<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Vaihinger an Bartholomäus von Carneri, Straßburg, 11.12.1882, 4 S., hs., Wienbibliothek im Rathaus, Wien, H.I.N.-178305</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000222-6"/><style type="text/css">
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[darüber von Vaihingers Hd.: Carneri | (Wien), davor: [An]: (mit Kugelschreiber, anlässlich der Verzeichnung für die Staats- und Universitätsbibliothek Bremen)] Empfangen Sie meinen allerherzlichsten Dank ebenso für Ihre freundliche Sendung aus dem „Kosmos“, wie für die gütigen Informationen betreffs meiner Berufungsangelegenheit. Ihre Mittheilungen sind mir von dem höchsten Intereße. Der Umstand, daß die Sache an meiner Eigenschaft als Nicht-Oesterreicher scheitern soll, versetzt mich freilich in größte Unruhe. Sollte denn nicht in die Wagschale fallen, daß in jüngster Zeit doch auch Oesterreicher nach Deutschland | berufen worden sind, so außer Riehl Jantischek aus Prag hieher? Auch sonst machen an den Universitäten uns die Oesterreicher mit Erfolg in Deutschland Concurrenz; da dürfte doch die Scheidung nicht so als fundamental betrachtet werden. Übrigens würde ich ja doch Oesterreicher werden durch die Berufung, könnte mich daselbst naturalisiren lassen, und (da dies ein Einwand gegen die Deutschen sein soll) würde nicht einen Ruf nach Deutschland zurück annehmen, und so Oesterreich nur als Durchgangspunkt betrachten. Ich weiß noch nicht, ob diese beiden letzt erwähnten Punkte in Betracht kommen können, aber, wenn es der Fall sein sollte, so würde ich beides (Naturalisierung und Bleiben) | gerne als Bedingung acceptiren resp. anbieten. [Absatz] Ob es nicht am besten wäre, wenn entgegenstehende Bedenken durch meine persönliche Vorstellung gehoben würden? D. h. so, daß ohne Präjudiz für eine definitive Entscheidung doch mir officiös eine Aufforderung dazu zukäme? Ähnlich war es seinerzeit bei Erich Schmidt; letzterer soll mit dem Minister von Conrad sehr gut stehen. [Absatz] Haben Sie den innigsten Dank aus tiefstem Herzen für Alles, was Sie für mich thaten und zu thun in gütige Aussicht stellen. Hier in Deutschland, speciell in Straßburg habe ich gegen so viele Intriguen (zum Theil meiner Richtung halber, theils in Folge von Spaltungen innerhalb der | Facultät) zu kämpfen, daß Graz für mich die Rettung aus bedenklichen Schwierigkeiten ist. [Absatz] Mit großem Intereße habe ich – außer Ihrem eben empfangenen Aufsatz über Condillac – auch Ihr Gedicht im „Deutschen Dichterbuch aus Oesterreich“ (v. Franzos) gelesen. Ich finde es in seiner Einfachheit und Kürze rührend und entzückend, und es nur das Eine zu bedauern, daß es das Einzige ist. [Absatz] Vergeben Sie es mir, hochverehrter Herr, daß ich Ihre gewiß durch Ihre politische Thätigkeit stark in Anspruch genommene Zeit noch durch meine Privatangelegenheiten verkürze: aber Ihre wohlwollende Theilnahme gibt mir den Muth zu der Hoffnung, daß Sie es mir nicht verübeln, und zu der Bitte, mir auch fernerhin Ihre gütige Unterstützung zu leihen. [Absatz] In herzlicher, dankbarer Verehrung Ihr ganz ergebenster H. Vaihinger&#xD;&#xA;">Hochverehrter Herr!</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-1" id="app-editorial-1-ref" title="Hochverehrter Herr! ] vgl. den Entwurf (Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXIII, 8 h, Nr. 2, 4 S.): Straßburg i/E 11 Dec. 1882 Hochverehrter Herr! [darüber von Vaihingers Hd.: Carneri | (Wien), davor: [An]: (mit Kugelschreiber, anlässlich der Verzeichnung für die Staats- und Universitätsbibliothek Bremen)] Empfangen Sie meinen allerherzlichsten Dank ebenso für Ihre freundliche Sendung aus dem „Kosmos“, wie für die gütigen Informationen betreffs meiner Berufungsangelegenheit. Ihre Mittheilungen sind mir von dem höchsten Intereße. Der Umstand, daß die Sache an meiner Eigenschaft als Nicht-Oesterreicher scheitern soll, versetzt mich freilich in größte Unruhe. Sollte denn nicht in die Wagschale fallen, daß in jüngster Zeit doch auch Oesterreicher nach Deutschland | berufen worden sind, so außer Riehl Jantischek aus Prag hieher? Auch sonst machen an den Universitäten uns die Oesterreicher mit Erfolg in Deutschland Concurrenz; da dürfte doch die Scheidung nicht so als fundamental betrachtet werden. Übrigens würde ich ja doch Oesterreicher werden durch die Berufung, könnte mich daselbst naturalisiren lassen, und (da dies ein Einwand gegen die Deutschen sein soll) würde nicht einen Ruf nach Deutschland zurück annehmen, und so Oesterreich nur als Durchgangspunkt betrachten. Ich weiß noch nicht, ob diese beiden letzt erwähnten Punkte in Betracht kommen können, aber, wenn es der Fall sein sollte, so würde ich beides (Naturalisierung und Bleiben) | gerne als Bedingung acceptiren resp. anbieten. [Absatz] Ob es nicht am besten wäre, wenn entgegenstehende Bedenken durch meine persönliche Vorstellung gehoben würden? D. h. so, daß ohne Präjudiz für eine definitive Entscheidung doch mir officiös eine Aufforderung dazu zukäme? Ähnlich war es seinerzeit bei Erich Schmidt; letzterer soll mit dem Minister von Conrad sehr gut stehen. [Absatz] Haben Sie den innigsten Dank aus tiefstem Herzen für Alles, was Sie für mich thaten und zu thun in gütige Aussicht stellen. Hier in Deutschland, speciell in Straßburg habe ich gegen so viele Intriguen (zum Theil meiner Richtung halber, theils in Folge von Spaltungen innerhalb der | Facultät) zu kämpfen, daß Graz für mich die Rettung aus bedenklichen Schwierigkeiten ist. [Absatz] Mit großem Intereße habe ich – außer Ihrem eben empfangenen Aufsatz über Condillac – auch Ihr Gedicht im „Deutschen Dichterbuch aus Oesterreich“ (v. Franzos) gelesen. Ich finde es in seiner Einfachheit und Kürze rührend und entzückend, und es nur das Eine zu bedauern, daß es das Einzige ist. [Absatz] Vergeben Sie es mir, hochverehrter Herr, daß ich Ihre gewiß durch Ihre politische Thätigkeit stark in Anspruch genommene Zeit noch durch meine Privatangelegenheiten verkürze: aber Ihre wohlwollende Theilnahme gibt mir den Muth zu der Hoffnung, daß Sie es mir nicht verübeln, und zu der Bitte, mir auch fernerhin Ihre gütige Unterstützung zu leihen. [Absatz] In herzlicher, dankbarer Verehrung Ihr ganz ergebenster H. Vaihinger">[1]</a></p><p class="ED-p">Empfangen Sie meinen allerherzlichsten Dank ebenso für <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="Ihre freundliche Sendung ] vgl. Carneri an Vaihinger vom 9.12.1882&#xD;&#xA;">Ihre freundliche Sendung</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="Ihre freundliche Sendung ] vgl. Carneri an Vaihinger vom 9.12.1882">[2]</a> (deren Duplicate ich mit Vergnügen an ihre <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-1" title="Adressen ] doppeltes s hier und im Folgenden mit ß geschrieben&#xD;&#xA;">Adressen</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-1" id="app-philological-1-ref" title="Adressen ] doppeltes s hier und im Folgenden mit ß geschrieben">[a]</a> befördert habe), wie für die gütigen Informationen betreffs meiner Berufungsangelegenheit. Ihre Mittheilungen sind für mich von höchstem Interesse. Der Umstand freilich, daß meine Eigenschaft als Nicht-Oesterreicher ein Hinderniß ist, versetzt mich natürlich in die <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-2" title="größte Unruhe ] am linken Rd. mit Bleistift angestrichen&#xD;&#xA;">größte Unruhe</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-2" id="app-philological-2-ref" title="größte Unruhe ] am linken Rd. mit Bleistift angestrichen">[b]</a>. Sollte denn nicht in die <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-3" title="Wagschale ] so wörtlich&#xD;&#xA;">Wagschale</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-3" id="app-philological-3-ref" title="Wagschale ] so wörtlich">[c]</a> fallen, daß in jüngster Zeit doch auch mehrere Oesterreicher nach Deutschland berufen worden sind, so <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-4" title="Riehl und Janitschek ] am linken Rd. mit Bleistift angestrichen&#xD;&#xA;">Riehl</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-4" title="Riehl und Janitschek ] am linken Rd. mit Bleistift angestrichen&#xD;&#xA;"> und </span><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-4" title="Riehl und Janitschek ] am linken Rd. mit Bleistift angestrichen&#xD;&#xA;">Janitschek</span></span><span class="ED-name"><a class="ED-anchor" href="#app-philological-4" id="app-philological-4-ref" title="Riehl und Janitschek ] am linken Rd. mit Bleistift angestrichen">[d]</a></span> aus Prag? Die Oesterreicher machen <span class="ED-pb">|</span> uns an den deutschen Universitäten in einzelnen Fächern erfolgreiche Concurrenz. <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-5" title="Da … betrachten; ] am linken Rd. mit Bleistift angestrichen&#xD;&#xA;">Da dürfte doch Reciprocität geübt werden. Übrigens könnte ich mich ja doch in Oesterreich naturalisiren lassen, da ich </span><u><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-5" title="Da … betrachten; ] am linken Rd. mit Bleistift angestrichen&#xD;&#xA;">nicht</span></u><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-5" title="Da … betrachten; ] am linken Rd. mit Bleistift angestrichen&#xD;&#xA;"> beabsichtigen würde, Oesterreich </span><u><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-5" title="Da … betrachten; ] am linken Rd. mit Bleistift angestrichen&#xD;&#xA;">blos als Durchgangspunkt</span></u><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-5" title="Da … betrachten; ] am linken Rd. mit Bleistift angestrichen&#xD;&#xA;"> zu betrachten;</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-5" id="app-philological-5-ref" title="Da … betrachten; ] am linken Rd. mit Bleistift angestrichen">[e]</a> der Umstand, daß die Deutschen meistens den ersten Ruf nach Deutschland benutzen, um Oesterreich wieder zu verlassen, soll hindernd der Berufung von Deutschen im Wege stehen: das wäre bei mir keineswegs der Fall. Sollten Sie Gelegenheit finden, hochverehrter Herr, dies geltend machen zu können, so würde ich, falls sie davon Erfolg voraussehen, <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-6" title="Sie ergebenst darum bitten. ] am linken Rd. mit Bleistift angestrichen&#xD;&#xA;">Sie ergebenst darum bitten.</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-6" id="app-philological-6-ref" title="Sie ergebenst darum bitten. ] am linken Rd. mit Bleistift angestrichen">[f]</a> Wenn es nun dahin käme, daß ich, wie das schon vorgekommen ist, eine Art officiöser <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-7" title="Aufforderung zu persönlicher Vorstellung in Wien ] am linken Rd. mit Bleistift angestrichen&#xD;&#xA;">Aufforderung zu persönlicher Vorstellung in Wien</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-7" id="app-philological-7-ref" title="Aufforderung zu persönlicher Vorstellung in Wien ] am linken Rd. mit Bleistift angestrichen">[g]</a> erhalten würde; vielleicht würde durch mündliche Verhandlung die Sache <span class="ED-pb">|</span> gefördert. Für Alles, was Sie, hochverehrter Herr, zu meinen Gunsten thaten und zu thun <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-8" title="in gütige Aussicht stellen ] am linken Rd. mit Bleistift angestrichen&#xD;&#xA;">in gütige Aussicht stellen</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-8" id="app-philological-8-ref" title="in gütige Aussicht stellen ] am linken Rd. mit Bleistift angestrichen">[h]</a>, bin ich zu dem tiefsten Danke verpflichtet, den ich nur dadurch abzutragen versuchen könnte, daß ich in Graz alle meine intellectuellen und sittlichen Kräfte auf das eine Ziel concentrieren würde, den in mich gesetzten Erwartungen so sehr als irgend möglich zu entsprechen und mich des erwiesenen Vertrauens würdig zu erweisen.</p><p class="ED-p">Mit großem Interesse habe ich in dem <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="„Deutschen Dichterbuch aus Oesterreich“ ] vgl. Carneri: Dein Herz. In: Karl Emil Franzos (Hg.): Deutsches Dichterbuch aus Oesterreich. Leipzig/Wien: Breitkopf &amp; Härtel/Manz 1883 [!], S. 131.&#xD;&#xA;">„Deutschen Dichterbuch aus Oesterreich“</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-3" id="app-editorial-3-ref" title="„Deutschen Dichterbuch aus Oesterreich“ ] vgl. Carneri: Dein Herz. In: Karl Emil Franzos (Hg.): Deutsches Dichterbuch aus Oesterreich. Leipzig/Wien: Breitkopf &amp; Härtel/Manz 1883 [!], S. 131.">[3]</a> ein Gedicht von Ihnen gelesen. Ich finde es in seiner Einfachheit und Kürze rührend und <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-9" title="entzückend … ist. ] am linken Rd. mit Bleistift angestrichen&#xD;&#xA;">entzückend, und es ist nur das Eine zu bedauern, daß es eben nur dies Eine und Einzige von Ihnen ist.</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-9" id="app-philological-9-ref" title="entzückend … ist. ] am linken Rd. mit Bleistift angestrichen">[i]</a> <span class="ED-pb">|</span></p><p class="ED-p">Daß <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-10" title="Haeckel ] Häckel&#xD;&#xA;">Haeckel</span></span><span class="ED-name"><a class="ED-anchor" href="#app-philological-10" id="app-philological-10-ref" title="Haeckel ] Häckel">[j]</a></span> Sie auf seiner Rückreise über Triest besucht hat, entnehme ich mit Interesse Ihrem <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="Aufsatz über Condillac ] vgl. Carneri: War Condillac Materialist? In: Kosmos 6 (1882/1883), 12. Bd. Oktober 1882–März 1883, S. 97–105 (eigene Datierung: Wildhaus 21. August 1882, Heft ausgegeben am 25.11.1882), hier S. 105: Als er [Ernst Haeckel] nach seiner Rückkehr von Ceylon uns aufsuchte: […]&#xD;&#xA;">Aufsatz über </span><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="Aufsatz über Condillac ] vgl. Carneri: War Condillac Materialist? In: Kosmos 6 (1882/1883), 12. Bd. Oktober 1882–März 1883, S. 97–105 (eigene Datierung: Wildhaus 21. August 1882, Heft ausgegeben am 25.11.1882), hier S. 105: Als er [Ernst Haeckel] nach seiner Rückkehr von Ceylon uns aufsuchte: […]&#xD;&#xA;">Condillac</span></span><span class="ED-name"><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-4" id="app-editorial-4-ref" title="Aufsatz über Condillac ] vgl. Carneri: War Condillac Materialist? In: Kosmos 6 (1882/1883), 12. Bd. Oktober 1882–März 1883, S. 97–105 (eigene Datierung: Wildhaus 21. August 1882, Heft ausgegeben am 25.11.1882), hier S. 105: Als er [Ernst Haeckel] nach seiner Rückkehr von Ceylon uns aufsuchte: […]">[4]</a></span>, den ich mit Dank und Nutzen <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-11" title="gelesen: ] so wörtlich&#xD;&#xA;">gelesen:</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-11" id="app-philological-11-ref" title="gelesen: ] so wörtlich">[k]</a> der Vergleich zwischen <span class="ED-name">Gassendi</span> und <span class="ED-name">Epikur</span>, sowie der Beziehung <span class="ED-name">Condillac</span>s auf Letzteren war mir besonders lehrreich. Den Gedanken, daß der Organismus nicht eine Vielheit, sondern ein <u>sich </u><u><span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-12" title="differentiirendes ] so wörtlich&#xD;&#xA;">differentiirendes</span></u><a class="ED-anchor" href="#app-philological-12" id="app-philological-12-ref" title="differentiirendes ] so wörtlich">[l]</a><u> Ganze</u> sei, den Sie am Schluß ausführen, hat neuerdings auch <span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-5" title="Montgomery im „Mind“ entwickelt ] vgl. Edmund Montgomery: Are we “Cell-Aggregates”? In: Mind, Nr. 25 von Januar 1882, S. 100–107 (https://doi.org/10.1093/mind/os-VII.25.100 (6.8.2024)); ders.: Causation and its Organic Conditions. In: Mind, Nr. 26 von April 1882, S. 209–230 (https://doi.org/10.1093/mind/os-VII.26.209 (6.8.2024)), Nr. 27 von Juli 1882, S. 381–397 (https://doi.org/10.1093/mind/os-VII.27.381 (6.8.2024)) u. Nr. 28 von Oktober 1882, S. 514–532 (https://doi.org/10.1093/mind/os-VII.28.514 (6.8.2024)).&#xD;&#xA;">Montgomery</span></span><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-5" title="Montgomery im „Mind“ entwickelt ] vgl. Edmund Montgomery: Are we “Cell-Aggregates”? In: Mind, Nr. 25 von Januar 1882, S. 100–107 (https://doi.org/10.1093/mind/os-VII.25.100 (6.8.2024)); ders.: Causation and its Organic Conditions. In: Mind, Nr. 26 von April 1882, S. 209–230 (https://doi.org/10.1093/mind/os-VII.26.209 (6.8.2024)), Nr. 27 von Juli 1882, S. 381–397 (https://doi.org/10.1093/mind/os-VII.27.381 (6.8.2024)) u. Nr. 28 von Oktober 1882, S. 514–532 (https://doi.org/10.1093/mind/os-VII.28.514 (6.8.2024)).&#xD;&#xA;"> im „Mind“ entwickelt</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-5" id="app-editorial-5-ref" title="Montgomery im „Mind“ entwickelt ] vgl. Edmund Montgomery: Are we “Cell-Aggregates”? In: Mind, Nr. 25 von Januar 1882, S. 100–107 (https://doi.org/10.1093/mind/os-VII.25.100 (6.8.2024)); ders.: Causation and its Organic Conditions. In: Mind, Nr. 26 von April 1882, S. 209–230 (https://doi.org/10.1093/mind/os-VII.26.209 (6.8.2024)), Nr. 27 von Juli 1882, S. 381–397 (https://doi.org/10.1093/mind/os-VII.27.381 (6.8.2024)) u. Nr. 28 von Oktober 1882, S. 514–532 (https://doi.org/10.1093/mind/os-VII.28.514 (6.8.2024)).">[5]</a>.</p><p class="ED-p">Vergeben Sie es mir, daß ich Ihre gewiß durch politische Thätigkeit in Anspruch genommene Zeit noch durch meine Privatangelegenheiten verkürze: aber Ihre mir bisher bewiesene wahrhaft wohlthuende wohlwollende Theilnahme gibt mir den Muth zu der Hoffnung, daß Sie es mir nicht verübeln, und zu der Bitte, mir auch fernerhin Ihre gütige Unterstützung zu leihen.</p><p class="ED-p">In herzlicher, dankbarer Verehrung Ihr ganz ergebenster</p><p class="ED-signed">H. Vaihinger</p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar zum Textbefund</h2><div class="ED-app-philological" id="app-philological-1"><span class="ED-app-num">a</span><a href="#app-philological-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Adressen</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>doppeltes s hier und im Folgenden mit ß geschrieben</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-2"><span class="ED-app-num">b</span><a href="#app-philological-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">größte Unruhe</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>am linken <abbr title="Rand" class="ED-abbr">Rd.</abbr> mit Bleistift angestrichen</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-3"><span class="ED-app-num">c</span><a href="#app-philological-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Wagschale</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>so wörtlich</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-4"><span class="ED-app-num">d</span><a href="#app-philological-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Riehl</span> und <span class="ED-name">Janitschek</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>am linken <abbr title="Rand" class="ED-abbr">Rd.</abbr> mit Bleistift angestrichen</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-5"><span class="ED-app-num">e</span><a href="#app-philological-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-lem">Da … betrachten;</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span> am linken <abbr title="Rand" class="ED-abbr">Rd.</abbr> mit Bleistift angestrichen</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-6"><span class="ED-app-num">f</span><a href="#app-philological-6-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Sie ergebenst darum bitten.</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>am linken <abbr title="Rand" class="ED-abbr">Rd.</abbr> mit Bleistift angestrichen</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-7"><span class="ED-app-num">g</span><a href="#app-philological-7-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Aufforderung zu persönlicher Vorstellung in Wien</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>am linken <abbr title="Rand" class="ED-abbr">Rd.</abbr> mit Bleistift angestrichen</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-8"><span class="ED-app-num">h</span><a href="#app-philological-8-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">in gütige Aussicht stellen</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>am linken <abbr title="Rand" class="ED-abbr">Rd.</abbr> mit Bleistift angestrichen</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-9"><span class="ED-app-num">i</span><a href="#app-philological-9-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-lem">entzückend … ist.</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span> am linken <abbr title="Rand" class="ED-abbr">Rd.</abbr> mit Bleistift angestrichen</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-10"><span class="ED-app-num">j</span><a href="#app-philological-10-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Haeckel</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span class="ED-rdg">Häckel</span></div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-11"><span class="ED-app-num">k</span><a href="#app-philological-11-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">gelesen:</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>so wörtlich</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-12"><span class="ED-app-num">l</span><a href="#app-philological-12-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><u>differentiirendes</u></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>so wörtlich</div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Hochverehrter Herr!</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> den Entwurf (Staats- und Universitätsbibliothek Bremen, Aut. XXIII, 8 h, <abbr title="Nummer" class="ED-abbr">Nr.</abbr> 2, 4 <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr>): <span class="ED-rdg">Straßburg i/E 11 Dec. 1882 Hochverehrter Herr!</span> <span class="ED-rdg">[</span>darüber von Vaihingers <abbr title="Hand" class="ED-abbr">Hd.</abbr>: <span class="ED-rdg"><u>Carneri</u> | (Wien)</span>, davor: <span class="ED-rdg">[<u>An</u>]:</span> (mit Kugelschreiber, anlässlich der Verzeichnung für die Staats- und Universitätsbibliothek Bremen)<span class="ED-rdg">]</span> <span class="ED-rdg">Empfangen Sie meinen allerherzlichsten Dank ebenso für Ihre freundliche Sendung aus dem „Kosmos“, wie für die gütigen Informationen betreffs meiner Berufungsangelegenheit. Ihre Mittheilungen sind mir von dem höchsten Intereße. Der Umstand, daß die Sache an meiner Eigenschaft als Nicht-Oesterreicher scheitern soll, versetzt mich freilich in größte Unruhe. Sollte denn nicht in die Wagschale fallen, daß in jüngster Zeit doch auch Oesterreicher nach Deutschland | berufen worden sind, so außer Riehl Jantischek aus Prag hieher? Auch sonst machen an den Universitäten uns die Oesterreicher mit Erfolg in Deutschland Concurrenz; da dürfte doch die Scheidung nicht so als fundamental betrachtet werden. Übrigens würde ich ja doch Oesterreicher werden durch die Berufung, könnte mich daselbst naturalisiren lassen, und (da dies ein Einwand gegen die Deutschen sein soll) würde nicht einen Ruf nach Deutschland zurück annehmen, und so Oesterreich nur als Durchgangspunkt betrachten. Ich weiß noch nicht, ob diese beiden letzt erwähnten Punkte in Betracht kommen können, aber, wenn es der Fall sein sollte, so würde ich beides (Naturalisierung und Bleiben) | gerne als Bedingung acceptiren resp. anbieten. [<i>Absatz</i>] Ob es nicht am besten wäre, wenn entgegenstehende Bedenken durch meine persönliche Vorstellung gehoben würden? D. h. so, daß ohne Präjudiz für eine definitive Entscheidung doch mir officiös eine Aufforderung dazu zukäme? Ähnlich war es seinerzeit bei Erich Schmidt; letzterer soll mit dem Minister von Conrad sehr gut stehen. [<i>Absatz</i>] Haben Sie den innigsten Dank aus tiefstem Herzen für Alles, was Sie für mich thaten und zu thun in gütige Aussicht stellen. Hier in Deutschland, speciell in Straßburg habe ich gegen so viele Intriguen (zum Theil meiner Richtung halber, theils in Folge von Spaltungen innerhalb der | Facultät) zu kämpfen, daß Graz für mich die Rettung aus bedenklichen Schwierigkeiten ist. [<i>Absatz</i>] Mit großem Intereße habe ich – außer Ihrem eben empfangenen Aufsatz über Condillac – auch Ihr Gedicht im „Deutschen Dichterbuch aus Oesterreich“ (v. Franzos) gelesen. Ich finde es in seiner Einfachheit und Kürze rührend und entzückend, und es nur das Eine zu bedauern, daß es das Einzige ist. [<i>Absatz</i>] Vergeben Sie es mir, hochverehrter Herr, daß ich Ihre gewiß durch Ihre politische Thätigkeit stark in Anspruch genommene Zeit noch durch meine Privatangelegenheiten verkürze: aber Ihre wohlwollende Theilnahme gibt mir den Muth zu der Hoffnung, daß Sie es mir nicht verübeln, und zu der Bitte, mir auch fernerhin Ihre gütige Unterstützung zu leihen. [<i>Absatz</i>] In herzlicher, dankbarer Verehrung Ihr ganz ergebenster H. Vaihinger</span></div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Ihre freundliche Sendung</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Carneri an Vaihinger vom 9.12.1882</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-3"><span class="ED-app-num">3</span><a href="#app-editorial-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">„Deutschen Dichterbuch aus Oesterreich“</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Carneri: Dein Herz. In: Karl Emil Franzos (<abbr title="Herausgeber" class="ED-abbr">Hg.</abbr>): Deutsches Dichterbuch aus Oesterreich. Leipzig/Wien: Breitkopf &amp; Härtel/Manz 1883 [!], <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 131.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-4"><span class="ED-app-num">4</span><a href="#app-editorial-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Aufsatz über <span class="ED-name">Condillac</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Carneri: War Condillac Materialist? In: Kosmos 6 (1882/1883), 12. <span>Bd.</span> Oktober 1882–März 1883, <span>S.</span> 97–105 (eigene Datierung: <span class="ED-rdg">Wildhaus 21. August 1882</span>, Heft ausgegeben am 25.11.1882), hier <span>S.</span> 105: <span class="ED-rdg">Als er [Ernst Haeckel] nach seiner Rückkehr von Ceylon uns aufsuchte: […]</span></div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-5"><span class="ED-app-num">5</span><a href="#app-editorial-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem"><span class="ED-name">Montgomery</span> im „Mind“ entwickelt</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Edmund Montgomery: Are we “Cell-Aggregates”? In: Mind, <abbr title="Nummer" class="ED-abbr">Nr.</abbr> 25 von Januar 1882, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 100–107 (<span class="ED-link"><a href="https://doi.org/10.1093/mind/os-VII.25.100">https://doi.org/10.1093/mind/os-VII.25.100</a></span> (6.8.2024)); <abbr title="derselbe" class="ED-abbr">ders.</abbr>: Causation and its Organic Conditions. In: Mind, <abbr title="Nummer" class="ED-abbr">Nr.</abbr> 26 von April 1882, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 209–230 (<span class="ED-link"><a href="https://doi.org/10.1093/mind/os-VII.26.209">https://doi.org/10.1093/mind/os-VII.26.209</a></span> (6.8.2024)), <abbr title="Nummer" class="ED-abbr">Nr.</abbr> 27 von Juli 1882, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 381–397 (<span class="ED-link"><a href="https://doi.org/10.1093/mind/os-VII.27.381">https://doi.org/10.1093/mind/os-VII.27.381</a></span> (6.8.2024)) <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> <abbr title="Nummer" class="ED-abbr">Nr.</abbr> 28 von Oktober 1882, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 514–532 (<span class="ED-link"><a href="https://doi.org/10.1093/mind/os-VII.28.514">https://doi.org/10.1093/mind/os-VII.28.514</a></span> (6.8.2024)).</div></div></body></html>