<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Vaihinger an Bartholomäus von Carneri, Straßburg, 2.5.1883, 4 S., hs., Wienbibliothek im Rathaus, Wien, H.I.N.-178309</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000267-1"/><style type="text/css">
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Es war ein wahrer Riesenkampf. Mit höchstem <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-2" title="Interesse ] doppeltes s mit ß geschrieben&#xD;&#xA;">Interesse</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-2" id="app-philological-2-ref" title="Interesse ] doppeltes s mit ß geschrieben">[b]</a> haben wir hier <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-1" title="Ihre Rede ] vgl. Carneri an Vaihinger vom 20.4.1883&#xD;&#xA;">Ihre Rede</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-1" id="app-editorial-1-ref" title="Ihre Rede ] vgl. Carneri an Vaihinger vom 20.4.1883">[1]</a> gelesen, welche Sie mir zuzusenden <span class="ED-pb">|</span> die Güte hatten. Sie war entschieden ein Muster an Klarheit, Schärfe und Wucht. Auch Professor <span class="ED-name">Schmidt</span> war sehr entzückt von ihr.</p><p class="ED-p">Überall erfüllt der Gang der öffentlichen Angelegenheiten, bes<span class="ED-add">[onders]</span> in den Parlamenten den Freund der Wahrheit und Gerechtigkeit mit tiefster Trauer. Ich nehme keine Zeitung in die Hand, ohne mich zu fragen, welche Gemeinheit werde ich wieder zu lesen bekommen? Und das gilt ebenso von unserem kleinen <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-3" title="elsaß lothringischen ] so wörtlich&#xD;&#xA;">elsaß lothringischen</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-3" id="app-philological-3-ref" title="elsaß lothringischen ] so wörtlich">[c]</a> Landesausschusse als vom deutschen, französischen Parlament. <span class="ED-pb">|</span></p><p class="ED-p">Ich möchte noch nicht glauben, daß der <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="Sturz des jetzigen Ministeriums ] vgl. Carneri an Vaihinger vom 20.4.1883&#xD;&#xA;">Sturz des jetzigen Ministeriums</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="Sturz des jetzigen Ministeriums ] vgl. Carneri an Vaihinger vom 20.4.1883">[2]</a> eine nothwendige Bedingung meiner Berufung nach Graz ist; wenigstens entnehme ich das den übrigen mir zugegangenen Nachrichten nicht. Auch scheint ja der Cultusminister <u>persönlich</u> nicht allem Deutschen abhold, und außerdem scheint er doch eine Art Schaukelsystem zu verfolgen. Warum sollte da die Schaukel nicht auch einmal zu mir herüber kommen? Vielleicht hat er jetzt, nach dem conservativen Siege, auch einmal eine liberalere Anwandlung. Halten Sie das nicht für möglich? Möchten Sie mir diese <span class="ED-pb">|</span> Hoffnung nicht rauben, sie wäre nicht <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-4" title="durch eine entgegengesetzte Nachricht zu ] Einfügung über der Zeile&#xD;&#xA;">durch eine entgegengesetzte Nachricht zu</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-4" id="app-philological-4-ref" title="durch eine entgegengesetzte Nachricht zu ] Einfügung über der Zeile">[d]</a> zerstören. <span class="ED-name">Conrad</span> hat ja auch seinerzeit <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="Erich Schmidt berufen ] vgl. den Entwurf zu Vaihinger an Bartholomäus von Carneri vom 11.12.1882. Die Rede ist von dem Germanisten und Literaturhistoriker Erich Schmidt (1853–1913), nach Studium in Graz, Jena und Straßburg 1874 in Straßburg promoviert, 1875 in Würzburg habilitiert. 1877–1880 ao. Prof. in Straßburg, 1880 ao. Prof. Wien, 1881 o. Prof. 1885 Direktor des neu begründeten Goethe-Archivs in Weimar, 1887 o. Prof. in Berlin (Dekan 1899/1900, Rektor 1909/1910; NDB).&#xD;&#xA;">Erich Schmidt</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="Erich Schmidt berufen ] vgl. den Entwurf zu Vaihinger an Bartholomäus von Carneri vom 11.12.1882. Die Rede ist von dem Germanisten und Literaturhistoriker Erich Schmidt (1853–1913), nach Studium in Graz, Jena und Straßburg 1874 in Straßburg promoviert, 1875 in Würzburg habilitiert. 1877–1880 ao. Prof. in Straßburg, 1880 ao. Prof. Wien, 1881 o. Prof. 1885 Direktor des neu begründeten Goethe-Archivs in Weimar, 1887 o. Prof. in Berlin (Dekan 1899/1900, Rektor 1909/1910; NDB).&#xD;&#xA;"> berufen</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-3" id="app-editorial-3-ref" title="Erich Schmidt berufen ] vgl. den Entwurf zu Vaihinger an Bartholomäus von Carneri vom 11.12.1882. Die Rede ist von dem Germanisten und Literaturhistoriker Erich Schmidt (1853–1913), nach Studium in Graz, Jena und Straßburg 1874 in Straßburg promoviert, 1875 in Würzburg habilitiert. 1877–1880 ao. Prof. in Straßburg, 1880 ao. Prof. Wien, 1881 o. Prof. 1885 Direktor des neu begründeten Goethe-Archivs in Weimar, 1887 o. Prof. in Berlin (Dekan 1899/1900, Rektor 1909/1910; NDB).">[3]</a>, warum sollte er mich nicht berufen?</p><p class="ED-p">Ich war auch jüngst <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="in Basel vorgeschlagen ] vgl. die Schreiben Hermann Siebecks an Vaihinger sowie Vaihinger an Eduard Zeller vom 28.1. u. 16.3.1883 sowie Vaihinger an Friedrich Zarncke vom 17.4. u. 6.5.1883.&#xD;&#xA;">in Basel vorgeschlagen</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-4" id="app-editorial-4-ref" title="in Basel vorgeschlagen ] vgl. die Schreiben Hermann Siebecks an Vaihinger sowie Vaihinger an Eduard Zeller vom 28.1. u. 16.3.1883 sowie Vaihinger an Friedrich Zarncke vom 17.4. u. 6.5.1883.">[4]</a>; und erst <u>nach</u> mir <span class="ED-name">Volkelt</span> in Jena. Nun wurde aber <span class="ED-name">Volkelt</span> hinberufen, <u>weil er schon Extraordinarius ist.</u> Warum ich es noch nicht bin, habe ich Ihnen wohl <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-5" title="früher mitgetheilt ] vgl. Vaihinger an Carneri vom 1.12.1882&#xD;&#xA;">früher mitgetheilt</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-5" id="app-editorial-5-ref" title="früher mitgetheilt ] vgl. Vaihinger an Carneri vom 1.12.1882">[5]</a>.</p><p class="ED-p">Edle Welt! Ihr Grundsatz ist <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-6" title="„Wer … genommen.“ ] nach Matthäus 25,29: Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, und er wird die Fülle haben; wer aber nicht hat, dem wird auch, was er hat, genommen werden.&#xD;&#xA;">„Wer da hat, dem wird gegeben, und wer da nicht hat, dem wird auch das Wenige, das er hat, genommen.“</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-6" id="app-editorial-6-ref" title="„Wer … genommen.“ ] nach Matthäus 25,29: Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, und er wird die Fülle haben; wer aber nicht hat, dem wird auch, was er hat, genommen werden.">[6]</a></p><p class="ED-p">In herzlicher Verehrung Ihr ergebenster</p><p class="ED-signed"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-5" title="H. Vaihinger. ] gegenüber am linken Rand von Vaihingers Hd.: In Eile.&#xD;&#xA;">H. Vaihinger.</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-5" id="app-philological-5-ref" title="H. Vaihinger. ] gegenüber am linken Rand von Vaihingers Hd.: In Eile.">[e]</a></p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar zum Textbefund</h2><div class="ED-app-philological" id="app-philological-1"><span class="ED-app-num">a</span><a href="#app-philological-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">in</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Einfügung über der Zeile</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-2"><span class="ED-app-num">b</span><a href="#app-philological-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Interesse</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>doppeltes s mit ß geschrieben</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-3"><span class="ED-app-num">c</span><a href="#app-philological-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">elsaß lothringischen</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>so wörtlich</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-4"><span class="ED-app-num">d</span><a href="#app-philological-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">durch eine entgegengesetzte Nachricht zu</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Einfügung über der Zeile</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-5"><span class="ED-app-num">e</span><a href="#app-philological-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">H. Vaihinger.</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>gegenüber am linken Rand von Vaihingers <abbr title="Hand" class="ED-abbr">Hd.</abbr>: <span class="ED-rdg">In Eile.</span></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Ihre Rede</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Carneri an Vaihinger vom 20.4.1883</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Sturz des jetzigen Ministeriums</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Carneri an Vaihinger vom 20.4.1883</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-3"><span class="ED-app-num">3</span><a href="#app-editorial-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Erich Schmidt</span> berufen</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> den Entwurf zu Vaihinger an Bartholomäus von Carneri vom 11.12.1882. Die Rede ist von dem Germanisten und Literaturhistoriker <span class="ED-name">Erich Schmidt</span> (1853–1913), nach Studium in Graz, Jena und Straßburg 1874 in Straßburg promoviert, 1875 in Würzburg habilitiert. 1877–1880 <abbr title="außerordentlicher Professor" class="ED-abbr">ao. Prof.</abbr> in Straßburg, 1880 <abbr title="außerordentlicher Professor" class="ED-abbr">ao. Prof.</abbr> Wien, 1881 <abbr title="ordentlicher Professor" class="ED-abbr">o. Prof.</abbr> 1885 Direktor des neu begründeten Goethe-Archivs in Weimar, 1887 <abbr title="ordentlicher Professor" class="ED-abbr">o. Prof.</abbr> in Berlin (Dekan 1899/1900, Rektor 1909/1910; <abbr title="Neue Deutsche Biographie" class="ED-abbr">NDB</abbr>).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-4"><span class="ED-app-num">4</span><a href="#app-editorial-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">in Basel vorgeschlagen</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> die Schreiben Hermann Siebecks an Vaihinger sowie Vaihinger an Eduard Zeller vom 28.1. <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> 16.3.1883 sowie Vaihinger an Friedrich Zarncke vom 17.4. <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> 6.5.1883.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-5"><span class="ED-app-num">5</span><a href="#app-editorial-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">früher mitgetheilt</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Vaihinger an Carneri vom 1.12.1882</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-6"><span class="ED-app-num">6</span><a href="#app-editorial-6-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-lem">„Wer … genommen.“</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span> nach Matthäus 25,29: <span class="ED-rdg">Denn wer da hat, dem wird gegeben werden, und er wird die Fülle haben; wer aber nicht hat, dem wird auch, was er hat, genommen werden.</span></div></div></body></html>