefunden werden kann, der nöthigte, den sensualistischen und relativistischen Boden des Positivismus zu verlassen, dass insonderheit keines der dem gebildeten Menschengeiste werthvollen und unentbehrlichen Ideale gefährdet wird, wenn man die platonisch-romantische Flucht in ein vorgeblich „höheres“, unerfahrbares Sein von sich fern hält. | Die Arbeit ist auf drei Bände angelegt. Während dem zweiten und dritten die Aufgabe zugetheilt ist, die kritische Auseinandersetzung zwischen den beiderseitigen Prinzipien in das Gebiet der [gesperrt:] Ethik und Wissenschaftslehre [Sperrung Ende] zu verfolgen, behandelt der vorliegende erste Band unter Anknüpfung an Platons Theaetet und die in diesem Dialog an den sensualistischen, heraklitisirenden und relativistischen Lehren, welche daselbst unter dem Namen des Protagoras gehen, geübte Kritik [gesperrt:] die allgemeinen und prinzipiellen Charakterzüge des Gegensatzes. [Sperrung Ende] Unter den Platonikern – auch die es nur partiell sind, wurden berücksichtigt – kommen in erster Linie Aristoteles und Kant zur Besprechung; nächst ihnen Descartes, Leibnitz [!], Fichte, Schelling, Hegel, Herbart, Cousin, Hamilton u. A. Die philologisch-historischen Fragen, welche auf dem Wege liegen, wie z. B. die, inwieweit die Lehren, welche Platon bekämpft, wirklich protagoreischen Ursprungs seien, werden nur soweit erörtert, als es der philosophischen Aufgabe dienlich zu sein schien.&#xD;&#xA;">Anzeige des </span><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="Anzeige des Laasschen Werkes ] nicht zweifelsfrei ermittelt; womöglich in einer Tageszeitung. Die für 1880 ermittelten Besprechungen des ersten Teils von Ernst Laas: Idealismus und Positivismus (1879) in Zeitschriften, für die Vaihinger regelmäßiger rezensierte, stammen sämtliche nicht von Vaihinger: Literarisches Centralblatt (Georg von Gizycki), Vierteljahrschrift für wissenschaftliche Philosophie (Moritz Heinze), Deutsche Litteraturzeitung (Alois Riehl selbst). In Philosophische Monatshefte erschien 1880 keine Besprechung des Werkes. Die einzige Rezension über Laas’ Werk, die Vaihinger zugeschrieben werden kann (gezeichnet ***): Der Positivismus in Deutschland: Ernst Laas [Besprechung von Laas: Idealismus und Positivismus. Eine kritische Auseinandersetzung. 2 Teile 1879 u. 1882]. In: Kosmos 6 (1882/1883), Band 12 von Oktober 1882–März 1883, S. 364–369 (Heft ausgegeben am 25.2.1883), vgl. Bartholomäus von Carneri an Vaihinger vom 20.4.1883. – In: Zeitschrift für Philosophie und philosophische Kritik 76 (1880) erschien nach S. 192 zu Ende des 1. Heftes folgende doppelseitige Verlagsanzeige (das Zeichen | markiert hier Absatz): Verlag der Weidmannschen Buchhandlung in Berlin. | Idealismus und Positivismus. | Eine kritische Auseinandersetzung | von | Ernst Laas. | Erster, allgemeiner und grundlegender Theil. | (IV u. 275 S.) gr. 8. geh. 1879. 6 Mark. | Von der Voraussetzung ausgehend, dass die Geschichte der Philosophie keinen fundamentaleren Gegensatz aufzuweisen hat, als den zwischen Platons und seiner antiken und modernen Nachfolger sogenanntem Idealismus und dem Widerspiel desselben – für welches wohl am besten der Terminus Positivismus verwerthet werden kann – verfolgt der Autor diesen Gegensatz in die hervorragendsten und wissenschaftlich wichtigsten Verzweigungen und Fortbildungen: mögen sie die spiritualistische, absolutistische oder rationalistische Seite des Platonismus betreffen. Die Absicht ist, die Standpunkte sowohl prinzipiell und im Allgemeinen, wie auf dem Gebiete der Ethik und Wissenschaftstheorie sich auseinandersetzen zu lassen. Der Verfasser ist überzeugt: Einerseits, dass, je mehr man die zu Gunsten des Platonismus vorgebrachten Argumente und die hinter diesen treibenden Gefühle und Bedürfnisse auseinanderlegt und prüft, derselbe immer deutlicher als ein zwar psychologisch sehr wohl begreifliches und dem menschlichen Gemüthe auch jetzt noch in hohem Grade [Seitenwechsel] sympathisches Gebilde hervortritt, dass er in seinen typischen Hauptzügen aber schlechterdings der wissenschaftlichen Begründbarkeit ermangelt, ja mit Rücksicht auf gewisse praktische Folgen, die durch ihn zur Erscheinung gekommen sind, sogar als culturgefährlich bezeichnet werden muss. Andererseits, dass kein wissenschaftlich stichhaltiger Grund aufgefunden werden kann, der nöthigte, den sensualistischen und relativistischen Boden des Positivismus zu verlassen, dass insonderheit keines der dem gebildeten Menschengeiste werthvollen und unentbehrlichen Ideale gefährdet wird, wenn man die platonisch-romantische Flucht in ein vorgeblich „höheres“, unerfahrbares Sein von sich fern hält. | Die Arbeit ist auf drei Bände angelegt. Während dem zweiten und dritten die Aufgabe zugetheilt ist, die kritische Auseinandersetzung zwischen den beiderseitigen Prinzipien in das Gebiet der [gesperrt:] Ethik und Wissenschaftslehre [Sperrung Ende] zu verfolgen, behandelt der vorliegende erste Band unter Anknüpfung an Platons Theaetet und die in diesem Dialog an den sensualistischen, heraklitisirenden und relativistischen Lehren, welche daselbst unter dem Namen des Protagoras gehen, geübte Kritik [gesperrt:] die allgemeinen und prinzipiellen Charakterzüge des Gegensatzes. [Sperrung Ende] Unter den Platonikern – auch die es nur partiell sind, wurden berücksichtigt – kommen in erster Linie Aristoteles und Kant zur Besprechung; nächst ihnen Descartes, Leibnitz [!], Fichte, Schelling, Hegel, Herbart, Cousin, Hamilton u. A. Die philologisch-historischen Fragen, welche auf dem Wege liegen, wie z. B. die, inwieweit die Lehren, welche Platon bekämpft, wirklich protagoreischen Ursprungs seien, werden nur soweit erörtert, als es der philosophischen Aufgabe dienlich zu sein schien.&#xD;&#xA;">Laas</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="Anzeige des Laasschen Werkes ] nicht zweifelsfrei ermittelt; womöglich in einer Tageszeitung. Die für 1880 ermittelten Besprechungen des ersten Teils von Ernst Laas: Idealismus und Positivismus (1879) in Zeitschriften, für die Vaihinger regelmäßiger rezensierte, stammen sämtliche nicht von Vaihinger: Literarisches Centralblatt (Georg von Gizycki), Vierteljahrschrift für wissenschaftliche Philosophie (Moritz Heinze), Deutsche Litteraturzeitung (Alois Riehl selbst). In Philosophische Monatshefte erschien 1880 keine Besprechung des Werkes. Die einzige Rezension über Laas’ Werk, die Vaihinger zugeschrieben werden kann (gezeichnet ***): Der Positivismus in Deutschland: Ernst Laas [Besprechung von Laas: Idealismus und Positivismus. Eine kritische Auseinandersetzung. 2 Teile 1879 u. 1882]. In: Kosmos 6 (1882/1883), Band 12 von Oktober 1882–März 1883, S. 364–369 (Heft ausgegeben am 25.2.1883), vgl. Bartholomäus von Carneri an Vaihinger vom 20.4.1883. – In: Zeitschrift für Philosophie und philosophische Kritik 76 (1880) erschien nach S. 192 zu Ende des 1. Heftes folgende doppelseitige Verlagsanzeige (das Zeichen | markiert hier Absatz): Verlag der Weidmannschen Buchhandlung in Berlin. | Idealismus und Positivismus. | Eine kritische Auseinandersetzung | von | Ernst Laas. | Erster, allgemeiner und grundlegender Theil. | (IV u. 275 S.) gr. 8. geh. 1879. 6 Mark. | Von der Voraussetzung ausgehend, dass die Geschichte der Philosophie keinen fundamentaleren Gegensatz aufzuweisen hat, als den zwischen Platons und seiner antiken und modernen Nachfolger sogenanntem Idealismus und dem Widerspiel desselben – für welches wohl am besten der Terminus Positivismus verwerthet werden kann – verfolgt der Autor diesen Gegensatz in die hervorragendsten und wissenschaftlich wichtigsten Verzweigungen und Fortbildungen: mögen sie die spiritualistische, absolutistische oder rationalistische Seite des Platonismus betreffen. Die Absicht ist, die Standpunkte sowohl prinzipiell und im Allgemeinen, wie auf dem Gebiete der Ethik und Wissenschaftstheorie sich auseinandersetzen zu lassen. Der Verfasser ist überzeugt: Einerseits, dass, je mehr man die zu Gunsten des Platonismus vorgebrachten Argumente und die hinter diesen treibenden Gefühle und Bedürfnisse auseinanderlegt und prüft, derselbe immer deutlicher als ein zwar psychologisch sehr wohl begreifliches und dem menschlichen Gemüthe auch jetzt noch in hohem Grade [Seitenwechsel] sympathisches Gebilde hervortritt, dass er in seinen typischen Hauptzügen aber schlechterdings der wissenschaftlichen Begründbarkeit ermangelt, ja mit Rücksicht auf gewisse praktische Folgen, die durch ihn zur Erscheinung gekommen sind, sogar als culturgefährlich bezeichnet werden muss. Andererseits, dass kein wissenschaftlich stichhaltiger Grund aufgefunden werden kann, der nöthigte, den sensualistischen und relativistischen Boden des Positivismus zu verlassen, dass insonderheit keines der dem gebildeten Menschengeiste werthvollen und unentbehrlichen Ideale gefährdet wird, wenn man die platonisch-romantische Flucht in ein vorgeblich „höheres“, unerfahrbares Sein von sich fern hält. | Die Arbeit ist auf drei Bände angelegt. Während dem zweiten und dritten die Aufgabe zugetheilt ist, die kritische Auseinandersetzung zwischen den beiderseitigen Prinzipien in das Gebiet der [gesperrt:] Ethik und Wissenschaftslehre [Sperrung Ende] zu verfolgen, behandelt der vorliegende erste Band unter Anknüpfung an Platons Theaetet und die in diesem Dialog an den sensualistischen, heraklitisirenden und relativistischen Lehren, welche daselbst unter dem Namen des Protagoras gehen, geübte Kritik [gesperrt:] die allgemeinen und prinzipiellen Charakterzüge des Gegensatzes. [Sperrung Ende] Unter den Platonikern – auch die es nur partiell sind, wurden berücksichtigt – kommen in erster Linie Aristoteles und Kant zur Besprechung; nächst ihnen Descartes, Leibnitz [!], Fichte, Schelling, Hegel, Herbart, Cousin, Hamilton u. A. Die philologisch-historischen Fragen, welche auf dem Wege liegen, wie z. B. die, inwieweit die Lehren, welche Platon bekämpft, wirklich protagoreischen Ursprungs seien, werden nur soweit erörtert, als es der philosophischen Aufgabe dienlich zu sein schien.&#xD;&#xA;">schen Werkes</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-3" id="app-editorial-3-ref" title="Anzeige des Laasschen Werkes ] nicht zweifelsfrei ermittelt; womöglich in einer Tageszeitung. 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Bartholomäus von Carneri an Vaihinger vom 20.4.1883. – In: Zeitschrift für Philosophie und philosophische Kritik 76 (1880) erschien nach S. 192 zu Ende des 1. Heftes folgende doppelseitige Verlagsanzeige (das Zeichen | markiert hier Absatz): Verlag der Weidmannschen Buchhandlung in Berlin. | Idealismus und Positivismus. | Eine kritische Auseinandersetzung | von | Ernst Laas. | Erster, allgemeiner und grundlegender Theil. | (IV u. 275 S.) gr. 8. geh. 1879. 6 Mark. | Von der Voraussetzung ausgehend, dass die Geschichte der Philosophie keinen fundamentaleren Gegensatz aufzuweisen hat, als den zwischen Platons und seiner antiken und modernen Nachfolger sogenanntem Idealismus und dem Widerspiel desselben – für welches wohl am besten der Terminus Positivismus verwerthet werden kann – verfolgt der Autor diesen Gegensatz in die hervorragendsten und wissenschaftlich wichtigsten Verzweigungen und Fortbildungen: mögen sie die spiritualistische, absolutistische oder rationalistische Seite des Platonismus betreffen. 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[Sperrung Ende] Unter den Platonikern – auch die es nur partiell sind, wurden berücksichtigt – kommen in erster Linie Aristoteles und Kant zur Besprechung; nächst ihnen Descartes, Leibnitz [!], Fichte, Schelling, Hegel, Herbart, Cousin, Hamilton u. A. Die philologisch-historischen Fragen, welche auf dem Wege liegen, wie z. B. die, inwieweit die Lehren, welche Platon bekämpft, wirklich protagoreischen Ursprungs seien, werden nur soweit erörtert, als es der philosophischen Aufgabe dienlich zu sein schien.">[3]</a> ist im Jahre 1880 erschienen, 1879 geschrieben, als ich die <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="Fortsetzung Ihres Werkes ] vgl. Riehl: Der philosophische Kriticismus und seine Bedeutung für die positive Wissenschaft. 2 Bde. (in 3 Teilen) Leipzig: Wilhelm Engelmann 1876, 1879 u. 1887. Bd. 1: Geschichte und Methode des philosophischen Kriticismus. Bd. 2,1: Die sinnnlichen und logischen Grundlagen der Erkenntniss. Bd. 2,2: Zur Wissenschaftstheorie und Metaphysik.&#xD;&#xA;">Fortsetzung Ihres Werkes</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-4" id="app-editorial-4-ref" title="Fortsetzung Ihres Werkes ] vgl. Riehl: Der philosophische Kriticismus und seine Bedeutung für die positive Wissenschaft. 2 Bde. (in 3 Teilen) Leipzig: Wilhelm Engelmann 1876, 1879 u. 1887. Bd. 1: Geschichte und Methode des philosophischen Kriticismus. Bd. 2,1: Die sinnnlichen und logischen Grundlagen der Erkenntniss. Bd. 2,2: Zur Wissenschaftstheorie und Metaphysik.">[4]</a> noch nicht in den Händen hatte; sonst hätte ich am Schlusse der Anzeige nicht sagen können, daß das <span class="ED-name">Laas</span>sche Werk das Einzige sei, das den deutschen Positivismus vertrete, den Sie in dem systematischen Theil Ihres <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-3" title="großen ] großes&#xD;&#xA;">großen</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-3" id="app-philological-3-ref" title="großen ] großes">[c]</a> Werkes nun auch in durchaus selbständig gedachter Weise darstellen.</p><p class="ED-p">Wenn ich von meinen eigenen bescheidenen Versuchen nach diesen beiden Standardwerken reden darf, so möchte ich zu sagen wagen, daß ich die <u>positive, die kritische Methode</u> <span class="ED-pb">|</span> auch auf die <u>Auslegung</u> <span class="ED-name">Kant</span>s anzuwenden den Anfang gemacht habe. Daß diese Methode nicht unmittelbar systematische Arbeit ist, schließt sie noch <u>nicht</u> von den Aufgaben aus, welche schließlich doch die <u>Philosophie</u> zu bearbeiten hat, und auch die so leicht mißverständliche Bezeichnung der <span class="ED-name">Kant</span>„<u>philologie</u>“ darf nicht anders ausgelegt werden als so: <span class="ED-name">Kant</span> muß mit derselben Treue und Gewissenhaftigkeit erklärt werden, wie etwa <span class="ED-name">Plato</span> und <span class="ED-name">Aristoteles</span> durch <span class="ED-name">Zeller</span> und <span class="ED-name">Bonitz</span>, durch deren exacte Methode <abbr title="zum Beispiel" class="ED-abbr">z. B.</abbr> <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-5" title="Steinharts enthusiastische Behandlung ] die Rede ist von dem klassischen Philologen Karl Steinhart (1801–1872), zunächst im Schuldienst, seit 1866 ordentlicher Honorarprofessor an der Universität Halle-Wittenberg (https://www.catalogus-professorum-halensis.de/steinhartkarl.html (7.8.2024)). Plotinforscher, vgl. ADB: Seine Studien hatten sich anfangs besonders der neuplatonischen Philosophie zugewendet […]. Später wandte er sich mehr Platon selbst zu: 1843 erschienen die „Prolegomena ad Philebum“ und dann von 1850–1866 die Einleitungen zu den sämmtlichen platonischen Dialogen, welche der Uebersetzung von Hieronymus Müller […] beigegeben sind (Richard Hoche in: Allgemeine Deutsche Biographie 35 (1893), S. 711–712).&#xD;&#xA;">Steinhart</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-5" title="Steinharts enthusiastische Behandlung ] die Rede ist von dem klassischen Philologen Karl Steinhart (1801–1872), zunächst im Schuldienst, seit 1866 ordentlicher Honorarprofessor an der Universität Halle-Wittenberg (https://www.catalogus-professorum-halensis.de/steinhartkarl.html (7.8.2024)). Plotinforscher, vgl. ADB: Seine Studien hatten sich anfangs besonders der neuplatonischen Philosophie zugewendet […]. Später wandte er sich mehr Platon selbst zu: 1843 erschienen die „Prolegomena ad Philebum“ und dann von 1850–1866 die Einleitungen zu den sämmtlichen platonischen Dialogen, welche der Uebersetzung von Hieronymus Müller […] beigegeben sind (Richard Hoche in: Allgemeine Deutsche Biographie 35 (1893), S. 711–712).&#xD;&#xA;">s enthusiastische Behandlung</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-5" id="app-editorial-5-ref" title="Steinharts enthusiastische Behandlung ] die Rede ist von dem klassischen Philologen Karl Steinhart (1801–1872), zunächst im Schuldienst, seit 1866 ordentlicher Honorarprofessor an der Universität Halle-Wittenberg (https://www.catalogus-professorum-halensis.de/steinhartkarl.html (7.8.2024)). Plotinforscher, vgl. ADB: Seine Studien hatten sich anfangs besonders der neuplatonischen Philosophie zugewendet […]. Später wandte er sich mehr Platon selbst zu: 1843 erschienen die „Prolegomena ad Philebum“ und dann von 1850–1866 die Einleitungen zu den sämmtlichen platonischen Dialogen, welche der Uebersetzung von Hieronymus Müller […] beigegeben sind (Richard Hoche in: Allgemeine Deutsche Biographie 35 (1893), S. 711–712).">[5]</a> abgelöst wurde. Dieselbe Forderung gilt auch für <span class="ED-name">Cartesius</span> und <span class="ED-name">Spinoza</span> <abbr title="und so weiter" class="ED-abbr">u. s. w.</abbr> und ist auch bei diesen schon mehr im Schwang als bei <span class="ED-name">Kant</span>. Daß diese Methode nicht blos geduldet, <span class="ED-pb">|</span> auch nicht blos berechtigt, sondern jetzt <u>nothwendig gefordert</u> sei, dies erkennen <abbr title="zum Beispiel" class="ED-abbr">z. B.</abbr> <span class="ED-name">Zeller</span>, <span class="ED-name">Wundt</span> und <span class="ED-name">Sigwart</span> rückhaltslos an. Daß sie auf wichtige, nicht blos nebensächliche Resultate führt (<abbr title="zum Beispiel" class="ED-abbr">z. B.</abbr> Causalitätsfrage, Verhältnis zu <span class="ED-name">Hume</span>, Methode <span class="ED-name">Kant</span>s) glaube ich allerdings evident gezeigt zu haben. Gewissenhafte Treue und ein unsäglich mühevoller Fleiß im Einzelnen schließt auch den Blick fürs Ganze keineswegs aus: und der Historiker ist noch nicht ohne Weiteres zu aller systematischen Production verdorben.</p><p class="ED-p">Bitte empfehlen Sie mich Ihren Herrn Collegen, die ich kennen lernte, insbes<span class="ED-add">[ondere]</span> <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-6" title="Herrn Professor Paul ] den Sprachwissenschaftler Hermann Paul (1846–1921), 1874 ao. Prof. in Freiburg, 1877–1893 o. Prof., danach in München (NDB).&#xD;&#xA;">Herrn Professor </span><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-6" title="Herrn Professor Paul ] den Sprachwissenschaftler Hermann Paul (1846–1921), 1874 ao. Prof. in Freiburg, 1877–1893 o. Prof., danach in München (NDB).&#xD;&#xA;">Paul</span></span><span class="ED-name"><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-6" id="app-editorial-6-ref" title="Herrn Professor Paul ] den Sprachwissenschaftler Hermann Paul (1846–1921), 1874 ao. Prof. in Freiburg, 1877–1893 o. Prof., danach in München (NDB).">[6]</a></span>.</p><p class="ED-p">In herzlicher inniger Verehrung Ihr dankbar ergebenster</p><p class="ED-signed">H Vaihinger.</p><hr class="ED-postscript"/><p class="ED-p"><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-7" title="Janitschek ] der Kunsthistoriker Hubert Janitschek, vgl. Vaihinger an Bartholomäus von Carneri vom 1.12.1882. Kinder nicht ermittelt.&#xD;&#xA;">Janitschek</span></span><span class="ED-name"><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-7" id="app-editorial-7-ref" title="Janitschek ] der Kunsthistoriker Hubert Janitschek, vgl. Vaihinger an Bartholomäus von Carneri vom 1.12.1882. Kinder nicht ermittelt.">[7]</a></span> hat einen Buben.</p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar zum Textbefund</h2><div class="ED-app-philological" id="app-philological-1"><span class="ED-app-num">a</span><a href="#app-philological-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Str</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>links daneben von Vaihingers <abbr title="Hand" class="ED-abbr">Hd.</abbr>: <span class="ED-rdg">Riehl</span>, darunter mit Kugelschreiber von anderer <abbr title="Hand" class="ED-abbr">Hd.</abbr> (zur Verzeichnung an der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen): <span class="ED-rdg">[<u>An</u> Riehl]</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-2"><span class="ED-app-num">b</span><a href="#app-philological-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Arnoldt</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-rdg">Arnold</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-3"><span class="ED-app-num">c</span><a href="#app-philological-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">großen</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-rdg">großes</span></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Aufenthaltes in Freiburg</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>nicht näher ermittelt</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Abhandlung über <span class="ED-name">Arnoldt</span><span class="ED-name"/>–<span class="ED-name">Erdmann</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Vaihinger: Die Erdmann-Arnoldt’sche Kontroverse über Kant’s Prolegomena. In: Philosophische Monatshefte 16 (1880), <span>S.</span> 44–71, dazu ein Nachtrag. In: <span>Dass.</span>, <span>S.</span> 209.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-3"><span class="ED-app-num">3</span><a href="#app-editorial-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Anzeige des <span class="ED-name">Laas</span>schen Werkes</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>nicht zweifelsfrei ermittelt; womöglich in einer Tageszeitung. Die für 1880 ermittelten Besprechungen des ersten Teils von Ernst Laas: Idealismus und Positivismus (1879) in Zeitschriften, für die Vaihinger regelmäßiger rezensierte, stammen sämtliche nicht von Vaihinger: Literarisches Centralblatt (<span class="ED-name">Georg von Gizycki</span>), Vierteljahrschrift für wissenschaftliche Philosophie (<span class="ED-name">Moritz Heinze</span>), Deutsche Litteraturzeitung (<span class="ED-name">Alois Riehl</span> selbst). In Philosophische Monatshefte erschien 1880 keine Besprechung des Werkes. Die einzige Rezension über <span class="ED-name">Laas</span>’ Werk, die Vaihinger zugeschrieben werden kann (gezeichnet ***): Der Positivismus in Deutschland: Ernst Laas [Besprechung von Laas: Idealismus und Positivismus. Eine kritische Auseinandersetzung. 2 Teile 1879 <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> 1882]. In: Kosmos 6 (1882/1883), Band 12 von Oktober 1882–März 1883, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 364–369 (Heft ausgegeben am 25.2.1883), <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Bartholomäus von Carneri an Vaihinger vom 20.4.1883. – In: Zeitschrift für Philosophie und philosophische Kritik 76 (1880) erschien nach <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 192 zu Ende des 1. Heftes folgende doppelseitige Verlagsanzeige (das Zeichen | markiert hier Absatz): <span class="ED-rdg">Verlag der Weidmannschen Buchhandlung in Berlin. | Idealismus und Positivismus. | Eine kritische Auseinandersetzung | von | Ernst Laas. | Erster, allgemeiner und grundlegender Theil. | (IV u. 275 S.) gr. 8. geh. 1879. 6 Mark. | Von der Voraussetzung ausgehend, dass die Geschichte der Philosophie keinen fundamentaleren Gegensatz aufzuweisen hat, als den zwischen Platons und seiner antiken und modernen Nachfolger sogenanntem Idealismus und dem Widerspiel desselben – für welches wohl am besten der Terminus Positivismus verwerthet werden kann – verfolgt der Autor diesen Gegensatz in die hervorragendsten und wissenschaftlich wichtigsten Verzweigungen und Fortbildungen: mögen sie die spiritualistische, absolutistische oder rationalistische Seite des Platonismus betreffen. Die Absicht ist, die Standpunkte sowohl prinzipiell und im Allgemeinen, wie auf dem Gebiete der Ethik und Wissenschaftstheorie sich auseinandersetzen zu lassen. Der Verfasser ist überzeugt: Einerseits, dass, je mehr man die zu Gunsten des Platonismus vorgebrachten Argumente und die hinter diesen treibenden Gefühle und Bedürfnisse auseinanderlegt und prüft, derselbe immer deutlicher als ein zwar psychologisch sehr wohl begreifliches und dem menschlichen Gemüthe auch jetzt noch in hohem Grade [Seitenwechsel] sympathisches Gebilde hervortritt, dass er in seinen typischen Hauptzügen aber schlechterdings der wissenschaftlichen Begründbarkeit ermangelt, ja mit Rücksicht auf gewisse praktische Folgen, die durch ihn zur Erscheinung gekommen sind, sogar als culturgefährlich bezeichnet werden muss. Andererseits, dass kein wissenschaftlich stichhaltiger Grund aufgefunden werden kann, der nöthigte, den sensualistischen und relativistischen Boden des Positivismus zu verlassen, dass insonderheit keines der dem gebildeten Menschengeiste werthvollen und unentbehrlichen Ideale gefährdet wird, wenn man die platonisch-romantische Flucht in ein vorgeblich „höheres“, unerfahrbares Sein von sich fern hält. | Die Arbeit ist auf drei Bände angelegt. Während dem zweiten und dritten die Aufgabe zugetheilt ist, die kritische Auseinandersetzung zwischen den beiderseitigen Prinzipien in das Gebiet der [gesperrt:] Ethik und Wissenschaftslehre [Sperrung Ende] zu verfolgen, behandelt der vorliegende erste Band unter Anknüpfung an Platons Theaetet und die in diesem Dialog an den sensualistischen, heraklitisirenden und relativistischen Lehren, welche daselbst unter dem Namen des Protagoras gehen, geübte Kritik [gesperrt:] die allgemeinen und prinzipiellen Charakterzüge des Gegensatzes. [Sperrung Ende] Unter den Platonikern – auch die es nur partiell sind, wurden berücksichtigt – kommen in erster Linie Aristoteles und Kant zur Besprechung; nächst ihnen Descartes, Leibnitz [!], Fichte, Schelling, Hegel, Herbart, Cousin, Hamilton u. A. Die philologisch-historischen Fragen, welche auf dem Wege liegen, wie z. B. die, inwieweit die Lehren, welche Platon bekämpft, wirklich protagoreischen Ursprungs seien, werden nur soweit erörtert, als es der philosophischen Aufgabe dienlich zu sein schien.</span></div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-4"><span class="ED-app-num">4</span><a href="#app-editorial-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Fortsetzung Ihres Werkes</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Riehl: Der philosophische Kriticismus und seine Bedeutung für die positive Wissenschaft. 2 <abbr title="Bände" class="ED-abbr">Bde.</abbr> (in 3 Teilen) Leipzig: Wilhelm Engelmann 1876, 1879 <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> 1887. <abbr title="Band" class="ED-abbr">Bd.</abbr> 1: Geschichte und Methode des philosophischen Kriticismus. <abbr title="Band" class="ED-abbr">Bd.</abbr> 2,1: Die sinnnlichen und logischen Grundlagen der Erkenntniss. <abbr title="Band" class="ED-abbr">Bd.</abbr> 2,2: Zur Wissenschaftstheorie und Metaphysik.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-5"><span class="ED-app-num">5</span><a href="#app-editorial-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Steinhart</span>s enthusiastische Behandlung</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>die Rede ist von dem klassischen Philologen <span class="ED-name">Karl Steinhart</span> (1801–1872), zunächst im Schuldienst, seit 1866 ordentlicher Honorarprofessor an der Universität Halle-Wittenberg (<span class="ED-link"><a href="https://www.catalogus-professorum-halensis.de/steinhartkarl.html">https://www.catalogus-professorum-halensis.de/steinhartkarl.html</a></span> (7.8.2024)). <span class="ED-name">Plotin</span>forscher, <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> <abbr title="Allgemeine Deutsche Biographie" class="ED-abbr">ADB</abbr>: <span class="ED-rdg">Seine Studien hatten sich anfangs besonders der neuplatonischen Philosophie zugewendet […]. Später wandte er sich mehr Platon selbst zu: 1843 erschienen die „Prolegomena ad Philebum“ und dann von 1850–1866 die Einleitungen zu den sämmtlichen platonischen Dialogen, welche der Uebersetzung von Hieronymus Müller […] beigegeben sind</span> (Richard Hoche in: Allgemeine Deutsche Biographie 35 (1893), <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 711–712).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-6"><span class="ED-app-num">6</span><a href="#app-editorial-6-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Herrn Professor <span class="ED-name">Paul</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>den Sprachwissenschaftler <span class="ED-name">Hermann Paul</span> (1846–1921), 1874 <abbr title="außerordentlicher Professor" class="ED-abbr">ao. Prof.</abbr> in Freiburg, 1877–1893 <abbr title="ordentlicher Professor" class="ED-abbr">o. Prof.</abbr>, danach in München (<abbr title="Neue Deutsche Biographie" class="ED-abbr">NDB</abbr>).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-7"><span class="ED-app-num">7</span><a href="#app-editorial-7-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Janitschek</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>der Kunsthistoriker <span class="ED-name">Hubert Janitschek</span>, <abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Vaihinger an Bartholomäus von Carneri vom 1.12.1882. Kinder nicht ermittelt.</div></div></body></html>