<html xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"><head profile="http://dublincore.org/documents/dcq-html/"><meta http-equiv="Content-Type" content="text/html; charset=UTF-8"/><title>Vaihinger an Bartholomäus von Carneri, Straßburg, 1.12.1882, 8 S., hs., Wienbibliothek im Rathaus, Wien, H.I.N.-178304</title><link rel="schema.DC" href="http://purl.org/dc/elements/1.1/"/><link rel="schema.DCTERMS" href="http://purl.org/dc/terms/"/><meta name="DC.publisher" content="University of Wuppertal"/><meta name="DC.subject" content="Forschungsgrundlagen Hans Vaihinger"/><meta name="DC.creator" content="Jörn Bohr"/><meta name="DC.creator" content="Gerald Hartung"/><meta name="DC.contributor" content="Bülow &amp; Schlupkothen XML services"/><meta name="DC.identifier" content="urn:nbn:de:hbz:468-edhv2025-000220-4"/><style type="text/css">
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Carneri an Vaihinger vom 25.11.1882&#xD;&#xA;">erfreuliche bestimmte Nachricht</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-1" id="app-editorial-1-ref" title="erfreuliche bestimmte Nachricht ] vgl. Carneri an Vaihinger vom 25.11.1882">[1]</a> von dem Vorschlag an erster Stelle in Graz, für die nachdrückliche Verwendung zu meinen Gunsten an der definitiv entscheidenden Stelle durch Ihren Grazer Freund. Ich bin ja daran umso mehr <span class="ED-pb">|</span> bedürftig, als dem Nicht-Oesterreicher zur Zeit so erhebliche Schwierigkeiten entgegenstehen. Als Süddeutscher freilich mehr stammverwandt habe ich mich von jeher für oesterreichische <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-1" title="Verhältnisse ] doppeltes s hier und im Folgenden mit ß geschrieben&#xD;&#xA;">Verhältnisse</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-1" id="app-philological-1-ref" title="Verhältnisse ] doppeltes s hier und im Folgenden mit ß geschrieben">[a]</a> und Menschen besonders interessirt, und würde einem Rufe, in jenem schönen Lande zu wirken, mit größter Freude folgen.</p><p class="ED-p">Ihren gütigen Nachrichten nach müßte der Grazer Vorschlag wohl bald ans Ministerium gelangen und so dürfte die empfehlende Fürsprache Ihres Freundes bei demselben zur richtigen Zeit eingetroffen sein. Unter solchen Umständen darf ich ja nun die freudige Hoffnung fassen, daß ein günstiger Ausfall zu erwarten sei; allerdings ist nach mündlicher Mittheilung des Herrn <abbr title="Professor" class="ED-abbr">Prof.</abbr> <span class="ED-name">Riehl</span> <span class="ED-pb">|</span> die Besetzung des vacanten Lehrstuhls erst für nächsten Winter in Aussicht genommen, was ja aber eine frühere Ernennung nicht ausschließen würde.</p><p class="ED-p">Sollten Sie, verehrtester Herr, irgend Etwas Bezügliches in Erfahrung bringen, so bitte ich Sie um <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-2" title="gütige Mittheilung ] vgl. Carneri an Vaihinger vom 9.12.1882&#xD;&#xA;">gütige Mittheilung</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-2" id="app-editorial-2-ref" title="gütige Mittheilung ] vgl. Carneri an Vaihinger vom 9.12.1882">[2]</a>, eine Bitte, zu der mich Ihr mir bisher so theilnehmend bewiesenes Interesse ermuthigt. Ich lebe natürlich sehr in der Spannung, und wünsche sehnlichst, aus einer Zeit beständiger Aufregung in ruhiges Fahrwasser zu gelangen: denn seit einem Jahre spielen Berufungsfragen, bei denen ich <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-3" title="in Betracht und Vorschlag kam ] vgl. z. B. Vaihinger an Zeller vom 13.11.1882&#xD;&#xA;">in Betracht und Vorschlag kam</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-3" id="app-editorial-3-ref" title="in Betracht und Vorschlag kam ] vgl. z. B. Vaihinger an Zeller vom 13.11.1882">[3]</a>, in Würzburg (in Freiburg) in Königsberg, Halle und sogar in Gent (in Belgien). Ein leidiger Umstand hat mir viel gethan, daß <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-2" title="nemlich ] so wörtlich&#xD;&#xA;">nemlich</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-2" id="app-philological-2-ref" title="nemlich ] so wörtlich">[b]</a> <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-4" title="hier in Straßburg nicht ] vgl. Vaihinger Zeller vom 10.6.1882&#xD;&#xA;">hier in Straßburg nicht</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-4" id="app-editorial-4-ref" title="hier in Straßburg nicht ] vgl. Vaihinger Zeller vom 10.6.1882">[4]</a> wie <span class="ED-pb">|</span> anderwärts ältere bekannte Privatdocenten zu außerordentlichen Professoren ernannt werden; ich habe natürlich überall auf diesen schädigenden Umstand hingewiesen, aber die Gloriole des Titels ist immer bestechend, obwohl mehrere, die sich mit mir habilitirt haben, und jetzt Extraordinarien sind, allgemeinem Urtheil nach es nicht um einen Gran mehr verdienen, als ich. Derartige Ungleichheiten an den Universitäten schaden im Renomée, indessen ist von hier aus genügend hierüber nach Graz berichtet worden, und Ihren bestimmten Nachrichten nach hat mir dieser Umstand dort ja auch nicht geschadet; sonst wird natürlich ceteris paribus der Privatdocent erst nach dem Extraordinarius genannt. <span class="ED-pb">|</span></p><p class="ED-p">Herrn Professor <span class="ED-name">Riehl</span> bin ich für seine Güte und Theilnahme zu höchstem Dank verpflichtet. Obwohl ich ihn <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-5" title="in meinem Kantcommentar hart angegriffen ] vgl. Alois Riehl an Vaihinger vom 23.8.1881 sowie Vaihinger: Commentar zu Kants Kritik der reinen Vernunft 1881, S. 21: Riehl, der Kriticismus. I. Band. Leipzig 1876. (Neben feinen Bemerkungen und sehr brauchbaren exegetischen Beiträgen ohne Exactheit; zu enger Anschluss an Cohens willkürlich deutelnden Tiefsinn.) Weitere kritische Auseinandersetzungen S. 403 u. 428.&#xD;&#xA;">in meinem Kantcommentar hart angegriffen</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-5" id="app-editorial-5-ref" title="in meinem Kantcommentar hart angegriffen ] vgl. Alois Riehl an Vaihinger vom 23.8.1881 sowie Vaihinger: Commentar zu Kants Kritik der reinen Vernunft 1881, S. 21: Riehl, der Kriticismus. I. Band. Leipzig 1876. (Neben feinen Bemerkungen und sehr brauchbaren exegetischen Beiträgen ohne Exactheit; zu enger Anschluss an Cohens willkürlich deutelnden Tiefsinn.) Weitere kritische Auseinandersetzungen S. 403 u. 428.">[5]</a> habe, hat er in edelster <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-3" title="Selbstverläugnung ] so wörtlich&#xD;&#xA;">Selbstverläugnung</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-3" id="app-philological-3-ref" title="Selbstverläugnung ] so wörtlich">[c]</a> meine Interessen in Graz gefördert – ein Beweis von edelm Denken, der mir menschlich sehr erhebend ist, und erheblich absticht gegen andere häßliche Erfahrungen. Auch der mir befreundete <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-6" title="Professor Janitschek ] der Kunsthistoriker Hubert Jantischek (1846–1893), nach Studium in Graz und anschließendem Italienaufenthalt 1877 Kustos am Museum für Kunst und Industrie Wien. 1878 an der Wiener Universität habilitiert, 1879 ao. Prof. in Prag, 1881 o. Prof. in Straßburg, 1891 in Leipzig (WBIS; Meyers Großes Konversationslexikon 1905–1909: https://meyers.de-academic.com/66055/Janitschek (6.8.2024)).&#xD;&#xA;">Professor </span><span class="ED-name"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-6" title="Professor Janitschek ] der Kunsthistoriker Hubert Jantischek (1846–1893), nach Studium in Graz und anschließendem Italienaufenthalt 1877 Kustos am Museum für Kunst und Industrie Wien. 1878 an der Wiener Universität habilitiert, 1879 ao. Prof. in Prag, 1881 o. Prof. in Straßburg, 1891 in Leipzig (WBIS; Meyers Großes Konversationslexikon 1905–1909: https://meyers.de-academic.com/66055/Janitschek (6.8.2024)).&#xD;&#xA;">Janitschek</span></span><span class="ED-name"><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-6" id="app-editorial-6-ref" title="Professor Janitschek ] der Kunsthistoriker Hubert Jantischek (1846–1893), nach Studium in Graz und anschließendem Italienaufenthalt 1877 Kustos am Museum für Kunst und Industrie Wien. 1878 an der Wiener Universität habilitiert, 1879 ao. Prof. in Prag, 1881 o. Prof. in Straßburg, 1891 in Leipzig (WBIS; Meyers Großes Konversationslexikon 1905–1909: https://meyers.de-academic.com/66055/Janitschek (6.8.2024)).">[6]</a></span> hier, der in Graz studirte und in Prag Professor war, hat sich in liebenswürdigster Weise meiner Interessen angenommen. Und nun verdanke ich Ihrer aufopfernden Güte so Vieles, daß ich nur durch den stets erneuten Vorsatz meinen Dank abtragen kann, meine Kräfte aufs Höchste anzuspannen, um so vieler Güte und so vielen Vertrauens mich möglichst würdig zu zeigen. <span class="ED-pb">|</span></p><p class="ED-p">Eine große Freude haben Sie mir durch das gütige <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-7" title="Geschenk Ihrer beiden Abhandlungen ] vgl. Carneri an Vaihinger vom 20.11.1882&#xD;&#xA;">Geschenk Ihrer beiden Abhandlungen</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-7" id="app-editorial-7-ref" title="Geschenk Ihrer beiden Abhandlungen ] vgl. Carneri an Vaihinger vom 20.11.1882">[7]</a> gemacht; und durch die Aussicht, mir noch weitere zu senden. Den ergänzenden <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-8" title="Aufsatz über das Bewußtsein ] vgl. Carneri an Vaihinger vom 20.11.1882&#xD;&#xA;">Aufsatz über das Bewußtsein</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-8" id="app-editorial-8-ref" title="Aufsatz über das Bewußtsein ] vgl. Carneri an Vaihinger vom 20.11.1882">[8]</a> im 4. Band des Kosmos habe ich noch nicht erhalten können, da der Band zur Zeit auf der hiesigen Bibliothek ausgeliehen ist. Ich bin auf seinen Inhalt sehr gespannt, da der Aufsatz über das Ganze auf ihn zurückweist. Mit den Theorien des Bewußtseins habe ich mich immer näher beschäftigt, da ich als Tübinger Student eine damals gestellte <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-9" title="Preisaufgabe ] vgl. V. Die philosophische Facultät. In: Bekanntmachung der Ergebnisse der akademischen Preisbewerbung vom Jahre 1872 bis 1873 und der neuen für das Jahr 1873 bis 1874 bestimmten Preisaufgaben. Tübingen: Ludwig Friedrich Fues 1873. In (Sammelschrift): Tübinger Universitätsschriften aus dem Jahre 1873. Tübingen: Heinrich Laupp 1873, Nr. 5, S. 10–11: [Die philosophische Facultät] hatte die Aufgabe gestellt: [Absatz] „Es sollen die neueren Theorieen des Bewußtseins nach ihrer metaphysischen Grundlage und ihrer Bedeutung für die Psychologie entwickelt und geprüft werden“. [Absatz] Sie hat zwei Bearbeitungen derselben erhalten. Die eine mit dem Motto: Whoever faith fully and firmly endeavours to obtain a definite idea u. s. w., die andere mit dem Motto: Das Bewußtsein ist das fundamentale Kriterium specifisch-seelischen Lebens. [Absatz] Der Verfasser der ersten Arbeit hat derselben eine durch die Stellung der Aufgabe nicht gebotene Ausdehnung gegeben, indem er die Lehre vom Bewußtsein durch die ganze Geschichte der Philosophie verfolgt. Er hat aber auch die neuere Philosophie mit einer Vollständigkeit behandelt, die auch auf die untergeordneten Erscheinungen der psychologischen Litteratur sich erstreckt. Hat nun der Verfasser bei dieser umfassenden Behandlung des geschichtlichen Stoffes einen ungemeinen Fleiß dokumentirt, so läßt sich zwar theilweise die Genauigkeit in der Auffassung des Einzelnen und die methodische Bearbeitung des Stoffes vermissen, es läßt sich aber doch der wissenschaftliche Geist nicht verkennen, mit welchem er seine Aufgabe angefaßt hat. Er hat sowohl die metaphysische, als | die psychologische Seite der verschiedenen Theorieen im Wesentlichen gut entwickelt, und es ist ihm gelungen, den richtigen Gesichtspunkt für die Auffassung und Beurtheilung derselben zu gewinnen. [Absatz] Der Verfasser der zweiten Arbeit behandelt die Aufgabe nicht in dem Umfang wie die erste, und er beschränkt sich auch in der neueren Psychologie mehr auf die bedeutenderen Vertreter derselben. Die Arbeit zeichnet sich aber vor der ersten durch eine methodischere Bearbeitung des Stoffs aus, und es ist insbesondere anzuerkennen, daß sie die metaphysische und die empirische Richtung der neueren Psychologie schärfer unterschieden hat. Die metaphysische Grundlage der Theorieen, namentlich bei Hegel und Herbart, ist weniger genügend erörtert, befriedigender ist die Analyse ihrer psychologischen Bedeutung. Der Verfasser hat im Wesentlichen richtig erkannt, worauf es im Begriffe des Bewußtseins ankommt, und er macht seine Ansicht mit Erfolg, insbesondere gegen den Materialismus geltend; es wäre jedoch zu wünschen, daß er dieselbe in der Auffassung und Beurtheilung der verschiedenen Bewußtseins-Theorieen consequent festgehalten hätte. [Absatz] Die Facultät vermochte keine dieser Arbeiten der anderen unbedingt vorzuziehen und hielt beide für des Preises würdig. Sie stellte den Antrag auf Bewilligung eines zweiten Hauptpreises, welchem das Königliche Ministerium des Kirchen- und Schulwesens die Genehmigung ertheilt hat. [Absatz] Als Verfasser der ersten Arbeit ergab sich: [Absatz] Karl Eugen Hans Vaihinger aus Cannstatt, Studierender der Philosophie im evangelisch-theologischen Seminar; [Absatz] als Verfasser der zweiten: [Absatz] Karl Johann Neuburger aus Waldsee, Studierender der Theologie im Wilhelmsstift. Vaihingers Arbeit blieb ungedruckt.&#xD;&#xA;">Preisaufgabe</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-9" id="app-editorial-9-ref" title="Preisaufgabe ] vgl. V. Die philosophische Facultät. In: Bekanntmachung der Ergebnisse der akademischen Preisbewerbung vom Jahre 1872 bis 1873 und der neuen für das Jahr 1873 bis 1874 bestimmten Preisaufgaben. Tübingen: Ludwig Friedrich Fues 1873. In (Sammelschrift): Tübinger Universitätsschriften aus dem Jahre 1873. Tübingen: Heinrich Laupp 1873, Nr. 5, S. 10–11: [Die philosophische Facultät] hatte die Aufgabe gestellt: [Absatz] „Es sollen die neueren Theorieen des Bewußtseins nach ihrer metaphysischen Grundlage und ihrer Bedeutung für die Psychologie entwickelt und geprüft werden“. [Absatz] Sie hat zwei Bearbeitungen derselben erhalten. Die eine mit dem Motto: Whoever faith fully and firmly endeavours to obtain a definite idea u. s. w., die andere mit dem Motto: Das Bewußtsein ist das fundamentale Kriterium specifisch-seelischen Lebens. [Absatz] Der Verfasser der ersten Arbeit hat derselben eine durch die Stellung der Aufgabe nicht gebotene Ausdehnung gegeben, indem er die Lehre vom Bewußtsein durch die ganze Geschichte der Philosophie verfolgt. Er hat aber auch die neuere Philosophie mit einer Vollständigkeit behandelt, die auch auf die untergeordneten Erscheinungen der psychologischen Litteratur sich erstreckt. Hat nun der Verfasser bei dieser umfassenden Behandlung des geschichtlichen Stoffes einen ungemeinen Fleiß dokumentirt, so läßt sich zwar theilweise die Genauigkeit in der Auffassung des Einzelnen und die methodische Bearbeitung des Stoffes vermissen, es läßt sich aber doch der wissenschaftliche Geist nicht verkennen, mit welchem er seine Aufgabe angefaßt hat. Er hat sowohl die metaphysische, als | die psychologische Seite der verschiedenen Theorieen im Wesentlichen gut entwickelt, und es ist ihm gelungen, den richtigen Gesichtspunkt für die Auffassung und Beurtheilung derselben zu gewinnen. [Absatz] Der Verfasser der zweiten Arbeit behandelt die Aufgabe nicht in dem Umfang wie die erste, und er beschränkt sich auch in der neueren Psychologie mehr auf die bedeutenderen Vertreter derselben. Die Arbeit zeichnet sich aber vor der ersten durch eine methodischere Bearbeitung des Stoffs aus, und es ist insbesondere anzuerkennen, daß sie die metaphysische und die empirische Richtung der neueren Psychologie schärfer unterschieden hat. Die metaphysische Grundlage der Theorieen, namentlich bei Hegel und Herbart, ist weniger genügend erörtert, befriedigender ist die Analyse ihrer psychologischen Bedeutung. Der Verfasser hat im Wesentlichen richtig erkannt, worauf es im Begriffe des Bewußtseins ankommt, und er macht seine Ansicht mit Erfolg, insbesondere gegen den Materialismus geltend; es wäre jedoch zu wünschen, daß er dieselbe in der Auffassung und Beurtheilung der verschiedenen Bewußtseins-Theorieen consequent festgehalten hätte. [Absatz] Die Facultät vermochte keine dieser Arbeiten der anderen unbedingt vorzuziehen und hielt beide für des Preises würdig. Sie stellte den Antrag auf Bewilligung eines zweiten Hauptpreises, welchem das Königliche Ministerium des Kirchen- und Schulwesens die Genehmigung ertheilt hat. [Absatz] Als Verfasser der ersten Arbeit ergab sich: [Absatz] Karl Eugen Hans Vaihinger aus Cannstatt, Studierender der Philosophie im evangelisch-theologischen Seminar; [Absatz] als Verfasser der zweiten: [Absatz] Karl Johann Neuburger aus Waldsee, Studierender der Theologie im Wilhelmsstift. Vaihingers Arbeit blieb ungedruckt.">[9]</a> löste. „Über die metaphysischen Grundlagen der modernen Theorien des Bewußtseins und ihre psychologischen Consequenzen“. Ich war damals noch sehr jung, aber ich habe das Interesse für diesen Gegenstand nie verloren und Material für eine <span class="ED-pb">|</span> Monographie darüber gesammelt. Ihre Theorie, soweit ich sie aus Ihrem Aufsatz über das Ganze erschließe, scheint mir sehr einleuchtend und überzeugend, und hat den Vorzug der Einfachheit und Natürlichkeit: Die centrale Zusammenfassung zu einem einheitlichen Ganzen verstärkt die elementaren Empfindungen und gibt ihnen erst Bewußtseinswerth. Der Organismus folgt dem Spruche: „immer zum <u>Ganzen</u> zu streben“. Mit der einheitlichen Zusammenfassung steigert sich das Maß des <span class="ED-text-lem" itemref="app-philological-4" title="Lichtes ] Lesung unsicher&#xD;&#xA;">Lichtes</span><a class="ED-anchor" href="#app-philological-4" id="app-philological-4-ref" title="Lichtes ] Lesung unsicher">[d]</a> des Bewußtseins; je einheitlicher, desto bewußter. Alle Nervenbahnen dienen dieser einheitlichen Zusammenfassung, um die möglichste Convergenz aller Functionen in Einem Focus zu Stande zu bringen. <u>De</u>centralisation – Aufhebung der einheitlichen Zusammenfassung – ergibt Bewußtlosigkeit, eventuell den Tod. – In diesen Ausführungen glaube ich Ihre <span class="ED-pb">|</span> Theorie dargestellt zu haben, indem ich den Extract aus Ihrer mir vorliegenden Abhandlung ziehe – indem ich sie durch Centralisation mir selbst zum gesteigerten Bewusstsein bringe.</p><p class="ED-p">Mit großem Interesse habe ich auch Ihre <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-10" title="Abhandlung über die Glückseligkeit ] vgl. Carneri: Zur Glückseligkeitslehre. In: Kosmos 6 (1882), Bd. 11 von April–September, S. 241–250. Heft ausgegeben am 6.7.1882, Carneri datiert seinen Aufsatz auf: Wildhaus, 25. Oct. 1881.&#xD;&#xA;">Abhandlung über die Glückseligkeit</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-10" id="app-editorial-10-ref" title="Abhandlung über die Glückseligkeit ] vgl. Carneri: Zur Glückseligkeitslehre. In: Kosmos 6 (1882), Bd. 11 von April–September, S. 241–250. Heft ausgegeben am 6.7.1882, Carneri datiert seinen Aufsatz auf: Wildhaus, 25. Oct. 1881.">[10]</a> gelesen, viele kräftige Stellen daraus habe ich mir ganz besonders notirt, so daß Klärung der Gefühle der richtige Weg zu klaren Begriffen sei, so die Bemerkungen über den socialen Werth der Empfindsamkeit. Von den <span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-11" title="Bemerkungen auf S. 244–246 ] vgl. das Digitalisat: https://zs.thulb.uni-jena.de/rsc/viewer/jportal_derivate_00221637/Kosmos_1882_Bd11_167406531_0251.tif?logicalDiv=jportal_jparticle_00548243&amp;q=carneri_glückseligkeit (6.8.2024)).&#xD;&#xA;">Bemerkungen auf </span><abbr title="Seite" class="ED-abbr"><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-11" title="Bemerkungen auf S. 244–246 ] vgl. das Digitalisat: https://zs.thulb.uni-jena.de/rsc/viewer/jportal_derivate_00221637/Kosmos_1882_Bd11_167406531_0251.tif?logicalDiv=jportal_jparticle_00548243&amp;q=carneri_glückseligkeit (6.8.2024)).&#xD;&#xA;">S.</span></abbr><span class="ED-text-lem" itemref="app-editorial-11" title="Bemerkungen auf S. 244–246 ] vgl. das Digitalisat: https://zs.thulb.uni-jena.de/rsc/viewer/jportal_derivate_00221637/Kosmos_1882_Bd11_167406531_0251.tif?logicalDiv=jportal_jparticle_00548243&amp;q=carneri_glückseligkeit (6.8.2024)).&#xD;&#xA;"> 244–246</span><a class="ED-anchor" href="#app-editorial-11" id="app-editorial-11-ref" title="Bemerkungen auf S. 244–246 ] vgl. das Digitalisat: https://zs.thulb.uni-jena.de/rsc/viewer/jportal_derivate_00221637/Kosmos_1882_Bd11_167406531_0251.tif?logicalDiv=jportal_jparticle_00548243&amp;q=carneri_glückseligkeit (6.8.2024)).">[11]</a> habe ich auf mich selbst Nutzanwendung gemacht; schweben mir doch höchste Ideale vor, zu deren Realisirung es nur der „gesicherten“ Stellung bedarf; möge mir im „Kampf ums Glück“ baldiger Sieg vergönnt sein. Als einen wesentlichen Theil dieses Glückes würde ich es betrachten, einem Manne persönlich danken zu dürfen, der mir so viele Güte und Theilnahme entgegenbringt.</p><p class="ED-p">In inniger und dankbarer Verehrung Ihr ganz ergebenster</p><p class="ED-signed">H. Vaihinger</p></div><h2 class="ED-app-title">Kommentar zum Textbefund</h2><div class="ED-app-philological" id="app-philological-1"><span class="ED-app-num">a</span><a href="#app-philological-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Verhältnisse</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>doppeltes s hier und im Folgenden mit ß geschrieben</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-2"><span class="ED-app-num">b</span><a href="#app-philological-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">nemlich</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>so wörtlich</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-3"><span class="ED-app-num">c</span><a href="#app-philological-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Selbstverläugnung</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>so wörtlich</div><div class="ED-app-philological" id="app-philological-4"><span class="ED-app-num">d</span><a href="#app-philological-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Lichtes</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>Lesung unsicher</div><h2 class="ED-app-title">Kommentar der Herausgeber</h2><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-1"><span class="ED-app-num">1</span><a href="#app-editorial-1-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">erfreuliche bestimmte Nachricht</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Carneri an Vaihinger vom 25.11.1882</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-2"><span class="ED-app-num">2</span><a href="#app-editorial-2-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">gütige Mittheilung</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Carneri an Vaihinger vom 9.12.1882</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-3"><span class="ED-app-num">3</span><a href="#app-editorial-3-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">in Betracht und Vorschlag kam</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> <abbr title="zum Beispiel" class="ED-abbr">z. B.</abbr> Vaihinger an Zeller vom 13.11.1882</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-4"><span class="ED-app-num">4</span><a href="#app-editorial-4-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">hier in Straßburg nicht</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Vaihinger Zeller vom 10.6.1882</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-5"><span class="ED-app-num">5</span><a href="#app-editorial-5-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">in meinem Kantcommentar hart angegriffen</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Alois Riehl an Vaihinger vom 23.8.1881 sowie Vaihinger: Commentar zu Kants Kritik der reinen Vernunft 1881, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 21: <span class="ED-rdg">Riehl, der Kriticismus. I. Band. Leipzig 1876. (Neben feinen Bemerkungen und sehr brauchbaren exegetischen Beiträgen ohne Exactheit; zu enger Anschluss an Cohens willkürlich deutelnden Tiefsinn.)</span> Weitere kritische Auseinandersetzungen <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 403 <abbr title="und" class="ED-abbr">u.</abbr> 428.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-6"><span class="ED-app-num">6</span><a href="#app-editorial-6-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Professor <span class="ED-name">Janitschek</span></span><span class="ED-lem-sep"> ] </span>der Kunsthistoriker <span class="ED-name">Hubert Jantischek</span> (1846–1893), nach Studium in Graz und anschließendem Italienaufenthalt 1877 Kustos am Museum für Kunst und Industrie Wien. 1878 an der Wiener Universität habilitiert, 1879 <abbr title="außerordentlicher Professor" class="ED-abbr">ao. Prof.</abbr> in Prag, 1881 <abbr title="ordentlicher Professor" class="ED-abbr">o. Prof.</abbr> in Straßburg, 1891 in Leipzig (<abbr title="World Biographical Information System" class="ED-abbr">WBIS</abbr>; Meyers Großes Konversationslexikon 1905–1909: <span class="ED-link"><a href="https://meyers.de-academic.com/66055/Janitschek">https://meyers.de-academic.com/66055/Janitschek</a></span> (6.8.2024)).</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-7"><span class="ED-app-num">7</span><a href="#app-editorial-7-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Geschenk Ihrer beiden Abhandlungen</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Carneri an Vaihinger vom 20.11.1882</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-8"><span class="ED-app-num">8</span><a href="#app-editorial-8-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Aufsatz über das Bewußtsein</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Carneri an Vaihinger vom 20.11.1882</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-9"><span class="ED-app-num">9</span><a href="#app-editorial-9-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Preisaufgabe</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><span>vgl.</span> V. Die philosophische Facultät. In: Bekanntmachung der Ergebnisse der akademischen Preisbewerbung vom Jahre 1872 bis 1873 und der neuen für das Jahr 1873 bis 1874 bestimmten Preisaufgaben. Tübingen: Ludwig Friedrich Fues 1873. In (Sammelschrift): Tübinger Universitätsschriften aus dem Jahre 1873. Tübingen: Heinrich Laupp 1873, <span>Nr.</span> 5, <span>S.</span> 10–11: <span class="ED-rdg">[Die philosophische Facultät] hatte die Aufgabe gestellt: [<i>Absatz</i>] „Es sollen die neueren Theorieen des Bewußtseins nach ihrer metaphysischen Grundlage und ihrer Bedeutung für die Psychologie entwickelt und geprüft werden“. [<i>Absatz</i>] Sie hat zwei Bearbeitungen derselben erhalten. Die eine mit dem Motto: Whoever faith fully and firmly endeavours to obtain a definite idea u. s. w., die andere mit dem Motto: Das Bewußtsein ist das fundamentale Kriterium specifisch-seelischen Lebens. [<i>Absatz</i>] Der Verfasser der ersten Arbeit hat derselben eine durch die Stellung der Aufgabe nicht gebotene Ausdehnung gegeben, indem er die Lehre vom Bewußtsein durch die ganze Geschichte der Philosophie verfolgt. Er hat aber auch die neuere Philosophie mit einer Vollständigkeit behandelt, die auch auf die untergeordneten Erscheinungen der psychologischen Litteratur sich erstreckt. Hat nun der Verfasser bei dieser umfassenden Behandlung des geschichtlichen Stoffes einen ungemeinen Fleiß dokumentirt, so läßt sich zwar theilweise die Genauigkeit in der Auffassung des Einzelnen und die methodische Bearbeitung des Stoffes vermissen, es läßt sich aber doch der wissenschaftliche Geist nicht verkennen, mit welchem er seine Aufgabe angefaßt hat. Er hat sowohl die metaphysische, als | die psychologische Seite der verschiedenen Theorieen im Wesentlichen gut entwickelt, und es ist ihm gelungen, den richtigen Gesichtspunkt für die Auffassung und Beurtheilung derselben zu gewinnen. [<i>Absatz</i>] Der Verfasser der zweiten Arbeit behandelt die Aufgabe nicht in dem Umfang wie die erste, und er beschränkt sich auch in der neueren Psychologie mehr auf die bedeutenderen Vertreter derselben. Die Arbeit zeichnet sich aber vor der ersten durch eine methodischere Bearbeitung des Stoffs aus, und es ist insbesondere anzuerkennen, daß sie die metaphysische und die empirische Richtung der neueren Psychologie schärfer unterschieden hat. Die metaphysische Grundlage der Theorieen, namentlich bei Hegel und Herbart, ist weniger genügend erörtert, befriedigender ist die Analyse ihrer psychologischen Bedeutung. Der Verfasser hat im Wesentlichen richtig erkannt, worauf es im Begriffe des Bewußtseins ankommt, und er macht seine Ansicht mit Erfolg, insbesondere gegen den Materialismus geltend; es wäre jedoch zu wünschen, daß er dieselbe in der Auffassung und Beurtheilung der verschiedenen Bewußtseins-Theorieen consequent festgehalten hätte. [<i>Absatz</i>] Die Facultät vermochte keine dieser Arbeiten der anderen unbedingt vorzuziehen und hielt beide für des Preises würdig. Sie stellte den Antrag auf Bewilligung eines zweiten Hauptpreises, welchem das Königliche Ministerium des Kirchen- und Schulwesens die Genehmigung ertheilt hat. [<i>Absatz</i>] Als Verfasser der ersten Arbeit ergab sich: [<i>Absatz</i>] Karl Eugen Hans Vaihinger aus Cannstatt, Studierender der Philosophie im evangelisch-theologischen Seminar; [<i>Absatz</i>] als Verfasser der zweiten: [<i>Absatz</i>] Karl Johann Neuburger aus Waldsee, Studierender der Theologie im Wilhelmsstift.</span> Vaihingers Arbeit blieb ungedruckt.</div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-10"><span class="ED-app-num">10</span><a href="#app-editorial-10-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Abhandlung über die Glückseligkeit</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> Carneri: Zur Glückseligkeitslehre. In: Kosmos 6 (1882), Bd. 11 von April–September, <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 241–250. Heft ausgegeben am 6.7.1882, Carneri datiert seinen Aufsatz auf: <span class="ED-rdg">Wildhaus, 25. Oct. 1881.</span></div><div class="ED-app-editorial" id="app-editorial-11"><span class="ED-app-num">11</span><a href="#app-editorial-11-ref" class="ED-app-corresp" title="back to content">↑</a><span class="ED-lem">Bemerkungen auf <abbr title="Seite" class="ED-abbr">S.</abbr> 244–246</span><span class="ED-lem-sep"> ] </span><abbr title="vergleiche" class="ED-abbr">vgl.</abbr> das Digitalisat: <span class="ED-link"><a href="https://zs.thulb.uni-jena.de/rsc/viewer/jportal_derivate_00221637/Kosmos_1882_Bd11_167406531_0251.tif?logicalDiv=jportal_jparticle_00548243&amp;q=carneri_glückseligkeit">https://zs.thulb.uni-jena.de/rsc/viewer/jportal_derivate_00221637/Kosmos_1882_Bd11_167406531_0251.tif?logicalDiv=jportal_jparticle_00548243&amp;q=carneri_glückseligkeit</a></span> (6.8.2024)).</div></div></body></html>